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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2026

Stark gestartet, dann deutlich nachgelassen

Der Kellerby-Code
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Ich war lange unschlüssig, wie ich dieses Buch bewerten soll, weil mich der Anfang wirklich gepackt hat und ich die ersten rund hundert Seiten kaum aus der Hand legen konnte, während sich danach zunehmend ...

Ich war lange unschlüssig, wie ich dieses Buch bewerten soll, weil mich der Anfang wirklich gepackt hat und ich die ersten rund hundert Seiten kaum aus der Hand legen konnte, während sich danach zunehmend Ernüchterung breitmachte. Die Atmosphäre war von Beginn an stimmig, die Erzählerstimme eigenwillig und präsent, dazu kamen bissiger Humor und gesellschaftliche Beobachtungen, die für mich gut funktioniert haben und echtes Interesse an der weiteren Entwicklung geweckt haben.

Leider verlor die Geschichte nach und nach an Tempo und Spannung, sodass sich vieles zäh und wiederholend anfühlte, obwohl eigentlich genug Stoff für einen dichten Thriller vorhanden gewesen wäre. Figuren, die anfangs vielschichtig wirkten, verloren an Kontur, und selbst Wendungen, die offenbar überraschen sollten, ließen mich erstaunlich kalt. Ich habe am Ende mehr aus Pflichtgefühl als aus echter Neugier weitergelesen.

Besonders das Finale hat mich enttäuscht, weil es für mich ins Überdrehte kippte und eher Augenrollen als Staunen ausgelöst hat, bevor alles recht abrupt beendet wurde. Insgesamt bleibt bei mir das Gefühl, dass hier eine sehr gute Idee nicht über die volle Länge getragen werden konnte. Drei Sterne, weil der Einstieg stark war, der Gesamteindruck für mich aber deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

Gute Vibes, schwache Umsetzung

House of Bane and Blood (Order and Chaos, Band 1)
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Ich habe mich mit viel Lust auf dieses Buch gestürzt, vor allem wegen der Mischung aus Mafiaflair und Magie. Während mich das Lesen insgesamt gut unterhalten hat, blieb bei mir das Gefühl, dass mehr drin ...

Ich habe mich mit viel Lust auf dieses Buch gestürzt, vor allem wegen der Mischung aus Mafiaflair und Magie. Während mich das Lesen insgesamt gut unterhalten hat, blieb bei mir das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre. Die Grundidee mit rivalisierenden Familien und einem eigenen Magiesystem fand ich reizvoll, auch wenn mich gerade die erste Hälfte oft ratlos zurückließ. Regeln und Zusammenhänge wurden nur bruchstückhaft erklärt, und die Handlung hat sich sprunghaft angefühlt, als würde etwas Wichtiges fehlen. Zusätzlich haben mich die verwendeten Begriffe stellenweise aus der Geschichte gerissen, da viele Ausdrücke sehr modern wirkten und für die dargestellte Zeit einfach nicht passten.

Getragen wurde die Geschichte für mich klar von den Figuren. Camilla mochte ich sofort, weil sie stark auftritt, für sich einsteht und in den Actionszenen überzeugt. Während Nicolai zwar Zeit brauchte, mir dann aber mit seiner stillen Fürsorge und seinen Fähigkeiten im Kopf blieb.

Plot und Magie haben mich nicht ganz abgeholt.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Schön geschrieben, aber leider nicht meins

House of Hollow - Ein Horror-Fantasy-Roman
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Ich bin mit ganz anderen Erwartungen an House of Hollow herangegangen, und genau das hat meine Bewertung stark geprägt.

Ich muss ehrlich sagen, dass Krystal Sutherland sehr gut schreiben kann. Der Stil ...

Ich bin mit ganz anderen Erwartungen an House of Hollow herangegangen, und genau das hat meine Bewertung stark geprägt.

Ich muss ehrlich sagen, dass Krystal Sutherland sehr gut schreiben kann. Der Stil ist auffallend atmosphärisch, stellenweise fast poetisch, dabei aber immer düster und unangenehm auf eine Weise, die gut zur Geschichte passt. Gerade für diese Art von unheimlichem Märchen funktioniert die Sprache extrem gut, und das habe ich beim Lesen auch wirklich geschätzt, selbst wenn mich die Handlung emotional nie ganz abgeholt hat.

Inhaltlich war es dann leider nicht meine Geschichte. Die Grundidee ist eigenartig, stellenweise verstörend, und ich verstehe sehr gut, warum viele Leserinnen und Leser davon begeistert sind, denn dunkle, märchenhafte Stoffe liegen gerade sehr im Trend. Für mich blieb aber immer eine Distanz, weil ich mit den übernatürlichen Erklärungen und der Richtung, die die Geschichte einschlägt, nicht warm geworden bin.

Unterm Strich bleibt für mich ein Buch, das handwerklich überzeugt und eine starke Stimmung aufbaut, mich persönlich aber wegen meiner Abneigung gegen magischen Realismus nicht wirklich mitnehmen konnte. Deshalb ehrliche 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Emotional stark, aber nicht ganz rund

Calisto's Revenge - Eine Liebe wie Sterne
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Ich hatte mich sehr auf Calisto’s Revenge gefreut, weil ich Marijas Geschichte schon seit Band eins spannend fand. Die Idee, ihre Vergangenheit endlich zu beleuchten, hat mich sofort gepackt. Das Buch ...

Ich hatte mich sehr auf Calisto’s Revenge gefreut, weil ich Marijas Geschichte schon seit Band eins spannend fand. Die Idee, ihre Vergangenheit endlich zu beleuchten, hat mich sofort gepackt. Das Buch greift schwere Themen auf, die unter die Haut gehen, und tut das mit Respekt und Ernsthaftigkeit. Gerade der Umgang mit Gewalt, Trauma und Kontrolle ist intensiv und teilweise schwer zu ertragen. Dafür verdient Ursa Jaumann Anerkennung.

Marija ist eine starke Figur, auch wenn sie oft hart wirkt. Ihre Stärke kommt aus Schmerz, und das spürt man in fast jeder Szene. Vadim bleibt dagegen lange distanziert, was zwar zur Story passt, mir aber den Zugang zu ihm erschwert hat. Die Spannung zwischen den beiden funktioniert, dennoch hat mir die emotionale Nähe gefehlt, um wirklich mitzufühlen.

Das Setting in der alten Fabrik passt gut zu der düsteren Atmosphäre und zeigt den Kontrast zwischen äußerem Reichtum und innerer Leere. Trotzdem wirkte die Handlung zwischendurch für mich vorhersehbar. Einige Wendungen hätten mehr Tiefe vertragen, und auch das Magiesystem blieb für mich zu vage. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, aber an manchen Stellen etwas langatmig. Besonders zum Ende hin verliert das Buch an Tempo, und ein paar offene Handlungsstränge bleiben ungelöst. Ich hätte mir einen klareren Abschluss gewünscht.

Calisto’s Revenge ist kein leichtes Buch. Es hat emotionale Kraft und wichtige Botschaften, aber es gelingt nicht immer, die Balance zwischen Härte und Gefühl zu halten. Für mich solide, aber kein Highlight.

Fazit: Intensiv und ernst, mit starken Themen, aber erzählerisch nicht ganz ausgewogen.

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Veröffentlicht am 28.08.2025

Gute Idee, schwache Umsetzung

Schwindende Welt
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Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Schwindende Welt hat eine starke Ausgangsidee. Eine Gesellschaft, in der Sex überflüssig geworden ist, bietet viele Möglichkeiten für Diskussionen über Normen, ...

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut. Schwindende Welt hat eine starke Ausgangsidee. Eine Gesellschaft, in der Sex überflüssig geworden ist, bietet viele Möglichkeiten für Diskussionen über Normen, Familie und Identität.

Beim Lesen hatte ich aber oft das Gefühl, dass die Geschichte auf der Stelle tritt. Viele Gedanken und Szenen wiederholen sich. Amane bleibt blass und handelt selten nachvollziehbar. Statt Entwicklung gab es für mich viel inneres Grübeln ohne echte Bewegung.

Einige Aspekte des Weltenbaus sind zwar interessant, zum Beispiel die künstliche Fortpflanzung und die kollektive Kindererziehung, doch sie bleiben an der Oberfläche. Die Dialoge wirken oft hölzern. Auch das Ende hat mich nicht überzeugt, es sollte schockieren, fühlte sich aber aufgesetzt an.

Das Buch ist kurz und leicht zu lesen. Es regt zum Nachdenken an, aber es fehlt an Tiefe und Figuren, die einem nahegehen.

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