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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2026

Perfekte Fassade, starke Idee, schwache Landung

Yesteryear
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Was passiert, wenn das perfekte Leben plötzlich ohne Filter und Inszenierung bestehen muss?

Genau mit dieser spannenden Frage startet Yesteryear. Im Mittelpunkt steht Natalie Heller Mills, eine erfolgreiche ...

Was passiert, wenn das perfekte Leben plötzlich ohne Filter und Inszenierung bestehen muss?

Genau mit dieser spannenden Frage startet Yesteryear. Im Mittelpunkt steht Natalie Heller Mills, eine erfolgreiche Tradwife-Influencerin, die online das Bild einer perfekten Familie, einer idyllischen Farm und eines makellosen Lebens verkauft. Doch hinter den sorgfältig kuratierten Bildern verbirgt sich weit mehr, als ihre Millionen Follower ahnen.

Besonders zu Beginn konnte mich die Geschichte schnell fesseln. Die Autorin zeigt eindrucksvoll, wie stark soziale Medien von Inszenierung leben und wie groß die Diskrepanz zwischen öffentlichem Bild und Realität sein kann. Die Atmosphäre wirkt oft beklemmend und unterschwellig verstörend, während man sich ständig fragt, was hinter der Fassade wirklich verborgen liegt.

Natalie selbst ist dabei alles andere als eine sympathische Protagonistin. Sie handelt egoistisch, kontrollierend und häufig manipulativ. Trotzdem übt ihre Figur eine gewisse Faszination aus, weil man unbedingt verstehen möchte, wie sie zu dem Menschen geworden ist, der sie heute ist.

Auch wenn mich nicht jede Entwicklung überzeugen konnte, hat das Buch für mich einen erstaunlichen Sog entwickelt. Ich wollte unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt und wohin Natalies Weg letztlich führt. Die Auflösung selbst konnte meine Erwartungen zwar nicht vollständig erfüllen und wirkte auf mich stellenweise etwas konstruiert. Dennoch blieb ich bis zum Schluss neugierig, denn hinter der Geschichte steckt letztlich die Tragik eines Menschen, der sein gesamtes Leben einer perfekten Illusion widmet und sich dabei immer weiter darin verliert.

Yesteryear ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und interessante Diskussionen über Selbstinszenierung, Rollenbilder und die Macht sozialer Medien ermöglicht. Für mich war es ein unterhaltsamer, stellenweise fesselnder Roman mit einer starken Grundidee, der sein Potenzial am Ende jedoch nicht vollständig ausschöpfen konnte.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Leise, emotional und mit einer starken Protagonistin

Where We Belong
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„Where We Belong – Bis wir uns fanden“ erzählt die Geschichte von Zofia, die nach Deutschland kommt und sich dort zwischen Herkunft und neuem Leben zurechtfinden muss. Dabei stehen Themen wie Zugehörigkeit, ...

„Where We Belong – Bis wir uns fanden“ erzählt die Geschichte von Zofia, die nach Deutschland kommt und sich dort zwischen Herkunft und neuem Leben zurechtfinden muss. Dabei stehen Themen wie Zugehörigkeit, Identität und Ausgrenzung im Mittelpunkt, die sensibel und nachvollziehbar umgesetzt wurden.

Besonders hervorheben möchte ich die Protagonistin Zofia bzw. Nessy. Ihre Situation und die Verantwortung, die sie trägt, wirken sehr authentisch und verleihen der Geschichte emotionale Tiefe. Sie ist eine Figur, die trotz vieler Herausforderungen ihren Weg geht, was sie für mich greifbar und stark macht. Auch die Nebenfiguren fügen sich gut in die Handlung ein, bleiben jedoch teilweise etwas weniger vielschichtig.
Der Schreibstil von Wiktoria A. Wieczorek ist angenehm leicht und flüssig, wodurch sich das Buch sehr gut lesen lässt. Gleichzeitig sorgt diese Leichtigkeit aber auch dafür, dass einige Aspekte nicht ganz so tief ausgearbeitet wirken, wie sie es hätten sein können. Die Handlung verläuft insgesamt eher ruhig und bleibt in Teilen vorhersehbar, was etwas Spannung nimmt.
Dennoch finde ich das Buch aufgrund seiner thematischen Schwerpunkte besonders interessant. Es verbindet eine Liebesgeschichte mit gesellschaftlich relevanten Themen, ohne dabei zu schwer zu wirken.

Insgesamt ein gefühlvoller Roman mit wichtigen Themen und einer starken Hauptfigur, der sich gut lesen lässt, auch wenn es an manchen Stellen an Tiefe und Spannung fehlt. Empfehlenswert für alle, die emotionale Geschichten mit ernsteren Untertönen mögen.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Wenn dein Zuhause kein sicherer Ort mehr ist …

Don't Let Her Stay
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Joanne lebt mit ihrem Mann Richard und der gemeinsamen Tochter Evie ein scheinbar perfektes Leben. Als Richards erwachsene Tochter Chloe nach längerer Funkstille wieder Kontakt aufnimmt und vorübergehend ...

Joanne lebt mit ihrem Mann Richard und der gemeinsamen Tochter Evie ein scheinbar perfektes Leben. Als Richards erwachsene Tochter Chloe nach längerer Funkstille wieder Kontakt aufnimmt und vorübergehend bei ihnen einzieht, hofft Joanne auf eine harmonische Patchworkfamilie. Doch schnell zeigt sich, dass diese Hoffnung trügt.

Der Thriller entwickelt seine Spannung weniger durch actionreiche Ereignisse als durch eine stetig wachsende, unangenehme Atmosphäre. Das Geschehen konzentriert sich stark auf das Haus und das familiäre Zusammenleben, was das Gefühl von Enge und Ausgeliefertsein verstärkt. Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel sind kurz, und dadurch liest sich das Buch sehr zügig.

Kritisch sehe ich, dass die Handlung bekannten Mustern des Psychothriller-Genres folgt. Besonders Joannes passive Rolle und das wiederholte Nicht-Glauben durch ihren Mann wirken mit der Zeit etwas ermüdend. Überraschende Wendungen bleiben eher selten, was erfahrene Thriller-Leserinnen und -Leser vermutlich schnell erkennen werden.

Insgesamt ist „Don’t Let Her Stay – Wenn das Böse Einzug hält“ ein solider, spannender Psychothriller, der zuverlässig fesselt, ohne nachhaltig zu überraschen. Empfehlenswert vor allem für Genre-Einsteiger oder für alle, die eine schnelle, atmosphärische Lektüre für zwischendurch suchen.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Originelle Idee mit Charme und Spannung

Soulmates and Other Ways to Die
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Das Cover hat mich sofort angesprochen. Die Farbgestaltung ist auffällig und gleichzeitig stimmungsvoll, sie weckt Neugier und passt gut zur Grundidee des Romans. Schon optisch hebt sich das Buch damit ...

Das Cover hat mich sofort angesprochen. Die Farbgestaltung ist auffällig und gleichzeitig stimmungsvoll, sie weckt Neugier und passt gut zur Grundidee des Romans. Schon optisch hebt sich das Buch damit von vielen Jugendromanen ab. Auch die Geschichte selbst fand ich spannend angelegt. Die Vorstellung, dass man mit seinem Seelenverwandten so eng verbunden ist, dass das eigene Leben vom Überleben des anderen abhängt, ist gleichermaßen faszinierend wie beängstigend. Genau dieses Paradox macht den Reiz aus und bietet viel Raum für Konflikte und Gefühle.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, er liest sich leicht und angenehm, sodass ich schnell im Geschehen war. Besonders schön fand ich, dass zwischendurch auch humorvolle Momente aufblitzen, die der dystopischen Stimmung Leichtigkeit verleihen. Bei den Figuren war mein Eindruck gemischt. Zoe wird überwiegend als kontrolliert und vorsichtig beschrieben, zeigt aber zwischendurch Verhalten, das für mich nicht so ganz dazu passte und eher verwirrend wirkte. Milo bringt dagegen viel Energie in die Handlung, wodurch ihre Dynamik trotzdem lebendig bleibt und für unterhaltsame Szenen sorgt.

Insgesamt habe ich die Geschichte gerne gelesen, auch wenn ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefe oder Hintergrund gewünscht hätte. Trotzdem ist es eine originelle Mischung aus Romance, Dystopie und Abenteuer, die sich flüssig weglesen lässt und vor allem durch die ungewöhnliche Grundidee im Gedächtnis bleibt. Für mich eine solide 3,5-Sterne-Lektüre, die ich allen empfehlen würde, die Lust auf eine jugendliche, unterhaltsame Geschichte mit einer besonderen Prämisse haben.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Zwischen Prophezeiung, Freiheit und dunkler Magie

Nightblood Prince
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Schon beim ersten Blick auf das Buch fällt die Gestaltung auf. Das Cover wirkt edel und atmosphärisch, der Farbschnitt und die liebevollen Details machen es zu einem kleinen Schmuckstück im Regal. Diese ...

Schon beim ersten Blick auf das Buch fällt die Gestaltung auf. Das Cover wirkt edel und atmosphärisch, der Farbschnitt und die liebevollen Details machen es zu einem kleinen Schmuckstück im Regal. Diese äußere Schönheit passt gut zur Stimmung der Geschichte, die mit Mythen, Intrigen und einer Spur Magie durchzogen ist.

Die Handlung führt in eine asiatisch inspirierte Fantasywelt, die voller Gegensätze steckt. Paläste, Prophezeiungen, Machtspiele und ein drohender Krieg bilden die Bühne, auf der Fei ihren Weg finden muss. Besonders spannend ist, dass sie keine typische Heldin ist. Sie zweifelt, sie hadert, sie will frei sein. Diese innere Zerrissenheit macht sie für mich glaubwürdig und nachvollziehbar. Die beiden Prinzen, die eine wichtige Rolle spielen, sind sehr unterschiedlich gezeichnet. Auch wenn nicht jede Entwicklung für mich überraschend kam, haben die Figuren insgesamt genug Tiefe, um die Geschichte zu tragen.

Der Schreibstil ist angenehm und bildhaft, manchmal ein wenig detailarm, aber flüssig und leicht zu lesen. Gerade die Kampfszenen und emotionalen Momente sind lebendig geschildert. Das Worldbuilding hätte stellenweise noch mehr Raum vertragen können, da manche Aspekte nur angedeutet bleiben. Dennoch konnte mich die Atmosphäre mitreißen, vor allem durch die Mischung aus Magie, Machtpolitik und Romantik.

Hier wird zwar nichts völlig neu erfunden, aber Chang schafft es, vertraute Motive/Tropes mit einem frischen kulturellen Anstrich zu versehen.

Nightblood Prince ist ein gelungener Reihenauftakt mit Stärken im Setting und einer mutigen, widersprüchlichen Heldin. Wer Romantasy mit asiatischem Flair, Intrigen und einem Schuss dunkler Magie mag, wird hier fündig.

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