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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.07.2019

Tierisch: Der Zauber von Somerset

Der Zauber von Somerset
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Eine besondere Geschichte. Sie spielt auf einem kleinen Gehöft, zwei Menschen treffen sich dort rein zufällig, mieteten es für jeweils drei Monate zur gleichen Zeit. Amber und Finian einigen sich, das ...

Eine besondere Geschichte. Sie spielt auf einem kleinen Gehöft, zwei Menschen treffen sich dort rein zufällig, mieteten es für jeweils drei Monate zur gleichen Zeit. Amber und Finian einigen sich, das Haus samt Inventar und Pferd zu teilen. Eigentlich sind sie beide grundverschieden. Aber sie ziehen einander an, erst auf den dritten Blick und auf eine angenehm lockere Weise merken sie das auch. Als Leser bemerkt man es auch nicht schneller.

Keine Schnulze!
Es ist keine Schnulze sondern mehr lockerer Schmöker für Leser und Leserinnen gleichermaßen amüsant geschrieben. Auch dreht es sich nicht nur um die Befindlichkeiten der beiden Bewohner sondern auch um Tiere, Tierschutz im weitesten Sinne und dass man jemanden Passenden kennenlernen kann, wenn man Sachen zusammen unternimmt. Oder, wie in diesem Fall: sich zusammen um Tiere kümmert, neue Menschen locker dadurch kennenlernt und den Radius erweitert.

Wunderbar anregend geschrieben, die Figuren sind gut ausgearbeitet und man kann sich alles gut vor dem inneren Auge vorstellen. Zwei Unsympathen mischen die Szenerien manchmal auch auf.

Veröffentlicht am 28.08.2025

Hm

Schneezauber in Winterbury
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Der Titel passt ab der zweiten Hälfte des Romans. Da gibt es viel Schnee in den Cotswolds im Advent. Es dreht sich alles um Imogen, die alleine in einer tristen Souterrainwohnung in London in einem Viertel ...

Der Titel passt ab der zweiten Hälfte des Romans. Da gibt es viel Schnee in den Cotswolds im Advent. Es dreht sich alles um Imogen, die alleine in einer tristen Souterrainwohnung in London in einem Viertel mit hoher Kriminalitätsrate lebt. Dabei verdient sie genügend, um sich etwas Besseres leisten zu können. Sie lebt für ihre Arbeit und gaukelt ihren Kollegen ihr super Familienleben mit Hund vor. Allerdings ist alles erlogen. Als ihre Chefin sie für vier Wochen in den Zwangsurlaub steckt, bricht sie fast zusammen. Eine gute Kundin lädt sie zu sich in ein Ferienhaus ein. Ab dann entwickelt sich eine rasante Geschichte bei der ich mich fragte: warum ellenlang bis zur Hälfte Imogens Leben schildern, wenn das, was danach kommt so rasch abgehandelt wird? Die Kundin ist Imogens unbekannte Großmutter und mit ihr bekommt sie Tante, Cousins und mehr. Auf einmal eine richtige Familie. Warum sie nichts davon ahnte, erfährt man auch und dann lernt imogen noch einen Mann kennen, aber bis sich auch noch eine Liebesgeschichte entwickeln kann, ist der Roman vorbei. Viel gewollt, eher zuviel.

Die Schreibweise ist merkwürdig, vielleicht liegt es auch an der Übersetzung. Es gibt Kapitel, die lesen sich sehr angenehm. Und dann wieder gibt es seitenlange inhaltiliche Wiederholungen als ob die Leserinnen zu doof sind, um sich zu erinnern, was zwei Seiten vorher ausgiebig beschrieben wurde. Das nervt gelinde gesagt.

Daher: nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Geht wohl, aber der Funken springt nicht über

Sieben Jahre
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Friedrich der Große von Preußen steht im Mittelpunkt, aber nicht nur. Ende des ersten Drittels schleicht sich sein jüngster Bruder Heinrich als zweite Hauptfigur hinzu. Er, der eine Homosexualität offen ...

Friedrich der Große von Preußen steht im Mittelpunkt, aber nicht nur. Ende des ersten Drittels schleicht sich sein jüngster Bruder Heinrich als zweite Hauptfigur hinzu. Er, der eine Homosexualität offen auslebte und mit der Wahl seiner Liebhaber für so manchen Eklat sorgte. Der damit auch angreifbar war. Aber er lernt dazu und wird General im siebenjährigen Krieg. Diese sieben Jahre, um die es geht, und die davor als der Vater noch lebte und Friedrich prägte. Und nicht nur ihn. Auch der schwarze Junge, der sich selbst Hannibal nennt, und aus dem eroberten Dresden irgendwie beim zweitältesten Bruder und später bei Herrn von Fredersdorf landete, spielt eine gute Nebenrolle.
Anders als bei ihren sonstigen historischen Romanen schafft es Kinkel nicht eine der Hauptfiguren so zu entwickeln, dass man mit ihr mitfühlt, quasi als ihr Schatten lesend begleitet. Dieses Gefühl fehlte mir. Der Roman ist gut geschrieben, beschreibt das familäre Geflecht der Geschwister rund um Friedrich ebenso wie den beginnenden Zusammenhalt seiner Schwestern mit der Ehefrau von Wilhelm von Preußen. Und das, was während einiger Schlachten zwischen Zittau, Dresden und Wien passiert. Was nicht thematisiert wird, ist der gesamte Verlauf dieser sieben Jahre, die sich unter anderem um den Vorherrschaft in manchen Kolonien drehte und auch auf dem amerikanischen Kontinent als auch in Asien und Teilen Südafrikas stattfanden. Vorrangig dreht es sich um England, Frankreich und natürlich Maria-Theresia von Habsburg, die Preußen so grandios isolierte.
Und: Man versteht diesen Roman nur, wenn man einige der historischen Fakten kennt. Grobe Kenntnisse genügen nicht, um hiermit gut zufrieden zu sein. Denn Kinkel ordnet zwar manches ein, aber viele Zusammenhänge bleiben auf der Strecke, fallen mit den zahlreich beschriebenen Fakten.
Dazu kommt die sexuelle Orierntierung Heinrichs und Friedrichs und zahlreicher Kammerdiener etc., mit denen sie verbandelt sind. Manchmal weiß man nicht, was wichtiger ist: dies oder die geschichtliche Handlung an sich? Als ich während meines Studiums circa 2003 herum eine Führung in Sanssouci mal fragte, ob Friedrich II. als homosexuell bekannt war, da er sich ja nur mit Männern und seinen Windhunden umgab, wurde ich von der Schlossführerin angepfiffen, was ich mir erlaubte?!?. Ja, die Zeiten ändern sich , dennoch steht es hier auf fast jeder Seite zu lesen. Und das irritiert mich doch sehr. Ab und zu - gut und schön, aber so intensiv wird es ab der Mitte grenzwertig und lässt anderes unter den Tisch fallen.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Stoff für mehrere Romane

Die Weltenbrücke
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Kann-neh hat die Schmetterlingshalle entdeckt und weiß, dass Fatisha da drin sein muss. Er will sie betrafen, weil sie vor zwanzig Jahren Drachen und Zwerge auf Gravit befreit hat. Elben leben Jahrhunderte ...

Kann-neh hat die Schmetterlingshalle entdeckt und weiß, dass Fatisha da drin sein muss. Er will sie betrafen, weil sie vor zwanzig Jahren Drachen und Zwerge auf Gravit befreit hat. Elben leben Jahrhunderte und sind sehr nachtragend. Bevor er angreifen kann, schickt sie ihre Enkel, ihre Drachin und die Gesellschaft auf verschiedenen Wegen fort. Ihre Enkel wollen Bangi aus dem Bergwerk befreien, doch der ist schon auf anderen Wegen unterwegs und will jemand anderen befreien.

Die Welt ist immer noch gut beschrieben, aber man findet nur hinein, wenn man die vorherigen beiden Bände kennt. Denn es beginnt alles 15 Jahre später. Die Figuren sind zwar gut ausgearbeitet, können Magie wirken, aber die Geschichten um sie herum könnten in mehrere Bände passen, wenn sie besser ausgearbeitet werden würden. Stoff genug für eine ganze Serie, die jetzt in ein Buch von ca. 300 E-book-Seiten gepresst wurde. Alle wollen Helden sein und alle Enkel von Fatisha sind gleichwertig, aber zumindest die Drachenreitenden sind nicht die schärfsten Denker. Bangi ist interessant, hat aber nur eine Eisprinzessin auf dem Schirm. Es verläuft sich und das ist schade. Denn der Ansatz ist gut.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

netter Wohlfühlroman mit Krimi-Element

La Commissarina und das Totengeläut
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Franka war bisher Dozentin und Kunsthistorikerin an der Uni München. Wegen persönlicher Probleme lebt sie nun am Gardasee. Und findet kurz vor ihrer ersten Führung eine Leiche auf den Stufen der Kirche.

Was ...

Franka war bisher Dozentin und Kunsthistorikerin an der Uni München. Wegen persönlicher Probleme lebt sie nun am Gardasee. Und findet kurz vor ihrer ersten Führung eine Leiche auf den Stufen der Kirche.

Was gut anfängt, verliert sich leider recht schnell in Nebenhandlungen. Der eigentliche Krimi und die Suche nach dem Serienmörder gerät in den Hintergrund. Im Vordergrund stehen zunächst Frankas Probleme ohne sie näher zu benennen sowie die Beziehungen von Commissario Antonio zu seinem engsten Team und seiner Freundin Alessia. Seine Kollegin Giulia ist eifersüchtig auf Franka und Alessia, letztere fühlt sich missachtet und stellt eine Dummheit an, seine Mutter mischt sich in seine Beziehung ein und Franka ermittelt auf einmal mit. Letzteres ist zumindest stimmig. Aber ihre häuslichen Probleme grätschen ohne Tiefe zu erhalten oder man überhaupt ahnt, worum es sich drehen könnte, hinein und verwässern noch mehr. Der Gardasee mischt als Kulisse selten mit, eher schon Verona, aber auch nur selten.
Zum Ende hin ahnt man, wer gemördert haben könnte und liegt damit goldrichtig.

Gut geschrieben? Ja. Das Aber liegt wirklich im fehlenden Roten Faden und den in sich verschachtelten Nebenhandlungen, die wiederum den Kern zu absoluten Nebenhandlung degradieren. Das fand ich sehr schade.

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