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Veröffentlicht am 24.08.2025

Paradies oder Gefängnis?

Der Tower
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„Als das Böse kam“ von Ivar Leon Menger hatte ich abgebrochen, ANGST und FINSTER gar nicht erst gelesen. Doch „Der Tower“ ließ auf einen spannenden Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum ...

„Als das Böse kam“ von Ivar Leon Menger hatte ich abgebrochen, ANGST und FINSTER gar nicht erst gelesen. Doch „Der Tower“ ließ auf einen spannenden Thriller hoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Worum geht es?
Nova hat das große Los gezogen: 1 Jahr gratis Wohnen im angesagten Pramtower, ein luxuriöses Wohngebäude mitten in Berlin, das seinen Bewohnern alle Wünsche erfüllt. Es ist das Paradies. Bis sie herausfindet, dass ihre Vormieterin auf mysteriöse Weise ums Leben kam.
Nova forscht nach und merkt dabei zu spät, dass sie sich selbst in große Gefahr begibt. Warum und wofür wurde sie ausgewählt?
Locked-Room-Mysterys haben mich schon immer fasziniert, dazu das Thema „Künstliche Intelligenz“, da konnte ich nicht widerstehen. Die Geschichte hat mich sofort an „Rosemarys Baby“, den Horrorfilm mit Mia Farrow erinnert. Die nervigen Nachbarn...
„Der Tower“ ist nicht nur spannend und unterhaltsam, sondern voller Wendungen und entwickelt eine wahre Sogwirkung. Für Viellesende vielleicht vorhersehbar. Mit einem Plot-Twist, der es in sich hat, überrascht der Autor dann trotzdem noch.
Wer „Rosemarys Baby“ kennt, weiß wie die Geschichte enden müsste. Dafür brauche ich keinen A/B-Test.

Fazit: Spannender KI-Thriller mit Locked-Room-Setting. Ebenso Visionär wie beunruhigend.

Veröffentlicht am 13.08.2025

Lügen, Lügen und dann Rache

Love, Mom
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Die berühmte Thrillerautorin Elizabeth »Lizzy« Casper alias E. V. Renge (Revenge!) ist tot. War es ein Unfall oder…? Die Fangemeinde trauert. Bei ihrer Tochter Mackenzie hält sich der Kummer in Grenzen. ...


Die berühmte Thrillerautorin Elizabeth »Lizzy« Casper alias E. V. Renge (Revenge!) ist tot. War es ein Unfall oder…? Die Fangemeinde trauert. Bei ihrer Tochter Mackenzie hält sich der Kummer in Grenzen. Ihre unnahbare Mutter war selten für sie da. Als Schriftstellerin stand Mackenzie immer im Schatten ihrer brillanten Mutter.
Nach der Trauerfeier findet Mackenzie einen Brief, Seiten aus dem Tagebuch ihrer Mutter, die an sie gerichtet sind. Weitere Briefe tauchen auf und Mackenzie weiht ihren besten Freund EJ ein. Es scheint ein mysteriöses Geheimnis zu geben, dem die beiden auf die Spur gehen wollen.
Erzählt wird die Geschichte zunächst aus Sicht von Mackenzie, in lockerem Schreibstil, viel Jugendsprech. Ihre Gedanken und Handlungen sind somit gut nachvollziehbar. Über die Briefe ihrer Mutter bekommt man häppchenweise einen Eindruck, was in der Vergangenheit geschehen ist.
Mit Mackenzie bin ich nicht wirklich warm geworden. Sie ist ein Gothic Girl mit der Sprache eines verwöhnten, rebellischen Teenagers. Dabei ist sie 21 Jahre alt.
Es gibt Plot-Twists und immer wieder neue Wendungen. Die Spannungskurve steigt kontinuierlich an. Wie Puzzleteile fügen sich die Informationen am Ende zu einem stimmigen Ganzen, bei dem alle Fragen geklärt werden. Der Epilog ist für mich das Beste an diesem Thriller.

Fazit: Dunkle Geheimnisse, wendungsreich, aber auch vorhersehbar.

Veröffentlicht am 09.08.2025

Nichts ist, wie es scheint

Mit kalter Hand
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Ich mag True-Crime- und Rechtsmedizin-Thriller. Die beiden Vorgänger habe ich gerne gelesen. Und auch „Mit kalter Hand“ von Michael Tsokos überzeugt.
Der Autor geht gleich in medias res: Ein heftiger ...


Ich mag True-Crime- und Rechtsmedizin-Thriller. Die beiden Vorgänger habe ich gerne gelesen. Und auch „Mit kalter Hand“ von Michael Tsokos überzeugt.
Der Autor geht gleich in medias res: Ein heftiger Prolog: Wer ist der Mann? Stirbt er tatsächlich gerade?
Dr. Sabine Yao, Rechtsmedizinerin von der Abteilung »Extremdelikte« des Bundeskriminalamts in Berlin, bekommt es mit einem bizarren Fall zu tun: Eine Hinrichtung? Makaber!
Last but not least muss Sabine ihre rechtsmedizinische Expertise in der Sonderkommission um Profiler Milan Hasanović einbringen, die die Ermittlungen zum »Pferderipper von Lübars« übernommen hat.
„Mit kalter Hand“ ist spannend und unterhaltsam. Prof. Dr. Michael Tsokos weiß, wovon er schreibt. Als weltweit renommierter Rechtsmediziner vermittelt er interessante Einblicke in die Welt der Rechtsmedizin und Forensik. Gut erklärt, auch für Menschen ohne medizinischen Hintergrund.
Über das Wiedersehen mit Sabine, Paul Herzfeld und Monica Monti habe ich mich sehr gefreut. Tötungsdelikte, die sich als Suizid entpuppen, Leichenzerstückelung u.a., eine morbide Welt. Nur das Thema Pferderipper vermochte mich nicht zu fesseln. Aber am Ende sind alle Fälle gelöst.

Fazit: Fall Nr. 3 für Sabine Yao. Abgründig!

Veröffentlicht am 28.07.2025

Tödlicher Tango

Eisblau
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„Weißglut“ von Tobias Quast, Auftakt einer Krimireihe, die in Finnland verortet ist, hatte ich für gut befunden und auch die Fortsetzung, „Eisblau“ überzeugt. Im Mittelpunkt steht die Münchnerin Sarah ...


„Weißglut“ von Tobias Quast, Auftakt einer Krimireihe, die in Finnland verortet ist, hatte ich für gut befunden und auch die Fortsetzung, „Eisblau“ überzeugt. Im Mittelpunkt steht die Münchnerin Sarah Fuchs. Schauplatz ist diesmal Tampere. Worum geht es?
Nach einem mysteriösen Einstieg gibt es ein Wiedersehen mit Sarah, Sie ist nach Tampere gekommen, um an einem Tango-Festival teilzunehmen. Doch gleich am ersten Tag stirbt ihr Tanzpartner in ihren Armen. Was wollte er ihr kurz vor seinem Tod noch sagen? Arttu Mäkelä war ein reicher Mann. Wer profitiert von seinem Tod? Denn bald steht fest, es war Mord!
Sarah und ihre finnische Freundin Ilvi forschen nach…
„Eisblau“ ist spannend und unterhaltsam. Sarah gerät mehr als einmal in Gefahr. Der Schreibstil ist nicht so witzig wie im ersten Band, aber das macht den Plot glaubwürdiger.
Sarah ist mir ans Herz gewachsen. Neben ihren Louboutins hat sie diesmal auch Sneaker im Gepäck. Kommissar Toivo Aalto aus dem Vorgänger ist wieder mit von der Partie.
Es geht um Korruption, auch in den Reihen der Polizei. Aber am Ende ist alles stimmig aufgelöst. Und so freue ich mich schon heute auf Sarahs nächsten Einsatz.

Fazit: Fall Nr. 2 für Sarah Fuchs. Besser, spannender als der Vorgänger.

Veröffentlicht am 28.07.2025

Unter Verdacht

Deckname: Bird
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„Deckname: Bird“ von Louise Doughty wird empfohlen von einer meiner Lieblingsautorinnen, Val McDermid, also ein Must-read für mich. Worum geht es?
Birmingham. Heather Berriman. genannt Bird, ist für den ...


„Deckname: Bird“ von Louise Doughty wird empfohlen von einer meiner Lieblingsautorinnen, Val McDermid, also ein Must-read für mich. Worum geht es?
Birmingham. Heather Berriman. genannt Bird, ist für den britischen Geheimdienst tätig, in einer Abteilung, die für Korruption in den eigenen Reihen zuständig ist.
Ein Besprechungsraum mit dem Namen Alaska. „Bis zu den Aufzügen sind es keine 30 Schritte“. Bird flieht. Ist sie paranoid? Weit gefehlt! Bird wird gejagt. WARUM?
Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Heather erzählt. Der Anfang ist durchaus spannend. Aber danach dümpelt die Handlung lange vor sich hin, bis wir Lesende verstehen. Sie nimmt erst im dritten Teil wieder Fahrt auf.
„Deckname: Bird“ ist mein erstes Buch der Autorin. Ein klassischer Thriller ist es nicht, eher ein Spannungsroman. Herausfordernd und anspruchsvoll, dennoch mühelos zu lesen.
Heather erzählt von ihrer beruflichen Laufbahn bei Armee und Geheimdienst, ihrer Beziehung zu ihren Eltern (ihr Vater war ebenfalls beim Geheimdienst), ihrer Freundschaft zu Flavia und von ihrer Flucht über Schottland und Norwegen bis nach Island.
„Deckname: Bird“ habe ich gerne gelesen, aber so richtig zu fesseln vermochte mich die Lektüre nicht. Denn die langatmigen Schilderungen Heathers Gedanken und Gefühle gehen zu Lasten der Spannung.

Fazit: Ein literarischer Thriller mit einer vielschichtigen Protagonistin.