Wenn Bilder meine Worte wären, so wäre es mir ein Leichtes eine Sprache zu erlernen! Frei nach diesem Motto hat die Autorin Hannelore Dirks ein wunderschönes Kinderbuch geschrieben, welches von Monika ...
Wenn Bilder meine Worte wären, so wäre es mir ein Leichtes eine Sprache zu erlernen! Frei nach diesem Motto hat die Autorin Hannelore Dirks ein wunderschönes Kinderbuch geschrieben, welches von Monika Neubacher-Fesser liebevoll illustriert wurde. Situationen aus dem Alltag unserer Kleinsten – oder gängige Tätigkeiten, die den Kindern bereits bekannt sind - werden hier in einfachen Worten erklärt und gleichzeitig in schönen Bildern gezeichnet. So findet sich der Leser mal auf dem Bauernhof, im Kindergarten oder auch beim Feste feiern wieder, oder es werden Dinge aus dem Alltag z.B. was ziehe ich an, erklärt. Die Figuren und Gegenstände sind liebevoll gezeichnet, die Farben kräftig aber angenehm. Bereits das bunt illustrierte Cover des Buches wecken die Neugierde der Kleinsten. Das Format ist etwas größer als ein normales Bilderbuch, dabei aber nicht zu groß, als das es unhandlich wäre. Und auch wichtig für ein Bilderbuch für die Jüngsten: die Buchseiten sind aus stabiler Pappe und lassen sich gut abwischen. Der Text ist kurz, für diese Altersgruppe aber genau richtig. Man merkt der Autorin an, dass sie große Erfahrung aus der Arbeit mit Kindern im Vorschulbereich mitbringt und auch die Illustratorin hat ihre eigene Erfahrung mit ihren Kindern in die Bilder einfließen lassen. Die Reihe mini steps aus dem Ravensburger Verlag zeichnet sich auch dieses Mal wieder dadurch aus, dass die Kinder spielerisch lernen und die Zielgruppe altersgerecht angesprochen wird. Mein 1 ½ jähriger Enkel kann ausdauernd und mit wachsender Begeisterung auf Gegenstände zeigen, nach denen ich ihn befrage. Genau in diesem Stil ist „Mein erstes großes Wörterbuch“ aus dem Ravensburger Verlag aufgebaut.
Einen klitzekleinen Kritikpunkt habe ich doch gefunden: Ich hätte mir gewünscht, wenn der Fahrradfahrer und das Kind im Fahrradanhänger einen Fahrradhelm getragen hätten! Allerdings finden wir den Fahrradhelm bei dem Kind auf dem Lauflernrad wieder. Das ist wirklich mein einziger Kritikpunkt für dieses Buch. Alles andere wurde sowohl gestalterisch als auch textlich sehr gut umgesetzt. Und so kann ich abschließend sagen, dass „Mein erstes großes Wörterbuch“ sehr gut gelungen ist und gebe eine klare Kaufempfehlung. Um bei Tim Bendzko zu bleiben: Mit diesem großen Wörterbuch könnte keiner sagen: „…finde die Worte nicht…“
Blätter wirbeln von den Dächern und erwecken den Eindruck als würden goldene Münzen auf Sarah herabregnen. Das Cover von „Das Auktionshaus“ ist sehr gut gewählt, spiegelt sich doch „Der Glanz Londons“ ...
Blätter wirbeln von den Dächern und erwecken den Eindruck als würden goldene Münzen auf Sarah herabregnen. Das Cover von „Das Auktionshaus“ ist sehr gut gewählt, spiegelt sich doch „Der Glanz Londons“ in den goldenen Blättern und den schönen Stadtvillen wieder. Und genau dorthin will Sarah und zwar mit aller Macht! Doch wer sollte ihr verdenken, dass sie die eine Chance, die sich ihr bietet, um Hunger, Kohlestaub, ihrem versoffenen Stiefvater und bitterster Armut zu entkommen, gnadenlos nutzt um „nach oben zu kommen“. Und so ist die gefundene Brosche von Lady Sudbury ihre Eintrittskarte in die feine Gesellschaft Londons. Sarah nimmt das unglaubliche Angebot als Gesellschafterin in die Dienste von Lady Sudbury zu treten an. Eine anstrengende Ausbildung in Fremdsprachen, gesellschaftlicher Etikette und Historie erwecken bei Sarah ein Gespür für Kunstschätze und ermöglichen ihr eine Anstellung und eine erfolgreiche Karriere in einem der angesagtesten Auktionshäuser Londons.
Erfrischend anders als in anderen Romanen über starke Frauen im beginnenden 20. Jahrhundert, lässt Amelie Martin ihre Protagonistin nicht mit „einem goldenen Löffel im Mund“ zur Welt kommen. Und so könnte schon das zufällige Zusammentreffen Sarahs mit ihrem betrunkenen Bruder im Arbeiterviertel Soho oder ein heimlicher Kuss mit einem verheirateten Earl dafür sorgen, dass sie ihre Anstellung im Auktionshaus verliert. Die Autorin beschreibt sehr eindringlich diesen Konflikt einer taffen, ehrgeizigen jungen Frau, die ohne Unterstützung einer einflussreichen Familie, sich in einer Männerwelt beweisen muss. Wobei der Leser bis zum Schluss nie genau weiß, wie sich die Geschichte weiterentwickelt und ich das Buch von der ersten bis zur letzten Seite kaum aus der Hand legen mochte. Amelie Martin schreibt dabei so lebendig und eindrucksvoll, dass man den Kohlestaub auf den Lippen spürt oder sich im nächsten Moment in den eindrucksvollen Kunstschätzen des Auktionshauses verliert. Wobei der kunsthistorische Sachverstand die Autorin dem Roman sehr gut tut.
Sarah, die sympathische Hauptfigur der Geschichte ist mir beinahe zu einer guten Freundin geworden. Mal freue ich mich mit ihr ob des Glücks, wie sich ihr Lebensweg entwickelt hat, mal hadere ich mit ihr ob ihres Schicksals und möchte sie einfach nur in den Arm nehmen und trösten, um sie beim nächsten Mal ob ihrer „falschen“ Entscheidungen einfach nur zu schütteln.
Fazit:
Mit „Das Auktionshaus – der Glanz Londons“ ist Amelie Martin ein guter Auftakt Ihrer Auktionshaus-Geschichte gelungen. Wer einen spannenden, erfrischend anderen Roman über eine starke Frau in den schwierigen Zeiten des beginnenden 20. Jahrhunderts lesen möchte, ist bei „Das Auktionshaus – der Glanz Londons“ sehr gut aufgehoben. Einen Cliffhanger gibt es dennoch: Das unerwartete Ende des Romans lässt viel Raum für Spekulationen und mich spannend wartend auf den zweiten Teil der Auktionshaus Geschichte zurück.
Die Maße dieses Atlas erinnert den einen oder anderen Leser an seinen Schulatlas aus früheren Zeiten. Aber nur die Maße stimmen mit einem Schulatlas überein. Und so besticht schon das farbenfrohe Cover ...
Die Maße dieses Atlas erinnert den einen oder anderen Leser an seinen Schulatlas aus früheren Zeiten. Aber nur die Maße stimmen mit einem Schulatlas überein. Und so besticht schon das farbenfrohe Cover des Ravensburger Dinosaurier-Atlas mit Abbildungen verschiedener Echsen und Echsenteile, bevor der geneigte Leser dieses Buch zum ersten Mal öffnet.
Spätestens seit Jurassic Park stapfen die Dinosaurier – mal in Plastik, mal in Plüsch – durch jedes Kinderzimmer. Die Faszination für diese Riesenechsen ist ungebremst. Mit dem Ravensburger Dinosaurier-Atlas können Eltern und Großeltern die Begeisterung und den Forscherdrang ihrer Kinder spielerisch erwecken. Jede einzelne Seite ist ein Abenteuer für sich! Spätestens, wenn hinter einer Klappe ein ganz neuer Dinosaurier hervorlugt, wird die Neugierde der Kinder geweckt. Die Illustrationen sind farbenfroh aber gleichzeitig detailgetreu. Und so nimmt uns dieser Atlas mit auf eine Reise in eine Welt vor unserer Zeit. Die Kinder werden nicht nur von Kontinent zu Kontinent lernen, ob dort ein T-Rex mit seinem Brüllen Angst und Schrecken verbreitete, oder ein Flugsaurier seine Runden drehte, sondern auch lernen welcher Dinosaurier wann lebte. Darüber hinaus erfahren sie viele spannende Details über die Dinosaurier z.B. spannende Größenvergleiche, wie etwa ein Stachel, der Zahn oder das Gehirn eines Dinosauriers. Ganz nebenbei lernen sie so die Freude an der Naturwissenschaft. Und wer sagt denn, dass dieser Dinosaurier-Atlas nicht auch den einen oder anderen Erwachsenen in seinen Bann zieht? Mir und meinen Enkeln wird dieser Atlas viele begeisterte „Lernstunden“ bereiten und so gebe ich eine Top-Leseempfehlung für diesen Atlanten!
Hedda Laurent ist gestorben. Zusammen mit ihrem Ehemann Artur, einem ehemaligen Uniprofessor, lebte sie auf einer einsamen Insel auf dem Tegeler See. Um sich zu verabschieden ...
„Wie weit wirst du gehen?“
Hedda Laurent ist gestorben. Zusammen mit ihrem Ehemann Artur, einem ehemaligen Uniprofessor, lebte sie auf einer einsamen Insel auf dem Tegeler See. Um sich zu verabschieden sind jetzt ihre vier Kinder Jannik, Sophia, Theo und Patty nebst Familien sowie ihr Bruder Ruben auf die Insel gekommen. Und noch jemand ist auf der Insel: Der Notar Nowotny, um bereits vor der Beerdigung Heddas Testament zu verkünden. Allerdings hat sich Hedda etwas ganz Besonderes ausgedacht. 27 Aufgaben müssen in drei Tagen gelöst werden und nur einer kann den Nachlass, der fast im dreistelligen Millionenbereich liegt, gewinnen. Escape room einmal andersherum. Was harmlos beginnt, nimmt rasch große Fahrt auf. Und schon bald entwickelt sich ein mörderischer Alptraum! Wie weit wirst du gehen, um das Spiel zu gewinnen?
Was ist in der Familie von Hedda und Artur Laurent vorgefallen, dass Hedda sich so ein perfides Spiel ausgedacht hat, damit es nur einen Erben geben kann? Wollte Hedda ihrer Familie ihre Geldgier und Schamlosigkeit aufzeigen? Der Untertitel „Für Rache ist es nie zu spät“ lässt uns bereits erahnen, dass in dieser gutbürgerlichen Familie nicht alles so „gut“ ist, wie es auf dem ersten Eindruck scheint. Entsprechend dunkel und geheimnisvoll wirkt das Cover des Buches: Nur eine Ledermappe - vermutlich das Testament – zieht die Blicke des Lesers auf sich, während die in blutrot geschriebenen Buchstaben des Titels jetzt schon eine Gänsehaut beim Leser auslösen. Und die Gänsehaut ist beim Lesen ständiger Begleiter. Bereits der Prolog nimmt den Leser gefangen: Was wusste Heddas Bruder Ruben? Was wollte er nicht? Und was war so schrecklich, dass es bei ihm eine solche Angst auslöste, dass es ihn tötete? Kaum hat sich der Leser davon erholt, ächzt er bereits unter dem nächsten Thrill bis sich herausstellt, Theo hat alles nur geträumt. Der Profi-Pokerspieler hat allerdings allen Grund ängstlich zu sein, hat er sich doch, um seine Spielschulden zu bezahlen, mit den falschen Leuten eingelassen. Aber auch seine drei Geschwister haben hinter ihrer sauberen Fassade jeder für sich einen Grund, das Spiel für sich zu entscheiden.
Für mich bleibt unter den vier Geschwistern immer noch der glücklose Pokerspieler Theo der Sympathischste. Ist er doch derjenige unter den Vieren, der nicht um jeden Preis versucht die anderen auszustechen. Jannik dagegen kann durch seine ständige Sorge nicht genügend beachtet oder nicht genügend bedacht zu sein, bei mir keine Sympathien gewinnen.
Durch den Schreibstil von Jonas Winner, die Art Sätze zu bilden, fühlt sich der Leser als wäre er mitten im Geschehen. Der Autor schreibt lebendig und flüssig. Und trotzdem wir uns hier in einem mörderischen Spiel befinden, gelingen ihm wunderbare atmosphärische Beschreibungen der Szenen und der Protagonisten. Der Leser merkt, dass Jonas Winner seine Promotion über „Spieltheorie“ geschrieben hat, denn durch den steten Wechsel in der zeitlichen Reihenfolge, befindet sich der Leser in einem eigenen Spiel, aus dem er sich nur schwer befreien kann.
Fazit: Einen Gewinner gibt es bereits: Den Autor. Mit diesem Roman ist ihm ein Meisterwerk der Spannung gelungen. Und wenn der Leser bis zum Schluss nicht erraten kann, wer hinter diesem mörderischen Spiel steckt, dann handelt es sich um einen wahren Thriller, Gänsehaut inclusive. Ein Buch, welches man von der ersten bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen möchte.
England zu Beginn des 11. Jahrhunderts: Unter der Herrschaft Königs Ethelred des Unberatenen hinterlassen die Überfälle der Wikinger nicht nur eine Spur der Verwüstung, sondern nach dem Tod des Königs ...
England zu Beginn des 11. Jahrhunderts: Unter der Herrschaft Königs Ethelred des Unberatenen hinterlassen die Überfälle der Wikinger nicht nur eine Spur der Verwüstung, sondern nach dem Tod des Königs ein zweigeteiltes Land. Erst Knud der Große vermag es das Land zu einen und England Ruhe und einen gewissen Wohlstand zurück zu geben. Nach dessen Tod entbrennt der Kampf um die Krone erneut, zumal es zwei Königinnen gibt, die darauf brennen ihre eigenen Söhne zum König krönen zu lassen. Insbesondere Emma von der Normandie und Königin von England lässt keine Strategie oder auch Intrige unversucht, um einen ihrer Söhne an die Macht zu bringen. Doch kann das gelingen? Ihre Gegenspielerin Ælfgifu of Northampton ist nicht minder begabt Intrigen zu spinnen oder Seilschaften zu arrangieren. Welche Rolle spielt dabei Godwin Wulfnothsson, der sein Mäntelchen schneller umhängen kann, als sich der Wind dreht und inwiefern greifen die Normannen in das Geschehen ein? Spannend schildert Rebecca Gable den Machtkampf um den englischen Thron!
Rebecca Gable, die lange als Dozentin für englische Literatur tätig war, holt nicht nur historisch interessierte Leser ab und bringt ihnen die englische Geschichte näher, sondern schafft es immer wieder den Spannungsbogen in ihren Romanen sehr hoch zu halten. Intrigen, Verrat, höfische Lebensart und politische Bündnisse, die bis in das heutige England reichen, sind die Zutaten für einen erstklassigen historischen Roman, wobei sie es wunderbar versteht geschichtliche Hintergründe sehr gut mit fiktiven Ereignissen zu verweben. Besonders gefallen mir die Herausarbeitung der einzelnen Charaktere mit all ihren Stärken und Schwächen. Und so hat sie mit Ælfric of Helmsby wieder eine Figur erschaffen, die genau in dieses Schema passt. Ein ehrenwerter Ritter, der seinem Onkel nicht den dänischen Gefangenen ausliefert, um ihn als einfachen Sklaven zu verkaufen, sondern vermutet, dass es sich um einen dänischen Edelmann handelt und mit ihm zusammen flieht. Die eigentliche Hauptfigur des Romans ist Emma von der Normandie, die als junges Mädchen als politisches Faustpfand von ihrem Bruder, dem Herzog der Normandie, mit dem alternden englischen König Ethelred verheiratet wird. Sie entwickelt sich zu einer klugen Strippenzieherin, die selber sehr gut ein Land regieren könnte, wenn das zu der Zeit politisch schon möglich gewesen wäre. Immer zur Seite stehen ihr die Freunde Ælfric of Helmsby, der dänische Krieger Hakon und der fliegende Mönch Eilmer of Malmesbury, die zusammen mit Emma so manches Abenteuer zu bestehen haben und deren eigenes Schicksal sehr eng mit dem der Königin verknüpft ist. Die handelnden Figuren sind insgesamt gut aufeinander abgestimmt und können beim Lesen absolut überzeugen.
Die Charaktere entwickeln sich im Laufe des Buches nicht statisch, sondern der Handlung angepasst dynamisch. Emma, die anfangs von Ethelred lediglich als „Gebärmaschine“ und tumbes Eheweib missbraucht wird, entwickelt sich im Laufe ihres politischen Lebens zu einer klugen Ratgeberin, die sich eher durch geschicktes Taktieren und einer unerschrockenen Härte nicht nur gegen sich selbst, sondern besonders gegenüber ihren Kindern einen Namen macht. Sie ist ein Tatmensch mit enormen Charisma und eisernem Willen und weiß dadurch die wichtigen Persönlichkeiten zu begeistern und hinter sich zu vereinen. Neben Emma hat Rebecca Gable auch bei den Nebencharakteren starken Frauenfiguren agieren lassen. Gut gefällt mir auch Ælfric - einerseits unerschrockener Ritter und andererseits liebevoller Vater und Familienmensch. Und über den unorthodoxen Mönch Eilmer of Malmesbury, der tatsächlich Ikararus gleich mit selbst gebastelten Flügeln bereits im 11. Jahrhundert geflogen ist, musste ich schmunzeln.
Rebecca Gable beschreibt mit beeindruckenden, ausführlichen und dichten atmosphärischen Darstellungen sehr bildhaft und lebendig die Vergangenheit, so dass der Leser hervorragend in die damalige Lebenswelt und in die verschiedenartigen Handlungen und Orte eintauchen kann. Die Namen machen zu Beginn ein paar Schwierigkeiten. Durch ein ausführliches Personenregister und einer Karte mit den wichtigsten Ortschaften am Anfang des Buches lernt der Leser jedoch schnell die handelnden Personen kennen und lieben und kommt entsprechend auch mit den vielen Ortschaften gut zurecht.
Die Schilderungen der Schlacht- und Kampfhandlungen finde ich sehr gut gelungen. Ich habe regelrecht mitgefiebert, als in einer entscheidenden Schlacht Edric der Raffer, den abgeschlagenen Kopf des mutmaßlichen Königs Edmund in die Höhe reckt, um damit der Schlacht eine entscheidende Wendung zu geben.
Die geschichtliche Fiktion bei der reale Charaktere mit fiktiven Charakteren miteinander in Interaktion treten, machen u.a. den Reiz dieses Romans aus. Dadurch wird der Spannungsbogen hochgehalten. Und obwohl der Ausgang des Romans bereits durch den Geschichtsunterricht bekannt ist, fiebert der Leser bis zum Schluss mit. Das ist der Autorin hervorragend gelungen. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich doch: Den Zeiten angemessen enden geschichtliche Ereignisse oft mit einem schweren Schicksalsschlag, bei der fiktiven Handlung kommt es meiner Meinung nach einmal zu oft zu einer glücklichen Wendung. Da hätte auch der eine oder andere Schicksalsschlag der Spannung gutgetan.
Der wunderschöne Farbschnitt des Buches, einem englischen Kirchenfenster nachempfunden, setzt dieses Buch nicht nur in den Fokus des typischen Fans historischer Romane, sondern auch in den von Young Adult Lesern. Das ist vermutlich so gewollt, da die Ausdrucksweise teilweise etwas modern rüberkommt und auch einige Szenen ein wenig spicy geschildert werden, was wir von Rebecca Gable nicht so kennen. Das tut dem Leseeindruck aber keinen Abbruch.
Fazit: Spannung pur, starke Figuren, ein äußerst lesenswertes Abenteuer, bei dem anschaulich historisches Wissen über die Lebensumstände und den Kampf um die Krone Englands im 11. Jahrhundert vermittelt werden, lassen mich für den diesen Roman gerne eine Leseempfehlung geben.
Ein kleiner Tipp: „Rabenthron “ ist der lange erwartete dritte Band der „Helmsby Reihe“ Doch anders als angenommen, ist dieser in der zeitlichen Reihenfolge nicht hinter „Hiobs Brüdern“, sondern vor „Das zweite Königreich“ einzuordnen. „Das zweite Königreich“ und „Hiobs Brüder“ kann ich ebenfalls sehr empfehlen