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Veröffentlicht am 19.06.2025

Warmherzig, ziemlich verrückt, dabei auch sehr klug. Ein außergewöhnliches Kinderbuch.

Der Sommer der unmöglichen Dinge
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Die Sommerferien haben begonnen und die zehnjährige Ferris hat ganz schön viel um die Ohren. Da ist ihre kleine eigensinnige Schwester, die es sich in den Kopf gesetzt hat, eine Verbrecherin zu werden ...

Die Sommerferien haben begonnen und die zehnjährige Ferris hat ganz schön viel um die Ohren. Da ist ihre kleine eigensinnige Schwester, die es sich in den Kopf gesetzt hat, eine Verbrecherin zu werden und dafür allerhand abgedrehte Versuche unternimmt. Ihr Vater geht auf dem Dachboden auf Waschbären-Jagd, ihr Onkel Ted lebt zurzeit in ihrem Keller, ihre Tante verpasst ihr eine schreckliche Dauerwellenfrisur und dann ist da noch ihre Oma, der es gesundheitlich immer schlechter geht - und die behauptet, einen Geist gesehen zu haben, der sie darum bittet, den Kronleuchter im Esszimmer zum Erstrahlen zu bringen. Ein sehr merkwürdiger Auftrag, aber Ferris möchte ihn unbedingt für ihre Oma erfüllen. Zum Glück hat sie ihren besten Freund Billy Jackson an ihrer Seite, auf den sie sich immer verlassen kann.

Die Bücher von Kate DiCamillo begleiten und begeistern mich seit meiner Kindheit. Jedes neue Buch von ihr darf blind bei mir einziehen – und „Der Sommer der unmöglichen Dinge“ bildet da natürlich keine Ausnahme. Schon das Cover, das die Regina Kehn entworfen hat, verzauberte mich mit seiner verträumten Stimmung auf Anhieb. Die Geschichte dahinter konnte mich anfangs jedoch nicht komplett überzeugen. Und auch jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, bin ich etwas hin und her gerissen, wie ich es bewerten soll. Mir, als Erwachsene, hat es sehr gut gefallen, auch wenn ich ein wenig gebraucht habe um hineinzufinden. Ich bin mir allerdings nicht sicher, wie es bei der Zielgruppe ankommen wird. Für fortgeschrittene Leser*innen, die es gerne ruhig und anspruchsvoll mögen, wird das Buch sicherlich etwas sein, genauso wie für kinderbuchliebende Erwachsene. Es ist jedoch fraglich, ob es Kinder ab 10 Jahren zu fesseln vermag. Die Handlung wird sehr unaufgeregt erzählt und wirkt bisweilen etwas verworren. Vermutlich wird der Großteil der jungen Leserschaft schnell die Lust am Lesen verlieren, da ihnen zu wenig Spannendes passiert.

Kate DiCamillo hat definitiv mal wieder einen Kinderroman geschrieben, der sich von der Masse abhebt. Was optisch wie eine locker-leichte Sommerlektüre daherkommt, entpuppt sich nur kurz darauf als so viel mehr. Mit ihrem gewohnt wunderschönen Schreibstil (übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn) erzählt Kate DiCamillo hier eine bewegende Geschichte voller Emotionen und Tiefgang. Neben Familie, Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt werden hier auch ernste Themen angesprochen wie Angst, Verlust und Trauer. Dank der sehr behutsamen und humorvollen Erzählweise erscheint die Handlung aber zu keiner Zeit bedrückend. Ganz im Gegenteil, sie ist sogar sehr oft ziemlich lustig und erzeugt ein wohlig-warmes Gefühl im Bauch. In kleinen Episoden, die ein stimmiges Gesamtbild ergeben, begleiten wir die 10-jährige Ferris und ihre schräge Familie durch den Alltag und erleben dabei allerhand Kurioses. Ferris ist eine sehr sympathische Protagonistin, die man mit ihrer einfühlsamen und fürsorglichen Art direkt ins Herz schließt. Generell sind die Charaktere mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Kate DiCamillo weiß, wie man einzigartige Figuren erschafft, die man mit all ihren Macken einfach gernhaben muss. Vor allem Ferris' kleine Schwester Pinky ist eine recht spezielle und unvergessliche Persönlichkeit.
Ganz nebenbei lernt man auch die Bedeutung von einigen nicht ganz so alltäglichen Begrifflichkeiten, Ferris’ sogenannte Mielk-Wörter, benannt nach ihrer wörterbesessenen Lehrerin. Das Ende ist überraschend, aber passend und rundet das Ganze perfekt ab.

Fazit: „Der Sommer der unmöglichen Dinge“ ist eine leise und kraftvolle Geschichte über einen unvergesslichen Sommer, in dem alles Unmögliche möglich ist. Ein ganz besonderer Kinderroman, der berührt, überrascht und nachdenklich stimmt. Warmherzig, ziemlich verrückt, dabei auch sehr klug. Auch wenn ich mit der Altersangabe etwas hadere, kann ich das neue Buch von Kate DiCamillo sehr empfehlen, mir hat die US-amerikanische Autorin mal wieder wunderbare Lesestunden bereiten können. Wer gerne Kinderbücher liest, die sich abseits des Mainstreams bewegen, sollte an Ferris und ihrer liebevoll-chaotischen Familie auf keinen Fall vorbeigehen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Ein tierisch schöner Vorlesespaß!

Hat hier wer gelacht?
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Als großer Fan von Jim Field bin ich bei dem hier vorliegenden Witze-Bilderbuch sofort hellhörig geworden. Schon das Cover verzauberte mich auf Anhieb, dieser grimmig dreinblickende Hund im Anzug ist ...

Als großer Fan von Jim Field bin ich bei dem hier vorliegenden Witze-Bilderbuch sofort hellhörig geworden. Schon das Cover verzauberte mich auf Anhieb, dieser grimmig dreinblickende Hund im Anzug ist einfach der Knaller! Der Inhalt klang aber ebenfalls sehr vielversprechend – Training für die Lachmuskeln kann man doch immer gut gebrauchen. Ich wurde auch nicht enttäuscht. Für mich, als Erwachsene, waren die Witze zwar nicht so der Brüller, aber die Zielgruppe wird sie garantiert lieben. Auf jeder Seite gibt es mindestens eine Frage, auf die eine meist recht unsinnige, für Kinder aber sehr lustige Antwort folgt. So wird man zum Beispiel gefragt, was der gefährlichste Beruf ist. Antwort: Der Krokodil-Zahnarzt. Oder man darf herumrätseln, warum der Koala einen Strohhalm mit ans Meer genommen hat (hier müsst ihr die Lösung schon selbst herausfinden).
Der Humor ist eindeutig auf die Zielgruppe zugeschnitten, aber in Kombination mit den großflächigen Zeichnungen überzeugen sogar die flachsten Witze (die allesamt gekonnt von Anna Taube übersetzt wurden.)

Die unverwechselbaren Illustrationen von Jim Field sind wie gewohnt der reinste Augenschmaus. Köstlich-humorvoll, kunterbunt und ausdrucksstark und mit viel Liebe zum Detail. Sie sind so gut gelungen, dass es eigentlich gar keine Worte braucht. Aber das Zusammenspiel von Bild und Text ist schon ziemlich genial und sorgt für ein unterhaltsames Vorleseerlebnis für die ganze Familie. Die kurzen Scherzfragen laden zum Weitererzählen ein und werden die kleinen Zuhörer*innen sicherlich auch nach mehrmaligen Lesen ein Kichern entlocken. Für Kinder ab 3 Jahren ist das Buch gut geeignet. Vermutlich wird nicht jeder Witz ohne Hilfe verstanden werden, was dem Vorlesevergnügen jedoch keinen Abbruch tun sollte. Jim Fields urkomische Kunstwerke machen das allemal wieder wett.

Fazit: „Hat hier wer gelacht?“ ist ein tierisch schönes Bilderbuch ab 3 Jahren mit herrlichen Illustrationen und charmanten Witzen, die Kinder zum Lachen bringen. Ein toller Vorlesespaß für Jung und Alt. Ich bin begeistert von diesem kleinen Büchlein, das das Autor-Illustrator-Duo Sean Hegarty und Jim Field hier geschaffen hat. Vor allem optisch ist es für mich ein Highlight. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Eine tolle Fortsetzung!

Nothing but Spies 2: Erinnere dich!
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Seit die 15-jährige Celia herausgefunden hat, dass ihr schnieker Nachbarsjunge Vincent ein echter Geheimagent ist, hat sich ihr bisher recht langweiliges Leben komplett verändert. Endlich ist mal was ...

Seit die 15-jährige Celia herausgefunden hat, dass ihr schnieker Nachbarsjunge Vincent ein echter Geheimagent ist, hat sich ihr bisher recht langweiliges Leben komplett verändert. Endlich ist mal was los in dem Spießerkaff Trockenstedt! Und Vincent hat sich als gar nicht mal so übel herausgestellt. Er ist sogar ziemlich nett. Na ja, zumindest war er das bis vor kurzem noch. Denn Vincent kann sich nicht mehr daran erinnern, was er gemeinsam mit Celia erlebt hat und hält sie wieder für das nervige Mädchen von nebenan. Was hat nur dazu geführt, dass er sein eigenes Gedächtnis gelöscht hat? Als der smarte Topagent Shane Everfold nach Trockenstedt geschickt wird, um Vincents Fall zu übernehmen, wird die Luft für Vincent dünn. Ob es Celia wohl gelingen wird, die Erinnerungen in ihm wachzurütteln?

Hierbei handelt es sich um den zweiten Band der „Nothing but Spies“ – Reihe und der Vorgänger sollte bekannt sein, da die Bände aufeinander aufbauen.
Nachdem mich der erste Teil so begeistert zurückgelassen hat, konnte ich es kaum erwarten, endlich weiterzulesen. Nach gut einem Jahr Wartezeit war es endlich soweit, allerdings hat sich die relativ lange Zeitspanne bei mir leider bemerkbar gemacht. Das Buch knüpft nahtlos an die vorangegangenen Ereignisse an und obwohl es ein paar kleine Rückblenden gibt, ist mir etwas schwer gefallen, in die Geschichte zurückzufinden. Zudem musste ich feststellen, dass mich die Handlung nicht so mitreißen konnte wie im ersten Band. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch, keine Ahnung, aber irgendwie hat mir dieses Mal der letzte Pfiff gefehlt.

Nichtsdestotrotz hat es wieder viel Spaß gemacht in die Welt von Celia und Vincent einzutauchen. Mario Fesler hat ein weiteres sehr abwechslungsreiches Spionage-Abenteuer geschaffen, das mit vielen witzigen Dialogen und fancy Agententechnik punktet und eine genau richtige Portion Romantik enthält. Die Geschichte startet mit einem ähnlich rätselhaften Prolog wie im ersten Buch und wird anschließend abwechselnd aus dem Blickwinkel von Celia und Vincent geschildert, was durch kleine Bildchen (beigesteuert von Helder Oliveira) erneut gut kenntlich gemacht ist. Doch auch ohne die grafische Hilfe weiß man immer sofort, wer gerade am erzählen ist, da Cecilas Passagen abermals aus der Ich-Perspektive geschrieben sind und die von Vincent in der dritten Person. Die Sichtwechsel sind erneut wunderbar gelungen. Celia und Vincent sind zwei herrlich gegensätzliche Protagonistinnen, die für eine großartige Dynamik sorgen. Vor allem Celias Kapitel lesen sich immer äußert erfrischend und amüsant – ihre selbstbewusste und humorvolle Art muss man einfach lieben. Mario Fesler hat definitiv ein Händchen für liebenswert-spezielle Charaktere, was er hier mal wieder unter Beweis stellt.
Gemeinsam mit den beiden Teenagern begibt man sich als Leser
in auf eine neue aufregende Mission, die zwar weniger actionreich ist als die vorherige, aber dennoch zu keiner Zeit langweilig wird. Man kann wieder richtig schön beim Lesen mitfiebern und fliegt nur so durch die Seiten.
Das Ende kommt diesmal recht cliffhangerisch daher, was die Neugier auf den dritten Band schürt. Leider heißt da aber wieder ein Weilchen warten, denn das nächste Abenteuer wird voraussichtlich erst im Frühjahr 2026 erscheinen.

Fazit: Endlich geht es mit der „Nothing but Spies“ – Reihe weiter! Auch „Erinnere dich!“ ist eine spannende und unterhaltsame Geheimagenten-Story voller einmaliger Charaktere, originellen Ideen und coolen Spionage-Gadgets. Ein toller Lesespaß für alle ab 10 Jahren! Ich persönlich fand diesen Band ein wenig schwächer als den Vorgänger, bin aber dennoch begeistert und schon sehr gespannt, wie es weitergeht. Von mir gibt es sehr gute 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Eine wunderbare Roadtrip-Familiengeschichte!

Knäckebrothelden
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Es tut immer weh, wenn ein geliebter Mensch von uns geht. Jeder hat seine eigene Art zu trauern, was absolut okay ist! Es ist wichtig, seine Gefühle zuzulassen, auch wenn dies manchmal nicht leicht ist. ...

Es tut immer weh, wenn ein geliebter Mensch von uns geht. Jeder hat seine eigene Art zu trauern, was absolut okay ist! Es ist wichtig, seine Gefühle zuzulassen, auch wenn dies manchmal nicht leicht ist. Ebenso wichtig ist es, in solch schweren Zeiten zusammenzuhalten, füreinander da sein und nach vorne zu schauen. Genau davon handelt der neue Kinderroman von Judith Allert. Samuels Familie muss mit dem plötzlichen Tod des Großvaters klarkommen und jeder tut das auf seine Weise. Papa ist übertrieben fröhlich, Mama denkt nur noch an die Arbeit, die Zwillinge nerven ohne Ende und Oma ist still und in sich gekehrt. So kann es definitiv nicht weitergehen! Die Rettung kommt in Gestalt eines Zettels, eingeklemmt in der Sofaritze: Ein Brief von Opa, mit seinem letzten Willen – eine Reise ans Meer. Die Familie beschließt kurzerhand, Opa seinen letzten Wunsch erfüllen. In einem geliehenen klapprigen Autobus und mit Opas geklauter Asche in einer Knäckebrotdose macht sich die Familie auf den Weg. Was als ein harmloser Ausflug beginnt, entpuppt sich sehr schnell als ein haarsträubend chaotisches Abenteuer voller Pannen, Zoff, lustig-schräger Begegnungen und unvergesslicher Marmeladenglasmomente.
 
Ein wunderbares Kinderbuch hat die Judith Allert hier mal wieder gezaubert! „Knäckebrothelden“ ist eine warmherzige Geschichte über Familienzusammenhalt, das Abschiednehmen und die Kraft gemeinsamer Erinnerungen. Ein herrlich turbulenter Roadtrip-Roman für alle ab 10 Jahren, der trotz ernster Themen tröstlich und unterhaltsam daherkommt. Tragik und Komik sind hier einfach perfekt ausbalanciert. Die Geschichte wird mit viel Humor und erfrischender Leichtigkeit aus der Sicht von Sam erzählt und hält eine ganze Palette an liebenswerten Charakteren bereit. Zusammen mit ihm und seiner Familie begibt sich auf auf eine ziemlich abenteuerliche und etwas überspitzt-verrückte Reise, die unheimlich viel Spaß macht und zugleich auch sehr zum Nachdenken anregt.
„Knäckebrothelden“ ist ein wirklich schönes Kinderbuch für Lesen jeden Alters, ich kann es nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Ein herrlicher schräger Lesespaß!

Familie von Murks
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Herzlich willkommen auf Schloss Murks, ein ziemlich heruntergekommenes altes Herrenhaus, das die Familie von Murks seit Jahrhunderten ihr Zuhause nennt. Die Murkser, wie sie sich selbst bezeichnen, gelten ...

Herzlich willkommen auf Schloss Murks, ein ziemlich heruntergekommenes altes Herrenhaus, das die Familie von Murks seit Jahrhunderten ihr Zuhause nennt. Die Murkser, wie sie sich selbst bezeichnen, gelten als die vermurksteste Familie in der vermurksten Geschichte der Murkserei. Sie besteht aus Vater Lord Manny, seiner Frau Lady Mollie, ihren Kindern Minnie und Magnus, ihrer Großmutter Lady Murks senior, dem Hausstrauß Cedric und Pegasus, dem imaginieren Pferd von Lady Murks. Obwohl die Murks adlig sind und sogar einen Butler namens Butler haben, sind sie ziemlich pleite. Als die Bank droht, Schloss Murks zu übernehmen, lässt sich Lord Manny auf einen waghalsigen Deal ein. Der Familie von Murks bleibt nur wenig Zeit, um ihren Berg an Schulden zu bezahlen. Ein total chaotisches Abenteuer beginnt, bei dem einer vermurkten Ideen der nächsten folgt. Ob es den Murks wohl gelingen wird, ihr geliebtes Heim zu retten?

Als ein absoluter David-Walliams-Fan durfte ich mir sein neues Werk „Familie von Murks“ natürlich nicht entgehen lassen. Bereits das Cover ist wieder ein Hingucker und verspricht auf den ersten Blick beste Unterhaltung. Etwas schade ist nur, dass dieses Mal der sonst übliche, schön gestaltete Schutzumschlag fehlt – den habe ich persönlich ein wenig vermisst. Und wo ist eigentlich Kioskbesitzer Raj abgeblieben, den der Autor sonst immer gerne als kleinen Running-Gag in seinen Büchern eingebaut hat?

Nichtsdestotrotz handelt sich hierbei um einen typischen Walliams, der von Beginn an in gewohnter Manier daherkommt. Ehe es mit der eigentlichen Geschichte losgeht, werden einem kurz die wichtigsten Personen vorgestellt und schon da wird einem sofort klar, dass man es mal wieder mit unvergesslichen schrägen Vögeln zu tun bekommt. Kleine Kostprobe gefällig? Nun, da hätten wir an erster Stelle natürlich die titelgebende Familie von Murks, die zurecht als die vermurkste Familie der Welt gilt. Lord Manny beispielsweise erfindet die verrücktesten Dinge (mein persönliches Highlight: Eine Toilette für zwei, auf der Verliebte zusammen ihr Geschäft verrichten können. Super romantisch...oder auch nicht, lol). Seine Frau Lady Mollie ruft ständig Hüa, obwohl sie gar kein Pferd besitzt und ihr Sohn Magnus liebt alles, was eklig ist. Eins ist sicher: Langweilig wird es mit dieser skurrilen Truppe zu keiner Zeit! Die Geschichte sprüht nur so vor köstlich irrsinniger Dialoge, haarsträubenden Wendungen und absurden Szenen. Bisweilen ist die Story schon recht klamaukig, aber Kinder werden den Humor garantiert lieben, allen voran das viele Gepupse.

David Walliams weiß einfach, wie man lustige Kinderbücher schreibt und sogar Lesemuffel durchweg bei Laune hält. Von den über 370 Seiten sollte man sich nicht abschrecken lassen, diese sind wirklich im Nu gelesen. Die Kapitel sind angenehm kurz, es gibt die vertrauten Schriftspielereien und der Text wird von zahlreichen humorvollen schwarz-weiß Illustrationen begleitet, beigesteuert von dem wunderbaren Adam Stower. Ein großes Lob gebührt allerdings auch wieder der Übersetzerin Bettina Münch, die den wortwitzigen Text hervorragend ins Deutsche übertragen hat.

Dies wäre jedoch kein echter Walliams, wenn in dem ganzen Aberwitz nicht auch etwas fürs Herz sowie wichtige Lebenslektionen stecken würden. So vemurkst die Murks auch sein mögen, sie zeigen uns auch einmal mehr, dass es nichts Wertvolleres im Leben gibt als Familienbande.

Fazit: „Addams Family“ – Fans aufgepasst: Hier kommt die Familie von Murks! „Familie von Murks“ ist eine turbulente, warmherzige und urkomische Geschichte über Familie, Zusammenhalt und Heimat. Ein herrlich abgedrehter und vermurkster Lesespaß für alle ab 9 Jahren. Ich habe mich beim Lesen mal wieder prächtig amüsiert und kann das nächste Buch von David Wallaims schon jetzt kaum erwarten. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!

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