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Veröffentlicht am 18.04.2017

Superspannend

Wenn das Eis bricht
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Im Haus des schwedischen Geschäftsmanns Jesper Orre in Stockholm wird eine schrecklich zugerichtete Frauenleiche gefunden, der Hausbesitzer ist verschwunden. Schnell drängt sich der Verdacht auf, dass ...

Im Haus des schwedischen Geschäftsmanns Jesper Orre in Stockholm wird eine schrecklich zugerichtete Frauenleiche gefunden, der Hausbesitzer ist verschwunden. Schnell drängt sich der Verdacht auf, dass Orre, Inhaber der Modekette Clothes and More, der Mörder ist. Die Tat erinnert an einen anderen Mord, der vor 10 Jahren stattgefunden hat. Doch welche Verbindung gibt es zwischen dem Mörder und den Opfern?
Um dies herauszufinden, bittet die Stockholmer Polizei die Kriminalpsychologin Hanne um Hilfe. Was die Kollegen nicht wissen: Hanne ist krank, sie leidet an beginnender Demenz. Es ist daher eine große Herausforderung für sie, an dem Fall mitzuarbeiten, da sie in ständiger Angst davor lebt, dass ihr Gedächtnis sie im Stich lassen könnte.
Die Geschichte wird aus dreierlei Perspektiven erzählt. Da ist zunächst Peter, Ermittler bei der Mordkommission Stockholm, dann die Kriminalpsychologin Hanne und schließlich Emma, die als Verkäuferin in einem Clothes and More Laden arbeitet. Je tiefer wir in die Geschichte eintauchen, umso mehr erfahren wir über das Leben dieser drei Personen.
Peter ist ein Einzelgänger, der sich auf keine Beziehungen einlassen kann und es ablehnt, Verantwortung für andere zu übernehmen. Auch Emma lebt allein. Das einzige Lebewesen, mit dem sie ihr Leben teilt, ist ihr Kater. Seit sie als Schülerin von einem Lehrer sexuell missbraucht wurde, ist sie nicht mehr in der Lage, Beziehungen einzugehen. Umso glücklicher ist sie, als ein attraktiver Mann beginnt sich für sie zu interessieren. Doch die Beziehung entwickelt sich anders als erhofft.
Hanne wiederum lebt in einer unglücklichen Ehe mit einem Mann, der sie am liebsten jetzt schon entmündigen würde...
„Wenn das Eis bricht“ ist ein spannender und im übrigen hervorragend übersetzter Roman, den ich am liebsten nicht aus der Hand gelegt hätte. Nach den 600 Seiten hätte ich am liebsten nochmal von vorne angefangen, denn am Ende weiß man Dinge, die alles in einem anderen Licht erscheinen lassen. Unbedingt lesen!

Veröffentlicht am 21.03.2026

Warum leuchtet der Mond?

Kleine und große Wunder des Weltalls
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Als ich das Buch „Kleine und große Wunder des Weltalls“ des Carlsen Verlags zum ersten Mal durchgeblättert habe, hatte ich die Befürchtung, meinen fast fünfjährigen Enkel mit den geballten Informationen, ...

Als ich das Buch „Kleine und große Wunder des Weltalls“ des Carlsen Verlags zum ersten Mal durchgeblättert habe, hatte ich die Befürchtung, meinen fast fünfjährigen Enkel mit den geballten Informationen, die in diesem Buch präsentiert werden, zu überfordern. Doch ich hätte mir keine Gedanken zu machen brauchen, denn er stürzte sich mit Begeisterung auf die Seiten und ich bin erstaunt, wie viel Fachwissen bei ihm hängenbleibt. So erklärte er später seinen Eltern, wieso der Mond leuchtet und warum Pluto traurig ist. Sehr hilfreich sind die schönen Illustrationen, zum Beispiel die schwitzende Venus, die anschaulich zeigt, wie heiß es auf ihrem Planeten ist! Auch das Kapitel über die Milchstraße muss ich immer wieder vorlesen, vor allem schwarze Löcher, die alles verschlucken, findet er faszinierend. Im Übrigen bietet das Buch auch für Erwachsene so manche neue Information. Ich hatte zumindest noch nie von der Oortschen Wolke gehört!
Wir haben noch längst nicht alle Kapitel gelesen und dieses schöne und informative Buch wird uns sicher noch lange begleiten! Herausheben möchte ich noch die wirklich ansprechende Gestaltung und den stabilen Einband mit Golddruck, auf dem sich die Planeten um die Sonne scharen. Ein schönes und lehrreiches Buch für wissbegierige Kinder.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Auf der Suche nach der eigenen Identität

Niemands Töchter
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Judith Hoerschs Debütroman „Niemands Töchter“ handelt von vier Frauen, Marie, Gabriele, Alma und Isabell. Am Anfang fand ich es ausgesprochen verwirrend, zwischen den Kapiteln, die aus der Sicht der einzelnen ...

Judith Hoerschs Debütroman „Niemands Töchter“ handelt von vier Frauen, Marie, Gabriele, Alma und Isabell. Am Anfang fand ich es ausgesprochen verwirrend, zwischen den Kapiteln, die aus der Sicht der einzelnen Frauen erzählt werden, hin- und herzuspringen, zumal auch die Zeitebenen ständig wechseln. Auch die Beziehung der Frauen untereinander ist lange unklar. Nachdem ich den Versuch aufgegeben habe, die Puzzlestücke zeitlich einzuordnen, und einfach darauf vertraut habe, dass alles irgendwann Sinn ergibt, fand ich das Buch deutlich angenehmer zu lesen.
Es geht um die Themenbereiche „wer bin ich und wo gehöre ich hin?“. Alma spürt schon seit ihrer frühen Kindheit in ihrer Familie, die aus Mutter und Großeltern besteht, dass sie nicht nur äußerlich anders ist. Die Frage nach dem Vater wird ausweichend beantwortet. Als sie als junge Frau erfährt, dass sie adoptiert ist, bricht sie den Kontakt zur Mutter ab und zieht nach Berlin. Diesen Teil der Geschichte konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Warum dieser unerbittliche Bruch mit der Adoptivmutter, die doch alles für ihr Kind getan hat?
Isabell, die andere Tochter in der Geschichte, wächst mit Mutter und Vater gutsituiert in Berlin auf. Der Vater, ein erfolgreicher Arzt, ist an seiner Tochter nicht sonderlich interessiert und betrachtet Isabells Mutter mehr oder weniger als „trophy wife“, eine hübsche Frau, mit der man angeben kann. Als diese stirbt, bricht für die zehnjährige Isabell eine Welt zusammen.
Das Schicksal führt Alma und Isabell beide in dieselbe psychotherapeutische Praxis. Die beiden lernen sich kennen und merken, dass sie viel mehr gemeinsam haben als geahnt.
Obwohl ich mich mit keiner der Personen wirklich identifizieren konnte und so manche Entscheidung für mich nicht nachvollziehbar war, hat mich die Geschichte gefesselt. Der Schreibstil ist packend, die Personen und ihre Lebenssituationen gut beschrieben. Vor allem Almas Kindheit in einem kleinen Dorf in der Eifel im Haus ihrer bodenständigen Großeltern fand ich äußerst realistisch dargestellt. Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Bis dass der Tod euch scheidet

Very Bad Widows
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Pam, Marlene, Shalisa und Nancy sind seit über dreißig Jahren befreundet. Gemeinsam mit ihren Ehemännern verbringen die vier viel Zeit miteinander und führen ein angenehmes Leben ohne Geldprobleme. Nachdem ...

Pam, Marlene, Shalisa und Nancy sind seit über dreißig Jahren befreundet. Gemeinsam mit ihren Ehemännern verbringen die vier viel Zeit miteinander und führen ein angenehmes Leben ohne Geldprobleme. Nachdem die Ehemänner vor ein paar Jahren bei einer riskanten Investition ihr Erspartes in den Sand gesetzt haben, hängt jedoch der Ehesegen schief. Im Übrigen hat sich bei allen vier Paaren im Laufe der Jahre Routine breitgemacht und vom großen Glück ist nicht mehr viel zu spüren.
Als Marlenes Ehemann Dave bei einem Unfall stirbt und Marlene überraschenderweise eine hohe Lebensversicherungssumme ausbezahlt bekommt, die ihr ein sorgloses Leben sichert, kommen die anderen drei ins Grübeln. Wäre es nicht schön, ebenfalls so viel Geld zur Verfügung zu haben? Durch Zufall erfahren sie, dass auch ihre Ehemänner die entsprechenden Lebensversicherungen abgeschlossen haben…
„Very Bad Widows“ ist eine höchst amüsante und schräge Krimikomödie, die hoffentlich verfilmt wird. Sie überrascht immer wieder durch unterwartete Wendungen. Allerdings hätte sie für meine Begriffe etwas kürzer ausfallen dürfen, das letzte Drittel ist doch ziemlich langatmig und das Ende ein bisschen zu bonbonrosa. Aber alles in allem war es die perfekte Sommerlektüre.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Wie war das möglich?

Am Meer ist es schön
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Die achtjährige Susi Lach wird vom Hausarzt der Familie für zu dünn befunden und in Kur geschickt. Es ist das Jahr 1969 und die Entsendung von Kindern in sogenannte Verschickungsheime wird deutschlandweit ...

Die achtjährige Susi Lach wird vom Hausarzt der Familie für zu dünn befunden und in Kur geschickt. Es ist das Jahr 1969 und die Entsendung von Kindern in sogenannte Verschickungsheime wird deutschlandweit millionenfach praktiziert. Susannes Familie freut sich für sie, denn das Heim in St. Peter Ording liegt direkt am Meer und die Kinder haben dort bestimmt viel Spaß. Die Wirklichkeit sieht vollkommen anders aus. Die Kinder werden nach Strich und Faden drangsaliert, wer sich weigert, beispielsweise die ungenießbare Pampe, die die Kinder als Frühstück erhalten, zu essen, drakonisch bestraft. Die Briefe nach Hause werden von den „Tanten“ diktiert, damit nichts von den wahren Zuständen nach außen dringt. Wer sich nicht vollkommen unterwirft, wird in einen dunklen Keller gesperrt und bekommt im schlimmsten Fall eine Verlängerung des Aufenthalts, weshalb manche Kinder monatelang diesen Qualen ausgesetzt waren. Es ist unglaublich, dass diese Praxis über viele Jahre stattfinden konnte, und das, obwohl die heimkehrenden Kinder ihren Familien über das Erlebte berichtet haben! Im Falle von Susi ist es so, dass die Familie die von ihr geschilderten Ereignisse als blühende Fantasie abtun…
Jahrelang spricht Susanne Lach nicht über diesen prägenden Sommer ihrer Kindheit, der ihr auch als Erwachsene noch Albträume beschert. Erst als Susannes Mutter im Sterben liegt und sie gemeinsam mit ihrer Tochter Julia die Mutter besucht, beginnt sie, ihre Geschichte erneut zu erzählen und dieses Mal glaubt ihr die Mutter.
Es ist mir ein Rätsel, wie ein solch grausames, auf Machtmissbrauch basierendes System über viele Jahre hinweg florieren konnte und dass so viele Menschen daran beteiligt waren! Obwohl mir der Schreibstil teilweise nicht so gut gefallen hat und zum Beispiel die Figur von Edith, Susis Schwester, sehr überzeichnet war, ist „Am Meer ist es schön“ ein aufwühlendes und lesenswertes Buch, das über ein dunkles Kapitel in Deutschlands Geschichte berichtet.

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