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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2025

Fesselnd bis zur letzten Seite

Falsche Versprechen
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In diesem dritten Krimi von Florian Wacker steht KHK Uwe Fähndrich im Mittelpunkt. Er bekommt es nämlich mit einem eigenartigen Mordfall zu tun. Ein Georgier stellt sich der Polizei und gesteht einen Mord. ...

In diesem dritten Krimi von Florian Wacker steht KHK Uwe Fähndrich im Mittelpunkt. Er bekommt es nämlich mit einem eigenartigen Mordfall zu tun. Ein Georgier stellt sich der Polizei und gesteht einen Mord. Doch zunächst fehlt die Leiche. Als man dann den Frankfurter Unternehmensberater Leif Andresen tatsächlich erschossen auffindet, passt für Fähndrich einiges nicht zusammen. Wenig später wird der Georgier im Gefängnis dermaßen verprügelt, dass er an seinen Verletzungen stirbt. Ist da jemand zum Schweigen gebracht worden?

Gemeinsam mit Staatsanwältin Greta Vogelsang einer vagen Spur nach, die auf eine Firma hinweist, die mit EU-Geldern in Marokko grünen Wasserstoff herstellt. Die beiden werden stutzig, als der Konzern den Tod ihres externen Beraters als Familientragödie hinstellt, zumal Ehefrau und Kinder des Toten verschwunden sind.

Der Tod des Unternehmensberaters hat auch Auswirkungen auf Vogelsangs Privatleben, denn Juna, die Schwester von ihrem Lebenspartner Mika, die wegen einer Konferenz in Frankfurt ist, versucht vergebens Andresen zu erreichen.

Parallel dazu begleiten wir Mehdi Faras, einen Techniker des Konzern in Marokko, in weiteren Handlungsstrang, der versucht einen Bericht, der die falschen Versprechen entlarvt, an eine Umweltorganisation weiterzuleiten.


Meine Meinung:

Dieser interessante Krimi beruht auf realen Begebenheiten. Mit dem Versprechen, umweltfreundliche Energie statt fossiler Brennstoffe zu produzieren, können viele Milliarden an EU-Fördergeldern lukriert werden. Wasserstoff ist der neue "Heilige Gral" der Energie. Er gilt als Energiequelle der Zukunft. Ja, es handelt sich um einen effizienten Brennstoff, der im Vergleich zu anderen verwendeten Brennstoffen die höchste Verbrennungsenergie pro Tonne aufweist und bis zu dreimal mehr Energie für das gleiche Brennstoffvolumen bietet. Außerdem ist es ein sauber brennender Brennstoff, der keine schädlichen Nebenprodukte erzeugt. ABER, das Ganze führt ins Absurde, wenn zur Gewinnung von Wasserstoff fossile Brennstoffe eingesetzt werden oder Wasser aus Gebieten wie z. B. in Nordafrika verwendet wird, das besser zur Erzeugung von Nahrungsmitteln verwendet werden sollte. Außerdem werden die Produzenten von fossilen Brennstoffen ihr lukratives Geschäft, das mitunter an Erpressung erinnert, nicht aufgeben wollen.

Wie Florian Wacker es hier im Krimi beschreibt, sind die Konzerne da nicht unbedingt zimperlich, wenn es um die Durchsetzung ihrer Interessen geht.

Der Krimi ist fesselnd bis zur letzten Seite und für uns Fans von Greta Vogelsang und Uwe Fähndrich stellt sich die Frage, ob sie in Zukunft ihre Kräfte in einer Behörde bündeln wollen. Fähndrich hat seit längerem von Mord und Totschlag genug.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem dritten Krimi, der sich mit Umweltthemen beschäftigt, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 22.08.2025

Fesselnder Krimi

Gejagt durch Brandenburg
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Dieser vierte Fall aus der Feder von Richard Brandeis lässt KHK Carla Stach den wohl ärgsten Albtraum einer Mutter und Polizistin wahr werden: Ihr Stiefsohn Toni soll ein Mädchen erdrosselt haben und ist ...

Dieser vierte Fall aus der Feder von Richard Brandeis lässt KHK Carla Stach den wohl ärgsten Albtraum einer Mutter und Polizistin wahr werden: Ihr Stiefsohn Toni soll ein Mädchen erdrosselt haben und ist auf der Flucht.

Carla, die mit Katharina verheiratet ist, die zwei Kinder, eben Toni und Leonie, in die Ehe mitgebracht hat, wird wegen Befangenheit und Beweismittelunterschlagung (Sie hat Tonis Halskette vom Tatort eingesteckt.) vom Dienst suspendiert. Dass ausgerechnet jener Kollege, mit dem sie an ihrer früherer Dienststelle zusammengekracht ist, nun die Leitung der Ermittlungen übernimmt, ist ihr persönliche SuperGAU.

Heimlich ermittelt sie weiter und entdeckt einen ähnlichen Fall, der sich vor einiger Zeit ereignet hat- Zu ihrem Entsetzen muss sie feststellen, dass es eine Verbindung zu Toni gibt.

Und dann erwischt sie ihre Ehefrau beim Fremdgehen mit einem Mann.

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist der vierte aus der Reihe rund um Carla Stach. Nachdem mich der erste Krimi nicht so gut gefallen hat, habe ich die Serie unterbrochen. Der Klappentext hier hat mich wieder angesprochen und diesmal hat mich der Krimi nicht enttäuscht.

Der Krimi enthält zahlreiche Wendungen und lässt uns in die Abgründe der menschlichen Seele blicken. Psychologisch gut aufbereitet ist dieser vierte Fall ein fesselndes Familiendrama. Autor Richard Brandeis wirft gleich mehrere Fragen auf: Wie gut kennen Eltern ihre Kinder wirklich? Was tun, wenn das Kind straffällig wird? Eine zusätzliche dramatische Note erhält der Krimi zum einen dadurch, dass eine Kriminalbeamtin als (Stief)Mutter betroffen ist und andererseits, dass sie in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt. Das Umfeld, seien es Nachbarn oder Kollegen, holen sofort die moralische Keule aus dem Abstellraum und geben natürlich den beiden Müttern die Schuld. Dem Jungen fehlt die männliche Identifikationsfigur etc. - ist so die Meinung.

Eine kleine Kritik muss ich am Verhalten von Carlas Vorgesetzten anbringen: Warum hat er bei der Auswahl eines externen Ermittlers dessen Vorgeschichte nicht recherchiert? Es ist doch vorhersehbar, dass ein derartiger Narzist nur Schwierigkeiten verursacht.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Fall für Carla Stach 5 Sterne.

Veröffentlicht am 21.08.2025

Ein gelungener Reihenauftakt

Verrat in höchsten Kreisen
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Dieser Auftakt zu einer fesselnden historischen Krimi-Reihe ist voll von Standesdünkel, sozialen Ungerechtigkeiten und Intrigen in der Berliner Polizei von 1864.

Nach einer Verwundung im Deutsch-Dänischen ...

Dieser Auftakt zu einer fesselnden historischen Krimi-Reihe ist voll von Standesdünkel, sozialen Ungerechtigkeiten und Intrigen in der Berliner Polizei von 1864.

Nach einer Verwundung im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 wird Major Dirk von Marun wie einige andere Veteranen in den Polizeidienst versetzt. Auf Grund seiner Kriegsverletzung hinkt Marun, was ihn in den Augen seiner Kollegen und des Vorgesetzten eigentlich vom Polizeidienst, bei dem man ja kriminellen Subjekten nachlaufen muss, ausschließt. Doch gehört Marun nicht zu jenen Polizisten, die rohe Gewalt ausüben, um Geständnisse zu bekommen, sondern studiert lieber die Akten und sammelt lieber stichhaltige Beweise. Damit macht er sich alles andere als beliebt.

Doch dann erhält er von Staatsanwalt von Bucher einen brisanten Auftrag: Er soll einige Herren, die in Verdacht stehen, Staatsgeheimnisse an das Zarenreich zu verraten, unauffällig beobachten und das Handwerk legen. Leider gehören diese fünf Adeligen den höchsten Kreisen des preußischen Adels an, haben Verbindungen zum Thronfolger, gelten daher als sakrosankt und dürfen nicht direkt befragt werden. Eigentlich ein Himmelfahrtskommando. Doch damit kennt sich Dirk von Marun bestens aus.

Als dann eine Kammerzofe aus dem Haus eines möglichen Spions ermordet wird, wird deren Freund zum Sündenbock, obwohl Marun, einen ganz anderen Verdacht hat. Doch sein Vorgesetzter und ein Mitarbeiter, der auf Maruns Posten scharf ist, sind nur auf einfache Lösungen aus und spinnen eine fiese Intrige. Die Frage, wie denn ein einfacher Arbeiter eine Leiche von Berlin an die Nordsee bringen kann, interessiert sie genau gar nicht, den ungeliebten Major loszuwerden, dafür brennend.

Wie Dirk von Marun den heiklen Auftrag lösen wird, könnt ihr hier lesen.

Meine Meinung:

Dieser Reihenauftakt hat mir sehr gut gefallen. Der Autor, dessen Name ein (noch nicht gelüftetes) Pseudonym ist, entführt uns in die Zeit von Otto von Bismarck. Vor kurzem hat er den Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 losgetreten, der wie man heute weiß, eine Art Generalprobe für die Kriege gegen Österreich-Ungarn (1866) und gegen Frankreich (1870/71) gewesen ist. Bismarck spielt in der preußischen und später deutschen Geschichte (s)eine nicht immer saubere Rolle. Allerdings Hochverrat kann und will er nicht dulden. Das schließt den inneren Zirkel in seiner Umgebung und die der Familie Hohenzollern mit ein.

Klöckner lässt uns an den oft prekären Lebensumständen der einfachen Bediensteten teilhaben. Besonders weibliche Dienstboten haben unter den sexuellen Übergriffen ihrer Dienstherren zu leiden, zumal ihnen nicht geglaubt wird. Das muss auch Frieda, eine 28-jährige Haushälterin leidvoll erfahren. Ich denke, Frieda wird in Zukunft noch eine größere Rolle spielen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Krimi rund um den Polizeimajor wider Willen, Dirk von Marun, der mich bestens unterhalten hat, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 20.08.2025

Eine klare Leseempfehlung!

Schwestern der Freiheit
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Heather Morris entführt ihre Leser mit diesem Buch in das Jahr 1942 an einen eher unbekannten Schauplatz des Zweiten Weltkriegs - nach Indonesien. Die japanische Armee okkupiert Singapur. Die Zivilbevölkerung, ...

Heather Morris entführt ihre Leser mit diesem Buch in das Jahr 1942 an einen eher unbekannten Schauplatz des Zweiten Weltkriegs - nach Indonesien. Die japanische Armee okkupiert Singapur. Die Zivilbevölkerung, darunter zahlreiche Europäer versuchen an Bord der wenigen Schiffe zu fliehen. Die australische Krankenschwester Nesta James und die englische Musikerin Norah Chambers ergattern mit vielen anderen einen Platz an Bord der HMS Vyner Brooke, die kurz nach dem Auslaufen von der japanischen Luftwaffe angegriffen und versenkt wird. Es gibt nur wenige Überlebende, darunter die Schwestern Nesta und Ena sowie Norah, die sich an einen der Strände Indonesiens retten können . Wenig später werden sie von japanischen Truppen in eines ihrer berüchtigten Kriegsgefangenenlager gebracht, wo sie der Willkür des Lagerkommandanten ausgeliefert sind. Seelische und körperliche Misshandlungen. Krankheiten und die Ungewissheit, was aus ihren Liebsten sowie den anderen Passagieren geworden ist, lassen den Frauen zunächst kaum Hoffnung.

Obwohl sie den Japanern ausgeliefert sind, lassen sie sich nicht brechen. Gemeinsam versuchen Ena, Nesta und Norah den anderen Gefangenen das Leben so wenig schmerzhaft wie nur möglich zu machen. Dabei entwickeln die internierten Frauen, unter denen sich einige Krankenschwestern des Australian Army Nursing Service (AANS) sowie einige Ordensschwestern befinden, eine mentale Stärke und einen eisernen Überlebenswillen. Sie bieten den Bewachern mit subtilen Mitteln wie Gesang und der Gründung eines Stimmorchesters die Stirn. Unterstützt werden sie von ihrer Mitgefangenen, der US-Amerikanerin Mrs. Hinch, die ihren Vornamen nicht verrät.

Meine Meinung:

Ich habe von Heather Morris bereits zwei andere Bücher („Der Tätowierer von Auschwitz“ und „Die Schwestern von Auschwitz“) gelesen, die durch akribische Recherche und einfühlsamen Schreibstil bestechen. Während wir in Europa eher mehr über Konzentrationslager des NS-Regimes lesen können, sind Bücher Kriegsgefangenlager der Japaner in den von ihnen besetzten Gebieten weniger bekannt. Hier sind Trude Teiges Buch „Und Großvater atmete mit den Wellen“ sowie die Erinnerungen von Dacia Maraini „Ein halber Löffel Reis“, die ihre Kindheit in einem japanischen Internierungslager nur knapp überlebt, eine lohnende, wenn auch nicht einfache Lektüre. Anders als die deutschen Konzentrationslager sind die japanischen zwar nicht auf Massenvernichtung ausgelegt, nimmt aber den Tod von Gefangenen billigend in Kauf.

Dieser historische Roman, der die Leiden der internierten Frauen mit gebotenem Respekt und eindrucksvoll beschreibt, zeigt auf, welchen Gräueln die Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs ausgesetzt war.

Das Nachwort, in dem die Autorin die weiteren Lebenswege der Überlebenden - soweit eruierbar - beschreibt, hat mir sehr gut gefallen. Erschreckend zu lesen, weil typisch männlich: Heimkehrende Soldaten werden als Helden empfangen und gefeiert, die Rückkehr der ehemals internierten Frauen mit mehr oder weniger Achselzucken.

Der Vorname von Mrs. Hinch ist übrigens Gertrude, wie sie Norah beim Abschied aus dem Internierungslager verrät.

Fazit:

Diesem Buch, dem eine wahre Geschichte von Frauen zu Grunde liegt, die in japanischen Kriegsgefangenenlagern über sich hinausgewachsen sind, gebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 20.08.2025

Eine detaillierte Biografie

Monsieur Eiffel und sein Turm
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Wer kennt ihn nicht, den Eiffelturm, das Wahrzeichen von Paris? Selbst wenn man diesem 300 Meter hohen Turm noch nie persönlich gesehen hat, muss man von ihm fasziniert sein. Doch wer kennt eigentlich ...

Wer kennt ihn nicht, den Eiffelturm, das Wahrzeichen von Paris? Selbst wenn man diesem 300 Meter hohen Turm noch nie persönlich gesehen hat, muss man von ihm fasziniert sein. Doch wer kennt eigentlich seinen Schöpfer Gustave Eiffel (1832-1923)? Und ist dieses Bauwerk ein Solitär geblieben oder hat Eiffel noch anderes gebaut?

Die Frage nach anderen Bauwerken ist leicht zu beantworten: Ja, er hat! Vorrangig (Eisenbahn)Brücken über große und kleine Flüsse, in Frankreich, dem benachbarten und fernen Ausland bis nach Indochina, das im 19. Jahrhundert zum französischen Kolonialreich gehörte, sowie Bahnhofshallen, runde Lichtkuppeln, die auf Bürogebäude und Kaufhäuser aufgesetzt worden sind, um Licht zu spenden.

Der Erfolg seiner Metallkonstruktionen liegt darin, dass er ein international anerkanntes (und angewandtes) Verfahren zur Konstruktion für große Bauwerke aus Gusseisen und Stahl entwickelt hat. Als studierter Chemiker hatte er das nötige Fachwissen. Eiffel hat sich eine Vielzahl seiner Entwicklungen patentieren lassen. Zudem hat er für seine Brücken handliche (also, wenn man bei einer mehrere hundert Meter langen Brücke von handlich reden kann) Teilstücke herstellen lassen, die dann, wie in einem Baukastensystem, an Ort und Stelle zusammengebaut werden konnten.

Nicht alle seiner Ideen, die schon visionär zu nennen sind, kann er wirklich bauen. Schmerzhaft muss er erkennen, dass ein erfolgreicher Mann auch zahlreiche Feinde hat.

Aber, ich will dieser detaillierten Biografie, die uns in 18 Kapiteln das arbeits- und ereignisreiche Leben von Gustave Eiffel sowie von seinen Konstruktionen erzählt, nicht vorgreifen.

Autor Ralf Klingsieck zeichnet ein umfassendes Bild von Gustave Eiffel, der sicherlich kein einfacher Zeitgenosse war, wegweisend war er jedenfalls. Architekten und Bauingenieure werden ihre Freude mit diesem Buch haben. An manchen Stellen geht der Autor sehr ins technische Detail. Mir persönlich macht das als Technikerin nichts aus, manchen Leser mag diese Fülle vielleicht ein wenig zu viel sein.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser detaillierten Biografie Gustave Eiffels, die auch seine Niederlagen nicht ausspart, 5 Sterne.