Profilbild von brenda_wolf

brenda_wolf

Lesejury Star
offline

brenda_wolf ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit brenda_wolf über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2025

Ungleiches Ermittlerpaar

Kommissar Aiwanger - Prost du Sack
0



Ich frage mich: War die Namensgleichheit mit dem Politiker beabsichtigt? Martin Ehrensbergs Kommissar hat zum Glück außer dem Namen mit seinem Namensvetter nichts gemeinsam.

Kommissar Aiwanger und ...



Ich frage mich: War die Namensgleichheit mit dem Politiker beabsichtigt? Martin Ehrensbergs Kommissar hat zum Glück außer dem Namen mit seinem Namensvetter nichts gemeinsam.

Kommissar Aiwanger und seine Kollegin Frida Karlsson-Konrad stoßen auf eine Reihe mysteriöser Todesfälle - alle auf Volksfesten, alle ältere Männer, alle „unauffällig“. Und alle werden als ‚gestorben eines natürlichen Todes‘ eingestuft. Es gibt also keine Ermittlungen. Aber seltsam ist das schon. Aiwanger und FKK sehen das jedenfalls so, zumal bei Aiwanger wieder dieses verdächtige Jucken hinter seinem rechten Ohr einsetzt und das ist immer ein sicheres Zeichen, dass da was nicht stimmt.

Martin Ehrensberger legt mit „Kommissar Aiwanger – Prost, du Sack“ einen Krimi vor, der die bayerische Lebensart mit schrägem Humor kombiniert. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Der Hauptkommissar Aiwanager ist schrullig, schwergewichtig, mit Ecken und Kanten, aber scharfsinnig. Seine Kollegin FKK, Frida Karlsson-Konrad, ist eine Zuagroaste aus dem Norden. Und gerade diese Kombination macht aus den beiden ein Super-Team. Der Schreibstil ist gut lesbar, so dass es Spaß macht mit den beiden Ermittlern auf Tätersuche zu gehen. Die vereinzelten sprachlichen Ausflüge in den Dialekt fand sich atmosphärisch passend. Und auch der Lokalkolorit kam nicht zu kurz.

Fazit: Ein unterhaltsamer Oberpfalzkrimi, den ich gerne weiterempfehle. Ich hoffe, es gibt bald wieder einen Aiwanger-Krimi.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.07.2025

Matcha-Inspirationen

Alles Matcha
0



Das Kultgetränk Matcha ist in aller Munde. In den letzten Jahren hat das grüne Teepulver aus Japan die Herzen vieler Menschen auch in Europa erobert. Das man das Matchapulver für so viel mehr verwenden ...



Das Kultgetränk Matcha ist in aller Munde. In den letzten Jahren hat das grüne Teepulver aus Japan die Herzen vieler Menschen auch in Europa erobert. Das man das Matchapulver für so viel mehr verwenden kann, ist aber den wenigsten bewusst. Das Buch ‚Alles Matcha‘ inspiriert zu vielseitigen kreativen Rezepten. Dieses Koch- und Backbuch entführt auf 128 Seiten in die vielfältige Welt des Matcha – von süß bis herzhaft, von Getränken bis zu Hauptgerichten.

Das Buch erscheint in einem handlichen Format mit vielen ansprechenden Fotos. Das grüne Super-Food, das zudem auch viele gesundheitliche Vorteile bietet, wird ins rechte Licht gerückt. Z. B. erklärt das Buch, wie Matcha das Immunsystem stärkt, den Stoffwechsel ankurbelt und den Blutzuckerspiegel stabilisieren kann. Die Rezepte reichen von der perfekten Zubereitung des berühmten Matchatees, über Rezepte von süß bis herzhaft, über raffiniertes Gebäck, Kuchen, Sweets, Desserts. Jedes Rezept ist einfach nachzukochen und enthält wertvolle Tipps zur Zubereitung.

Fazit: Wirklich erstaunlich: Das grüne Pulver lässt sich vielseitig und kreativ einsetzen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2025

Zwei Frauen

Wohin du auch gehst
0



Christina Fonthes’ Debütroman „Wohin du auch gehst“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.

Der Roman erzählt auf zwei Zeitebenen die Lebensgeschichte von Mira und Bijoux, zweier kongolesischer ...



Christina Fonthes’ Debütroman „Wohin du auch gehst“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.

Der Roman erzählt auf zwei Zeitebenen die Lebensgeschichte von Mira und Bijoux, zweier kongolesischer Frauen, deren Schicksal miteinander verwoben ist. Bijoux kommt aus dem Kongo und wohnt bei ihrer Tante Mira in London. Mira ist strenggläubig und hat für Bijoux kaum ein nettes Wort. Als sich Bijoux in eine Frau verliebt, eskaliert die Situation. Aber auch ihre Tante hat eine Vergangenheit von der wir nach und nach erfahren.

Christina Fonthes schreibt authentisch. Die 1970er Jahre in Kinshasa erstehen bildlich vor unseren Augen. Erstaunt hat mich, dass man zu der Zeit, als einfacher Mann eine so grandiose Karriere hinlegen konnte, wie Miras Vater. Das Setting wird lebendig geschildert, Gerüche, Kleidung und kulturelle Codes geben dem Roman eine satte Farbe. Die Protagonistinnen sind Frauen, die nicht immer nur stark sind, sie zeigen auch in bestimmten Situationen Schwäche und das macht sie greifbar. Der Roman reißt viele gesellschaftlich relevante Themen an. Die afrikanische Diaspora in London, wie soziale Klassen das Leben des einzelnen prägen, die Ausgrenzung und wie konservative Einstellungen Menschen zerstören.

Fazit: Ein Roman, der tief berührt und nachdenklich macht. Spannend zu lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.07.2025

Der Liebe wegen

Die Frau des Farmers
0



‚Wir leben so wie wir uns entschieden haben, sagte stets ihr Vater.‘

Sie träumte von einem Leben als Künstlerin. Auf keinen Fall wollte sie Bäuerin sein. Die Liebe kam ihr dazwischen. Jetzt sitzt sie ...



‚Wir leben so wie wir uns entschieden haben, sagte stets ihr Vater.‘

Sie träumte von einem Leben als Künstlerin. Auf keinen Fall wollte sie Bäuerin sein. Die Liebe kam ihr dazwischen. Jetzt sitzt sie auf ihrem eigenen Gehöft auf einem Hügel im Lake District, hat einen Mann und vier Kinder und jede Menge Tiere. Übrigens ihr Mann ist nicht nur Bauer, er ist auch Schriftsteller, nämlich James Rebanks. Und auch er schreibt in seinen Büchern vom Bauernleben.

Helen Rebanks erzählt davon wie sie kleine Lämmer mit der Flasche aufpäppelt, von ihrem chaotischen Leben, von gackernden Hühnern, von ihren Kindern, die lernen müssen Aufgaben zu übernehmen, von dem Haufen Schmutzwäsche, von der harten Arbeit, die die anlaufenden Rechnungen begleichen zu können. Sie erzählt von den Großeltern, dem Großvater, dem man besser aus dem Wege ging, der Großmutter, die ihr viel beigebracht hat an Fähigkeiten und die Expertin war im Umgang mit Nadel und Faden und die eine vorzügliche Orangenmarmelade herzustellen verstand. Das Rezept dazu findet sich im Buch. Aber die Großmutter hatte auch herrische Züge, sie gab den Ton an.

Die Autorin übernahm schon sehr jung, die Aufgabe, die Familie zu bekochen. Bereits als Teenager zeigte sie sich unternehmungslustig. So machte sie sich in den Ferien mit Rucksack bepackt auf den Weg nach Frankreich, um dort für zwei Wochen an einer französischen Schule Englisch zu unterrichten. Mit Kellnerjobs verdiente sie sich Geld für ihre eigenen Bedürfnisse. Noch vor ihrem 18. Geburtstag lernte sie ihren späteren Mann James auf einer Abschiedsparty kennen. Einen Bauern. Ihr war sehr schnell klar, mit ihm möchte sie den Rest ihres Lebens zusammenbleiben.

Helen Rebanks präsentiert uns auch eine Fülle von Familienrezepten die sich im Alltag bewährten haben. Es gibt Ideen für schnelle Gerichte, wenn wenig Zeit bleibt, was auf den Tisch zu bringen. Kreative Ideen für Pausenbrote. Genial sind die Rezepte für die Studentenküche, die natürlich nicht nur für Studenten praktikabel sind.

Der Schreibstil der Autorin ist kraftvoll und gut lesbar. Helen Rebanks bringt das Leben einer Bäuerin authentisch und ohne zu romantisieren herüber. Sie zeigt uns das Landleben in all seiner Schönheit und Härte und doch weckt Die Frau des Farmers Sehnsucht nach diesem ursprünglichen und naturnahen Leben.

Fazit: Ein ehrliches Buch, dass nichts beschönigt und dennoch begeistert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2025

Ein eigenwilliges Mädchen

Durch das Raue zu den Sternen
0

Christopher Kloeble hat mit seinem Roman ‚Durch das Raue zu den Sternen‘ mein Herz berührt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die musikalisch hochbegabte 13jährige Arkadia Fink, die von allen Moll genannt ...

Christopher Kloeble hat mit seinem Roman ‚Durch das Raue zu den Sternen‘ mein Herz berührt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die musikalisch hochbegabte 13jährige Arkadia Fink, die von allen Moll genannt wird. Arkadia ist ein eigenwilliges Mädchen. Sie will unbedingt in einem Knabenchor singen, und sie setzt alles daran, sich diesen Traum zu erfüllen. Sie geht dabei nicht zimperlich vor. Ihre extravagante Mutter, selbst erfolglose Komponistin, bestärkt Arkadia in ihrem Wunsch ein gefeierter Bühnenstar der klassischen Musik zu werden. Ihre Mutter ist übrigens überzeugt, Beethoven war eine Frau. Doch nun ist ihre Mutter kurz weggegangen. Arkadia ist fest davon überzeugt, wenn sie erst in dem berühmten Knabenchor singt, wird ihre Mutter zurückkehren.

Die Handlung wird in mehreren Zeitebenen erzählt. Christopher Kloeble beweist dabei ein außergewöhnliches Gespür für Sprache und Atmosphäre. Der Schreibstil ist zum Teil sehr poetisch. Seine Heldin agiert selbstbewusst und lässt sich nicht unterkriegen, Widerstände akzeptiert sie nicht. Ich habe mich immer gefragt, was ist vorgefallen? Warum ist ihre Mutter kurz weggegangen? Der Roman ist eine Mischung aus Melancholie und Hoffnung. Ich habe mit dem Mädchen mitgekämpft und mitgelitten.

Fazit: Ein starker Roman, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere