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Veröffentlicht am 24.08.2025

Ein gelungener Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht!

Eddie (Band 1) – Achtung, die Mumie ist los!
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Die 12-jährige Cleo muss mit ihrem Archäologen-Papa für einige Zeit in Ägypten leben, da dieser eine Mumie nach Kairo überführen soll. Ihre Begeisterung hält sich sehr in Grenzen, sie findet Mumien einfach ...

Die 12-jährige Cleo muss mit ihrem Archäologen-Papa für einige Zeit in Ägypten leben, da dieser eine Mumie nach Kairo überführen soll. Ihre Begeisterung hält sich sehr in Grenzen, sie findet Mumien einfach nur langweilig. Dies ändert sich jedoch bereits während ihrer Anreise. Zusammen mit ihrem neuen Freund Marik, dessen Mutter ebenfalls Forscherin ist, erweckt sie aus Versehen die Mumie im Laderaum zum Leben. Sie glauben erst zu träumen, als plötzlich eine putzmuntere Dörrleiche vor ihnen steht, in Begleitung eines pfiffigen Skarabäus namens Pillepalle. Doch statt unheimlich ist Mumie Eddie ziemlich nett, lustig und chaotisch und überhaupt nicht so todlangweilig wie Cleo immer gedacht hat. Sehr schnell findet der über 3000 Jahre alte Eddie Gefallen an dieser neuen Welt (vor allem Skateboard fahren, Fernsehen und Süßigkeiten findet er ziemlich toll). Leider hat er aber sein Gedächtnis verloren und braucht dringend die Hilfe von Cleo und Marik, um das Rätsel seiner Herkunft zu lösen. Ehe es sich die Freunde versehen, stecken sie mittendrin in einem gefährlichen Abenteuer, bei dem sie es nicht nur mit Krokodilen, sondern auch mit fiesen Grabräubern zu tun bekommen.

Geschichten, die in Ägypten spielen, habe ich schon immer gerne gelesen und nachdem mich Christiane Ritterhausen bereits mit ihrer Mari-Reihe begeistern konnte, war ich auf den ersten Band ihrer neuen Kinderbuch-Reihe sehr gespannt. Schon bei einem Blick aufs Cover wird klar, dass es dahinter ziemlich abenteuerlich und fantasievoll werden wird und wer solche Geschichten mag, ist hier definitiv goldrichtig.

Christiane Ritterhausen legt mit „Eddie – Achtung, die Mumie ist los!“ einen originellen Serienstart vor, der von den ersten Seiten an hält, was der Einband verspricht. Gekonnt verbindet die deutsche Autorin Action mit einer ordentlichen Portion Humor, Übersinnliches mit spannendem Wissen. Leider verschenkt sie ein wenig Potenzial, als Mumie Eddie in unsere Welt stolpert. Er findet sich erstaunlich gut in der neuen Zeit zurecht und scheint keine Probleme mit unserer Technik und anderen Gepflogenheiten zu haben. Diesen Zusammenprall von zwei völlig unterschiedlichen Welten hätte man für meinen Geschmack etwas witziger gestalten können, allerdings tut das dem Lesevergnügen kaum einen Abbruch. Es macht einfach richtig Spaß dieses Buch zu lesen, langweilig wird es dabei zu keiner Zeit. Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet, allen voran unsere vier Helden Cleo, Marik, Eddie und Skarabäus Pillepalle, die ein ungewöhnliches, aber starkes Team ergeben und uns zeigen, dass Freundschaft keine Unterschiede kennt. Gemeinsam mit dieser bunten Truppe erlebt man hier ein turbulentes Abenteuer, das ordentlich zum Mitfiebern einlädt und sich stellenweise wie ein Indiana-Jones-Film mit Krimi-Elementen anfühlt. Ganz nebenbei vermittelt die Geschichte auch noch so einiges über das Alte Ägypten, Grabräuberei, Pyramiden und Co. ohne in irgendeiner Weise lehrbuchmäßig daherzukommen.
Abgerundet wird das Ganze durch zahlreiche liebevolle Illustrationen in Orange und Grautönen, beigesteuert von Maja Bohn. Das Ende hält einen cliffhangerischen Epilog bereit, nach dem man die Fortsetzung kaum erwarten kann.

Fazit: Eine lebendige und überhaupt nicht gruselige Mumie zum Gernhaben, ein magisches Amulett, skrupellose Grabräuber, ein unschlagbares Quartett, das über sich hinauswächst – all das und noch mehr erwartet einen in diesem vielversprechenden Reihenauftakt. „Eddie – Achtung, die Mumie ist los!“ ist ein rasantes, unterhaltsames und lehrreiches Ägypten-Abenteuer mit jeder Menge Witz, Spannung und Freundschaft. Ein großer Spaß für alle ab 9 Jahren, der Lust auf mehr macht. Auch wenn mich das Buch nicht komplett überzeugen konnte, bin ich begeistert und schon voller Vorfreude auf den zweiten Band. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Ein toller Fantay-Comic! Spannend, außergewöhnlich, wundervoll illustriert.

5 Worlds (Band 1) - Der Sandkrieger
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Seit die Götter verschwunden sind, sind auch die Leuchtfeuer der Fünf Welten erloschen und die Galaxie gerät immer mehr aus dem Gleichgewicht. Nur wenn die Leuchtfeuer wieder entfacht werden, können die ...

Seit die Götter verschwunden sind, sind auch die Leuchtfeuer der Fünf Welten erloschen und die Galaxie gerät immer mehr aus dem Gleichgewicht. Nur wenn die Leuchtfeuer wieder entfacht werden, können die fünf Planeten vor dem Untergang gerettet werden. Doch dafür braucht es eine besondere magische Gabe, die nur der Auserwählte hat. Mon Domani ist eine der 5 Welten. Hier lebt die junge Oona Lee, die als die ungeschickteste Sandtänzerin an der Akademie gilt – und somit das genaue Gegenteil von ihrer großen Schwester Jessa ist. Diese wurde vor vier Jahren sogar zur Auswählten bestimmt, allerdings ist sie eines Tages einfach spurlos verschwunden und hat Oona zurückgelassen. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, fasst Oona den Entschluss, Jessa zu suchen. Auf ihrer Reise lernt sie sich selbst und ihre Kräfte besser kennen und wächst über sich hinaus. Doch sie ist bei dem Ganzen nicht auf sich alleine gestellt, sondern hat gleich zwei neue gute Freunde gefunden: An Tzu, ein kleiner Junge aus den Slums, der an einer rätselhaften Krankheit leidet, aber trotz allem nicht den Lebensmut verloren hat. Und Jax Amboy, ein gefeierter Starball-Star. Zu dritt machen sie sich auf die Suche nach Jessa, um die Fünf Welten zu retten. Ob sie es wohl rechtzeitig schaffen werden?

Bei diesem Comicbuch war sehr schnell klar, dass ich es lesen möchte. Das Cover hat mich direkt angelacht und der Klappentext tat dann sein Übriges. Die Geschichte klang nach einem ziemlich coolen Mix aus Star Wars, „Avatar – Der Herr der Elemente“ und meiner geliebten Amulett-Reihe von Kazu Kibuishi. Wer nun hellhörig geworden ist, sollte an „5 Worlds“ besser nicht vorbeigehen!

Das Autorenduo Mark und Alexis Siegel hat gemeinsam mit den drei Illustratorinnen Xanthe Bouma, Matt Rockefeller und Boya Sun eine sehr fantasievolle, dystopische Welt erschaffen, in der es unheimlich viel zu entdecken gibt. Gleich zu Beginn lernen wir die Sandkriegerin Oona kennen, die man mit ihrer zurückhaltenden und unbeholfenen Art sofort ins Herz schließt. Insgesamt sind die Figuren sehr liebevoll gezeichnet und begeistern mit Tiefe und Vielfalt. Vor allem Oona und ihre zwei neuen Freunde An Tzu und Jax Amboy sind starke Charaktere, die man gerne begleitet. Es ist einfach toll mitzuerleben, wie die drei zueinanderfinden und zu einem ungleichen, aber unschlagbaren Trio zusammenwachsen. Freundschaft, Mut und Zusammenhalt werden hier großgeschrieben, aber auch weitere wichtige Themen wie Umweltschutz, soziale Ungerechtigkeiten, Krieg und Frieden haben in dieser Reihe in ihren Platz gefunden, kindgerecht verpackt in einem fesselnden und unterhaltsamen Abenteuer, das sich zwischen Fantasy und Science Fiction bewegt und einige überraschenden Wendungen bereithält. Mir persönlich war die Handlung bisweilen etwas zu verworren und für das empfohlene Lesealter ein wenig zu komplex. Trotz allem habe ich die Lektüre aber nicht bereut und bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht. Die Tatsache, dass wir in jedem Band einen anderen der fünf Planeten kennenlernen und natürlich der Cliffhanger am Ende, machen definitiv neugierig auf mehr!

Ein besonderes Highlight ist die Innengestaltung, bei der man überhaupt nicht merkt, dass gleich drei Künstler
innen am Werk waren. Die Zeichnungen des Trios wirken wie aus einem Guss, sind ausdrucksstark und verspielt und erstrahlen in leuchtenden Farben. An vielen Stellen erzählen sie die Geschichte auch ganz ohne Text – für Lesemuffel ist diese Graphic Novel daher ideal geeignet.

Fazit: „5 Worlds – Der Sandkrieger“ ist ein gelungener Auftakt einer spannenden Fantasy-Comic-Reihe ab 10 Jahren, der durch sein bezauberndes Artwork und außergewöhnliches Worldbuilding besticht und nicht nur junge Leserinnen in den Bann zieht. Ein magisches Abenteuer mit viel Herz und Humor und drei unwahrscheinlichen Heldinnen zum Mitfiebern. Auch wenn mich das Buch nicht vollends überzeugen konnte, hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen und werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Ein märchenhaftes Fantasyabenteuer!

Gwin und das Herz des Drachen (Band 1)
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Die zehnjährige Gwin Erlstein lebt mit ihren Eltern in einem großen Herrenhaus, das im Inneren noch protziger ist als von außen. Der Boden ist aus Marmorfliesen, es gibt drei Kronleuchter, dreizehn beheizte ...

Die zehnjährige Gwin Erlstein lebt mit ihren Eltern in einem großen Herrenhaus, das im Inneren noch protziger ist als von außen. Der Boden ist aus Marmorfliesen, es gibt drei Kronleuchter, dreizehn beheizte Kloschüsseln und die Salatgabeln sind mit Diamanten besetzt. Herr und Frau Erlstein lieben alles, was funkelt und teuer ist und reisen daher viel um die Welt herum, um neue Dinge für ihre Sammlung zu kaufen. Immer, wenn sie auf Geschäftsreise gehen, laden sie ihre Tochter bei deren furchtbaren Tante Edith ab. Eines Tages hat Gwin genug und reißt aus. Als sie wenig später auf einen sprechenden schwarzen Kater namens Nerowitz trifft, wird ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt. Ehe sie es sich versieht, steht sie im geheimen Zauberladen der Hexe Madame Manou, ein absolut wundersamer Ort, wo man auf lebendige Flammen, singende Kessel und die verschiedensten magischen Wesen trifft. Die freundliche Madame Manou lädt Gwin dazu ein, eine Weile in ihrem Café zu bleiben, was diese dankend annimmt. Kurz darauf macht sie im Keller eine unglaubliche Entdeckung: Einen eingesperrten Drachen. Gwin befreit ihn aus seinem Gefängnis, obwohl der Kontakt zu Drachen streng verboten ist, da sie als herzlos und gefährlich gelten. Aber trifft dies auch auf den Drachen Jun zu?

Auf dieses Buch habe ich mich gefreut, seit man es mir auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt hat. Das Cover hat mich direkt verzaubert und die Geschichte dahinter klang genau nach meinem Geschmack. Dieses Buch musste ich einfach bei mir einziehen lassen und ich habe es nicht bereut.

Verena Maier legt hier einen vielversprechenden Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe vor, bei dem es sich zugleich um ihren Debütroman handelt. Mit viel Witz und Liebe zum Detail entführt uns die deutsche Autorin in eine magische Welt, die nicht nur junge Leser*innen zu fesseln vermag. Bereits die ersten Seiten, die noch in der Realität spielen, ziehen einen in den Bann und begeistern mit träumerischen Beschreibungen und einer leicht skurrilen Atmosphäre à la Lemony Snicket. Schon nach wenigen Kapiteln stolpert man mit der 10-jährigen Gwin mitten hinein ins Abenteuer und ab da gibt es erst recht kein halten mehr. Außergewöhnliche Orte und Gestalten erwarten einen hier, jede Menge Wunder und Geheimnisse, aber auch ganz viel Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Vertrauen. Gwin ist eine starke und sympathische Protagonistin, die man gerne begleitet. Neugierig und mutig wächst sie gemeinsam mit ihren neuen Freunden über sich hinaus und zeigt uns, dass es sich lohnt auf sein Herz zu hören und an sich selbst zu glauben. Währenddessen gibt es auch allerhand zum Schmunzeln und zum Staunen. Allein der Zauberladen von Madame Manou ist ein kleines Highlight, der einen gewissen Studio-Ghibli-Charme aufkommen lässt. Auch die Charaktere sind liebevoll gezeichnet und machen das Lesen zu einem echten Vergnügen, allen voran die hitzköpfige Flamme Ignatius und der gefräßige Drache Jun, deren Kabbeleien sich äußerst unterhaltsam lesen.

Die wunderschönen, verspielten schwarz-weiß Illustrationen von Indiana Acosta sind das Sahnehäubchen obendrauf und fangen die magische Atmosphäre perfekt ein. Mir persönlich hat trotz allem etwas gefehlt. Ich kann noch nicht mal sagen, was genau, irgendwie wollte der letzte Funken einfach nicht überspringen. Über weitere Bände würde ich mich aber dennoch sehr freuen! Zum Glück lässt das herzerwärmende Ende auf eine Fortsetzung hoffen.

Fazit: „Gwin und das Herz des Drachen“ ist eine spannende, fantasievolle und märchenhafte Geschichte ab 9 Jahren, die an den Wert von wahrer Freundschaft erinnert und Mut macht, an sich selbst zu glauben. Ein wunderbares Fantasyabenteuer zum Wohlfühlen voller Magie, Humor und Herz. Auch wenn es mir letztendlich doch nicht für die volle Sternenzahl gereicht hat, bin ich begeistert von Verena Maiers Debütroman und hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen mit Gwin und Co. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Ein außergewöhnliches Vorlesebuch für Jung und Alt!

Krakadu
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Der Krakadu ist ein etwas ungeschickter, aber sehr sympathischer Krake. Mit acht Armen durchs Leben zu schwimmen, kann ja auch manchmal ziemlich knifflig sein. Ständig bleibt man irgendwo hängen. Zum ...

Der Krakadu ist ein etwas ungeschickter, aber sehr sympathischer Krake. Mit acht Armen durchs Leben zu schwimmen, kann ja auch manchmal ziemlich knifflig sein. Ständig bleibt man irgendwo hängen. Zum Glück hat er Dr. Prof, seinen besten Freund. Dieser (ober-) schlaue Seestern darf mietfrei auf dem Krakadu wohnen und klebt 24/7 an ihm. Das ist manchmal schön, manchmal aber auch etwas lästig. Die beiden sind völlig verschieden und kabbeln sich gerne (und zwar sehr oft!), aber im Grunde sind sie ein Herz und eine Seele. Gemeinsam schlittern sie von einem verrückten Abenteuern ins nächste, sehr zum Unmut des Profs. Aber wie heißt es so schön: Mitgeklebt – was erlebt!

Als mir der Krakadu zum ersten Mal begegnete, wusste ich sofort, dass ihn kennenlernen möchte. Schon allein das Cover verzauberte mich auf Anhieb, dieser flauschige Krake mit den treuherzigen Kulleraugen sieht einfach zu knuffig aus. Von Britta Sabbag habe ich bereits einige Bücher gelesen und war jedes Mal begeistert. Ihr neues Kinderbuch jedoch hat mich im ersten Moment ein wenig enttäuscht zurückgelassen. Optisch ist es ein echtes Highlight, aber den Inhalt musste ich mir erst einmal durch den Kopf gehen lassen. Mit dem Humor war ich anfangs irgendwie nicht so glücklich. Der Text enthält viele Wortwitze und Anspielungen, die fünfjährige Kindern alleine nicht verstehen können und eher auf Erwachsene zugeschnitten sind. Vielleicht unterschätze ich die Zielgruppe auch, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Begriffe wie „Fischfluencer“ und „Grönehaier“ für das empfohlene Lesealter nachvollziehbar sind. Nachdem ich aber darüber gedacht habe, sehe ich diesen Aspekt eigentlich nicht mehr als einen Nachteil an. „Krakadu“ ist ein Buch, das Jung und Alt anspricht. Auch wenn die kleinen Zuhörer*innen nicht jeden Gag erfassen können, werden sie der liebenswert-chaotischen Geschichte dennoch mit Vergnügen lauschen. Als Erwachsener wiederum erfreut man sich an den feinen Zwischentönen und Sprachspielereien und hat richtig Spaß am Vorlesen.

Mit einer sehr lebendigen und modernen Sprache wird man als Leser in eine fantasievolle Unterwasserwelt entführt, in der man seine Einkäufe bei „Algi“ erledigt und abends um 20 Uhr das „Meeresspiegel-Magazin“ einschaltet.
In sechs kurzen episodenhaften Kapiteln, die ein großes Ganzes ergeben, begleiten wir den Krakadu und seinen treuen Begleiter Prof, den Seestern, auf ihren kunterbunten (Unterwasser-)Abenteuern. Die beiden ergeben ein hinreißendes Gespann – während der Krakadu sehr neugierig und tollpatschig ist, kommt der Prof ziemlich gelehrt und besserwisserisch daher. Die Dialoge zwischen den beiden lesen sich herrlich schlagfertig und unterhaltsam – wie von einem alten Ehepaar – und bringen einen immer wieder zum Schmunzeln. Gemeinsam mit den beiden erlebt man hier allerhand Abenteuerliches und Kurioses, lernt gleichzeitig aber auch etwas dabei: Es ist vollkommen okay, anders zu sein und nicht überall reinzupassen. Du musst dich nicht verbiegen, um richtig zu sein. Sei du selbst, ganz egal was andere sagen. Eine wunderbare Botschaft, die uns der Krakadu auf eine spielerische Weise mitgibt.

Lisa Nollenberger hat die Geschichte mit ihren großartigen Illustrationen zum Leben erweckt. Ihre Bilder sind farbenfroh und detailreich und genauso witzig und kreativ wie der Text. Mal ganz- und mal doppelseitig setzen sie das Erzählte gekonnt in Szene und laden zum Verweilen und Staunen ein.

Fazit: Bei diesem Buch habe ich ein wenig gebraucht, bis ich mich inhaltlich damit anfreunden konnte, aber nun finde ich es zauberhaft. „Krakadu“ ist ein sehr charmantes und humorvolles Vorlesebuch ab 5 Jahren, das durch seine wunderschönen Illustrationen besticht und beim Zuhören und Vorlesen gleichermaßen Freude macht. Ungewöhnlich, anspruchsvoll, etwas schräg und mit ganz viel Herz. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Warmherzig, ziemlich verrückt, dabei auch sehr klug. Ein außergewöhnliches Kinderbuch.

Der Sommer der unmöglichen Dinge
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Die Sommerferien haben begonnen und die zehnjährige Ferris hat ganz schön viel um die Ohren. Da ist ihre kleine eigensinnige Schwester, die es sich in den Kopf gesetzt hat, eine Verbrecherin zu werden ...

Die Sommerferien haben begonnen und die zehnjährige Ferris hat ganz schön viel um die Ohren. Da ist ihre kleine eigensinnige Schwester, die es sich in den Kopf gesetzt hat, eine Verbrecherin zu werden und dafür allerhand abgedrehte Versuche unternimmt. Ihr Vater geht auf dem Dachboden auf Waschbären-Jagd, ihr Onkel Ted lebt zurzeit in ihrem Keller, ihre Tante verpasst ihr eine schreckliche Dauerwellenfrisur und dann ist da noch ihre Oma, der es gesundheitlich immer schlechter geht - und die behauptet, einen Geist gesehen zu haben, der sie darum bittet, den Kronleuchter im Esszimmer zum Erstrahlen zu bringen. Ein sehr merkwürdiger Auftrag, aber Ferris möchte ihn unbedingt für ihre Oma erfüllen. Zum Glück hat sie ihren besten Freund Billy Jackson an ihrer Seite, auf den sie sich immer verlassen kann.

Die Bücher von Kate DiCamillo begleiten und begeistern mich seit meiner Kindheit. Jedes neue Buch von ihr darf blind bei mir einziehen – und „Der Sommer der unmöglichen Dinge“ bildet da natürlich keine Ausnahme. Schon das Cover, das die Regina Kehn entworfen hat, verzauberte mich mit seiner verträumten Stimmung auf Anhieb. Die Geschichte dahinter konnte mich anfangs jedoch nicht komplett überzeugen. Und auch jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, bin ich etwas hin und her gerissen, wie ich es bewerten soll. Mir, als Erwachsene, hat es sehr gut gefallen, auch wenn ich ein wenig gebraucht habe um hineinzufinden. Ich bin mir allerdings nicht sicher, wie es bei der Zielgruppe ankommen wird. Für fortgeschrittene Leser*innen, die es gerne ruhig und anspruchsvoll mögen, wird das Buch sicherlich etwas sein, genauso wie für kinderbuchliebende Erwachsene. Es ist jedoch fraglich, ob es Kinder ab 10 Jahren zu fesseln vermag. Die Handlung wird sehr unaufgeregt erzählt und wirkt bisweilen etwas verworren. Vermutlich wird der Großteil der jungen Leserschaft schnell die Lust am Lesen verlieren, da ihnen zu wenig Spannendes passiert.

Kate DiCamillo hat definitiv mal wieder einen Kinderroman geschrieben, der sich von der Masse abhebt. Was optisch wie eine locker-leichte Sommerlektüre daherkommt, entpuppt sich nur kurz darauf als so viel mehr. Mit ihrem gewohnt wunderschönen Schreibstil (übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn) erzählt Kate DiCamillo hier eine bewegende Geschichte voller Emotionen und Tiefgang. Neben Familie, Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt werden hier auch ernste Themen angesprochen wie Angst, Verlust und Trauer. Dank der sehr behutsamen und humorvollen Erzählweise erscheint die Handlung aber zu keiner Zeit bedrückend. Ganz im Gegenteil, sie ist sogar sehr oft ziemlich lustig und erzeugt ein wohlig-warmes Gefühl im Bauch. In kleinen Episoden, die ein stimmiges Gesamtbild ergeben, begleiten wir die 10-jährige Ferris und ihre schräge Familie durch den Alltag und erleben dabei allerhand Kurioses. Ferris ist eine sehr sympathische Protagonistin, die man mit ihrer einfühlsamen und fürsorglichen Art direkt ins Herz schließt. Generell sind die Charaktere mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Kate DiCamillo weiß, wie man einzigartige Figuren erschafft, die man mit all ihren Macken einfach gernhaben muss. Vor allem Ferris' kleine Schwester Pinky ist eine recht spezielle und unvergessliche Persönlichkeit.
Ganz nebenbei lernt man auch die Bedeutung von einigen nicht ganz so alltäglichen Begrifflichkeiten, Ferris’ sogenannte Mielk-Wörter, benannt nach ihrer wörterbesessenen Lehrerin. Das Ende ist überraschend, aber passend und rundet das Ganze perfekt ab.

Fazit: „Der Sommer der unmöglichen Dinge“ ist eine leise und kraftvolle Geschichte über einen unvergesslichen Sommer, in dem alles Unmögliche möglich ist. Ein ganz besonderer Kinderroman, der berührt, überrascht und nachdenklich stimmt. Warmherzig, ziemlich verrückt, dabei auch sehr klug. Auch wenn ich mit der Altersangabe etwas hadere, kann ich das neue Buch von Kate DiCamillo sehr empfehlen, mir hat die US-amerikanische Autorin mal wieder wunderbare Lesestunden bereiten können. Wer gerne Kinderbücher liest, die sich abseits des Mainstreams bewegen, sollte an Ferris und ihrer liebevoll-chaotischen Familie auf keinen Fall vorbeigehen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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