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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2025

Auf der Spur des Großvaters

Das Polarlichtcafé
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Die junge Töpferin und Bloggerin Jule aus Thüringen hat ihren Großvater nicht mehr kennengelernt, findet aber beim Ausräumen des großelterlichen Haushalts zusammen mit ihrem Vater versteckte Notizen zu ...

Die junge Töpferin und Bloggerin Jule aus Thüringen hat ihren Großvater nicht mehr kennengelernt, findet aber beim Ausräumen des großelterlichen Haushalts zusammen mit ihrem Vater versteckte Notizen zu einer Reise nach Norwegen 1961, von der weder sie noch ihr Vater etwas wussten. Sie begibt sich auf dessen Spuren auf eine Reise, die ihr Leben verändern wird.

Parallel dazu wird der Lesende von Beginn an in eine Parallelhandlung in Norwegen im Jahre 1961 eingeführt, wo es um Janne geht, deren Wunsch es ist, auf Kreuzfahrtschiffen zu arbeiten, die statt dessen aber das Café ihrer Eltern am nördlichen Polarkreis bewirtschaften muss. Dort begegnet sie dem Journalisten Andreas aus Ostberlin, der mit einem Kollegen eine Reisereportage zu Norwegen vorbereitet. Eine schicksalhafte Begegnung mit Folgen.

Beide Handlungsstränge entwickeln sich zunächst individuell, wobei der historische Teil mich deutlich stärker berührt hat. Jule ist mir mit ihrer ständigen Bloggerei auf dem Weg in den hohen Norden doch sehr auf den Geist gegangen. Erst ganz zum Schluss werden die Geschichten von Jule und Janne zusammengeführt - auf ergreifende und überzeugende Art und Weise. Eine insgesamt sehr lohnenswerte Lektüre, während der doch sehr viel Geduld mit der jungen Jule und ihren Prioritäten haben musste.

Veröffentlicht am 22.09.2025

Schade um den Titel

Kleine Wunder in der Mitternachtskonditorei
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Denn der stellt - zumindest aus meiner Sicht - das Buch in die Reihe der kuschligen kleinen Cafes und Stübchen, die derzeit fast inflatorisch unseren Büchermarkt überschwemmen und die ich von Beginn ...



Denn der stellt - zumindest aus meiner Sicht - das Buch in die Reihe der kuschligen kleinen Cafes und Stübchen, die derzeit fast inflatorisch unseren Büchermarkt überschwemmen und die ich von Beginn an meide. Gottseidank fand ich hier das Cover so interessant und fesselnd, dass ich dem Buch nicht nur einen zweiten, sondern auch den dritten und vierten Blick schenkte und es als ausgesprochen lesenswert empfand - ein Eindruck, der sich während der Lektüre bestätigte: denn dieses Buch ist aufgrund seiner Thematik - ein Kontakt der Verstorbenen mit den Lebenden - vor allem jedoch aufgrund der literarischen Umsetzung etwas ganz Besonderes.

Ein Roman, den wir Lebenden von der anderen Seite lesen und gemeinsam mit der Hauptfigur Yeonhwa einen ganz ungewöhnlichen Kontakt zu den Verstorbenen erhalten: sie nämlich erbt eine Konditorei, die nur spätabends beziehungsweise nachts zu einer ganz bestimmten Uhrzeit geöffnet ist und dann auch nur ganz besondere Kunden - und auch nur einen pro Nacht empfängt und das von diesem gewünschte Gebäck backt.

Was genau dahinter steckt, das erfahren Sie in diesem berührenden Roman, der nur an wenigen Stellen ein bisschen von seiner Faszination einbüßt, insgesamt aber ausgesprochen lesenswert ist.

Veröffentlicht am 05.09.2025

Schaurige Symbolik in Schweden

Schwüre, die wir brechen
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Das ungleiche Malmöer Ermittlerpaar Jon Nordh und Svea Karhuu in ihrem zweiten Fall, in dem es gleich mächtig zur Sache geht. Es wird nämlich eine Leiche mit falschem Kopf gefunden, nämlich mit ...

Das ungleiche Malmöer Ermittlerpaar Jon Nordh und Svea Karhuu in ihrem zweiten Fall, in dem es gleich mächtig zur Sache geht. Es wird nämlich eine Leiche mit falschem Kopf gefunden, nämlich mit dem eines Tieres. Auch vor seinem Tod musste der Verstorbene einiges erleiden. Dazu kommen geheimnisvolle Hieroglyphen, mit denen weder die Ermittler noch ihre Kollegen zunächst etwas anzufangen wissen. Es folgen weitere Morde auf - wenn möglich - noch grausigere Art, doch ist die Handschrift des Mörders unverkennbar.

Doch was steckt dahinter? Was könnte die Motivation des/der Mordenden sein? Ist es ein politischer oder eher ein persönlicher Hintergrund? Zunächst tappt das Team - Nordh und Karhuu werden durch einige Kollegen ergänzt - noch so ziemlich im Dunkeln und als es endlich ein wenig lichter wird, sehen sie sich selbst im Zuge der Ermittlungen großen gefahren ausgesetzt.

Mir gefallen in dieser Reihe insbesondere die Beschreibungen der Protagonisten, vor allem in den Reihen der Ermittler und deren nicht gerade unkomplizierte Dynamik. Obwohl die Fälle so weitreichend sind, kommen deren Privatleben sowie ihre berufliche Vorgeschichte keineswegs zu kurz.

Auch wenn es hier immer wieder gruselig-grausig zugeht, steht doch das menschliche Miteinander auf allen Ebenen im Vordergrund und gerade deswegen gefällt mir diese Reihe, die hoffentlich noch viele spannende Fälle beinhalten wird, so gut.

Veröffentlicht am 05.09.2025

Schaurige Symbolik in Schweden

Schwüre, die wir brechen
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Das ungleiche Malmöer Ermittlerpaar Jon Nordh und Svea Karhuu in ihrem zweiten Fall, in dem es gleich mächtig zur Sache geht. Es wird nämlich eine Leiche mit falschem Kopf gefunden, nämlich mit ...

Das ungleiche Malmöer Ermittlerpaar Jon Nordh und Svea Karhuu in ihrem zweiten Fall, in dem es gleich mächtig zur Sache geht. Es wird nämlich eine Leiche mit falschem Kopf gefunden, nämlich mit dem eines Tieres. Auch vor seinem Tod musste der Verstorbene einiges erleiden. Dazu kommen geheimnisvolle Hieroglyphen, mit denen weder die Ermittler noch ihre Kollegen zunächst etwas anzufangen wissen. Es folgen weitere Morde auf - wenn möglich - noch grausigere Art, doch ist die Handschrift des Mörders unverkennbar.

Doch was steckt dahinter? Was könnte die Motivation des/der Mordenden sein? Ist es ein politischer oder eher ein persönlicher Hintergrund? Zunächst tappt das Team - Nordh und Karhuu werden durch einige Kollegen ergänzt - noch so ziemlich im Dunkeln und als es endlich ein wenig lichter wird, sehen sie sich selbst im Zuge der Ermittlungen großen gefahren ausgesetzt.

Mir gefallen in dieser Reihe insbesondere die Beschreibungen der Protagonisten, vor allem in den Reihen der Ermittler und deren nicht gerade unkomplizierte Dynamik. Obwohl die Fälle so weitreichend sind, kommen deren Privatleben sowie ihre berufliche Vorgeschichte keineswegs zu kurz.

Auch wenn es hier immer wieder gruselig-grausig zugeht, steht doch das menschliche Miteinander auf allen Ebenen im Vordergrund und gerade deswegen gefällt mir diese Reihe, die hoffentlich noch viele spannende Fälle beinhalten wird, so gut.

Veröffentlicht am 31.08.2025

Eine sehr besondere Frau

Peggy Guggenheim
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Das war Peggy Guggenheim in der Tat! Geboren in den Ausläufern des 19. Jahrhunderts, war sie ganz klar ein Kind beziehungsweise eine Frau des 20. Jahrhunderts und zwar eine ausgesprochen prägende.

Sie ...

Das war Peggy Guggenheim in der Tat! Geboren in den Ausläufern des 19. Jahrhunderts, war sie ganz klar ein Kind beziehungsweise eine Frau des 20. Jahrhunderts und zwar eine ausgesprochen prägende.

Sie hat Kunst, Kultur, aber auch die gesellschaftliche, politische und soziale Haltung wie kaum eine andere beeinflusst. Wobei es für sie dadurch leichter wurde, dass sie quasi von Kind auf ordentlich was an den Füßen hatte, sprich: ihre Familie war eine der Reichsten in den Vereinigten Staaten. Doch was für ein Segen, dass es gerade Peggy traf, denn ihr verdanken wir die Entdeckung und nicht zuletzt auch die Rettung nicht weniger moderner und avantgardistischer Künstler, die ansonsten häufig nicht ernst genommen wurden.

Sie war immer neugierig und zwar in jeder Hinsicht - ihr Verschleiß an Männern war ein beachtlicher, sie reiste um die Welt wie keine andere und scheute sich nicht davor, gerade auch in Krisenregionen aufzuschlagen. Da war sie tapfer, ja furchtlos. Für ihre Kinder war das Leben mit dieser Mutter allerdings kein einfaches.

Mona Horncastle schildert das Leben dieser Frau, die am Ende desselben einen Palazzo in Venedig und eine beträchtliche Kunstsammlung nicht nur dort hinterließ, auf mitreißende, aber auch informative Art und Weise. Mir tut es allerdings Leid, dass die vielen Personen um sie herum oft nur Namen bleiben. Es sind so viele, dass ich während der Lektüre nicht immer zum Nachschlagen kam, hilfreich wäre eine kurze Ausführung zur Person im hinten angehängten Verzeichnis gewesen.

Insgesamt jedoch ist dies ein sehr lesens- und damit empfehlenswertes Buch, das mir die Person - um nicht zu sagen: das Phänomen - Peggy Guggenheim deutlich näher gebracht hat.