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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der rote Schal als roter Faden ...

Die Frau mit dem roten Schal
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Zugeben, das Buch wies für mich streckenweise sehr verwirrende Passagen auf. Viele Vorkom-mnisse können auf den ersten Blick einfach nicht mit rechten Dingen zugehen, das ist eigentlich so gar nicht mein ...

Zugeben, das Buch wies für mich streckenweise sehr verwirrende Passagen auf. Viele Vorkom-mnisse können auf den ersten Blick einfach nicht mit rechten Dingen zugehen, das ist eigentlich so gar nicht mein Ding. Hier lohnt es sich aber auf jeden Fall durchzuhalten. Immer wieder wird man als Leser auf falsche Fährten gelockt, immer wieder glaubt man, die Morde zu durchschauen. Doch was hat es mit den Skeletten auf sich? Wie passen sie ins Bild? Und wo kommen die Zufälle her? Wie viele Morde gab es wirklich? Bis zum Schluss hält einen der Autor Michel Bussi in Atem und schließt das Buch mit einer schlüssigen, leicht melancholischen Note ab. Ich habe das Buch nach Beendigung befriedigt zugeklappt und war froh, nicht vorher aufgegeben zu haben. Umso neugieriger bin ich nun auf den Vorgängeroman Das Mädchen mit den blauen Augen, der anhand des Klappentexts eine ähnlich spannende Story suggeriert.

Veröffentlicht am 15.09.2016

War früher wirklich alles besser? ...

Tod in Blau
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Die begabte Autorin Susanne Goga hat mal wieder bewiesen, dass sie sich in ihren Büchern sowohl im 20ten als auch im frühen 21sten Jahrhundert bestens zurechtfindet. Mit diesem zweiten Band um den Kommissar ...

Die begabte Autorin Susanne Goga hat mal wieder bewiesen, dass sie sich in ihren Büchern sowohl im 20ten als auch im frühen 21sten Jahrhundert bestens zurechtfindet. Mit diesem zweiten Band um den Kommissar Leo Wechsler ist mir die Reihe richtig ans Herz gewachsen. Geschickt versteht Frau Goga es, den Leser in das Berlin der goldenen Zwanziger Jahre zu entführen, die bei genauem Hinsehen gar nicht wirklich so golden sind. Sie zeigt uns die Kehrseite der Medaille, den Hunger, die Armut, das immer weniger werdende Geld, das so manchen Betroffenen auf die andere Seite des Gesetzes wechseln lässt.
Auch Leos eigene kleine Familie ist direkt betroffen. In einem Nebenschauplatz wird der Kommissar mit einem Betrüger in den eigenen Reihen konfrontiert.
Spannend gestaltet sich auch der Hauptfall um den ermordeten Maler Arnold Wagner, der mit seiner provokanten Malerei mehr als einen Betroffenen gegen sich aufgebracht hat. War sein Tod wirklich ein Unfall?
Im Hintergrund lernen wir das Berlin der damaligen Zeit kennen. Kleine Details, wie die Veröffentlichung des inzwischen berühmten Buchs Ulysses aber auch die langsame Entwicklung der noch in den Kinderschuhen steckenden NSDAP bleiben dem Leser nicht vorenthalten.
Einem Vergleich mit den Büchern von Volker Kutscher hält die Reihe um Leo Wechsler nicht ganz stand, dennoch bewerte ich diesen zweiten Teil der Reihe mit einer soliden Schulnote 2 und freue mich auf die weiteren Bände.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Drei starke Frauen und die Geschichte des Fahrrads ...

Solang die Welt noch schläft
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Ich bin immer wieder erstaunt, welche Thema innovative Autoren ausgraben, um uns Lesern eine interessante Lektüre zu verschafften. Petra Durst-Benning versteht es diesmal mich mit dem Thema rund um die ...

Ich bin immer wieder erstaunt, welche Thema innovative Autoren ausgraben, um uns Lesern eine interessante Lektüre zu verschafften. Petra Durst-Benning versteht es diesmal mich mit dem Thema rund um die Geschichte des Fahrrads, besonders auch für die Frauenwelt, zu faszinieren. „Velozipisten“ nannten sich die Fans der zweirädrigen Fortbewegung. Auch unsere drei Protagonistinnen sind diesem neuartigen Hobby verfallen. Leider sind sie zur falschen Zeit geboren worden, denn die Männerwelt ist empört über diese Xanthippen. Geschickt bewegt sich der Roman von einem zum anderen der Mädels, wobei dieser Band das Hauptaugenmerk auf Josephine legt. Ihr, der jungen Frau, die aus recht einfachsten Verhältnissen und einer gefühlsarmen Familie stammt, legt das Leben so manche Steine in den Weg und legt ihr eine um die andere Prüfung auf. Sie ist eine Kämpferin, sie ist ehrgeizig und sie ist clever. Sie erreicht mehr als viele andere in vergleichbarer Zeit und auch die Liebe bleibt ihr am Ende nicht verwehrt …
Mal wieder ein richtig schöner Schmöker, der einen nur so durch die Seiten fliegen lässt. Zu meiner Freude durfte ich feststellen, dass es sich hier um eine Trilogie handelt und ich noch ein bisschen mehr Zeit mit Josephine, Isabelle und Clara verbringen darf. Diesen flüssig, interessant und auch informativ geschriebenen Roman empfehle ich für ein paar kurzweilige und gemütliche Lesestunden.

Veröffentlicht am 28.03.2026

Was macht einen "echten" Amerikaner aus?

Real Americans
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Mit „Real Americans“ präsentiert die Autorin Rachel Khong, die selbst in eine chinesische Familie geboren wurde, ihrer Leserschaft mit diesem ihrem zweiten Buch eine komplexe Familiensaga, die sich über ...

Mit „Real Americans“ präsentiert die Autorin Rachel Khong, die selbst in eine chinesische Familie geboren wurde, ihrer Leserschaft mit diesem ihrem zweiten Buch eine komplexe Familiensaga, die sich über drei Generationen erstreckt. Sie beginnt mit der Geschichte Lilys rund um das Jahr 2000. Auf einer Weihnachtsfeier verliebt sich Lily in den wohlhabenden Sohn und Erbe eines Pharmaimperiums, den sie schließlich trotz anfänglicher Schwierigkeiten heiratet. Sohn Nick, um den es im zweiten Abschnitt gute zwanzig Jahre später geht, ist das Produkt ihrer Beziehung, die jedoch nicht gehalten haben zu scheint, denn der Jugendliche macht sich auf die abenteuerliche Suche nach seinem leiblichen Vater, den er schmerzlich in seinem Leben vermisst hat. Er beginnt Geheimnisse aufzudecken, die schließlich in den dritten Abschnitt führen, der sich um die Einwanderungsgeschichte aber auch die schwierige Gegenwart in den 2030er Jahren seiner Großmutter May dreht …
Beim Hören dieses interessanten Romans fand ich es nicht immer einfach der doch etwas eigenwilligen Struktur der Geschichte zu folgen. In groben Zügen handelt es sich darum, den amerikanischen Traum zu leben und herauszufinden woraus dieser überhaupt zu bestehen mag. Die Story befasst sich mit den Erfahrungen chinesischer Einwanderer, mit Klassendenken und der Frage, was es eigentlich bedeutet, ein „echter Amerikaner“ zu sein. Sie behandelt offen kontroverse Themen wie Eugenik und Gentechnik und untersucht die Folgen des Bestrebens, unser biologisches Erbe zu kontrollieren. Alles in allem kann man zweifelsfrei behaupten, dass das Buch zum Nachdenken anregt, wofür ich eine von Herzen kommende Empfehlung aussprechen möchte. Wegen des eigenwilligen Schreibstils hat es nicht ganz für die Bestnote gereicht aber mit vier Sternen denke ich, dass dem Buch absolut gerecht wird.

Veröffentlicht am 05.09.2025

Polarlichter, Fjorde und ein Jahrzehnte alte Geheimnis, das es aufzuklären gilt ...

Das Polarlichtcafé
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Norwegen erleben mit der bekannten Autorin Christine Kabus ist immer eine literarische Reise wert. So freute ich mich auch diesmal sehr darüber die beiden Hauptprotagonistinnen Jule und Janne kennenzulernen.

Zunächst ...

Norwegen erleben mit der bekannten Autorin Christine Kabus ist immer eine literarische Reise wert. So freute ich mich auch diesmal sehr darüber die beiden Hauptprotagonistinnen Jule und Janne kennenzulernen.

Zunächst zur Gegenwart. Jule und ihr Vater Andreas entdecken im Nachlass von Großvater/Vater Rainer einen Bericht, der sie neugierig macht. Was verschlug in seinerzeit nach Norwegen zumal doch Reisen ins westliche Ausland zu damaligen DDR Zeiten gar nicht erlaubt waren? Immer tiefer tauchen die Beiden in die Vergangenheit ein und beschließen schließlich, sich ein Bild vor Ort zu machen …

In der Vergangenheit, genauer gesagt in den frühen 60er Jahren, lernen wir Janne kennen, die mit ihren Eltern in einem abgeschiedenen Winkel im Norden Norwegens lebt, wo ihr Vater Leuchtturmwärter ist und die Mutter ein kleines Café mit Belieferung der Postschiffe betreibt. Als die Gesundheit des Vaters die Eltern in den Süden des Landes zu einer Kur verschlägt, ist Janne auf sich allein gestellt. Entgegen allen Erwartungen blüht sie auf, bringt neuen Schwung in das Café und genießt ihre neu entdeckte Unabhängigkeit bis unerwarteter Besuch auftaucht, der ihr Leben gehörig durcheinander bringt …

Im Großen und Ganzen habe ich diesen Roman sehr gerne gelesen. Wie immer sind die Landschaftsbeschreibungen ganz wunderbar, hier spürt man sehr deutlich die Liebe der Autorin zu Norwegen. Immer wieder streut sie auch politische Ereignisse ein, die zu jener Zeit von Wichtigkeit waren. Während diese Informationen natürlich spannend und interessant sind, nahmen sie für meinen Geschmack jedoch ein wenig zu viel Raum ein wodurch die Geschichte rund um Jule und Janne etwas in den Hintergrund gedrängt wurde, schade. Alles in Allem ein lesenswerter Roman, für den ich 3,5 von 5 Sternen vergebe.

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