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Veröffentlicht am 05.09.2025

Wo ist Matti?

Die Farbe des Schattens
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„Die Farbe des Schattens“ von Susanne Tägder ist der zweite Fall für Hauptkommissar Arno Groth, der nach vielen Jahren in Hamburg wieder in seine alte Heimat ins mecklenburgische Wechtershagen zurückgekehrt ...


„Die Farbe des Schattens“ von Susanne Tägder ist der zweite Fall für Hauptkommissar Arno Groth, der nach vielen Jahren in Hamburg wieder in seine alte Heimat ins mecklenburgische Wechtershagen zurückgekehrt war. Worum geht es?
Winter 1992: Der 11-jährige Matthias, genannt Matti, ist verschwunden. Er wurde zum Einkaufen geschickt. Ist er weggelaufen, hat er sich verlaufen oder ist er verunfallt?
Die Eltern alarmieren die Polizei, eine Suchaktion startet, Spürhunde werden angefordert, Nachbarn befragt. Schließlich wird Mattis Leiche in einem leerstehenden Haus auf dem Mönkeberg gefunden. Der Hausverwalter wirkt verdächtig. Groth hat seine Zweifel, er vermutet Parallelen zu einem mehrere Jahre zurückliegenden Fall und rollt diesen wieder auf.
Die Autorin hat mit der Fortsetzung von „Das Schweigen des Wassers“ einen atmosphärisch dichten Krimi geschrieben, der die Wendezeit wiederaufleben lässt. Man spürt die Hoffnungslosigkeit der Bewohner in der Mönkeberg-Siedlung, viele Menschen sind arbeitslos, haben keine Perspektive. Gut skizzierte Figuren machen die Story authentisch.
Die Geschichte wirkt entschleunigend ohne die Präsenz von Handys und Computern, die Ermittlungsarbeit der Polizei geht infolgedessen nur langsam voran. Es wirkt wie eine Zeitreise in die Vergangenheit, in die Protagonist Groth, sperrig, geschieden, verwaist, wunderbar hineinpasst.
Durch den literarisch angehauchten Schreibstil ist die Handlung fesselnd, manchmal schwer zu ertragen, denn die geschilderten Verbrechen sind in Mecklenburg tatsächlich geschehen, aber wirklich viel Spannung kommt nicht auf.

Fazit: Fall Nr. 2 für Arno Groth und Kommissar Zufall.

Veröffentlicht am 31.08.2025

Ein rundes Dutzend

Bodenfrost
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„Bodenfrost“ von Andreas Föhr, der 12. Fall für die Kult-Kommissare Wallner und Kreuthner von der Kripo Miesbach, habe ich mit großer Freude gelesen, wie die anderen elf Fälle zuvor. Worum geht es?
Kreuthner ...


„Bodenfrost“ von Andreas Föhr, der 12. Fall für die Kult-Kommissare Wallner und Kreuthner von der Kripo Miesbach, habe ich mit großer Freude gelesen, wie die anderen elf Fälle zuvor. Worum geht es?
Kreuthner hält an einem Kindernachmittag der Miesbacher Polizei auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofs gerade einen Vortrag, als eins der Kinder eine Leiche findet.
Wie sich herausstellt, handelt es sich um Vitus Zander. Er wurde ermordet. Auf dem Bauch des Toten hat der Täter eine Zeichnung hinterlassen, die aussieht wie ein Fisch, durch den jemand eine Harpune geschossen hat.
Vor einigen Jahren gab es einen Serienkiller, der seine Opfer genauso markiert hatte. Er wurde nie gefasst. Ist „der Harpunier“ zurück?
Mit „Bodenfrost“ ist dem Autor wieder ein spannender Kriminalroman gelungen, voller unverhoffter Wendungen. Wechselnde Perspektiven und Zeitebenen, sorgen für Dynamik. Auch der Humor kommt - wie immer - nicht zu kurz.
Der Erzählstil ist gewohnt flüssig und - obwohl Figuren wiederholt im Dialekt sprechen - stets leicht verständlich.
Über das Wiedersehen mit Wallner und Kreuthner habe ich mich gefreut. Auch Karla Tiedemann, Antonia „Toni“ Koncz, Wallners Großvater Manfred und Kreuthners Freundin Pippa Trautmann sind wieder mit von der Partie.
„Bodenfrost“ ist auch ein Krimi, der Incels thematisiert. Nur die Auflösung hat mich diesmal nicht überzeugt.

Fazit: Humorvoll, skurril und spannend. Gut, aber nicht das beste Buch der Reihe.


Veröffentlicht am 31.08.2025

Was war wirklich geschehen?

Protokoll eines Verschwindens
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Um es gleich zu sagen, »Protokoll eines Verschwindens« von Alexander Rupflin habe ich gern gelesen. Ein langes Vorwort. Das hat meine Neugier geweckt.
Wir begegnen Lucas. Er erinnert sich an Fabio, ein ...


Um es gleich zu sagen, »Protokoll eines Verschwindens« von Alexander Rupflin habe ich gern gelesen. Ein langes Vorwort. Das hat meine Neugier geweckt.
Wir begegnen Lucas. Er erinnert sich an Fabio, ein kleiner Mann mit Glatze, der ihn anscheinend missbraucht hat. Aber Lucas kann sich nicht an Details erinnern.
Danach lernen wir Isabella aus Brasilien kennen. Sie bekommt einen Anruf von der Ex ihres Bruders Gabriel, der vermisst wird. Isabella macht sich auf die Suche...
»Protokoll eines Verschwindens« ist das Debüt des Kriminalreporters Alexander Rupflin. Ein Roman, der auf Tatsachen beruht. Neutral und sachlich erzählt, dennoch spannend wie ein Krimi. Dazu eine adäquate, schöne Sprache.
Es handelt sich um das Psychogramm eines Mörders mit einer bestialischen, triebhaften Gewalt. Der Autor lässt uns in tiefe menschliche Abgründe blicken. Menschen jenseits von Gut und Böse mit einem grausamen Geheimnis.
Was war in jener Nacht wirklich geschehen? Alexander Rupflin rekonstruiert die erschütternden Details eines Verbrechens. Letztendlich kann diese Frage aber nicht umfassend und befriedigend geklärt werden.

Fazit: Schockierender True Crime. Definitiv nichts für sanfte Gemüter oder Leute mit einem schwachen Magen.

Veröffentlicht am 24.08.2025

Paradies oder Gefängnis?

Der Tower
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„Als das Böse kam“ von Ivar Leon Menger hatte ich abgebrochen, ANGST und FINSTER gar nicht erst gelesen. Doch „Der Tower“ ließ auf einen spannenden Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum ...

„Als das Böse kam“ von Ivar Leon Menger hatte ich abgebrochen, ANGST und FINSTER gar nicht erst gelesen. Doch „Der Tower“ ließ auf einen spannenden Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Nova hat das große Los gezogen: 1 Jahr gratis Wohnen im angesagten Pramtower, ein luxuriöses Wohngebäude mitten in Berlin, das seinen Bewohnern alle Wünsche erfüllt. Es ist das Paradies. Bis sie herausfindet, dass ihre Vormieterin auf mysteriöse Weise ums Leben kam.
Nova forscht nach und merkt dabei zu spät, dass sie sich selbst in große Gefahr begibt. Warum und wofür wurde sie ausgewählt?
Locked-Room-Mysterys haben mich schon immer fasziniert, dazu das Thema „Künstliche Intelligenz“, da konnte ich nicht widerstehen. Die Geschichte hat mich sofort an „Rosemarys Baby“, den Horrorfilm mit Mia Farrow erinnert. Die nervigen Nachbarn...
„Der Tower“ ist nicht nur spannend und unterhaltsam, sondern voller Wendungen und entwickelt eine wahre Sogwirkung. Für Viellesende vielleicht vorhersehbar. Mit einem Plot-Twist, der es in sich hat, überrascht der Autor dann trotzdem noch.
Wer „Rosemarys Baby“ kennt, weiß wie die Geschichte enden müsste. Dafür brauche ich keinen A/B-Test.

Fazit: Spannender KI-Thriller mit Locked-Room-Setting. Ebenso Visionär wie beunruhigend.

Veröffentlicht am 13.08.2025

Lügen, Lügen und dann Rache

Love, Mom
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Die berühmte Thrillerautorin Elizabeth »Lizzy« Casper alias E. V. Renge (Revenge!) ist tot. War es ein Unfall oder…? Die Fangemeinde trauert. Bei ihrer Tochter Mackenzie hält sich der Kummer in Grenzen. ...


Die berühmte Thrillerautorin Elizabeth »Lizzy« Casper alias E. V. Renge (Revenge!) ist tot. War es ein Unfall oder…? Die Fangemeinde trauert. Bei ihrer Tochter Mackenzie hält sich der Kummer in Grenzen. Ihre unnahbare Mutter war selten für sie da. Als Schriftstellerin stand Mackenzie immer im Schatten ihrer brillanten Mutter.
Nach der Trauerfeier findet Mackenzie einen Brief, Seiten aus dem Tagebuch ihrer Mutter, die an sie gerichtet sind. Weitere Briefe tauchen auf und Mackenzie weiht ihren besten Freund EJ ein. Es scheint ein mysteriöses Geheimnis zu geben, dem die beiden auf die Spur gehen wollen.
Erzählt wird die Geschichte zunächst aus Sicht von Mackenzie, in lockerem Schreibstil, viel Jugendsprech. Ihre Gedanken und Handlungen sind somit gut nachvollziehbar. Über die Briefe ihrer Mutter bekommt man häppchenweise einen Eindruck, was in der Vergangenheit geschehen ist.
Mit Mackenzie bin ich nicht wirklich warm geworden. Sie ist ein Gothic Girl mit der Sprache eines verwöhnten, rebellischen Teenagers. Dabei ist sie 21 Jahre alt.
Es gibt Plot-Twists und immer wieder neue Wendungen. Die Spannungskurve steigt kontinuierlich an. Wie Puzzleteile fügen sich die Informationen am Ende zu einem stimmigen Ganzen, bei dem alle Fragen geklärt werden. Der Epilog ist für mich das Beste an diesem Thriller.

Fazit: Dunkle Geheimnisse, wendungsreich, aber auch vorhersehbar.