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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2025

Keinesfalls so schlecht wie befürchtet

Reckless 1
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Ich habe von Reckless bisher eigentlich immer eher gemischte bis negative Meinungen gehört/mir war nur bewusst, dass viele Leute wohl der Meinung sind, dass es eher ein schlechteres Werk von Funke ist, ...

Ich habe von Reckless bisher eigentlich immer eher gemischte bis negative Meinungen gehört/mir war nur bewusst, dass viele Leute wohl der Meinung sind, dass es eher ein schlechteres Werk von Funke ist, aber ich persönlich muss sagen, dass mir das Buch sehr zugesagt hat.
Ich habe allerdings auch zusätzlich (und teils sogar nur) das Hörbuch gehört, das auf der Version 10 Jahre nach der ersten Veröffentlichung basiert, und muss sagen: Das macht auf jeden Fall einen riesigen Unterschied, da ist so einiges etwas ausgefeilter und angenehmer geschrieben in meinen Augen.
Inhaltlich wird man in beiden Versionen sofort ins Geschehen geworfen, was obwohl ich das eigentlich mag, hier doch ein wenig viel war, den ich habe obwohl ich es eigentlich wusste doch kurz gezögert, ob ich vielleicht einen vorherigen Band doch irgendwie verpasst hatte. Danach kam ich aber richtig schön schnell ins Geschehen, und tatsächlich konnte ich auch ganz gut damit leben, dass die Figuren nicht so richtig etabliert waren, da hier eben mehr ihr Handeln als irgendetwas anderes im Vordergrund stand.
Manchmal war es mir trotzdem ein bisschen wenig. Über Jacob, der eigentlich nur versucht, seiner Vergangenheit/Familie zu entkommen, erfährt man noch recht viel, Fuchs, Jacobs ständiger Begleiterin, ist auch ganz gut ausgearbeitet, Will und Clara, die beiden letzten Hauptfiguren, wirkten allerdings oft schwach. Gerade durch die Augen der anderen haben wir über viele Charaktereigenschaften entweder gar nichts erfahren, oder nur im Nachhinein von etwas, das war, das man im Buch aber nie sieht, weshalb es mir recht schwer fällt, das zu glauben. Die Handlungen selbst fand ich aber wieder nachvollziehbar und auch durchaus ansprechend. Also Jacob und wie weit er zu gehen bereit ist, Will, der langsam desillusioniert wird, Fuchs, die eigentlich nur Jacob schützen möchte ... und Clara, zu der habe ich tatschlich (leider) so gar nichts zu sagen. Es war spannend, zu sehen, wie die Figuren mit unterschiedlichen Situationen umgegangen sind, dabei haben sie allerdings auch oft die gleichen Fehler wieder und wieder gemacht, oder so kam es mir vor, entsprechend konnte ich nicht wirklich eine Charakterentwicklung erkennen. Ich kam schon irgendwie damit klar, wie die Figuren so sind, und ich habe sie auch durchaus ins Herz geschlossen, ich würde allerdings auch behaupten, dass es bei weitem nicht Funkes stärkste Figuren sind. (Wobei ich aber durchaus Hoffnung hätte, dass sich das mit den zukünftigen Büchern ändern würde.)
Womit das Buch bei mir allerdings richtig dolle punkten konnte, war die Welt. Ich liebe Märchen, habe kürzlich über mich gelernt, dass ich Horror eigentlich ein echt cooles Genre finde, und hier die Geschichte in einer Welt zu haben, in der die Märchen, wie man sie kennt, als düstere Wirklichkeit existieren, konnte mich wirklich schnell überzeugen. Und selbst der Teil, der keine Märchen waren, war sehr märchenhaft und düster geschrieben, und irgendwie auf eine typische "gut und böse"-Art, wie sie Märchen ja immer haben, nur ohne, dass es tatsächlich so klare Grenzen gab. Im Endeffekt ist keine Figur wirklich gut oder böse gewesen, und da schließe ich unsere Hauptfiguren ohne zu zögern mit ein (außer Clara, vielleicht ist sie darum noch mal so viel schwächer als die anderen Figuren in meinen Augen). Am Ende wären sie alle bereit, für ihre Ziele (zu) weit zu gehen, und nur weil sie für sich das richtige tun, ist es bei weitem noch nicht die tatsächlich richtige Entscheidung.
Ich fand die eher düstere Stimmung auf jeden Fall durchgängig ansprechend, und obwohl mir Figuren eigentlich wichtiger sind als Plot, haben die Figuren mir hier gerade genug in der Welt gegeben, dass ich dann doch recht leicht darüber hinwegsehen konnte, dass sie an vielen Stellen auch eher nicht so viel Substanz hatten. Dafür aber sehr viel Potenzial, und sollten mir jemals die anderen Bücher in die Hände fallen, dann bin ich sehr gespannt, wie sich dann hoffentlich doch noch alles entwickelt.
Alles in allem würde ich sagen, dass es wirklich nicht das beste Werk von Funke ist, aber ich war die ganze Zeit über gut unterhalten und hatte auf jeden Fall auch meine Freude an allem, bin also auch wirklich nicht enttäuscht worden.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Ganz anders als erwartet, und hat trotzdem überzeugt

The Stranger Times
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Ich habe das Buch angefangen in Erwartung einer hauptsächlich lustigen Geschichte (liegt vielleicht daran, dass der Klappentext für Buch zwei mir eher amüsant vorkam), und musste dann sehr schnell feststellen, ...

Ich habe das Buch angefangen in Erwartung einer hauptsächlich lustigen Geschichte (liegt vielleicht daran, dass der Klappentext für Buch zwei mir eher amüsant vorkam), und musste dann sehr schnell feststellen, dass ich sie eigentlich gar nicht so lustig fand. Eigentlich habe ich mit Chaos gerechnet, und auch Chaos bekommen, und üblicherweise ist Chaos genau mein Humor, aber aus irgendeinem Grund war mir der Humor hier großteils egal. Dafür habe ich eine tatsächlich ziemlich spannende Geschichte bekommen, mit total interessanten vielseitigen Figuren, die ich auch ohne Humor sehr unterhaltsam fand und in die ich problemlos eingetaucht bin, und tatsächlich hatte das Buch mich im letzten viertel dann tatsächlich sogar doch noch rumbekommen und ich musste sogar ein paar Mal laut auflachen.
Außerdem sind mir die Figuren erstaunlich schnell ans Herz gewachsen, dafür, dass sie mir im ersten Moment alle eher nervig oder langweilig vorkamen. Ich weiß gar nicht, wie sich das Entwickelt hat, ich war einfach großteils nicht überzeugt (außer von Simon, den mochte ich irgendwie von Anfang an), und dann plötzlich hat mich voll interessiert, was genau die ganzen Leute als nächstes tun und was noch so passieren würde, und ich habe fast das gesamte Buch an einem Tag verschlungen und es wirklich nicht bereut.
Insofern: Es war zwar überhaupt nicht die Geschichte, die ich erwartet hatte, aber trotzdem echt unterhaltsam, mit interessanten Figuren und Geschichten, und auch wenn nicht alles meins war, hat die Geschichte mich am Ende doch echt gut überzeugen können und ich bin froh, dass ich bereits im Besitz von Band 2 bin, weil ich werde auf jeden Fall noch irgendwann weiterlesen.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Fand die Amnesie überraschend gut gemacht

Die drei ???, Der namenlose Gegner (drei Fragezeichen)
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Mir hat das Buch damals viel Spaß gemacht, und ich fand Stan (wenn ich mich richtig erinnere?) einen ziemlich interessanten Charakter, der einerseits schon irgendwie merkt, wenn was nicht stimmt, aber ...

Mir hat das Buch damals viel Spaß gemacht, und ich fand Stan (wenn ich mich richtig erinnere?) einen ziemlich interessanten Charakter, der einerseits schon irgendwie merkt, wenn was nicht stimmt, aber andererseits halt auch komplett in seiner Rolle aufgeht, soweit es eben möglich ist. Ich erinnere mich gar nicht mehr daran, wie genau sich das am Ende aufgelöst hat (bestimmt durch einen weiteren Schlag auf den Hinterkopf, könnte ich mir zumindest gut vorstellen), aber ich weiß noch, dass ich zumindest mochte, wie es zwischen Stan und Skinny ausging, und dass die beiden tatsächlich sowas wie Freunde wurden. Das kam mir irgendwie stimmig vor.

Veröffentlicht am 01.09.2025

Auf den Spuren des Drachen

Die drei ??? und der unheimliche Drache (drei Fragezeichen)
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Von allen alten ???-Büchern, die ich bisher gelesen habe, ist dieses hier glaube ich mein liebstes gewesen (es könnte aber auch gut sein, dass ich irgendeins gerade vergesse), und obwohl es fast genauso ...

Von allen alten ???-Büchern, die ich bisher gelesen habe, ist dieses hier glaube ich mein liebstes gewesen (es könnte aber auch gut sein, dass ich irgendeins gerade vergesse), und obwohl es fast genauso lange her ist, wie die anderen, erinnere ich mich hier sogar noch relativ detailliert an den Drachen, die Figuren, die Auflösung, und wie generell alles lief, was ich mal als eindeutig positives Zeichen sehe.
Die Kommentare (ich weiß gar nicht, ob das bei neuen Auflagen der alten Bücher auch so ist, aber bei meiner war's auf jeden Fall so) gehen mir halt immer noch extrem auf die Nerven, aber abgesehen davon habe ich jetzt nicht wirklich Probleme mit dem Buch gehabt, soweit ich mich erinnern kann.

Veröffentlicht am 30.08.2025

Tolle individuelle Story, insgesamt nicht ganz die richtige Botschaft

The Gender of Mona Lisa 8
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Ich gebe zu, dass am Ende sogar ein paar kleine Tränchen flossen, weil ich mich so für Hinase gefreut habe, und wie sier sich entwickelt hat. Tatsächlich ist Hinases ganze Geschichte tatsächlich sehr bewegend, ...

Ich gebe zu, dass am Ende sogar ein paar kleine Tränchen flossen, weil ich mich so für Hinase gefreut habe, und wie sier sich entwickelt hat. Tatsächlich ist Hinases ganze Geschichte tatsächlich sehr bewegend, und wie sier mit all den Schwierigkeiten umgeht und siehre Gefühle betrachtet und reflektiert fand ich wirklich schön gemacht.
Leider ändert das natürlich auch weiterhin nichts daran, dass ich trotzdem meine Schwierigkeiten mit der Welt habe, und so sehr ich die individuelle Geschichte von Hinase auch mag, so sehr stößt es mir doch sauer auf, dass es in der Welt der Bücher scheinbar trotz aller Geschlechtslosigkeit in Kinderjahren keine einzige nicht binäre Person gibt. Das verursacht trotz allem doch das Gefühl, dass Binärität die Norm sei, und alles andere irgendwie merkwürdig, und damit stimme ich einfach nicht überein. Aus gerade dieser Perspektive muss ich leider auch sagen, dass die ganze Reihe an Qualität für mich abnimmt. Als individuelle Geschichte, die zeigt, wie eine Person letztendlich feststellt, dass sie doch ein binäres Geschlecht hat, finde ich sie zwar toll, aber angenommen jemand nicht binäres liest die Reihe: Die Person kriegt doch eigentlich ununterbrochen gesagt, dass das nur eine Phase ist, und sollten wir solche Aussagen und Botschaften nicht eigentlich längst hinter uns gelassen haben?
Ich werde trotzdem beide Enden lesen, einfach weil mich Hinases Geschichte weiterhin interessiert, nur insgesamt ist die Reihe eigentlich nur ein ganz langes "in Wirklichkeit sind wir alle binär"-Ding, egal wie sehr das Buch teilweise Ansätze zeigt, dass es eigentlich etwas anderes sagen möchte, und damit ist es für mich leider auch immer mit einem sehr miesen Beigeschmack verbunden.