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Veröffentlicht am 10.09.2025

✎ Míriam Tirado - Das geheime Band der Liebe

Das geheime Band der Liebe
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Ich hatte große Erwartungen an „Das geheime Band der Liebe“ und tatsächlich ist das Buch sehr emotional. Im Mittelpunkt steht die schöne Idee, dass Kinder niemals allein sind, weil ein unsichtbares Band ...

Ich hatte große Erwartungen an „Das geheime Band der Liebe“ und tatsächlich ist das Buch sehr emotional. Im Mittelpunkt steht die schöne Idee, dass Kinder niemals allein sind, weil ein unsichtbares Band sie mit allen verbindet, die sie lieben. Diese Botschaft ist tröstlich und warmherzig, die beschriebenen Situationen sind (meist) behutsam gewählt und voller Zuneigung.

Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass sehr viele Themen in die Geschichte gepackt wurden. Neben dem Kinderwunsch einer Frau geht es auch um den Tod, um ein Kind, das im Kindergarten weint, weil es die Mama vermisst, und sogar um den Wunsch nach einem Haustier. Für ein Bilderbuch mit rund 60 Seiten wirkt das fast ein wenig überladen.

Besonders das Thema Tod hat mich überrascht. Zwar ist es ein wichtiges Thema, doch ich persönlich würde einem kleinen Kind nicht ohne Anlass erklären, dass die Großeltern irgendwann sterben werden. In der Geschichte wird kein akuter Abschied thematisiert, und ich finde, dass ein vierjähriges Kind die Verbindung zwischen den Falten einer Oma und dem Altern kaum versteht.

Auch das Ende mit dem Hund hat bei uns eher für Unruhe gesorgt. Mein Kind wünscht sich seither ebenfalls einen Hund, was wir aus persönlichen Gründen nicht erfüllen können. An dieser Stelle zeigt sich, dass die Geschichte je nach Familiensituation sehr unterschiedliche Reaktionen hervorrufen kann.

Die Illustrationen sind in Ordnung, aber sie wirken recht schlicht. Auf den Bildern gibt es wenig Details zu entdecken, und alle Figuren sind weiß dargestellt. Hier hätte ich mir mehr Diversität gewünscht, damit sich unterschiedliche Kinder besser wiederfinden können.

Insgesamt bleibt für mich ein zwiespältiger Eindruck: „Das geheime Band der Liebe“ hat eine berührende Botschaft, aber die Fülle an Themen - und manche Darstellungen davon - sind nicht unproblematisch. Das Buch ist in meinen Augen daher wertvoll und tröstlich, aber es beinhaltet ebenso schwer greifbare Aspekte für jüngere Kinder.

Ganz toll finde ich übrigens, dass es hier wieder eine kostenlose Hörversion dazu gibt.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 29.08.2025

✎ Anna Menon & Keri Vasek - Bis zu den Sternen und wieder zurück ...

Bis zu den Sternen und wieder zurück ... - Liebeserklärung einer Drachenmama
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Manchmal sind es die kleinen Momente in einem Kinderbuch, die am längsten nachhallen. In „Bis zu den Sternen und wieder zurück …“ begleiten wir eine Drachenmama auf ihrem Weg ins Weltall.

Bevor sie überhaupt ...

Manchmal sind es die kleinen Momente in einem Kinderbuch, die am längsten nachhallen. In „Bis zu den Sternen und wieder zurück …“ begleiten wir eine Drachenmama auf ihrem Weg ins Weltall.

Bevor sie überhaupt abhebt, wird klar, wie viel harte Arbeit und Ausdauer nötig sind, um Großes zu erreichen. Genau darin liegt für mich der besondere Reiz: Die Geschichte macht Kindern verständlich, warum ein Elternteil auch mal länger weg sein kann, sei es wegen eines besonderen Jobs oder einer großen Aufgabe, und zeigt gleichzeitig, dass Liebe und Verbundenheit auch über Distanzen bestehen bleiben.

Beim Vorlesen habe ich selbst viele Gefühle durchlebt: die Traurigkeit des Abschieds, die Anspannung während der Reise, die große Wärme, die in jeder Geste der Drachenmama steckt, und schließlich die Freude über die Heimkehr. Dieser Bogen öffnet Türen für Gespräche mit Kindern über Trennung, Sehnsucht und Wiedersehen.

Und doch gibt eine Stelle, die mich nachdenklich machte.Die Passage, in der die Drachenmama sagt, sie komme immer zurück, empfinde ich als schwierig. Natürlich ist der Gedanke tröstlich, doch die Realität ist eben unsicherer. Man wünscht es sich so sehr - jeden Tag -, doch wirklich sicher kann niemand sein, denn es kann immer etwas passieren. Und da ich das selbst bereits erleben musste, wie schnell man einen geliebten Menschen verlieren kann, mag ich es einfach nicht, dass man diesen Satz inflationär nutzt.

Optisch ist das Buch etwas Besonderes. Die Illustrationen wurden aus Knete geformt, und obwohl die Figuren schlicht wirken, steckt eine erstaunliche Detailfülle darin. Unterschiedliche Strukturen, Farbnuancen und kleine Akzente laden dazu ein, länger hinzusehen.

Besonders schön finde ich den Anhang, in dem erklärt wird, wie das Buch entstanden ist. Zu wissen, dass Anna Menon die Geschichte sogar live aus dem Weltall vorgelesen hat, macht das Ganze fast magisch. Die Aufnahme kann man sich online ansehen - und allein dieser Gedanke verleiht dem Buch eine besondere Authentizität.

Ich finde das Buch eine niedliche Idee, die für Anna Menons Familie sicher ein Stück Ewigkeit ist. Der Weltraumbezug macht die Geschichte einzigartig, doch in ihrem Kern erzählt sie etwas sehr Universelles: dass Liebe und Nähe nicht an Orte gebunden sind, sondern überall hinreichen können.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 19.08.2025

✎ Vanessa Walder - Nightmore: Das gruseligste Internat der Welt 1 Plötzlich Werwolf

Nightmore - Das gruseligste Internat der Welt (Band 1) - Plötzlich Werwolf
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Meine Tochter ist sieben Jahre alt und liebt alles, was ein bisschen gruselig ist. Am liebsten würde sie Horrorfilme schauen - was wir natürlich nicht erlauben. In den Ferien wollte ich ihr aber etwas ...

Meine Tochter ist sieben Jahre alt und liebt alles, was ein bisschen gruselig ist. Am liebsten würde sie Horrorfilme schauen - was wir natürlich nicht erlauben. In den Ferien wollte ich ihr aber etwas in diese Richtung ermöglichen und wir haben uns für „Nightmore: Das gruseligste Internat der Welt 1 Plötzlich Werwolf“ von Vanessa Walder entschieden. Die Autorin war meiner Tochter schon durch eine Lesung („Wie zähmt man einen Drachen“) an ihrer Schule bekannt, und so schien das Buch wie eine spannende Entdeckung.

Meine Tochter wollte das Abenteuer zunächst alleine auf dem Kobo starten - ihr erster Versuch, auf einem E-Reader zu lesen. Doch die Begeisterung hielt nicht lange an. Schon nach wenigen Seiten meinte sie, die Handlung sei zu unverständlich und langweilig. Auch die vielen Wörter auf einer Seite haben sie als Leseanfängerin eher abgeschreckt.

Also habe ich das Buch selbst gelesen, um zu sehen, ob es einfach nur der Lesesituation geschuldet war. Tatsächlich ist die Grundidee spannend: Fynn, der ungewollt zum Werwolf wird, muss sich in einer geheimnisvollen und düsteren Welt zurechtfinden. Für mich als Erwachsene wirkte das durchaus unterhaltsam, kindgerecht und originell. Dennoch merkte ich, dass es nicht unbedingt leicht zugänglich ist - vor allem für Kinder, die noch nicht so geübt in diesem Genre sind.

Um meiner Tochter entgegenzukommen, haben wir die Hörbuchversion ausprobiert. Das hat schon deutlich besser funktioniert. Der Sprecher macht einen tollen Job, bringt Stimmen abwechslungsreich ein und verleiht den Figuren Leben. Begleitend haben wir im eBook die Illustrationen angesehen, die wirklich gelungen sind und bei manchen Wesen sehr geholfen haben. Besonders die Darstellung der Dämonin fanden wir stark, auch wenn die Stimme aus dem Hörbuch nicht recht zu unserem Bild passen wollte. (und dennoch absolut passend ist)

Weniger gut kamen die grau hinterlegten Einschübe an, in denen englische Wörter erklärt und kleine Witze eingebaut werden. Meine Tochter verstand den Humor nicht, und auch ich fand manche Stellen eher ermüdend. Bestimmte Hinweise werden so oft betont und wiederholt, dass sie irgendwann ihre Wirkung verlieren. Auch Begriffe wie „Banshee“ oder „Dämonin“ blieben für meine Tochter unverständlich - auch, wenn erklärt wird, dass es sich um eine Todesfee handelt. Hier hätte ein kleines Glossar am Ende sicher geholfen, um jüngeren Leser*innen, die noch keine Berührungspunkte mit solchen Wesen hatten, den Einstieg zu erleichtern.

Am Ende bleibt für uns der Eindruck: Für Kinder, die schon etwas älter sind oder sich in der Fantasy-Welt besser auskennen, kann „Nightmore“ eine spannende Lektüre sein. Meine Tochter, die mit ihren 7-Jahren und ihren Interessen genau die Zielgruppe darstellt, fand es nur „okay“, vor allem weil sie den Anfang ein bisschen zu zäh und die Erklärungen nicht immer nachvollziehbar fand. Aber die Kombination aus Hörbuch und eBook hat uns dann doch noch gemeinsame Momente geschenkt - und manchmal zählt genau das mehr als die perfekte Geschichte.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 15.08.2025

✎ Martin Baltscheit - Geschichten vom Löwen 1 Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte

Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte
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Viele Familien kennen „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ von Martin Baltscheit - oft steht es im Kinderzimmerregal oder landet sogar als Schullektüre auf dem Tisch.

Das Buch vermittelt ...

Viele Familien kennen „Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“ von Martin Baltscheit - oft steht es im Kinderzimmerregal oder landet sogar als Schullektüre auf dem Tisch.

Das Buch vermittelt sehr charmant, warum Lesen- und Schreibenlernen so wichtig ist, ohne mit dem Zeigefinger zu belehren. Nebenbei lernen Kinder, wie unterschiedlich Tiere ticken - vom Affen bis zum Geier. Die humorvolle Erzählweise macht es leicht, mitzufiebern, auch wenn der Wortschatz eher einfach bleibt.

Die wiederholenden Passagen fand ich als Erwachsene etwas eintönig, mein Kind jedoch mochte sie. Sie sorgen gerade bei Leseanfänger*innen für Sicherheit. Für Kinder, die gerade erst das Lesen entdecken, ist die Mischung aus vielen Bildern, wenig Text und klaren Sätzen ideal. Als leichter Einstieg ins Selberlesen erfüllt es seinen Zweck sehr gut und bringt garantiert den einen oder anderen Schmunzler.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 06.08.2025

✎ Ole & Nils König - Kleine Redner, große Worte

Kleine Redner, große Worte
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Das Buch „Kleine Redner, große Worte: Präsentieren und Reden lernen für Kinder (mit Spaß!)“ von Ole & Nils König möchte Kindern im Alter von 8 bis 13 Jahren spielerisch beibringen, wie sie selbstbewusst ...

Das Buch „Kleine Redner, große Worte: Präsentieren und Reden lernen für Kinder (mit Spaß!)“ von Ole & Nils König möchte Kindern im Alter von 8 bis 13 Jahren spielerisch beibringen, wie sie selbstbewusst präsentieren und vor Publikum sprechen können. Ein großartiges Ziel - schließlich werden Kommunikationsfähigkeiten schon in der Schule immer wichtiger. Doch erfüllt das Buch diesen Anspruch wirklich?

Der Ratgeber ist in zehn Kapitel gegliedert, die Schritt für Schritt durch den Präsentationsprozess führen - von der Themenwahl über den Aufbau bis hin zur Reflexion nach dem Vortrag. Auch Bereiche wie Technik (PowerPoint & Co.), Lampenfieber oder Zielgruppenanalyse werden behandelt.

Inhaltlich bietet das Buch damit eine umfassende Grundlage für Kinder, die ihre ersten Schritte als Rednerinnen machen wollen. Es enthält auch hilfreiche Übungen und Spielideen, um das Gelernte zu festigen - ein echter Pluspunkt, denn Praxisbezug ist gerade bei jungen Lernenden entscheidend.

Allerdings: Beim Lesen wird schnell klar - der Text ist ziemlich textlastig. Für ein Kinderbuch fehlt es an visuellen Ankerpunkten. Wenig Absätze, kaum Hervorhebungen oder farbige Infokästen – das erschwert das Verständnis und fordert selbst erwachsene Leser
innen heraus. Für ein altersgerechtes Lernbuch wäre mehr didaktische Auflockerung wünschenswert gewesen.

Das Buch wurde offiziell für Kinder ab acht Jahren geschrieben. Doch in der Praxis wirkt es eher wie ein Leitfaden für begleitende Erwachsene - seien es Lehrkräfte, Eltern oder pädagogische Fachkräfte. Viele Inhalte sind sprachlich oder konzeptionell so aufbereitet, dass sie ohne Hilfe kaum verständlich sind. Damit wird die Zielgruppe leider etwas verfehlt.

Es wäre schön gewesen, wenn Kinder das Buch selbstständig durchblättern, lesen und verinnerlichen könnten - mit klaren Zusammenfassungen am Kapitelende oder kleinen Reflexionsseiten, auf denen sie ihre Gedanken notieren. So entsteht der Eindruck, dass Kinder zwar adressiert, aber nicht wirklich als eigenständige Leserinnen ernst genommen werden.

Auch in Sachen Gestaltung zeigt sich Verbesserungspotenzial. Der äußere Buchrand ist zwar großzügig, innen aber lässt sich nur schwer etwas markieren oder notieren. Für ein Arbeitsbuch, das zur aktiven Auseinandersetzung einlädt, ist das eher unpraktisch. Das Format wirkt insgesamt etwas unhandlich - nicht unbedingt ideal für Kinderhände.

Ein Glossar ist grundsätzlich eine sinnvolle Ergänzung. Hier allerdings wirken einige Begriffe überflüssig erklärt. Dass Kinder in diesem Alter bereits wissen, was „Applaus“, „Pause“ oder „Zuhörer“ bedeutet, darf man voraussetzen. Eine stärkere Auswahl an Begriffen, die wirklich erklärungsbedürftig sind hätte hier deutlich mehr Mehrwert geboten.

„Kleine Redner, große Worte“ verfolgt ein wichtiges und wertvolles Ziel: Kindern Mut zu machen, sich auszudrücken, vor Gruppen zu sprechen und ihre Ideen überzeugend zu präsentieren. Die Inhalte sind fundiert, praxisnah und bieten viele gute Ansätze.

Doch das Buch bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück, weil es seine junge Zielgruppe nicht genug in den Fokus rückt. Statt kindgerechter Aufbereitung und motivierender Gestaltung setzt es auf ausführlichen Fließtext, der ohne erwachsene Unterstützung schwer zu bewältigen ist.

Für Eltern, Lehrkräfte oder Trainer
innen kann es dennoch ein wertvolles Werkzeug sein - besonders, wenn sie Kinder beim Präsentieren aktiv begleiten möchten. Wer allerdings auf ein Buch hofft, das Kinder eigenständig durch das Abenteuer „Reden lernen“ führt, wird hier eher enttäuscht.

©2025 Mademoiselle Cake