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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Drei starke Frauen und die Geschichte des Fahrrads ...

Solang die Welt noch schläft
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Ich bin immer wieder erstaunt, welche Thema innovative Autoren ausgraben, um uns Lesern eine interessante Lektüre zu verschafften. Petra Durst-Benning versteht es diesmal mich mit dem Thema rund um die ...

Ich bin immer wieder erstaunt, welche Thema innovative Autoren ausgraben, um uns Lesern eine interessante Lektüre zu verschafften. Petra Durst-Benning versteht es diesmal mich mit dem Thema rund um die Geschichte des Fahrrads, besonders auch für die Frauenwelt, zu faszinieren. „Velozipisten“ nannten sich die Fans der zweirädrigen Fortbewegung. Auch unsere drei Protagonistinnen sind diesem neuartigen Hobby verfallen. Leider sind sie zur falschen Zeit geboren worden, denn die Männerwelt ist empört über diese Xanthippen. Geschickt bewegt sich der Roman von einem zum anderen der Mädels, wobei dieser Band das Hauptaugenmerk auf Josephine legt. Ihr, der jungen Frau, die aus recht einfachsten Verhältnissen und einer gefühlsarmen Familie stammt, legt das Leben so manche Steine in den Weg und legt ihr eine um die andere Prüfung auf. Sie ist eine Kämpferin, sie ist ehrgeizig und sie ist clever. Sie erreicht mehr als viele andere in vergleichbarer Zeit und auch die Liebe bleibt ihr am Ende nicht verwehrt …
Mal wieder ein richtig schöner Schmöker, der einen nur so durch die Seiten fliegen lässt. Zu meiner Freude durfte ich feststellen, dass es sich hier um eine Trilogie handelt und ich noch ein bisschen mehr Zeit mit Josephine, Isabelle und Clara verbringen darf. Diesen flüssig, interessant und auch informativ geschriebenen Roman empfehle ich für ein paar kurzweilige und gemütliche Lesestunden.

Veröffentlicht am 28.04.2026

Ein Jahr in den Weinbergen Goldbergs ...

Heimatsommer
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Kaum war ich in Goldberg – einem kleinen, fiktiven Ort im Remstal – angekommen, fühlte ich mich gleich heimisch. Der Schauplatz im neuen Roman der bekannten Autorin Petra Durst-Benning war mit seinen Weinbergen ...

Kaum war ich in Goldberg – einem kleinen, fiktiven Ort im Remstal – angekommen, fühlte ich mich gleich heimisch. Der Schauplatz im neuen Roman der bekannten Autorin Petra Durst-Benning war mit seinen Weinbergen und den dadurch einhergehenden Sorgen und Nöten so authentisch dargestellt, dass man selbst sofort loslegen wollte mit schneiden, biegen, Pflege und natürlich der Lese, dem Highlight in jedem „Wengert“. Doch schon lange merken Fleur, deren Mutter Helene – ein Herzstück Goldbergs – erst vor ein paar Tagen verstorben war, und ihre Freundin Eleonore, dass vieles im Argen liegt in dem kleinen Weindorf. Gemeinsam mit dem Weltenbummler Jean-Claude, Eleonores Bruder und Sohn von Helenes bester Freundin Agnes, beginnen sie deshalb Ideen zu entwickeln, die den Zusammenhalt in Goldberg wieder stärken und vor allem auch Jung und Alt wieder an einen Tisch bringen sollen. Doch manche Dinge entwickeln schnell eine Eigendynamik, die nicht immer für positive Überraschungen sorgt …

Zunächst möchte ich einmal wieder die exzellente Recherchearbeit Petras hervorheben, die ihre Romane so besonders macht. Als ehemalige Nebenerwerbs-Weinbäuerin habe ich selbst einen tiefen Einblick in die Materie und ich muss sagen, Petra hat alles sehr authentisch und korrekt geschildert. Die im Buch dargestellten Ideen, um wieder neuen Wind im Dorf wehen zu lassen, waren allesamt großartig, aber irgendwann dachte ich beim Lesen, dass es fast ein wenig unwahrscheinlich wirkte, diese alle – meist auf Volontärbasis - umsetzen zu können. So viel Heimatliebe wäre großartig, aber meiner Meinung nach etwas unrealistisch. Auch fand ich die begleitenden Liebesgeschichten leider oft ein bisschen vorhersehbar … schade.

Dennoch empfand ich „Heimatsommer“, nicht zuletzt durch den gewohnt angenehm flüssigen Schreibstil, als einen Roman, in den man sich fallen lassen und in dem man wegtauchen konnte. Von mir gibt es dafür aufgerundete vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung an alle Leserinnen und Leser, die sich mal eine kleine Auszeit vom eigenen Leben gönnen möchten.

Veröffentlicht am 28.03.2026

Was macht einen "echten" Amerikaner aus?

Real Americans
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Mit „Real Americans“ präsentiert die Autorin Rachel Khong, die selbst in eine chinesische Familie geboren wurde, ihrer Leserschaft mit diesem ihrem zweiten Buch eine komplexe Familiensaga, die sich über ...

Mit „Real Americans“ präsentiert die Autorin Rachel Khong, die selbst in eine chinesische Familie geboren wurde, ihrer Leserschaft mit diesem ihrem zweiten Buch eine komplexe Familiensaga, die sich über drei Generationen erstreckt. Sie beginnt mit der Geschichte Lilys rund um das Jahr 2000. Auf einer Weihnachtsfeier verliebt sich Lily in den wohlhabenden Sohn und Erbe eines Pharmaimperiums, den sie schließlich trotz anfänglicher Schwierigkeiten heiratet. Sohn Nick, um den es im zweiten Abschnitt gute zwanzig Jahre später geht, ist das Produkt ihrer Beziehung, die jedoch nicht gehalten haben zu scheint, denn der Jugendliche macht sich auf die abenteuerliche Suche nach seinem leiblichen Vater, den er schmerzlich in seinem Leben vermisst hat. Er beginnt Geheimnisse aufzudecken, die schließlich in den dritten Abschnitt führen, der sich um die Einwanderungsgeschichte aber auch die schwierige Gegenwart in den 2030er Jahren seiner Großmutter May dreht …
Beim Hören dieses interessanten Romans fand ich es nicht immer einfach der doch etwas eigenwilligen Struktur der Geschichte zu folgen. In groben Zügen handelt es sich darum, den amerikanischen Traum zu leben und herauszufinden woraus dieser überhaupt zu bestehen mag. Die Story befasst sich mit den Erfahrungen chinesischer Einwanderer, mit Klassendenken und der Frage, was es eigentlich bedeutet, ein „echter Amerikaner“ zu sein. Sie behandelt offen kontroverse Themen wie Eugenik und Gentechnik und untersucht die Folgen des Bestrebens, unser biologisches Erbe zu kontrollieren. Alles in allem kann man zweifelsfrei behaupten, dass das Buch zum Nachdenken anregt, wofür ich eine von Herzen kommende Empfehlung aussprechen möchte. Wegen des eigenwilligen Schreibstils hat es nicht ganz für die Bestnote gereicht aber mit vier Sternen denke ich, dass dem Buch absolut gerecht wird.

Veröffentlicht am 05.09.2025

Polarlichter, Fjorde und ein Jahrzehnte alte Geheimnis, das es aufzuklären gilt ...

Das Polarlichtcafé
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Norwegen erleben mit der bekannten Autorin Christine Kabus ist immer eine literarische Reise wert. So freute ich mich auch diesmal sehr darüber die beiden Hauptprotagonistinnen Jule und Janne kennenzulernen.

Zunächst ...

Norwegen erleben mit der bekannten Autorin Christine Kabus ist immer eine literarische Reise wert. So freute ich mich auch diesmal sehr darüber die beiden Hauptprotagonistinnen Jule und Janne kennenzulernen.

Zunächst zur Gegenwart. Jule und ihr Vater Andreas entdecken im Nachlass von Großvater/Vater Rainer einen Bericht, der sie neugierig macht. Was verschlug in seinerzeit nach Norwegen zumal doch Reisen ins westliche Ausland zu damaligen DDR Zeiten gar nicht erlaubt waren? Immer tiefer tauchen die Beiden in die Vergangenheit ein und beschließen schließlich, sich ein Bild vor Ort zu machen …

In der Vergangenheit, genauer gesagt in den frühen 60er Jahren, lernen wir Janne kennen, die mit ihren Eltern in einem abgeschiedenen Winkel im Norden Norwegens lebt, wo ihr Vater Leuchtturmwärter ist und die Mutter ein kleines Café mit Belieferung der Postschiffe betreibt. Als die Gesundheit des Vaters die Eltern in den Süden des Landes zu einer Kur verschlägt, ist Janne auf sich allein gestellt. Entgegen allen Erwartungen blüht sie auf, bringt neuen Schwung in das Café und genießt ihre neu entdeckte Unabhängigkeit bis unerwarteter Besuch auftaucht, der ihr Leben gehörig durcheinander bringt …

Im Großen und Ganzen habe ich diesen Roman sehr gerne gelesen. Wie immer sind die Landschaftsbeschreibungen ganz wunderbar, hier spürt man sehr deutlich die Liebe der Autorin zu Norwegen. Immer wieder streut sie auch politische Ereignisse ein, die zu jener Zeit von Wichtigkeit waren. Während diese Informationen natürlich spannend und interessant sind, nahmen sie für meinen Geschmack jedoch ein wenig zu viel Raum ein wodurch die Geschichte rund um Jule und Janne etwas in den Hintergrund gedrängt wurde, schade. Alles in Allem ein lesenswerter Roman, für den ich 3,5 von 5 Sternen vergebe.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Kein Vergleich mit dem einzigartigen "Downton Abbey" ...

Belgravia
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Der Autor und Erfinder der wunderbaren Reihe „Downton Abbey“ entführt uns diesmal in das vornehme Londoner Stadtviertel „Belgravia“ und macht uns bekannt unter anderem mit den Familien Trenchard und Brockhurst. ...

Der Autor und Erfinder der wunderbaren Reihe „Downton Abbey“ entführt uns diesmal in das vornehme Londoner Stadtviertel „Belgravia“ und macht uns bekannt unter anderem mit den Familien Trenchard und Brockhurst. Es beginnt in der Nacht vor der niederschmetternden Schlacht von Waterloo im Juni 1815. Ein rauschender Ball mit „all bells and whistles“ ist im Gange als die teilnehmenden Offiziere aufs Schlachtfeld gerufen werden. Die Gesellschaft lässt sie hochleben, lediglich eine junge Frau ist am Boden zerstört. Noch weiß sie es nicht, doch sie wird ihren Geliebten nie wieder sehen …

Dann machen wir einen Zeitsprung von 25 Jahren und finden uns wiederum in London wieder. Die beiden Familien, deren gesellschaftlichen Stellungen doch sehr unterschiedlich sind, kämpfen sich durch Klatsch, Tratsch und Intrigen. Bis jetzt kennt einzig James Trenchard die Wahrheit darüber, dass beide Familien sich näherstehen, als sie denken …

Als großer Downton Abbey Fan freute ich mich sehr auf dieses Hörbuch, es sollte mir meine Autofahrten versüßen. Leider konnte der Autor bei mir diesmal nicht auf der ganzen Linie punkten. Julian Alexander Kitchener-Fellowes, Baron Fellowes of West Stafford, ein 75 Jahre alter britischer Filmschauspieler, Drehbuch- und Romanautor sowie Mitglied des britischen Oberhauses, baute meiner Meinung zu viele Personen, zu viele Schauplätze und an manchen Stellen zu viel Drama ein, um dann auf einmal über doch längere Strecken recht behäbig daher zu kommen.

Verpackt in einem Case mit einem wunderschönen Cover kommt die MP3 CD daher, die mal wieder exzellent von Beate Himmelstoß eingesprochen wurde. Das machte die Längen allerdings leider nicht ganz wett. Ich vergebe hier 3,5 auf 4 aufgerundete Sterne und bin gespannt, ob wir von Julian Fellowes nochmal hören werden.

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