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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2025

Fesselnder Krimi

Gejagt durch Brandenburg
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Dieser vierte Fall aus der Feder von Richard Brandeis lässt KHK Carla Stach den wohl ärgsten Albtraum einer Mutter und Polizistin wahr werden: Ihr Stiefsohn Toni soll ein Mädchen erdrosselt haben und ist ...

Dieser vierte Fall aus der Feder von Richard Brandeis lässt KHK Carla Stach den wohl ärgsten Albtraum einer Mutter und Polizistin wahr werden: Ihr Stiefsohn Toni soll ein Mädchen erdrosselt haben und ist auf der Flucht.

Carla, die mit Katharina verheiratet ist, die zwei Kinder, eben Toni und Leonie, in die Ehe mitgebracht hat, wird wegen Befangenheit und Beweismittelunterschlagung (Sie hat Tonis Halskette vom Tatort eingesteckt.) vom Dienst suspendiert. Dass ausgerechnet jener Kollege, mit dem sie an ihrer früherer Dienststelle zusammengekracht ist, nun die Leitung der Ermittlungen übernimmt, ist ihr persönliche SuperGAU.

Heimlich ermittelt sie weiter und entdeckt einen ähnlichen Fall, der sich vor einiger Zeit ereignet hat- Zu ihrem Entsetzen muss sie feststellen, dass es eine Verbindung zu Toni gibt.

Und dann erwischt sie ihre Ehefrau beim Fremdgehen mit einem Mann.

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist der vierte aus der Reihe rund um Carla Stach. Nachdem mich der erste Krimi nicht so gut gefallen hat, habe ich die Serie unterbrochen. Der Klappentext hier hat mich wieder angesprochen und diesmal hat mich der Krimi nicht enttäuscht.

Der Krimi enthält zahlreiche Wendungen und lässt uns in die Abgründe der menschlichen Seele blicken. Psychologisch gut aufbereitet ist dieser vierte Fall ein fesselndes Familiendrama. Autor Richard Brandeis wirft gleich mehrere Fragen auf: Wie gut kennen Eltern ihre Kinder wirklich? Was tun, wenn das Kind straffällig wird? Eine zusätzliche dramatische Note erhält der Krimi zum einen dadurch, dass eine Kriminalbeamtin als (Stief)Mutter betroffen ist und andererseits, dass sie in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt. Das Umfeld, seien es Nachbarn oder Kollegen, holen sofort die moralische Keule aus dem Abstellraum und geben natürlich den beiden Müttern die Schuld. Dem Jungen fehlt die männliche Identifikationsfigur etc. - ist so die Meinung.

Eine kleine Kritik muss ich am Verhalten von Carlas Vorgesetzten anbringen: Warum hat er bei der Auswahl eines externen Ermittlers dessen Vorgeschichte nicht recherchiert? Es ist doch vorhersehbar, dass ein derartiger Narzist nur Schwierigkeiten verursacht.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Fall für Carla Stach 5 Sterne.

Veröffentlicht am 21.08.2025

Ein gelungener Reihenauftakt

Verrat in höchsten Kreisen
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Dieser Auftakt zu einer fesselnden historischen Krimi-Reihe ist voll von Standesdünkel, sozialen Ungerechtigkeiten und Intrigen in der Berliner Polizei von 1864.

Nach einer Verwundung im Deutsch-Dänischen ...

Dieser Auftakt zu einer fesselnden historischen Krimi-Reihe ist voll von Standesdünkel, sozialen Ungerechtigkeiten und Intrigen in der Berliner Polizei von 1864.

Nach einer Verwundung im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 wird Major Dirk von Marun wie einige andere Veteranen in den Polizeidienst versetzt. Auf Grund seiner Kriegsverletzung hinkt Marun, was ihn in den Augen seiner Kollegen und des Vorgesetzten eigentlich vom Polizeidienst, bei dem man ja kriminellen Subjekten nachlaufen muss, ausschließt. Doch gehört Marun nicht zu jenen Polizisten, die rohe Gewalt ausüben, um Geständnisse zu bekommen, sondern studiert lieber die Akten und sammelt lieber stichhaltige Beweise. Damit macht er sich alles andere als beliebt.

Doch dann erhält er von Staatsanwalt von Bucher einen brisanten Auftrag: Er soll einige Herren, die in Verdacht stehen, Staatsgeheimnisse an das Zarenreich zu verraten, unauffällig beobachten und das Handwerk legen. Leider gehören diese fünf Adeligen den höchsten Kreisen des preußischen Adels an, haben Verbindungen zum Thronfolger, gelten daher als sakrosankt und dürfen nicht direkt befragt werden. Eigentlich ein Himmelfahrtskommando. Doch damit kennt sich Dirk von Marun bestens aus.

Als dann eine Kammerzofe aus dem Haus eines möglichen Spions ermordet wird, wird deren Freund zum Sündenbock, obwohl Marun, einen ganz anderen Verdacht hat. Doch sein Vorgesetzter und ein Mitarbeiter, der auf Maruns Posten scharf ist, sind nur auf einfache Lösungen aus und spinnen eine fiese Intrige. Die Frage, wie denn ein einfacher Arbeiter eine Leiche von Berlin an die Nordsee bringen kann, interessiert sie genau gar nicht, den ungeliebten Major loszuwerden, dafür brennend.

Wie Dirk von Marun den heiklen Auftrag lösen wird, könnt ihr hier lesen.

Meine Meinung:

Dieser Reihenauftakt hat mir sehr gut gefallen. Der Autor, dessen Name ein (noch nicht gelüftetes) Pseudonym ist, entführt uns in die Zeit von Otto von Bismarck. Vor kurzem hat er den Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 losgetreten, der wie man heute weiß, eine Art Generalprobe für die Kriege gegen Österreich-Ungarn (1866) und gegen Frankreich (1870/71) gewesen ist. Bismarck spielt in der preußischen und später deutschen Geschichte (s)eine nicht immer saubere Rolle. Allerdings Hochverrat kann und will er nicht dulden. Das schließt den inneren Zirkel in seiner Umgebung und die der Familie Hohenzollern mit ein.

Klöckner lässt uns an den oft prekären Lebensumständen der einfachen Bediensteten teilhaben. Besonders weibliche Dienstboten haben unter den sexuellen Übergriffen ihrer Dienstherren zu leiden, zumal ihnen nicht geglaubt wird. Das muss auch Frieda, eine 28-jährige Haushälterin leidvoll erfahren. Ich denke, Frieda wird in Zukunft noch eine größere Rolle spielen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Krimi rund um den Polizeimajor wider Willen, Dirk von Marun, der mich bestens unterhalten hat, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 20.08.2025

Eine klare Leseempfehlung!

Schwestern der Freiheit
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Heather Morris entführt ihre Leser mit diesem Buch in das Jahr 1942 an einen eher unbekannten Schauplatz des Zweiten Weltkriegs - nach Indonesien. Die japanische Armee okkupiert Singapur. Die Zivilbevölkerung, ...

Heather Morris entführt ihre Leser mit diesem Buch in das Jahr 1942 an einen eher unbekannten Schauplatz des Zweiten Weltkriegs - nach Indonesien. Die japanische Armee okkupiert Singapur. Die Zivilbevölkerung, darunter zahlreiche Europäer versuchen an Bord der wenigen Schiffe zu fliehen. Die australische Krankenschwester Nesta James und die englische Musikerin Norah Chambers ergattern mit vielen anderen einen Platz an Bord der HMS Vyner Brooke, die kurz nach dem Auslaufen von der japanischen Luftwaffe angegriffen und versenkt wird. Es gibt nur wenige Überlebende, darunter die Schwestern Nesta und Ena sowie Norah, die sich an einen der Strände Indonesiens retten können . Wenig später werden sie von japanischen Truppen in eines ihrer berüchtigten Kriegsgefangenenlager gebracht, wo sie der Willkür des Lagerkommandanten ausgeliefert sind. Seelische und körperliche Misshandlungen. Krankheiten und die Ungewissheit, was aus ihren Liebsten sowie den anderen Passagieren geworden ist, lassen den Frauen zunächst kaum Hoffnung.

Obwohl sie den Japanern ausgeliefert sind, lassen sie sich nicht brechen. Gemeinsam versuchen Ena, Nesta und Norah den anderen Gefangenen das Leben so wenig schmerzhaft wie nur möglich zu machen. Dabei entwickeln die internierten Frauen, unter denen sich einige Krankenschwestern des Australian Army Nursing Service (AANS) sowie einige Ordensschwestern befinden, eine mentale Stärke und einen eisernen Überlebenswillen. Sie bieten den Bewachern mit subtilen Mitteln wie Gesang und der Gründung eines Stimmorchesters die Stirn. Unterstützt werden sie von ihrer Mitgefangenen, der US-Amerikanerin Mrs. Hinch, die ihren Vornamen nicht verrät.

Meine Meinung:

Ich habe von Heather Morris bereits zwei andere Bücher („Der Tätowierer von Auschwitz“ und „Die Schwestern von Auschwitz“) gelesen, die durch akribische Recherche und einfühlsamen Schreibstil bestechen. Während wir in Europa eher mehr über Konzentrationslager des NS-Regimes lesen können, sind Bücher Kriegsgefangenlager der Japaner in den von ihnen besetzten Gebieten weniger bekannt. Hier sind Trude Teiges Buch „Und Großvater atmete mit den Wellen“ sowie die Erinnerungen von Dacia Maraini „Ein halber Löffel Reis“, die ihre Kindheit in einem japanischen Internierungslager nur knapp überlebt, eine lohnende, wenn auch nicht einfache Lektüre. Anders als die deutschen Konzentrationslager sind die japanischen zwar nicht auf Massenvernichtung ausgelegt, nimmt aber den Tod von Gefangenen billigend in Kauf.

Dieser historische Roman, der die Leiden der internierten Frauen mit gebotenem Respekt und eindrucksvoll beschreibt, zeigt auf, welchen Gräueln die Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs ausgesetzt war.

Das Nachwort, in dem die Autorin die weiteren Lebenswege der Überlebenden - soweit eruierbar - beschreibt, hat mir sehr gut gefallen. Erschreckend zu lesen, weil typisch männlich: Heimkehrende Soldaten werden als Helden empfangen und gefeiert, die Rückkehr der ehemals internierten Frauen mit mehr oder weniger Achselzucken.

Der Vorname von Mrs. Hinch ist übrigens Gertrude, wie sie Norah beim Abschied aus dem Internierungslager verrät.

Fazit:

Diesem Buch, dem eine wahre Geschichte von Frauen zu Grunde liegt, die in japanischen Kriegsgefangenenlagern über sich hinausgewachsen sind, gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 20.08.2025

Eine detaillierte Biografie

Monsieur Eiffel und sein Turm
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Wer kennt ihn nicht, den Eiffelturm, das Wahrzeichen von Paris? Selbst wenn man diesem 300 Meter hohen Turm noch nie persönlich gesehen hat, muss man von ihm fasziniert sein. Doch wer kennt eigentlich ...

Wer kennt ihn nicht, den Eiffelturm, das Wahrzeichen von Paris? Selbst wenn man diesem 300 Meter hohen Turm noch nie persönlich gesehen hat, muss man von ihm fasziniert sein. Doch wer kennt eigentlich seinen Schöpfer Gustave Eiffel (1832-1923)? Und ist dieses Bauwerk ein Solitär geblieben oder hat Eiffel noch anderes gebaut?

Die Frage nach anderen Bauwerken ist leicht zu beantworten: Ja, er hat! Vorrangig (Eisenbahn)Brücken über große und kleine Flüsse, in Frankreich, dem benachbarten und fernen Ausland bis nach Indochina, das im 19. Jahrhundert zum französischen Kolonialreich gehörte, sowie Bahnhofshallen, runde Lichtkuppeln, die auf Bürogebäude und Kaufhäuser aufgesetzt worden sind, um Licht zu spenden.

Der Erfolg seiner Metallkonstruktionen liegt darin, dass er ein international anerkanntes (und angewandtes) Verfahren zur Konstruktion für große Bauwerke aus Gusseisen und Stahl entwickelt hat. Als studierter Chemiker hatte er das nötige Fachwissen. Eiffel hat sich eine Vielzahl seiner Entwicklungen patentieren lassen. Zudem hat er für seine Brücken handliche (also, wenn man bei einer mehrere hundert Meter langen Brücke von handlich reden kann) Teilstücke herstellen lassen, die dann, wie in einem Baukastensystem, an Ort und Stelle zusammengebaut werden konnten.

Nicht alle seiner Ideen, die schon visionär zu nennen sind, kann er wirklich bauen. Schmerzhaft muss er erkennen, dass ein erfolgreicher Mann auch zahlreiche Feinde hat.

Aber, ich will dieser detaillierten Biografie, die uns in 18 Kapiteln das arbeits- und ereignisreiche Leben von Gustave Eiffel sowie von seinen Konstruktionen erzählt, nicht vorgreifen.

Autor Ralf Klingsieck zeichnet ein umfassendes Bild von Gustave Eiffel, der sicherlich kein einfacher Zeitgenosse war, wegweisend war er jedenfalls. Architekten und Bauingenieure werden ihre Freude mit diesem Buch haben. An manchen Stellen geht der Autor sehr ins technische Detail. Mir persönlich macht das als Technikerin nichts aus, manchen Leser mag diese Fülle vielleicht ein wenig zu viel sein.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser detaillierten Biografie Gustave Eiffels, die auch seine Niederlagen nicht ausspart, 5 Sterne.


Veröffentlicht am 17.08.2025

Fesselnder Abschluss der Trilogie

Die Maske des Zorns
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In diesem dritten Thriller der Reihe um Richard Schwarz, dem Kriminalbeamten vom LKA Wien, tauchen wir wieder mittels mehrerer Handlungsstränge tief in die Abgründe der menschlichen Seele ein.

Richard ...

In diesem dritten Thriller der Reihe um Richard Schwarz, dem Kriminalbeamten vom LKA Wien, tauchen wir wieder mittels mehrerer Handlungsstränge tief in die Abgründe der menschlichen Seele ein.

Richard und sein Freund und Kollege Paul Marek werden zu einem bizarren Fund im Lainzer Tiergarten gerufen: Dort hängt eine Leiche von einem Baum, an der statt des eigenen Schädels ein Schrumpfkopf chirurgisch sauber angenäht ist, was auf eine Person mit ärztlichen Hintergrund deutet. Dieser Tote ist nur der erste einer Reihe ähnlicher Morde, die, wie wir und die beiden Ermittler, nachdem ihren Körpern die richtigen Köpfe zugeordnet werden können, entdecken, eine gemeinsame Vergangenheit haben.

Beinahe gleichzeitig wird, im zweiten Handlungsstrang, auf Richards Schwester Sarah, die mit ihrem Zirkus ein Gastspiel in München gibt, ein Mordanschlag verübt, der glücklicherweise fehlschlägt.

Und auch Theres Lend, die Psychiaterin, die Richard mehr erzählt als ihrem Verlobten Sebastian, befindet sich abermals in Lebensgefahr. Zwar erholt sie sich derzeit im Donauspital, nachdem man versucht hat, sie mit vergifteten Pralinen zu töten, doch jemand scheint sie weiterhin zu bedrohen.

Zielen die drei Handlungsstränge auf Richard Schwarz ab, der sich von Selbstzweifeln geplagt, die Frage stellt, ob man als Mörder geboren wird? Immerhin hat er einmal beinahe die Kontrolle über sich verloren.

Meine Meinung:

Jennifer B. Wind ist hier ein bis zur letzten Seite fesselnder Abschluss dieser Trilogie gelungen. Die Spannung ist kaum auszuhalten, so dass ich diesen Thriller in einem Rutsch gelesen habe, nicht ohne danach ein wenig schlechter zu schlafen.

Abermals erleben wir die Albträume des Richard Schwarz hautnah mit - jene, aus seiner Kindheit. in der er miterleben muss, dass seine Mutter von ihrem letzten Freier getötet wird und er sich selbst mit kochend heißem Wasser verbrüht, was ihm Narben auf Kopf, Gesicht und Oberkörper einträgt, sowie die aktuellen Sorgen um seine Schwester Sarah und Theres.

Theres Lend kämpft seit Jahren mit den Gedanken eine falsche Einschätzung für einen damals jugendlichen Mörder abgegeben zu haben, der nun wieder auf freiem Fuß ist. Zudem leidet sie an einer unheilbaren Augenkrankheit und droht langsam zu erblinden.

Zudem führt uns die Autorin in das »Haus des Bösen«, wo wir einem fanatischen »Bastler«, der mit menschlichen Präparaten experimentiert, Schrumpfköpfe herstellt und sogar Innereien verspeist, kennenlernen. Obwohl Richard und Paul »nur« die Ergebnisse dieser Experimente sehen, ist Paul fest entschlossen, den Dienst als Kriminalbeamter zu quittieren. Man kann es ihm nicht verdenken.

Die Figuren sind vielschichtig, lebendig und facettenreich. Alle Charaktere haben so ihre Ecken und Kanten.

Dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven. Jennifer B. Wind hat diesen Abschluss der Trilogie mit seinen zahlreichen spannenden Handlungssträngen und Wendungen beeindruckend am Schluss zusammengeführt.

Fazit:

Wer vielschichtige Thriller mag, die in Wien spielen, ist hier genau richtig. Gerne gebe ich für diesen letzten Teil der Reihe rund um Richard Schwarz 5 Sterne und für die ganze Serie eine klare Leseempfehlung!