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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2025

Starke Idee, schwache Ausführung

Eislotus. Wasser findet seinen Weg
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Eislotus hat mich anfangs direkt abgeholt. Die Welt mit Elementmagie erinnerte mich an Avatar, trotzdem fühlte sich das Konzept frisch an. Auch Nara war angenehm zu begleiten und hat Lust auf mehr gemacht.

Leider ...

Eislotus hat mich anfangs direkt abgeholt. Die Welt mit Elementmagie erinnerte mich an Avatar, trotzdem fühlte sich das Konzept frisch an. Auch Nara war angenehm zu begleiten und hat Lust auf mehr gemacht.

Leider konnte mich das Buch nicht durchgehend überzeugen. Katso war für mich kaum auszuhalten. Seine Arroganz wirkte nicht nachvollziehbar und die schnelle Romanze mit Nara war unglaubwürdig. Diese Beziehung hat mich mehr genervt als berührt.

Ein weiterer Punkt ist der Schreibstil. Die Kommentare der erzählenden Stimme fand ich witzig und sie haben für Leichtigkeit gesorgt. Gleichzeitig fehlt es an Beschreibungen. Figuren bleiben blass, ihr Aussehen und ihre Vielfalt kommen kaum vor. Dadurch entsteht ein einseitiges Bild, das der Geschichte Tiefe nimmt.

Die Grundidee bleibt spannend, aber Umsetzung und Figurenzeichnung haben mich enttäuscht.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Zwei starke Frauen, eine düstere See – mit Licht und Schatten

Yara's Hearts
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Die Idee von Yara’s Hearts hat mich direkt angesprochen. Piratin trifft auf Sirene, Rache trifft auf Geheimnisse, dazu Magie und eine düstere Atmosphäre. Die Mischung klang vielversprechend – und das ...


Die Idee von Yara’s Hearts hat mich direkt angesprochen. Piratin trifft auf Sirene, Rache trifft auf Geheimnisse, dazu Magie und eine düstere Atmosphäre. Die Mischung klang vielversprechend – und das Buch liefert einiges davon auch. Besonders gelungen finde ich die Perspektivwechsel zwischen Mary und Yara. Das macht die Handlung greifbarer, weil man beide Seiten versteht. Marys Leben als Kapitänin und Yaras Kampf mit sich selbst und ihrer Vergangenheit zeigen zwei sehr unterschiedliche, aber interessante Blickwinkel.

Die Geschichte lässt sich leicht lesen. Ich war schnell drin und wollte auch wissen, wie es weitergeht. Die Welt ist spannend gestaltet und es gibt viele starke Szenen, gerade auf See. Die Liebesgeschichte zwischen Yara und Mary entwickelt sich langsam und ohne Kitsch, das fand ich angenehm.

Was mich aber gestört hat, war der Stil. Viele Formulierungen wiederholen sich immer wieder, manche Sätze wirken sehr glatt oder unpassend zum rauen Setting. Dadurch ging für mich oft die Spannung verloren. Auch einige Dialoge fühlten sich eher gestellt an als natürlich. Das hat mein Leseerlebnis gedämpft.

Für empfindlichere Leser ist noch wichtig zu wissen: Es gibt einige explizite und blutige Szenen. Nicht übertrieben brutal, aber deutlich beschrieben.

Insgesamt hatte das Buch starke Momente und gute Figuren. Aber der Stil und die Wiederholungen haben bei mir den Gesamteindruck geschwächt. Wer düstere Fantasy mit queerem Fokus mag und über sprachliche Schwächen hinwegsehen kann, findet hier eine ungewöhnliche Geschichte.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Starker Anfang, schwaches Finale – zwischen Gänsehaut und Gähnen

Pretty Perfect
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Ich war sofort Feuer und Flamme, als ich die Beschreibung gelesen habe: Ein luxuriöses Resort in Big Sur, eine abgelegene Lage, ein toter Bräutigam im Pool, perfekt für ein stimmungsvolles, spannendes ...

Ich war sofort Feuer und Flamme, als ich die Beschreibung gelesen habe: Ein luxuriöses Resort in Big Sur, eine abgelegene Lage, ein toter Bräutigam im Pool, perfekt für ein stimmungsvolles, spannendes Setting. Die ersten Kapitel haben mich richtig reingezogen, und ich hatte das Gefühl, mich auf ein echtes Highlight im Stil von Agatha Christie einzulassen.

Leider hielt der Zauber nicht bis zum Ende. Nach dem fesselnden Einstieg wurde die Geschichte für meinen Geschmack zu überladen und unnötig kompliziert. Es gab einfach zu viele Nebenhandlungen, gestohlene Kunstwerke, verschwundene Personen, kryptische Rückblicke. Da ging für mich der eigentliche Nervenkitzel rasch verloren. Ich hatte manchmal das Gefühl, die Geschichte wusste selbst nicht so recht, wohin sie wollte.

Ellery als Hauptfigur mochte ich durchaus. Ihre persönliche Geschichte, ihr Schmerz und ihre Entwicklung waren glaubwürdig und emotional, das hat mich berührt. Aber der Rest drumherum? Eher zäh. Ich musste mich immer wieder motivieren, weiterzulesen, obwohl das Buch eigentlich gar nicht so lang ist.

Die Atmosphäre war toll, keine Frage, aber das alleine reicht leider nicht. Am Ende blieb bei mir eher das Gefühl zurück, dass hier viel Potenzial liegen gelassen wurde.

Kein Reinfall, aber leider auch kein Pageturner.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Gesellschaftlich wichtig, emotional stark, mit ein paar blinden Flecken

Im Leben nebenan
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Anne Sauers Debüt Im Leben nebenan hat mich in vielerlei Hinsicht beeindruckt, vor allem, wie ehrlich und sensibel Themen wie unerfüllter Kinderwunsch, postpartale Depression und der leise Zweifel an ...


Anne Sauers Debüt Im Leben nebenan hat mich in vielerlei Hinsicht beeindruckt, vor allem, wie ehrlich und sensibel Themen wie unerfüllter Kinderwunsch, postpartale Depression und der leise Zweifel an eigenen Lebensentscheidungen verhandelt werden. Diese Fragen - was wäre, wenn alles anders gekommen wäre? - sind emotional enorm aufgeladen, und genau diese Zwischentöne haben mich beim Lesen besonders berührt.

Die Struktur des Romans ist klar und durchdacht, der Wechsel zwischen den beiden Parallelleben funktioniert gut, und das Hörbuch, wunderbar gesprochen von Chantal Busse, hat mir den Einstieg erleichtert und mir viele berührende Momente beschert.

Trotzdem blieb bei mir auch einiges offen. Die beiden Hauptfiguren, oder besser gesagt: zwei Versionen ein und derselben Frau, fühlten sich über weite Strecken eher blass an. Mir fehlten Ecken, Interessen, Konflikte außerhalb ihrer jeweiligen Partnerschaften. Ich hatte den Eindruck, dass sie mehr als Identifikationsflächen gedacht waren, was sicher eine bewusste Entscheidung der Autorin war, mich aber emotional ein wenig auf Distanz gehalten hat.

Auch bei der Behandlung feministischer Themen war ich zwiegespalten. Die Aspekte, die angesprochen wurden, von Sorge um das Kind über finanzielle Unsicherheiten bis hin zu strukturellen Benachteiligungen, sind zweifellos wichtig. Doch vieles blieb mir zu oberflächlich oder wirkte wie „Pflichtstationen“. Ich hätte mir an einigen Stellen mehr Tiefe, Reibung und vor allem eine stärkere Auseinandersetzung mit Klassenfragen gewünscht.

Was bleibt, ist ein Roman, der gesellschaftlich relevante Fragen auf kluge Weise in Szene setzt, aber bei der Figurenzeichnung und thematischen Tiefe nicht durchgehend überzeugt. Trotzdem würde ich das Buch weiterempfehlen, vor allem, weil es wichtig ist, über solche Themen zu sprechen. Es trifft einen Nerv unserer Zeit, auch wenn nicht jeder Ton perfekt sitzt.

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Atmosphärisch und verstörend, aber nicht ganz meins

Das Beste sind die Augen
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Ich bin etwas hin- und hergerissen, wie ich dieses Buch bewerten soll. Das Beste sind die Augen hat definitiv etwas Eigenes, der Schreibstil ist stark, das Tempo stimmig und die Figurenentwicklung gut ...


Ich bin etwas hin- und hergerissen, wie ich dieses Buch bewerten soll. Das Beste sind die Augen hat definitiv etwas Eigenes, der Schreibstil ist stark, das Tempo stimmig und die Figurenentwicklung gut gemacht. Monika Kim weiß, wie man eine düstere, dichte Stimmung erzeugt, und ich mochte, wie sie gesellschaftliche Themen wie Rassismus und Sexismus verarbeitet.

Trotzdem bin ich emotional nicht richtig reingekommen. Ich konnte mich weder wirklich mit der Hauptfigur noch mit der Handlung verbinden. Vieles fühlte sich für mich eher wie eine surreale Momentaufnahme an als eine durchgehende Geschichte. Es gab Stellen, die mich fesselten, aber insgesamt hat es mich nicht so berührt oder erschüttert, wie es offenbar bei vielen anderen der Fall war.

Das Ende kam mir etwas abrupt vor, als würde etwas fehlen, das ich nicht ganz benennen kann. Vielleicht wollte das Buch gar nicht alles auflösen, aber genau das hat mich mit einem eher leeren Gefühl zurückgelassen.

Unterm Strich: kein schlechtes Buch, nur nicht das Richtige für mich. Ich würde definitiv noch mal etwas von Monika Kim lesen, aber dieses hier bleibt wohl bei einem einmaligen Versuch.

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