Genial!
The Tainted CupFantasy x Krimi ist ja bekanntlich mein liebstes Genre und da musste ich The Tainted Cup einfach lesen/hören. Robert Jackson Bennett schickt den jungen Dinios "Din" Kol als Gehilfen zur in Verruf geratenen ...
Fantasy x Krimi ist ja bekanntlich mein liebstes Genre und da musste ich The Tainted Cup einfach lesen/hören. Robert Jackson Bennett schickt den jungen Dinios "Din" Kol als Gehilfen zur in Verruf geratenen Ermittlerin Ana und schon nach kurzer Zeit haben sie es mit einem grausigen Mord zu tun, bei dem einem hohen Offizier ein Baum aus der Lunge gewachsen ist. Bei ihren Ermittlungen decken sie nach und nach Geheimnisse rund um das Reich und den Adel auf.
So weit so gut. Auch wenn ich etwas Mühe mit den Begriffen (so heissen die Ermittler Iudex, die Ingenieure gehören den Iyalets an und so weiter und so fort) und entsprechend manchmal das Gefühl hatte, auf dem Schlauch zu stehen, konnte mich der Fantasy x Krimi-Mix voll abholen. Nicht zuletzt auch wegen dem gigantisch genialen Worldbuilding. Im Ernst, sowas hab ich noch nicht gelesen. Die Menschen sind mit Plantaten und Beizen verbessert, damit sie grösser, schneller, stärker sind, aber nicht im Sinne von Superhelden sondern einfach für bestimmte Berufsgruppen. So ist der Protagonist Din ein Gravierer; er kann sich alles mittels Düften 'abspeichern' und hat so ein eidetisches Gedächtnis. Das Reich ist stets bedroht von gigantischen Leviathanen aus dem Meer, was eine andauernde Gefahr und ein flaues Gefühl verursacht. Einfach top geschrieben und umgesetzt, ich bin begeistert!
Din fand ich btw sehr gelungen. Er ist Dyslexiker und musste für seinen Abschluss schummeln. Nun hat er ständig Angst, dass das ans Licht kommt und entsprechend gibt er sich besonders Mühe um sich zu beweisen. Seine Charakterentwicklung hat mir gut gefallen.
Ana auf der anderen Seite war... eine noch etwas verschrobenere Ermittlerin als Sherlock Holmes, aber Ähnlichkeiten lassen sich nicht leugnen. Phasenweise hab ich sie gefeiert, an anderen Stellen fand ich sie nervig.
Das Buch bringt zwar einen Love Interest mit, Romantik und Spice gibt es aber nur ganz am Rande und nicht im herkömmlichen Sinne von X liebt Y.
Wer also eine High Fantasy-Story mit Sherlock Holmes-Vibes, genialem Worldbuilding und ohne Romance/Spice sucht und gegenüber Botanical Horror nicht abgeneigt ist (wobei es nicht Überhand nimmt), wird hier garantiert fündig. Ich habs geliebt und freue mich auf Band 2.
4.5 Sterne