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Veröffentlicht am 05.03.2026

"Vielleicht sind Games in dieser Hinsicht wie das echte Leben: voller Umwege, Bugs und Hindernisse"

Novel Haven - Sound of Dreams
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Oh, das war ein richtig schöner Abschluss für die Novel Haven-Reihe!
Sound of Dreams war einfach ein tolles Zusammenspiel aus Comfort Characters, einer Liebesgeschichte zum Mitverlieben, schönen Freundschaften, ...

Oh, das war ein richtig schöner Abschluss für die Novel Haven-Reihe!
Sound of Dreams war einfach ein tolles Zusammenspiel aus Comfort Characters, einer Liebesgeschichte zum Mitverlieben, schönen Freundschaften, Capybaras und zwei starken Geschichten, in denen die Protagonisten lernen, über ihre eigenen Schatten und Gewitterwolken zu springen, um ihre Träume zu verwirklichen.

Ganz besonders hat das Buch für mich persönlich Aria als Protagonistin gemacht. Während Charaktere in Büchern häufig relatable Züge oder Momente haben, habe ich selten erlebt, dass ich mich in einer Figur so gesehen fühle. Viele von Arias Gedanken, vor allem in Bezug auf ihr Sozialverhalten, ihre Rolle in der Freundesgruppe oder im Team, und ihre Unsicherheiten haben mir sehr aus der Seele gesprochen. Ich habe oft den Eindruck, dass der ruhigere Part einer Freundesgruppe in New Adult-Reihen als schüchtern und unentschieden geschrieben wird, aber Aria ist so unfassbar charakterstark, zeigt, dass sie trotz ihrer ruhigen Art genau weiß, was ihr wichtig ist und wofür sie einsteht, und dass Introvertiertheit eben nicht dasselbe wie Schüchternheit ist. Ihre Leidenschaft zur Musik wird spürbar, und ich finde es toll, dass ihr Charakter nicht auf "diese eine Sache", die sowohl Job als auch Hobby ist, beschränkt wird und ihre Persönlichkeit durch ihre Liebe für die Musik, das Pixeln und Bücher gleichzeitig noch einmal vielschichtiger wird.
Und ein weiterer Aspekt, der mir viel bedeutet: Demi Representation! Leider viel zu selten in Büchern, und daher umso schöner, dass es hier benannt und durch Arias Beziehungsverhalten repräsentiert, aber nicht unnötig breitgetreten wird.

Felix mochte ich mit seiner sensiblen und einfühlsamen Art auch gerne. Die komplexen Gefühle und dunklen Gedanken, die damit einhergehen, dass man sich selbst für vergangene Fehler nicht verzeihen kann und mit Schuldgefühlen lebt, werden in seinem Charakter sehr gut deutlich und haben mich selbst auch noch einmal zum Nachdenken angeregt. Vor allem ist er eine Green Flag, die nicht pretentious und gewollt wirkt - irgendwie habe ich damit sonst leider häufig Probleme bei Love Interests in Romance Büchern.

Noch einmal mehr ins Herz geschlossen habe ich in diesem Band auch die Freundschaft zwischen Aria, Lara und Nataly (so viel Liebe für das Trio!), das gesamte PixelPulse Team und die neuen Nebencharaktere, die Felix an seiner Seite hat - allem voran Bonnie!

Richtig gut gefallen hat mir auch die Entwicklung der Liebesgeschichte - trotz anfänglichen Missverständnissen konnte ich so gut nachempfinden, wie sich Aria und Felix immer mehr anfreunden, sich über ihre Interessen austauschen, und langsam Gefühle füreinander entwickeln. Es hat sich einfach sehr natürlich angefühlt, ohne gezwungene Hürden, und genau die Art von Liebesgeschichte abgebildet, bei der ich mich gerne mitverliebe.
Der große Plottwist und die daraus entstehenden Folgen waren dann für meinen Geschmack etwas zu dramatisch - ich konnte es zwar in Hinblick auf die Spannungskurve verstehen, aber ich hatte an der Geschichte besonders genossen, dass sie bis dahin so alltäglich war. Nicht, dass sie keinen Tiefgang hatte, ganz im Gegenteil, aber ich mochte, wie nuanciert und vielschichtig die Geschichte genau durch die Art und Weise war, wie sie Einzelschicksale und individuelle Struggles behandelt.

Ein spannendes Add-on sind auch die Kommentare und Nachrichten an den Kapitelanfängen. Während ich sie zunächst nur als netten Zusatz gesehen habe, wurden sie zunehmend zum Mittel des Foreshadowings und haben die Geschichte noch um einiges runder gemacht. Parasoziale Beziehungen und die Gefahren, die mit einer Online-Präsenz einhergehen, selbst oder gerade in kleinen Communitys, sind so ein wichtiges und realitätsnahes Thema, das leider immernoch viel zu wenig ernst genommen wird, dass es umso bedeutender ist, dass hier darauf aufmerksam gemacht wird.
Über Anabelle Stehls Schreibstil muss ich an dieser Stelle gar nichts mehr sagen - er liest sich so natürlich und flüssig, und ich habe die teilweise sehr relatablen und emotionalen Stellen sowie die Dialoge und den Humor einfach nur geliebt.

Diese Reihe und ganz besonders dieses Buch war für mich wie eine Umarmung, die Liebe und Wärme ausstrahlt, und ich hoffe sehr, dass Anabelle Stehl weiterhin viele, viele Bücher über Thematiken schreiben wird (und darf), die mehr Sichtbarkeit im Mainstream-Auge verdienen. Zum Glück muss ich Novel Haven noch nicht ganz verlassen und kann mich nun direkt in das Spiel stürzen!

Vielen Dank an den LYX Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 15.08.2025

Zwischen Liebe und Verrat - ein spannender Abschluss der Dilogie!

Broken Prince
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Nachdem mich der erste Band der Dilogie leider nicht ganz so sehr überzeugen konnte, ich aber dennoch neugierig über den Ausgang der Geschichte war, habe ich Band 2 nun auch gehört und bin froh, dass er ...

Nachdem mich der erste Band der Dilogie leider nicht ganz so sehr überzeugen konnte, ich aber dennoch neugierig über den Ausgang der Geschichte war, habe ich Band 2 nun auch gehört und bin froh, dass er mich überraschen konnte und mir deutlich besser gefallen hat!

Dieses Buch hatte quasi alles, was ich vom ersten Teil erwartet und mir dort gefehlt hatte - die Handlung schreitet recht schnell voran mit dem Verschwinden der Freundin im Fokus (was mir im ersten Band viel zu kurz kam, obwohl es die eigentliche Motivation hinter der Protagonistin und damit der Hauptaspekt der Geschichte sein sollte) und es wird ein gutes Mittelmaß zwischen Suspense und Romance gefunden, bei dem es durchgehend spannend bleibt und die Tension zwischen den Protagonistin trotzdem spürbar ist. Das Buch war insgesamt etwas düsterer und intensiver und hatte mehr Tiefe, was ich mir von der Geschichte in erster Linie erhofft hatte. Auch charakterlich hatte ich den Eindruck, dass ich Sofia und Maximilian und ihre jeweiligen Beweggründe viel besser nachvollziehen konnte, und die offene Kommunikation trotz der komplizierten Situation, in der sie sich befinden, war erfrischend.
Die Auflösung hat mir auch ganz gut gefallen - mich hat es überraschen können und hat gut in den Kontext der Geschichte gepasst. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass das Ende nicht so stark gerafft wäre, und es ausführlichere Auseinandersetzungen mit einigen Nebencharakteren und mehr ernsthafte Konsequenzen für diese gegeben hätte. Am Ende wird alles doch recht einfach gelöst und einige Plotlines, die vor allem im ersten Band im Fokus standen, werden in einem Absatz oder gar nicht mehr abgehandelt.

In ihrer Gesamtheit hat mich die Dilogie gut unterhalten und ich würde sie an Leser:innen des Genres weiterempfehlen, auch wenn mich die Gewichtung der Geschichte über die zwei Bände hinweg nicht ganz überzeugen konnte.

Vielen Dank an den argon Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Gefangen in der Magie des Lichtensteins - ein Dilogie-Auftakt, der vom magischen Setting lebt

Glory of Broken Dreams (Devil's Dance 1)
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Ich war sehr gespannt auf Glory of Broken Dreams, da mich das Setting neugierig gemacht hat, und ich muss sagen, dass mir das Buch ganz gut gefallen hat und wirklich magisch war!

Womit das Buch definitiv ...

Ich war sehr gespannt auf Glory of Broken Dreams, da mich das Setting neugierig gemacht hat, und ich muss sagen, dass mir das Buch ganz gut gefallen hat und wirklich magisch war!

Womit das Buch definitiv überzeugen konnte, sind Setting und Schreibstil. Das Lichtenstein und die Magie, die dem Hotel innewohnt, sind für mich einfach das Herz der Geschichte. Die düstere Atmosphäre, die Geheimnisse und das Unberechenbare der Magie sind aufregend zu lesen, gut aufgebaut, und ich mochte es, wie skurril manche Elemente wirkten und ich mir manchmal nicht ganz sicher war, ob es sich tatsächlich um Magie oder doch nur Täuschungen handelt.
Wirklich beeindruckt war ich auch vom Schreibstil der Autorin. Sie beschreibt das Hotel und vor allem die prunkvolle Architektur und seltsame Atmosphäre so bildhaft, dass mich das Setting einfach fasziniert hat und ich mir sogar gewünscht hätte, dass noch mehr mit dem Mysterium um das Hotel gespielt wird.

Die Handlung lässt mich hingegen etwas zwiegespalten zurück. Der Beginn hat mich an erster Stelle wegen der Einführung in das tolle Setting gecatched - es hat dann allerdings eine ganze Weile gedauert bis die Geschichte richtig losgeht (allein schon bis man bei der Ausgangssituation vom Klappentext ankommt) und ich überhaupt einschätzen konnte, worum es geht. Die einzelnen Handlungsstränge und Charaktere haben mir beim Lesen gut gefallen, und der generelle Verlauf der Geschichten war spannend, aber als ich am Ende des Buches ankam, hatte ich das Gefühl, nur mit einem Haufen an Fragen zurückgelassen worden zu sein, und eine extrem lange Exposition gelesen zu haben. Auch wenn es sicherlich so gewollt war, und mich das Buch trotzdem gut unterhalten hat, hätte ich mir gewünscht, dass es von der Handlung etwas flotter vorangeht und man auch schon in diesem Band zumindest einige Antworten erhält, da wirklich nur Fragen über Fragen ohne Erklärungen aufgeworfen werden.

Als sehr stark empfand ich dabei jedoch die feministischen Messages, die durch Charlies Entwicklung und ihre Dynamik zu ihrer Schwester und den Frauen der Tänzerinnengruppe vermittelt werden - ja, manchmal war es etwas sehr on the nose und einige Szenen wirkten dadurch ein wenig kitschig, aber das macht den Inhalt nicht weniger wahr oder wichtig, hat trotzdem gut in die Geschichte gepasst und dem Buch noch mehr Tiefe gegeben.

Charlie und Willem als Protagonisten haben mir ganz gut gefallen. Ich musste zwar mit beiden erst einmal warm werden, aber ich fand spannend, wie fehlerhaft sie (ganz besonders Charlie) sind und sich später eben in dieser Fehlerhaftigkeit gegenseitig ergänzen. Deshalb hat mir der Anfang der Liebesgeschichte auch so gut gefallen - sie nähern sich durch glaubhafte Umstände an, sehen sich zunächst gegenseitig nur als Mittel zum eigenen Zweck, und ihre Beziehung ist von Zynismus und unausgesprochenem Verständnis über ihre jeweiligen Probleme geprägt. Irgendwann ging es dann aber recht schnell und es wurde plötzlich von sehr großen Gefühlen gesprochen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Entwicklung der Gefühle etwas nachvollziehbarer miterlebt wird, mochte die beiden als Paar aber trotzdem ganz gerne.

Insgesamt lässt mich das Buch einfach mit sehr vielen Fragen und dadurch mit einem etwas unzufriedenen Gefühl zurück. Ich war dennoch begeistert von der Geschichte, den behandelten Thematiken und dem Setting, und erhoffe mir nun von Band 2 wirklich sehr, dass es mich noch einmal mehr überzeugen, und die vielen Fragen beantworten und die Handlung gut abschließen kann.

Vielen Dank an den Forever Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Eine Liebe wie ein Sturm - Classic Sports Romance am College mit Tiefe

You Are My Hurricane
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Durch Empfehlungen und weil ich ein wenig von der Entstehungsgeschichte des Buches mitbekommen hatte, habe ich mich sehr auf You Are My Hurricane gefreut - und ich muss sagen, dass ich bei der Bewertung ...

Durch Empfehlungen und weil ich ein wenig von der Entstehungsgeschichte des Buches mitbekommen hatte, habe ich mich sehr auf You Are My Hurricane gefreut - und ich muss sagen, dass ich bei der Bewertung nach Beenden des Buches sehr zwiegespalten bin.

Das Buch hat gut angefangen, der Anfang und die Mitte waren recht stark und ich war ziemlich schnell in der Geschichte. Es ist einfach eine typische Sports Romance mit College Setting (wofür ich das Buch ja auch gelesen habe) und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Mir hat das Meet Cute zwischen Maeve und Carter und wie sich die Liebesgeschichte danach entwickelt, gut gefallen, auch wenn es alles, in dem Sinne, dass die beiden trotz der kurzen Zeit direkt von der Liebe bis an ihr Lebensende reden, etwas überdramatisch wirkt.
Maeve und Carter als Protagonisten mochte ich auch - sie haben beide ihr eigenes Päckchen zu tragen, das sie mit Unterstützung des anderen zu bewältigen lernen, und besonders dass durch Carter auch mal die gefährlichen Seiten von Profisportler-Karrieren beleuchtet werden, war interessant. Schade ist, dass die Nebencharaktere recht blass bleiben. Es hat ein wenig den Eindruck, als solle eine große enge Freundesgruppe entstehen, aber dafür haben die Nebencharaktere letztendlich viel zu wenig Raum und Handlung.

Bei etwa 80% setzte dann allerdings irgendwie eine Flaute ein, bei der ein großer Teil der Geschichte bereits abgehandelt war und nun nur noch Szenen aneinandergereiht wurden. Sie wirkten dadurch etwas abgehackt, ich konnte Zeitsprünge nicht ganz nachvollziehen und es entstand für mich plötzlich ein Bruch beim Lesen. Am Ende fängt sich die Geschichte dann zwar nochmal und kommt gut zum Ende, aber leider hatte mich das Buch zu dem Zeitpunkt schon etwas verloren und ich war nicht mehr richtig drin, was ich total schade finde.

Der Schreibstil der Autorin passt gut zum Genre, ist schnell und leicht zu lesen, und sie findet an einigen Stelle ein paar sehr schöne Worte für Gefühle, allerdings tauchen auffällig viele Wortwiederholungen auf (ich weiß nicht, wie oft ein Satz mit “schnell” beginnt, oder Maeve in dem Buch “kichert") und von dem Hurricane/Sturm Motiv wird wirklich übermäßig viel Gebrauch gemacht, sodass es den Lesefluss manchmal gestoppt hat. Mir sind auch einige kleine Details und Dialoge aufgefallen, die vermutlich quirky und typisch American College sein sollen (z.B. Maeves Obsession mit Slurpees oder dass sie sich ständig “selbst aufisst”), stattdessen wirken sie aber ehrlich gesagt leider etwas kindisch und drüber.

Trotz der Kritikpunkte habe ich die Geschichte von Maeve und Carter aber (zu einem Großteil) wirklich gerne gelesen, hatte eine gute Zeit mit den vielen niedlichen Momenten, und sehe in weiteren Büchern der Autorin Potential, weshalb ich das Buch wohlwollend bewerten möchte und hoffe, dass die Autorin mich in Zukunft noch einmal (mehr) überzeugen kann.

Vielen Dank an reverie und NetGalley für das Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Im Wettlauf gegen das eigene Leben - Spannend aber mit Schwächen

Not Quite Dead Yet
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Das Buch hatte mich quasi schon mit der Prämisse, dass die Protagonistin nach einem Überfall im Wettlauf gegen ihre restliche Lebenszeit ihren eigenen Mord lösen will, und der Tatsache, dass Holly Jackson ...

Das Buch hatte mich quasi schon mit der Prämisse, dass die Protagonistin nach einem Überfall im Wettlauf gegen ihre restliche Lebenszeit ihren eigenen Mord lösen will, und der Tatsache, dass Holly Jackson damit ihr erstes Adult Mystery Buch veröffentlicht - entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Die Idee und die Story an sich fand ich toll, aber irgendwie hat mir an einigen Stellen einfach ein Stück weit etwas gefehlt, und obwohl ich das Buch in kürzester Zeit durchgelesen habe, muss ich sagen, dass es mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt.

Der Beginn des Buches war etwas zäh - es geht zwar im ersten Kapitel direkt los, aber dann braucht die Geschichte eine Weile, bis sie eine klare Richtung einschlägt. Es werden viele einzelne Charaktere eingeführt und Plotlines eröffnet, von denen noch nicht ganz klar sind, wohin sie führen sollen, aber als es dann richtig mit der Investigation losgeht, wird es wirklich spannend - wie Jet und Billy (ganz im OG Pip und Ravi Style!) gemeinsam die Hinweise verfolgen und versuchen, den Fall zu lösen, war typisch Holly Jackson und hat mir einfach richtig Spaß gemacht zu lesen. Allerdings gab es dabei einige Aspekte, bei denen man schon mal ein Auge (oder zwei) zukneifen muss, damit das Ganze glaubhaft wirkt.

Wie die einzelnen Plotlines miteinander verknüpft wurden und welche Geheimnisse ans Licht kommen, hat mir ganz gut gefallen. Ich war ab einem Punkt einfach total drin und habe miträtseln können. Ein wenig enttäuschend fand ich allerdings das Ende-Ende, nicht unbedingt inhaltlich, aber wie es gelöst wurde. Auch wenn mich eigentlich der Mordfall bei der Geschichte gehalten hat, sind es am Ende dann doch Jet und Billy und ihre gemeinsame Entwicklung, die mir in Erinnerung bleiben. Ich bin auch etwas zwiegespalten - allein von der Aufmachung und der Story glaube ich, dass das Buch vielleicht als YA (ähnlich zu AGGG) sogar besser funktioniert hätte, gleichzeitig haben mich Jets Entwicklung und Learnings eben gerade so sehr mitgenommen, weil sie bereits erwachsen ist, mit ihrem Gefühl des Versagens kämpft, und sich in dieser vulnerablen Situation befindet. Am Ende hat mich das Buch an einer Stelle wirklich berührt, was ich von einem Mystery Buch niemals erwartet hätte.

Etwas schade finde ich, dass einige der Nebencharakter recht schwach in der Handlung bleiben. Vor allem über die komplizierten Familiendynamiken hätte ich gerne mehr gelesen. Obwohl Jets Familie eine große Rolle einnimmt, kommen sie als handelnde Akteure nur recht wenig im Buch vor, und es wirkte etwas wie vergeudetes Potential.

Im Buch gibt es außerdem auch einige etwas... ungelenke Übersetzungen, sodass ich zwischendurch etwas über die Sprache gestolpert bin. Ich kann allerdings nicht ganz einschätzen, ob das tatsächlich allein an der Übersetzung liegt, da ich die Bücher der Autorin bisher nur auf Englisch gelesen habe und die Zielgruppe ja auch eine andere ist.

Ich hatte definitiv Spaß mit dem Buch, mochte es wieder miträtseln zu können, und das Ende hat mich sehr unerwartet emotional wirklich mitgenommen, aber ich kann nicht bestreiten, dass ich nicht auch ein wenig enttäuscht bin, einfach weil ich so hohe Erwartungen hatte.

Vielen Dank an Lübbe und NetGalley für das Rezensionsexemplar!

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