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Veröffentlicht am 28.09.2025

Skurill und witzig

Über die Toten nur Gutes
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Hinter Andreas Izquierdos neuestem Werk Über die Toten nur Gutes verbirgt sich ein charmant-skurriler Kriminalroman, der sich wohltuend vom klassischen Genre abhebt. Er bildet zugleich den Auftakt zur ...


Hinter Andreas Izquierdos neuestem Werk Über die Toten nur Gutes verbirgt sich ein charmant-skurriler Kriminalroman, der sich wohltuend vom klassischen Genre abhebt. Er bildet zugleich den Auftakt zur neuen Reihe Ein Trauerredner ermittelt.
Der Held dieses Buches ist der Trauerredner Mads Madsen. Ein ungewöhnlicher Name, ein ungewöhnlicher Beruf. Beides bringt den jungen Mann nicht selten blöde Kommentare ein. Nun steht er vor der Aufgabe, für seinen Jugendfreund Patrick eine Trauerrede zu halten. Doch was zunächst wie ein tragischer Unfall wirkt, entpuppt sich bald als Mordfall. Mads beginnt zu recherchieren und stößt auf immer mehr offene Fragen und bringt sich damit selbst in Gefahr.
Andreas Izquierdos Schreibstil gefällt mir sehr. Gut lesbar, witzig, skurill und doch bleibt die Handlung durchweg spannend. Die Protagonisten sind gut gezeichnet. Ich erkenne sie in meinem Bekanntenkreis wieder. Es sind Menschen mit kleinen und größeren Macken, die doch jeden von uns so unverwechselbar und sympathisch machen. Da ist der Hauptprotagonist selber, sein Faible für besonderen Anzüge und exzellente Schuhe. Mads ist eine liebenswerte Mischung aus altmodisch und jung, naiv und detektivisch. Zum Schreien komisch, sein schrulliger Vater, der ihn zu Bingo-Veranstaltungen mitschleppt. Seine Geschwister, sein Bestatter-Freund Fietje. Alle auf ihre Art liebenswert. Man schließt sie sofort ins Herz.

Gleich zu Anfang musste ich herzhaft lachen, die Bestattung zur Probe hat mich amüsiert. Aber es gibt auch Szenen, da stockt einem der Atem. Die Dialoge geben den Charakter der Figuren gut wieder.

Insgesamt hat ein Krimi Spaß macht. Ich kann ihn guten Gewissens weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Zuhause

Spät am Tag
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„Spät am Tag“ von Kristin Vego ist ein wundervolles leises, poetisches Buch.

Nach ihrer Scheidung zieht die Schriftstellerin Johanne in ein abgelegenes Haus auf dem Land. Sie sucht Ruhe und Inspiration ...

„Spät am Tag“ von Kristin Vego ist ein wundervolles leises, poetisches Buch.

Nach ihrer Scheidung zieht die Schriftstellerin Johanne in ein abgelegenes Haus auf dem Land. Sie sucht Ruhe und Inspiration zum Schreiben. Ihr Vermieter Mikael hat ebenfalls eine gescheiterte Ehe hinter sich. Johanne und Mikael werden ein Paar. Doch Ex-Frau und Tochter leben in der Nähe und beanspruchen viel Platz in Mikaels und Johannes Leben.

Ich liebe den Schreibstil von Kristin Vego. Sie erzählt unaufgeregt und leise von Johannes Leben, deren Gefühle zu Mikael und dessen Tochter, aber auch von der Ambivalenz zu Mikaels Ex-Frau. Ihre Sprache ist sehr intensiv. Ich habe mich an vielen Stellen wiedergefunden. Es geht um Erinnerung und Verlust, um das Alter und das Alleinsein und ganz viel um die stille Kraft der Natur und die Schönheit des Augenblicks.

Von mir absolute Leseempfehlung. Ein schmales Buch, dass tief berührt.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Ungleiches Ermittlerpaar

Kommissar Aiwanger - Prost du Sack
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Ich frage mich: War die Namensgleichheit mit dem Politiker beabsichtigt? Martin Ehrensbergs Kommissar hat zum Glück außer dem Namen mit seinem Namensvetter nichts gemeinsam.

Kommissar Aiwanger und ...



Ich frage mich: War die Namensgleichheit mit dem Politiker beabsichtigt? Martin Ehrensbergs Kommissar hat zum Glück außer dem Namen mit seinem Namensvetter nichts gemeinsam.

Kommissar Aiwanger und seine Kollegin Frida Karlsson-Konrad stoßen auf eine Reihe mysteriöser Todesfälle - alle auf Volksfesten, alle ältere Männer, alle „unauffällig“. Und alle werden als ‚gestorben eines natürlichen Todes‘ eingestuft. Es gibt also keine Ermittlungen. Aber seltsam ist das schon. Aiwanger und FKK sehen das jedenfalls so, zumal bei Aiwanger wieder dieses verdächtige Jucken hinter seinem rechten Ohr einsetzt und das ist immer ein sicheres Zeichen, dass da was nicht stimmt.

Martin Ehrensberger legt mit „Kommissar Aiwanger – Prost, du Sack“ einen Krimi vor, der die bayerische Lebensart mit schrägem Humor kombiniert. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Der Hauptkommissar Aiwanager ist schrullig, schwergewichtig, mit Ecken und Kanten, aber scharfsinnig. Seine Kollegin FKK, Frida Karlsson-Konrad, ist eine Zuagroaste aus dem Norden. Und gerade diese Kombination macht aus den beiden ein Super-Team. Der Schreibstil ist gut lesbar, so dass es Spaß macht mit den beiden Ermittlern auf Tätersuche zu gehen. Die vereinzelten sprachlichen Ausflüge in den Dialekt fand sich atmosphärisch passend. Und auch der Lokalkolorit kam nicht zu kurz.

Fazit: Ein unterhaltsamer Oberpfalzkrimi, den ich gerne weiterempfehle. Ich hoffe, es gibt bald wieder einen Aiwanger-Krimi.


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Veröffentlicht am 10.07.2025

Matcha-Inspirationen

Alles Matcha
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Das Kultgetränk Matcha ist in aller Munde. In den letzten Jahren hat das grüne Teepulver aus Japan die Herzen vieler Menschen auch in Europa erobert. Das man das Matchapulver für so viel mehr verwenden ...



Das Kultgetränk Matcha ist in aller Munde. In den letzten Jahren hat das grüne Teepulver aus Japan die Herzen vieler Menschen auch in Europa erobert. Das man das Matchapulver für so viel mehr verwenden kann, ist aber den wenigsten bewusst. Das Buch ‚Alles Matcha‘ inspiriert zu vielseitigen kreativen Rezepten. Dieses Koch- und Backbuch entführt auf 128 Seiten in die vielfältige Welt des Matcha – von süß bis herzhaft, von Getränken bis zu Hauptgerichten.

Das Buch erscheint in einem handlichen Format mit vielen ansprechenden Fotos. Das grüne Super-Food, das zudem auch viele gesundheitliche Vorteile bietet, wird ins rechte Licht gerückt. Z. B. erklärt das Buch, wie Matcha das Immunsystem stärkt, den Stoffwechsel ankurbelt und den Blutzuckerspiegel stabilisieren kann. Die Rezepte reichen von der perfekten Zubereitung des berühmten Matchatees, über Rezepte von süß bis herzhaft, über raffiniertes Gebäck, Kuchen, Sweets, Desserts. Jedes Rezept ist einfach nachzukochen und enthält wertvolle Tipps zur Zubereitung.

Fazit: Wirklich erstaunlich: Das grüne Pulver lässt sich vielseitig und kreativ einsetzen.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Zwei Frauen

Wohin du auch gehst
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Christina Fonthes’ Debütroman „Wohin du auch gehst“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.

Der Roman erzählt auf zwei Zeitebenen die Lebensgeschichte von Mira und Bijoux, zweier kongolesischer ...



Christina Fonthes’ Debütroman „Wohin du auch gehst“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.

Der Roman erzählt auf zwei Zeitebenen die Lebensgeschichte von Mira und Bijoux, zweier kongolesischer Frauen, deren Schicksal miteinander verwoben ist. Bijoux kommt aus dem Kongo und wohnt bei ihrer Tante Mira in London. Mira ist strenggläubig und hat für Bijoux kaum ein nettes Wort. Als sich Bijoux in eine Frau verliebt, eskaliert die Situation. Aber auch ihre Tante hat eine Vergangenheit von der wir nach und nach erfahren.

Christina Fonthes schreibt authentisch. Die 1970er Jahre in Kinshasa erstehen bildlich vor unseren Augen. Erstaunt hat mich, dass man zu der Zeit, als einfacher Mann eine so grandiose Karriere hinlegen konnte, wie Miras Vater. Das Setting wird lebendig geschildert, Gerüche, Kleidung und kulturelle Codes geben dem Roman eine satte Farbe. Die Protagonistinnen sind Frauen, die nicht immer nur stark sind, sie zeigen auch in bestimmten Situationen Schwäche und das macht sie greifbar. Der Roman reißt viele gesellschaftlich relevante Themen an. Die afrikanische Diaspora in London, wie soziale Klassen das Leben des einzelnen prägen, die Ausgrenzung und wie konservative Einstellungen Menschen zerstören.

Fazit: Ein Roman, der tief berührt und nachdenklich macht. Spannend zu lesen.

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