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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2025

Ein intensiver, sorgfältig komponierter Thriller über Verlust, Erinnerung und die Grauzonen menschlicher Wahrnehmung.

Himmelerdenblau
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Darum geht es:

Seit zwanzig Jahren fehlt von Julie Novak jede Spur. Ihr Verschwinden hat die Familie zerstört, doch ihr Vater Theo weigert sich, die Hoffnung aufzugeben. Er ist überzeugt, dass Julie noch ...

Darum geht es:

Seit zwanzig Jahren fehlt von Julie Novak jede Spur. Ihr Verschwinden hat die Familie zerstört, doch ihr Vater Theo weigert sich, die Hoffnung aufzugeben. Er ist überzeugt, dass Julie noch lebt, auch wenn seine fortschreitende Demenz seine Erinnerungen immer stärker auslöscht. Als die junge True-Crime-Podcasterin Liv den alten Fall für eine neue Staffel aufgreifen will, sieht Theo darin seine letzte Chance, die Wahrheit zu finden. Gemeinsam beginnen sie zu recherchieren und stoßen auf Widersprüche, alte Verletzungen und ein Geflecht aus Schweigen und Schuld. Was geschah wirklich im Jahr 2003? Welche Rolle spielt Julies ehemaliger Freund Daniel, der ein Zimmer im Haus seiner Mutter wie ein Heiligtum verschlossen hält? Und was, wenn Julie gar nicht gerettet werden will?

Mein Leseeindruck:

Mit Himmelerdenblau legt Romy Hausmann erneut einen Thriller vor, der beweist, warum sie zu den prägnantesten Stimmen des deutschsprachigen Spannungsgenres gehört. Ihr unverwechselbarer Schreibstil - präzise, atmosphärisch dicht und emotional vielschichtig - hat mich sofort in den Bann gezogen. Schon nach den ersten Seiten war ich völlig in dieser eindringlichen Geschichte gefangen. Der Thriller entfaltet sich ruhig. Romy Hausmann setzt weniger auf rasante Wendungen als auf psychologische Tiefe und die feinen Risse in ihren Figuren. Besonders beeindruckend fand ich die Figur des Vaters Theo, der zwischen klarem Verstand und dem Nebel seiner Demenz schwankt. Nie ist sicher, ob seine Wahrnehmungen der Realität entsprechen oder bereits von seinem schwindenden Gedächtnis verzerrt werden. Ich habe beim Lesen mitgerätselt, gezweifelt und Theorien entwickelt, nur um mich immer wieder in die Irre führen zu lassen. So stark die Geschichte über weite Strecken ist, so sehr hat mich das Ende allerdings etwas enttäuscht. Nach all der psychologischen Intensität hätte ich mir von der Autorin ein kraftvolleres, überraschenderes Finale gewünscht. Mir war es zu unspektakulär.

Fazit:

4/5 Sterne! Trotzdem bleibt Himmelerdenblau für mich ein intensiver, sorgfältig komponierter Thriller über Verlust, Erinnerung und die Grauzonen menschlicher Wahrnehmung.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Ein Roman, der Sommerstimmung und beklemmende Kontrolle eindrucksvoll verbindet.

Ein grenzenloser Sommer
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Darum geht es
Sommer 1988: Auf der MS Arkona, einem Kreuzfahrtschiff der DDR, treffen zwei Welten aufeinander Westdeutsche Urlaubsgäste auf der einen Seite, ostdeutsche Besatzung auf der anderen Seite. ...

Darum geht es
Sommer 1988: Auf der MS Arkona, einem Kreuzfahrtschiff der DDR, treffen zwei Welten aufeinander Westdeutsche Urlaubsgäste auf der einen Seite, ostdeutsche Besatzung auf der anderen Seite. Mitten in diesem Spannungsfeld lernen sich Ronni, ein junger Steward aus Dresden, und Sabine, Jurastudentin aus Frankfurt am Main, kennen Zwischen Schichtdienst und Landgängen, zwischen Bordkino und Wäscherei entsteht eine heimliche Nähe. Ihre Treffen bleiben riskant. Denn auch auf hoher See ist die Staatssicherheit präsent, und Beziehungen zwischen Besatzung und Passagieren sind streng verboten. Als die Verbindung ans Licht kommt, gerät Ronni unter Druck. Für ihn beginnt ein gefährliches Ringen zwischen Pflicht und Sehnsucht, zwischen der Bindung an sein Land und dem Wunsch nach Freiheit und nach der Liebe zu Sabine.

Mein Leseeindruck:
Das ist der erste Roman, den ich von Ralf Günther gelesen habe. Die Geschichte hat mich begeistert. Zwar habe ich anfangs etwas gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, doch nach kurzer Zeit hat mich die Handlung dann vollkommen gepackt. Der Roman vermittelt eine ganz besondere Atmosphäre. Sommer, Meer, eine Ahnung von Freiheit und gleichzeitig die permanente Unsicherheit, dass die Freiheit jederzeit bedroht ist. Besonders nachdenklich, ja fast schockiert hat mich, wie sehr Ronni im Fokus der Stasi steht, wie jede seiner Handlungen beobachtet und bewertet wird. Das verleiht der Story eine beklemmende Intensität, die einen beim Lesen nicht loslässt. Beeindruckt und gefesselt hat mich, wie geschickt die politischen Hintergründe in die Handlung eingeflochten sind. Sie sind immer präsent, ohne die Liebesgeschichte zu überlagern, und machen deutlich, wie sehr das Private in dieser Zeit vom Politischen bestimmt war. Für mich ist es eine Geschichte, die zeigt, wie nah Freiheit und Einschränkung damals beieinanderlagen.

Fazit:
4/5 ⭐️ Von mir gibt es eine Leseempfehlung! Ein Roman, der Sommerstimmung und beklemmende Kontrolle eindrucksvoll verbindet.

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Veröffentlicht am 13.08.2025

Ein ungewöhnlicher, intensiver und mitreißender Krimi, der mutig Genregrenzen auslotet

Ein kleines Lied über das Sterben
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Darum geht es:
Einst war Tom Mangold ein gefeierter Mordermittler. Heute treibt er, vom Kokain gezeichnet, als Hundefänger in einer Laubenkolonie durchs Leben. Als eine streunende Hündin ihn zu einer Leiche ...

Darum geht es:
Einst war Tom Mangold ein gefeierter Mordermittler. Heute treibt er, vom Kokain gezeichnet, als Hundefänger in einer Laubenkolonie durchs Leben. Als eine streunende Hündin ihn zu einer Leiche führt, gerät er mitten in einen Fall, der alles übertrifft, was er je erlebt hat. Er begegnet einer faszinierenden Frau und einem Geheimnis. So dunkel wie die Nacht. Was als Ermittlungsinstinkt beginnt, endet in einem Strudel aus Gewalt, Obsession und tödlicher Leidenschaft. Tom ahnt zu spät: Manche Abgründe lassen keine Rückkehr zu.

Mein Leseeindruck:
Was für ein Kriminalroman! Timo Blunck schickt seinen Protagonisten Tom Mangold auf eine Abwärtsspirale, die zugleich tragisch, grotesk und faszinierend ist. Einst gefeierter Mordermittler, nun Hundefänger in einer Laubenkolonie und plötzlich mitten in einem Fall, der alles sprengt. Die Geschichte ist irrwitzig, skurril, stellenweise makaber und geradezu abartig. Genau diese Mischung macht sie so fesselnd. Der Kriminalfall selbst ist präzise aufgebaut, logisch durchdacht und hält die Spannung bis zur letzten Seite. Und das Ende?
Absolut befriedigend und stimmig! Tom Mangold ist ein gefallener Held, gezeichnet von Drogen und Schicksalsschlägen, und doch hat er, bei aller Härte, sein Herz am rechten Fleck. Eine Figur, die man nicht so schnell vergisst Und das vielleicht Schönste: Der Autor lässt auch Knef, einen ehemaligen Straßenhund aus Bukarest, zu Wort kommen. Diese Kapitel sind einfach zu goldig. Ein warmherziger Kontrapunkt zur düsteren Handlung.

Fazit:
4/5 ⭐️ Ein ungewöhnlicher, intensiver und mitreißender Krimi, der mutig Genregrenzen auslotet. Vielen lieben Dank, lieber Timo für die Bereitstellung des Exemplars. 🥰

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Eine leise, sehr ehrliche Geschichte!

Himmel ohne Ende
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Darum geht es:
Charlie ist 15 - und plötzlich fühlt sich alles in ihrem Leben anders an. Seit ihre Mutter wieder einen neuen Mann hat, fehlt ihr Vater ihr sehr. Und als wäre das nicht schon genug, küsst ...

Darum geht es:
Charlie ist 15 - und plötzlich fühlt sich alles in ihrem Leben anders an. Seit ihre Mutter wieder einen neuen Mann hat, fehlt ihr Vater ihr sehr. Und als wäre das nicht schon genug, küsst ihre beste Freundin ausgerechnet den Jungen, den Charlie insgeheim liebt. Es ist, als wäre sie nur noch Zuschauerin ihres eigenen Lebens, getrennt durch etwas, das keiner sieht, aber alles spüren lässt. Doch dann trifft sie Pommes, der eigentlich Kornelius heißt. Mit ihm wird aus dieser unsichtbaren Wand ein Fenster, das sich öffnen lässt, und Charlie beginnt, wieder zu atmen, zu hoffen, zu leben.

Mein Leseeindruck:
„Himmel ohne Ende" ist eine Geschichte, die so leise beginnt und doch so laut im Herzen nachhallt. Die Autorin Julia Engelmann hat es geschafft: Mit feinen Worten, klarem Blick und einem riesengroßen Gefühl für Zwischentöne erzählt sie von Freundschaft, Verlust, Wut, Mut und davon, was es heißt, man selbst zu sein. Charlie ist 15 Jahre alt! Und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Ihre Gedanken sind wild, ihr Herz ist schwer und manchmal fühlt sich alles an, als würde sie nur noch zusehen, statt selbst zu leben. Alles wird anders, als Pommes auftaucht. Nicht lauter, aber echter!

Was mich berührt hat?

Die Ehrlichkeit dieser Geschichte. Charlies Stimme, die mich sofort gepackt hat. Ihr Blick auf die Welt, auf Freundschaft, auf das, was sie vermisst und vielleicht finden kann. Julia Engelmann schreibt nicht laut, nicht übertrieben, sondern mit einer Tiefe, die unter die Haut geht. Sie stellt Fragen, die wir alle kennen! Wer bin ich? Was brauche ich, um zu leben, wirklich zu leben? Charlie und Pommes - ihr seid meine Roman-Helden.

Fazit:
4/5 ⭐️ Eine leise, tiefgehende Geschichte über das Erwachsenwerden. Ein Roman, der tröstet, bewegt und Mut macht ♥️
17 Min.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Eine leise und nachdenkliche Geschichte!

Der Schlaf der Anderen
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Darum geht es:

Janis arbeitet nachts im Schlaflabor. Sie bringt Fremde ins Bett und beobachtet ihren Schlaf. Während die Welt ruht, beginnt für sie der Arbeitstag. Der normale Rhythmus des Lebens? Für ...

Darum geht es:

Janis arbeitet nachts im Schlaflabor. Sie bringt Fremde ins Bett und beobachtet ihren Schlaf. Während die Welt ruht, beginnt für sie der Arbeitstag. Der normale Rhythmus des Lebens? Für Janis längst bedeutungslos. Sie lebt allein, in ihrer eigenen Stille, bis Sina auftaucht. Sina ist Lehrerin, Mutter und Ehefrau. Gefangen im Takt des Alltags, der langsam aus dem Ruder läuft. Als sie Janis begegnet, öffnet sich ein Raum außerhalb der Kontrolle, außerhalb der Pflichten. Zwischen den beiden Frauen entsteht eine unerklärliche Nähe. Tief, ehrlich und unheimlich vertraut. Gemeinsam tauchen sie in die Nacht ein, wo Fragen lauter werden und Grenzen verschwimmen. Eine Begegnung, die sie verändert. Eine Verbindung, die sie herausfordert. Und ein Moment, in dem sie alles aufs Spiel setzen, um sich selbst zu finden.

Mein Leseeindruck:

Die Geschichte dieser beiden Frauen hat mich sehr gefesselt. Sie ist ruhig erzählt, ohne große Dramen, und vielleicht gerade deshalb so kraftvoll. Es geht um das, was oft unsichtbar bleibt. Um die inneren Kämpfe, um die Sehnsucht nach einem anderen Leben und um die Frage: Wer bin ich eigentlich, wenn ich niemandem etwas beweisen muss? Die Nacht wird in dieser Geschichte zu einem Raum. Tamar Noort hat einen warmherzigen und ehrlichen Roman geschrieben, der sich Zeit nimmt für seine Figuren. Es geht nicht um spektakuläre Wendungen, sondern um innere Bewegung. Die Dialoge sind feinfühlig, der Ton ist leise, aber nie belanglos. Ich habe den Roman unheimlich gern gelesen, nicht nur wegen der ungewöhnlichen Atmosphäre, sondern vor allem wegen der tiefen Einblicke in das Innenleben von Janis und Sina. Der Klappentext hat definitiv nicht zu viel versprochen.

Fazit:

4/5 Sterne! Wer leise, nachdenkliche Literatur mag, wird dieses Buch lieben.

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