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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2025

Beeindruckend realistisch, überraschend einfallsreich und dazu spannend erzählt

Krügers Fälle / Rentner Mikado
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Mich hat sofort das fantastische Cover angesprochen! Eine historisch wirkende Gaslaterne, ein altes metallenes Zunft- oder Ladenschild in der einfallenden Dämmerung und dazu die unheilverkündenden Raben. ...

Mich hat sofort das fantastische Cover angesprochen! Eine historisch wirkende Gaslaterne, ein altes metallenes Zunft- oder Ladenschild in der einfallenden Dämmerung und dazu die unheilverkündenden Raben. Richtig schön düster und mysteriös.
Und mehr als mysteriös wäre auch der Cold Case, würde man nicht parallel dem Täter über die Schulter schauen dürfen. Man ahnt, rätselt und beobachtet Krügers Ermittlungen, darf an seinen recht gut nachvollziehbaren Methoden teilhaben und sich hin und wieder auch richtig amüsieren. Der beeindruckend realistische und raffinierte Fall öffnet sich der Leserschaft im Verlauf des Buches, ist unterhaltsam, sehr einfallsreich und spannend erzählt. Krimi-Fans werden die Gänsehaut vermissen, aber ich fand Krügers Fall, der übrigens mein erster war und nicht unbedingt Vorkenntnisse erfordert, ausgesprochen flüssig und amüsant, schon ein wahrer Pageturner, denn er liest sich unglaublich flüssig und ich denke, das wird nicht mein letzter Fall von Kommissar Krüger sein!

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Die wundersamen Erlebnisse eines armen Krabbenfischers

Der Krabbenfischer
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Thomas Flett, Anfang zwanzig, hat seinem Großvater zuliebe die Schule verlassen und verdient nach dessen Tod den Lebensunterhalt für sich und seine junge Mutter. Ihrer beider Leben ist karg, die Arbeit ...

Thomas Flett, Anfang zwanzig, hat seinem Großvater zuliebe die Schule verlassen und verdient nach dessen Tod den Lebensunterhalt für sich und seine junge Mutter. Ihrer beider Leben ist karg, die Arbeit als Krabbenfischer verlangt Tom viel ab, sie ist hart, ungesund und gefährlich. Und sein heimlicher Traum von Musik und Glück liegt in weiter Ferne.

Das Cover ist wirklich fantastisch gelungen und harmoniert sehr eindrucksvoll mit dem Titel. Man bekommt sogleich eine Vorstellung der harten Arbeit, die Benjamin Wood sehr eindringlich beschreibt. Überhaupt scheint Toms Leben sehr eintönig und schwer zu sein. Bis eine seltsame Begegnung nicht nur Abwechslung, sondern auch eine neue Wendung bringt.
Benjamin Wood erzählt flüssig, ruhig und auch sehr melancholisch über Toms Alltag. Man erfährt viel über die Gefahren des Krabbenfischens, darf an Toms Gedanken teilhaben und kann seine Ängste und Träume nachvollziehen. Es ist die Begegnung mit dem Regisseur Edward Acheson, der dieses gleichmäßige Leben durcheinanderbringt, eine wage Hoffnung erzeugt und letztendlich zu einer Veränderung führt. Ich war hin- und hergerissen von den sonderbaren Begebenheiten, wusste nicht recht, wie ich sie sehen sollte: witzig oder traurig? Von beidem etwas? Das Ende ist auf jeden Fall versöhnlich und sehr warmherzig und macht zufrieden.
Das Hörbuch wird exzellent gelesen von Raschid Daniel Sidgi, der Emotion und Hingabe in seine angenehme Stimme legt und den Grundton der Geschichte hervorragend wiedergibt.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Ein melancholischer Roman über Liebe, Verlust und den Trost der Natur

Wilder Honig
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Als Hannah ihren John verliert, hinterlässt er Trauer und elf Briefe. Was dieses Vermächtnis in Hannah auslöst und wie sie versucht, es zu bewältigen, das erzählt dieser leise, sehr melancholische Roman.

Das ...

Als Hannah ihren John verliert, hinterlässt er Trauer und elf Briefe. Was dieses Vermächtnis in Hannah auslöst und wie sie versucht, es zu bewältigen, das erzählt dieser leise, sehr melancholische Roman.

Das romantische Gemälde wie auch der Titel passen sehr gut zu dieser Geschichte. Caryl Lewis nimmt uns mit in die walisische Landschaft, in der Hannah seit Kindheitstagen lebt. In diesem alten, vertrauten Landhaus, umrundet von Obstgärten und Natur, hat sie ihre Zeit mit John verbracht, der allerdings ein unerwartetes Geheimnis hütete.
Was diese warmherzigen, sehr offenen Briefe in Hannah nun an zwiespältigen Gefühlen auslösen, wie zwei weitere Frauen ihr dabei bewusst und unbewusst helfen, diese zu verarbeiten, das wird hier sehr melancholisch und puristisch, eingebettet in die Jahreszeiten erzählt, große Emotionen bleiben aber aus und man hat stets das Gefühl, die Szenerie von außen zu betrachten.
Trotz der großen Enttäuschung bleibt der Erzählstrang von Hannah ruhig, an ihren Empfindungen kann man kaum teilhaben, aber man versteht die Wendung und kann damit Frieden schließen. Sehr beeindruckt hat mich das große Wissen und die Zuneigung zu den Bienen, deren Fortbestand (im Buch) glücklicherweise gesichert ist.
Ein melancholischer Roman, ruhig und fließend, der auch viel Lebensweisheit vermittelt.

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Wem kannst Du wirklich vertrauen?

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Julia hat ihr Herz im Handumdrehen an den smarten Lars verloren, die Heirat steht kurz bevor. Da taucht völlig unerwartet ihre Freundin Nicki auf, mit der sie innige Zuneigung und schöne Erlebnisse verbinden, ...

Julia hat ihr Herz im Handumdrehen an den smarten Lars verloren, die Heirat steht kurz bevor. Da taucht völlig unerwartet ihre Freundin Nicki auf, mit der sie innige Zuneigung und schöne Erlebnisse verbinden, die sie aber aufgrund der neuen Liebe vernachlässigt hat. Und Nicki hat ein ungewöhnliches Geschenk zum Junggesellinnenabschied dabei!

Das Cover ist wunderschön gestaltet, zeigt die Düsternis des Waldes, einen verschlungenen Pfad, Wasser spiegelt sich im Licht. Und düster, mysteriös und super spannend gestaltet sich auch der Ausflug, den die beiden ehemaligen Studentinnen in Schweden antreten.
Sprachlich sehr eindringlich, schaurig und detailreich erzählt, ist man sehr schnell gefangen von der Tiefe der Wälder, der Einsamkeit der Region und der Heftigkeit des Wetters, das den beiden Frauen zum Verhängnis wird. Ausgesetzt einer latenten, stets unterschwellig vorhandenen Gefahr, begleitet man sie auf dem Kungsleden und darf an ihren Entbehrungen und Ängsten teilhaben. Etwas zum Aufatmen sind zwischendurch die Berichte aus Nickis und Julias Leben, die dann aber eine krasse psychologische Manipulation aufdecken und den Schrecken weiter vertiefen.
Ein gelungener, super spannender Plot, bei der mir leider hin und wieder die Stimme von Ann-Kathrin Hintz eine zusätzliche Gänsehaut bereitet hat, denn sie versteht es nicht nur, wunderbar fesselnd zu lesen, sondern auch reichlich Drama zu verbreiten, was dann manchmal etwas unangenehm im Ohr klingt.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Vom Erbe und den Chancen der Nachkriegskinder

Sputnik
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1957 schickt Russland seinen ersten Satelliten ins Weltall und seitdem ist „Sputnik“, so dessen Name, vielen in Erinnerung geblieben. Im selben Jahr kommt ein Junge auf die Welt, der diesen Spitznamen ...

1957 schickt Russland seinen ersten Satelliten ins Weltall und seitdem ist „Sputnik“, so dessen Name, vielen in Erinnerung geblieben. Im selben Jahr kommt ein Junge auf die Welt, der diesen Spitznamen erhält. Und die Leserschaft darf diesen Jungen auf seinem Weg durch sämtliche Höhe und Tiefen der Kindheit und Jugend bis ins frühe Erwachsenenleben begleiten.

Nach seinen ersten beiden erfolgreichen Büchern darf man nun endlich mehr von Christian Berkel erfahren, denn er bezeichnet seinen Roman selbst aus autobiographisch und es liegt nahe, dass er, voller Charme und Selbstironie, aus seinem eigenen Leben erzählt.
Für mich war es auch ein kleiner Ausflug in meine eigene Kindheit und Jugend, ich bin nur wenig später geboren und mein Vater hat mich ebenfalls sehr liebevoll Sputnik genannt.
Was Christian Berkel allerdings erlebt, ist eher ungewöhnlich. Eltern waren damals streng, achteten auf gutes Benehmen, Anstand und eine gute Ausbildung, während Sputnik schon extrem früh jede Menge Freiheiten genießt und sprichwörtlich in Sex and Drugs and Rock ‘n Roll abdriftet. Die Zeit mag so gewesen sein, aber für mich war das stellenweise einfach zu viel, etwas zu grob und auch irgendwie übertrieben. Im großen Gegensatz dazu steht das Erlebnis beim Besuch der Eltern, als er längst Fuß gefasst hatte und sich mit dem Holocaust und den Kriegserlebnissen der Eltern auseinandersetzen muss.
Es ist eine insgesamt spannende Geschichte um das Erwachsenwerden in einer Zeit des Aufschwungs und Aufbruchs, die sehr gut den Zwiespalt dieser Generation widerspiegelt. Mitreißend und bewegend geschrieben, ist dies sicherlich Christian Berkels persönlichstes Buch.

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