Stark vereinfachte Botschaft
Okada-sans wundersame Reise mit dem Taxi der geheimen WünscheShûichi Okadas Leben verläuft nicht wirklich nach Plan. Gerade erst hat er in seinem Beruf als Versicherungsvertreter 20 Kunden auf einmal verloren. Seine Tochter will schon seit Monaten nicht mehr zur ...
Shûichi Okadas Leben verläuft nicht wirklich nach Plan. Gerade erst hat er in seinem Beruf als Versicherungsvertreter 20 Kunden auf einmal verloren. Seine Tochter will schon seit Monaten nicht mehr zur Schule gehen und nun möchte auch noch seine Mutter dringend etwas mit ihm besprechen. Auf dem Weg zur Schule seiner Tochter steigt er auf einmal in ein seltsames Taxi. Der Fahrer verspricht, ihn stets dorthin zu bringen, wo sein Leben eine große Veränderung nehmen kann. Doch auch Okada-san muss seinen Teil zu diesem Handel beitragen.
In Japan ist Yasushi Kitagawa bereits Bestsellerautor und gilt als „der Schriftsteller, der Leben verändert“. „Okada-sans wundersame Reise mit dem Taxi der geheimen Wünsche“ ist sein erster Roman, der auf Deutsch erschienen ist, die Übersetzung verfasste Bernd Sambale. Erzählt wird die Handlung aus der Sicht des Protagonistin Shûichi, so dass wir hautnah Zeuge der Veränderung werden, die er im Laufe der Geschichte durchmacht.
Zu Beginn ist Okada-san ein echter Griesgram, der davon überzeugt ist, dass sein Leben schon immer nur von Pech durchzogen ist. Weil er auf einen Schlag so viele Kunden verloren hat, stellt er sich bereits auf seine Kündigung ein und darauf, seiner Frau erklären zu müssen, dass der geplante Urlaub storniert werden muss. Als er dann schließlich auf den namenlosen Taxifahrer trifft, ist er zunächst wenig überzeugt – das muss doch alles Unsinn sein! Doch nach und nach verändert sich seine Einstellung zum eigenen Leben.
„Okada-sans wundersame Reise mit dem Taxi der geheimen Wünsche“ ist ein typischer Roman des japanischen magischen Realismus. Die Botschaft ist hier ganz klar: wer Gutes tut und positiv denkt, der kann den Punktestand auf seinem Karmakonto irgendwann einlösen. Ich bin da eher auf Shûichis Seite, der (zumindest am Anfang) darauf hinweist, dass es durchaus Menschen gibt, die einen schlechten Start ins Leben hatten und die eben nicht nur lächeln und positiv sein müssen, um über die Runden zu kommen. Mir ist zwar klar, was der Autor hier aussagen wollte, aber mir persönlich war diese Botschaft zu einfach.