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Nicawa

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2026

Wenn dein Zuhause kein sicherer Ort mehr ist …

Don't Let Her Stay
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Joanne lebt mit ihrem Mann Richard und der gemeinsamen Tochter Evie ein scheinbar perfektes Leben. Als Richards erwachsene Tochter Chloe nach längerer Funkstille wieder Kontakt aufnimmt und vorübergehend ...

Joanne lebt mit ihrem Mann Richard und der gemeinsamen Tochter Evie ein scheinbar perfektes Leben. Als Richards erwachsene Tochter Chloe nach längerer Funkstille wieder Kontakt aufnimmt und vorübergehend bei ihnen einzieht, hofft Joanne auf eine harmonische Patchworkfamilie. Doch schnell zeigt sich, dass diese Hoffnung trügt.

Der Thriller entwickelt seine Spannung weniger durch actionreiche Ereignisse als durch eine stetig wachsende, unangenehme Atmosphäre. Das Geschehen konzentriert sich stark auf das Haus und das familiäre Zusammenleben, was das Gefühl von Enge und Ausgeliefertsein verstärkt. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel sind kurz, und dadurch liest sich das Buch sehr zügig.

Kritisch sehe ich, dass die Handlung bekannten Mustern des Psychothriller-Genres folgt. Besonders Joannes passive Rolle und das wiederholte Nicht-Glauben durch ihren Mann wirken mit der Zeit etwas ermüdend. Überraschende Wendungen bleiben eher selten, was erfahrene Thriller-Leserinnen und -Leser vermutlich schnell erkennen werden.

Insgesamt ist „Don’t Let Her Stay – Wenn das Böse Einzug hält“ ein solider, spannender Psychothriller, der zuverlässig fesselt, ohne nachhaltig zu überraschen. Empfehlenswert vor allem für Genre-Einsteiger oder für alle, die eine schnelle, atmosphärische Lektüre für zwischendurch suchen.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Originelle Idee mit Charme und Spannung

Soulmates and Other Ways to Die
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Das Cover hat mich sofort angesprochen. Die Farbgestaltung ist auffällig und gleichzeitig stimmungsvoll, sie weckt Neugier und passt gut zur Grundidee des Romans. Schon optisch hebt sich das Buch damit ...

Das Cover hat mich sofort angesprochen. Die Farbgestaltung ist auffällig und gleichzeitig stimmungsvoll, sie weckt Neugier und passt gut zur Grundidee des Romans. Schon optisch hebt sich das Buch damit von vielen Jugendromanen ab. Auch die Geschichte selbst fand ich spannend angelegt. Die Vorstellung, dass man mit seinem Seelenverwandten so eng verbunden ist, dass das eigene Leben vom Überleben des anderen abhängt, ist gleichermaßen faszinierend wie beängstigend. Genau dieses Paradox macht den Reiz aus und bietet viel Raum für Konflikte und Gefühle.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, er liest sich leicht und angenehm, sodass ich schnell im Geschehen war. Besonders schön fand ich, dass zwischendurch auch humorvolle Momente aufblitzen, die der dystopischen Stimmung Leichtigkeit verleihen. Bei den Figuren war mein Eindruck gemischt. Zoe wird überwiegend als kontrolliert und vorsichtig beschrieben, zeigt aber zwischendurch Verhalten, das für mich nicht so ganz dazu passte und eher verwirrend wirkte. Milo bringt dagegen viel Energie in die Handlung, wodurch ihre Dynamik trotzdem lebendig bleibt und für unterhaltsame Szenen sorgt.

Insgesamt habe ich die Geschichte gerne gelesen, auch wenn ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefe oder Hintergrund gewünscht hätte. Trotzdem ist es eine originelle Mischung aus Romance, Dystopie und Abenteuer, die sich flüssig weglesen lässt und vor allem durch die ungewöhnliche Grundidee im Gedächtnis bleibt. Für mich eine solide 3,5-Sterne-Lektüre, die ich allen empfehlen würde, die Lust auf eine jugendliche, unterhaltsame Geschichte mit einer besonderen Prämisse haben.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Zwischen Prophezeiung, Freiheit und dunkler Magie

Nightblood Prince
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Schon beim ersten Blick auf das Buch fällt die Gestaltung auf. Das Cover wirkt edel und atmosphärisch, der Farbschnitt und die liebevollen Details machen es zu einem kleinen Schmuckstück im Regal. Diese ...

Schon beim ersten Blick auf das Buch fällt die Gestaltung auf. Das Cover wirkt edel und atmosphärisch, der Farbschnitt und die liebevollen Details machen es zu einem kleinen Schmuckstück im Regal. Diese äußere Schönheit passt gut zur Stimmung der Geschichte, die mit Mythen, Intrigen und einer Spur Magie durchzogen ist.

Die Handlung führt in eine asiatisch inspirierte Fantasywelt, die voller Gegensätze steckt. Paläste, Prophezeiungen, Machtspiele und ein drohender Krieg bilden die Bühne, auf der Fei ihren Weg finden muss. Besonders spannend ist, dass sie keine typische Heldin ist. Sie zweifelt, sie hadert, sie will frei sein. Diese innere Zerrissenheit macht sie für mich glaubwürdig und nachvollziehbar. Die beiden Prinzen, die eine wichtige Rolle spielen, sind sehr unterschiedlich gezeichnet. Auch wenn nicht jede Entwicklung für mich überraschend kam, haben die Figuren insgesamt genug Tiefe, um die Geschichte zu tragen.

Der Schreibstil ist angenehm und bildhaft, manchmal ein wenig detailarm, aber flüssig und leicht zu lesen. Gerade die Kampfszenen und emotionalen Momente sind lebendig geschildert. Das Worldbuilding hätte stellenweise noch mehr Raum vertragen können, da manche Aspekte nur angedeutet bleiben. Dennoch konnte mich die Atmosphäre mitreißen, vor allem durch die Mischung aus Magie, Machtpolitik und Romantik.

Hier wird zwar nichts völlig neu erfunden, aber Chang schafft es, vertraute Motive/Tropes mit einem frischen kulturellen Anstrich zu versehen.

Nightblood Prince ist ein gelungener Reihenauftakt mit Stärken im Setting und einer mutigen, widersprüchlichen Heldin. Wer Romantasy mit asiatischem Flair, Intrigen und einem Schuss dunkler Magie mag, wird hier fündig.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Ein stiller Thriller mit Tiefgang

Der dunkle Sommer
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In Der dunkle Sommer begleitet man die Architektin Tilda, die nach einem persönlichen Schicksalsschlag in einem verlassenen Dorf auf Sardinien neu anfangen will. Sie kauft eine Ruine für einen Euro – ein ...

In Der dunkle Sommer begleitet man die Architektin Tilda, die nach einem persönlichen Schicksalsschlag in einem verlassenen Dorf auf Sardinien neu anfangen will. Sie kauft eine Ruine für einen Euro – ein faszinierendes Szenario, das sofort neugierig macht. Doch was zunächst wie ein stiller Rückzug wirkt, entpuppt sich schnell als beklemmende Reise in eine düstere Vergangenheit.

Die Geschichte spielt geschickt mit verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven, was der Handlung Tiefe verleiht. Besonders beeindruckt hat mich der Strang um Franka – emotional intensiv, erschütternd und sehr eindringlich erzählt. Vera Buck greift Themen wie familiäre Schuld, alte Machtstrukturen und verdrängte Geschichte auf – spannend, manchmal unbequem, und immer mit einem kritischen Unterton.

Der Schreibstil ist atmosphärisch dicht und bildhaft. Die sengende Hitze, das bröckelnde Mauerwerk, das beklemmende Schweigen des Ortes – all das wird so greifbar, dass man beim Lesen fast den Staub auf der Zunge spürt. Dennoch wirkte die Handlung stellenweise etwas konstruiert, einige Entwicklungen vorhersehbar, und besonders das Verhältnis zwischen Tilda und ihrem Bruder Nino hat für mich nicht immer überzeugt.

Das Buch hat definitiv Potenzial, wirkt aber phasenweise etwas langatmig. Manche Wendungen habe ich kommen sehen, andere haben mich überrascht. Die düstere Grundstimmung und das geheimnisvolle Setting haben mich trotzdem bei der Stange gehalten.

Fazit: Der dunkle Sommer ist kein temporeicher Thriller, sondern ein leise erzählter, atmosphärisch dichter Roman mit psychologischem Tiefgang. Wer düstere Familiengeheimnisse, verlassene Orte und Geschichten mit historischer Dimension mag, wird hier fündig – sollte aber Geduld mitbringen.
Für mich 3,5 von 5 Sternen – mit Luft nach oben, aber definitiv lesenswert.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Toller Start mit Luft nach oben

The Wind Weaver (Wind Weaver 1)
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"The Wind Weaver – Sturmverführt" hat mich zuerst mit seinem atemberaubend schönen Buchdesign begeistert. Farbschnitt, Cover, die liebevolle Gestaltung – ein echtes Schmuckstück fürs Regal! Inhaltlich ...

"The Wind Weaver – Sturmverführt" hat mich zuerst mit seinem atemberaubend schönen Buchdesign begeistert. Farbschnitt, Cover, die liebevolle Gestaltung – ein echtes Schmuckstück fürs Regal! Inhaltlich habe ich eine düstere Romantasy mit Magie und einer starken Heldin erwartet – und genau das habe ich größtenteils auch bekommen.

Die Geschichte rund um Rhya, die als Halb-Fae in einer Welt voller Misstrauen und Gefahren lebt, ist spannend und emotional. Ohne zu spoilern: Es geht um Flucht, Magie, düstere Geheimnisse – und natürlich gibt es auch einen grummeligen, geheimnisvollen Begleiter. Kommt einem bekannt vor? Vielleicht. Aber es funktioniert trotzdem richtig gut!

Besonders gefallen hat mir, dass Rhya keine perfekte Heldin ist. Sie muss ihre Kräfte erst mühsam erlernen, stolpert, zweifelt – und genau das macht sie authentisch und greifbar. Ich konnte richtig mitfühlen, wie sie wächst und an ihren Aufgaben reift. Auch die Nebenfiguren bringen Humor, Herz und zusätzliche Tiefe in die Geschichte. Bei General Scythe war ich etwas zwiegespalten: Er ist der klassische düstere Love Interest, wirkt aber teilweise zu unnahbar und widersprüchlich.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und schafft es immer wieder, tolle atmosphärische Bilder zu zeichnen. Der Einstieg war etwas zäh und insgesamt hätte ich mir stellenweise weniger Geheimnistuerei und ein schnelleres Tempo gewünscht – aber es lohnt sich, dranzubleiben.

Mein größter Kritikpunkt bleibt die Liebesgeschichte: Sie war für meinen Geschmack zu klischeehaft und hatte stellenweise toxische Züge. Da hätte ich mir mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit gewünscht.

Ein vielversprechender Auftakt mit toller Welt, sympathischer Heldin und einer Prise Magie. Wer düstere Settings, langsamen Beziehungsaufbau und spannende Enthüllungen mag, wird hier auf seine Kosten kommen – trotz kleiner Schwächen in der Romance. Ich bin gespannt, wie die Reihe weitergeht!

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