Ein ruhiges Buch über eine ältere Frau
Neben FremdenRosa lebt alleine. Nach langen Jahren als Krankenpflegerin ist sie nun in Pension. Ihr Partner ist vor kurzem verstorben. Wirklich gute Freunde hat sie nicht. Da gibt es eine Bekannte, die sich öfters ...
Rosa lebt alleine. Nach langen Jahren als Krankenpflegerin ist sie nun in Pension. Ihr Partner ist vor kurzem verstorben. Wirklich gute Freunde hat sie nicht. Da gibt es eine Bekannte, die sich öfters mit ihr treffen will, wobei Rosa meistens Ausflüchte sucht, um sie nicht sehen zu müssen - gar so nahe steht sie ihr nicht. Dann gibt es die Nachbarin: eine alleinerziehende Mutter mit zwei Teenager-Kindern, deren Vater schon lange von der Bildfläche verschwunden ist und die zeitweise Partnerschaften eingeht: eine mit einem Schläger, der erst das Weite sucht und von ihr ablässt, als Rosa eingreift.
Hunde liebt Rosa auch... einen hat sie schon lange, dann kommt noch eine verlassene Oma dazu. Und Rosas alte Mutter lebt auch noch, zu ihr hat Rosa kein sonderlich gutes Verhältnis, kümmert sich aber so halbherzig um sie. Ach ja, und dann gibt es ja auch noch den lange erwachsenen Sohn Tom, der schon als Jugendlicher auf die schiefe Bahn geraten ist, die Schule abgebrochen hat, bei Bekannten und auf der Straße gelebt hat, Suchtprobleme hatte und nur selten von sich hören ließ... meistens, wenn er Geld brauchte. Von ihm hat Rosa nun schon seit sieben Jahren nichts mehr gehört.
Es ist insgesamt ein einsames Leben, das die österreichische Pensionistin Rosa, die Hauptfigur dieses Romans, so lebt. Wenig noch vorhandene tiefer gehende Beziehungen, auch wenn sie durchaus eine liebenswerte und hilfsbereite Person ist, die sich für ihre Nachbarn einsetzt und Hunde liebt. Damit ist sie etwas naive und gutmütige Rosa durchaus eine, die man gerne einen Roman lang mit ihren Gedanken und Überlegungen und ihrer Sichtweise auf die Welt begleitet.
Es ist ein ruhiges Buch, in dem nur relativ wenig passiert. Ein bisschen schade habe ich gefunden, dass die in der Beschreibung angekündigte Geschichte mit dem verschwundenen Sohn insgesamt nicht mehr Raum einnimmt, daraus hätte sich mehr machen lassen. Insgesamt aber ein solides Buch, dem ich 4 von 5 Sternen gebe, und das ich durchaus empfehlen kann, wenn man ein ruhiges Buch über eine ältere weibliche Figur und deren Gedanken- und Gefühlswelt lesen möchte.