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Veröffentlicht am 10.10.2025

Enemies-to-Lovers in einem traumhaften Setting. Lesehighlight!

The Wrath and the Dawn (Deutsche Ausgabe)
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Nacht für Nacht ehelicht der Kalif von Chorasan ein neues, junges Mädchen. Sonnenaufgang für Sonnenaufgang muss ein jedes dieser Mädchen sterben - bis eines Morgens auch die treueste, liebste Freundin ...

Nacht für Nacht ehelicht der Kalif von Chorasan ein neues, junges Mädchen. Sonnenaufgang für Sonnenaufgang muss ein jedes dieser Mädchen sterben - bis eines Morgens auch die treueste, liebste Freundin Shahrzads ihr Leben im Palast lässt. Um dem unberechenbaren Wüten des Kalifen ein Ende zu bereiten, meldet sich Shahrzad freiwillig als nächste Braut. Als der Morgen graut, schafft sie es als Erste von vielen, dem Tod zu entgehen. Zumindest vorübergehend. Denn während sie Nacht für Nacht nach einer Schwachstelle des Kalifen sucht, die Tiefen seines Seins ergründet und Facetten kennenlernt, die sie so niemals erwartet hatte, bangt sie weiter um ihr Leben...

"The Wrath and the Dawn" zeigt bereits auf den ersten Seiten, was dieses wunderbare Buch zu bieten hat: Neben einem traumhaften Cover und wunderschönen Farbschnitt sowie einer übersichtlichen Landkarte verzaubert vor allem der Schreibstil der Autorin den Leser binnen weniger Seiten. Renée Ahdieh schreibt unheimlich bildhaft, sanft und poetisch und dennoch ausdrucksstark und klar. Schnell fühlte ich mich, als würde ich selbst durch die Gänge des Palastes von Chorasan schreiten, während ich gleichzeitig den orientalischen Flair genoss. Passende Figurennamen, spannende Gerichte, seidene Kleidungsstile und in einem hilfreichen Glossar erläuterte Worte einer fremden Sprache sorgen hier dafür, dass das Setting realistisch und authentisch wirkt. Das Zusammenspiel aus alldem wirkt wie ein Ausschnitt aus einem fernen Märchen, der Handlungsstrang wird getragen von einer Hommage an "1001 Nacht".

Eine mindestens genauso große Begeisterung empfand ich gegenüber der Protagonistin Shahrzad. Diese ist ebenso dickköpfig wie mutig, willensstark und doch verletzlich. Die Abscheu, welche sie gegenüber dem Kalifen empfindet, ist förmlich spürbar. Ihr Wunsch, ihre Freundin zu rächen, ist nach all den Gefühlen, welchen sie unterliegt, authentisch und glaubhaft. Nichtsdestotrotz konnte ich im Laufe des Buches immer besser nachvollziehen, dass sie als Figur von so viel mehr getrieben ist, als bloßer Rache. Und spätestens, als sie den Kalifen besser kennenlernt und durchdringt, konnte ich sie vollends verstehen. Die Begegnungen der beiden sind klug und durchdacht, nicht ganz so hitzig, wie man es bei diesem Trope womöglich erwarten könnte. Und doch gehen sie unter die Haut. So sehr, dass ich nach dem Beenden dieses Buches am liebsten sofort mit dem zweiten Band der Dilogie weitergemacht hätte.

Für mich ist dieses Buch ein absolutes Lesehighlight. Es ist poetisch und sanft, gefühllvoll und doch herzzerreißend. Ich bin mir sicher, dass Märchenliebhaber dieses Buch ebenso sehr wie ich genießen werden und freue mich bereits auf die Fortsetzung!
5/5 Sterne

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  • Handlung
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  • Cover
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Veröffentlicht am 11.09.2025

Eine Zeitreise in die 60er Jahre

Lebensträume. Ärztin einer neuen Zeit
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Es ist das Jahr 1961: Für Vicky und Achim gehört es - wie bei so vielen anderen Ostberlinern - zum Alltag, tagtäglich in den Westen zu pendeln. Denn das junge Paar studiert in Westberlin gemeinsam Medizin. ...

Es ist das Jahr 1961: Für Vicky und Achim gehört es - wie bei so vielen anderen Ostberlinern - zum Alltag, tagtäglich in den Westen zu pendeln. Denn das junge Paar studiert in Westberlin gemeinsam Medizin. Doch als plötzlich eine Mauer genau zwischen den beiden Teilen Berlins errichtet wird, sind die beiden gezwungen, ihre Zelte in der Heimat abzubrechen und in den Westen zu fliehen. Während Achim kurz darauf verhaftet wird, gelingt es Vicky, ihr Studium erfolgreich abzuschließen. Trotz zahlreicher Widrigkeiten verschlägt es sie an die Flughafenambulanz Frankfurt am Main - immer mit der Hoffnung, dass ihr geliebter Achim doch noch zu ihr zurückkehrt...

Wo soll ich bei einem solch außergewöhnlich dichten, allumfassenden Roman bloß anfangen? Denn "Lebensträume. Ärztin einer neuen Zeit" ist sicherlich alles andere als ein gewöhnlicher historischer Roman. Ich würde ihn vielmehr als Zeitkapsel beschreiben: Gleich in den ersten wenigen Kapiteln erkennt man als Leser die Arbeit und das Herzblut, die in diese tiefgehende Recherche der Autorin geflossen sein müssen. Den Rahmen der Geschichte bilden dabei einschlagende historische Ereignisse der 60er Jahre. Ausgeschmückt werden diese durch historische Persönlichkeiten, musikalische Untermauerungen und kleine Details wie beispielsweise entsprechende Dialekte. Und - was wohl ein Herzstück der Geschichte sein dürfte - natürlich exzellent dargestellte medizinische Feinheiten der damaligen Zeit. Während man den Alltag der Protagonistin Vicky mitverfolgt, fühlt es sich immer wieder an, als würde man gleich neben ihr in der Sanitätsbaracke des Flughafens stehen. Es werden spannende medizinische Fälle (teils sogar inspiriert von wahren Begebenheiten) präsentiert, welche wiederum vom akkurat recherchierten medizinischen Fortschritt zu dieser Zeit begleitet werden.

Und auch auf Ebene der einzelnen Figuren lässt diese Buch definitiv nicht zu wünschen übrig: Während der knapp 600 Seiten erlebt man Vickys Entwicklung bis hin zu einer statthaften jungen Ärztin mit. Aller Widrigkeiten zum Trotz kämpft sie sich durch und wächst dem Leser so ans Herz. Auch weitere Charaktere wie Vickys Freund Achim, ihr Chefarzt oder ihre teuren Freundinnen kommen nicht zu kurz, präsentieren ihre Ecken und Kanten und erhalten ausreichend Raum, um gemeinsam mit Vicky zu wachsen.

Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung für Liebhaber von historischen Romanen, die viel Wert auf Details legen und Lust auf ein paar medizinische Abenteuer haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich dieses Buch gerade für Kinder der 60er Jahre ein wenig wie "Nach-Hause-Kommen" anfühlen dürfte!
5/5 Sterne

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2025

Spannendes, steampunk-ähnliches Setting

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen
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Als alle Stricke reißen, findet sich das junge Waisenmädchen Maggie Fishbone prompt im Institut "Midwatch" wieder. Das von außen düster anmutende Internat ist speziell dafür konzipiert, unerwünschte Mädchen ...

Als alle Stricke reißen, findet sich das junge Waisenmädchen Maggie Fishbone prompt im Institut "Midwatch" wieder. Das von außen düster anmutende Internat ist speziell dafür konzipiert, unerwünschte Mädchen aufzunehmen und diese zu anständigen Mitgliedern der Gesellschaft zu formen. So scheint es zumindest - denn niemand ahnt, dass es sich dabei eigentlich um eine Schule handelt, die kluge Ermittlerinnen ausbilden soll. Und schon bald erwartet Maggie und ihre Freundinnen ihr erstes Abenteuer und ein erster, mysteriöser Fall...

Wer einen ersten Blick in "Midwatch - Schule der unerwünschten Mädchen" wirft, dürfte schnell von der wundervollen Gestaltung im Innenteil des Buches überzeugt werden. Denn dieses Kinderbuch ist gespickt von zahlreichen detailverliebten, in blau und weiß gehaltenen Illustrationen, die dem Leser auf fast jeder Seite in klein und groß nur so ins Auge springen und nicht nur einfache Darstellungen der jeweiligen Szenerie enthalten, sondern auch durch abwechslungsreiche Tipps und Rezepte begeistern können.
Und so schön die Illustrationen auch sind - ich habe mich unheimlich darüber gefreut, dass auch der Schreibstil der Autorin super mit diesen mithalten kann. Denn auch dieser ist, nicht im Übermaß und genau richtig platziert, detailreich und vor allem wundervoll atmosphärisch. Ich konnte mir das Setting und die Atmosphäre rund um Midwatch bildlich vorstellen, war ganz begeistert von dieser steampunk-ähnlichen Welt und der leicht mystischen, vintageartigen Stimmung, die über das Buch hinweg erzeugt wird.

Auch die Handlung selbst hat es mir hier angetan. Sie bedient sich unterschiedlicher Genres, bietet einige Krimielemente an, bei denen der Leser selbst miträtseln, -raten und -ermitteln kann und reicht sogar bis hin zur Einbeziehung von fantastischen Elementen. Es ist also wirklich für jeden Geschmack etwas dabei!

Ich freue mich sehr, dass ich in Maggies Welt eintauchen und mich in eine Welt wegträumen konnte, die herrlich altmodisch und thematisch doch modern wirkt. Von mir gibt es definitiv eine Leseempfehlung!
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Wundervoll emotionale und berührende Young Adult-Geschichte

Preston Brothers, Band 1 - Loving Lucas
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Nach dem Tod seiner Mutter liegt es an Lucas, sich um seinen kleinen Bruder Lachlan zu kümmern und auch seinen weiteren Geschwistern Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken. Und doch ist auch seine beste ...

Nach dem Tod seiner Mutter liegt es an Lucas, sich um seinen kleinen Bruder Lachlan zu kümmern und auch seinen weiteren Geschwistern Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken. Und doch ist auch seine beste Freundin Laney, die bereits seit vielen Jahren an seiner Seite ist, ein wichtiger Teil in Lucas Leben. Mindestens genauso lange hofft diese, dass Lucas dasselbe für sie empfindet, wie Laney für ihn - bis ein einziger Augenblick alles verändern kann und nichts mehr so ist, wie es einmal war...

"Loving Lucas" ist der erste Band der "Preston Brothers"-Reihe, welche sich pro Band jeweils mit einer anderen Figur innerhalb der Familie Preston beschäftigt. In diesem ersten Teil geht es dabei um den ältesten Bruder Lucas, welcher durch den einfühlsamen, emotionsgeladnen Schreibstil der Autorin die Möglichkeit erfährt, unheimlich authentisch und echt auf den Leser zu wirken. So loyal und ehrlich Lucas auch ist, so merkt man ihm im Verlauf des Buches immer wieder auf eine ergreifende Art und Weise an, wie sehr er zwischen verschiedenen Aspekten seines Lebens zerrissen ist. Und auch Protagonistin Laney erfährt in "Loving Lucas" eine wundervoll echte Charakterzeichnung. Es ist unheimlich spannend zu lesen, wie diese sich im Laufe der Geschichte weiterentwickelt und wie sie dem Leser - gemeinsam mit Lucas - immer mehr ans Herz wächst. Perspektivwechsel zwischen Lucas sowie Laneys Erzählperspektive tragen dabei zusätzlich dazu bei, beide noch ein wenig besser kennenlernen zu können und einen tiefergehenden Draht zu den beiden Figuren aufbauen zu können, während Wechsel auf den Zeitebenen für eine gewisse Dramatik und Spannung sorgen.

Beides äußert sich sicherlich auch in der Ernsthaftigkeit der Thematiken, die in diesem Buch behandelt werden. Vorsichtig und dennoch ungeschönt tastet sich die Autorin hier an zahlreiche schwierige Punkte heran, die in vielerlei Hinsicht die Zielgruppe betreffen könnten. Und genau diese Mischung aus einer authentischen und der anderen Seite melancholischen, sanftmütigen Herangehensweise sorgt dafür, dass Lucas und Laneys Geschichte (und in gewisser Weise auch die der gesamten Familie Preston) bis unter die Haut geht, berührt und nicht mehr so schnell wieder loslässt.

Wer interessiert an einer berührenden, intensiven und ebenso tragischen Liebesgeschichte ist, die dennoch nie den Bezug zur Realität verliert, ist mit diesem ersten Band der "Preston Brothers"-Reihe sicherlich gut beraten.
5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 05.05.2025

"Tribute von Panem" in einem Venedig-inspirierten Setting

Game of Noctis – Spiel um dein Leben
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Auf der Insel Dantessa wird das tägliche Leben von allerhand Spielen bestimmt. Als Pias Großvater mit der Zeit immer häufiger Spiele verliert, bleibt Pia nur eine Möglichkeit, um ihn zu retten: Sie muss ...

Auf der Insel Dantessa wird das tägliche Leben von allerhand Spielen bestimmt. Als Pias Großvater mit der Zeit immer häufiger Spiele verliert, bleibt Pia nur eine Möglichkeit, um ihn zu retten: Sie muss unbedingt "Noctis", das Spiel der Spiele, gewinnen. Doch "Noctis" ist brandgefährlich, und auch Pias Team scheint alles andere als vielversprechend. Schon bald geht es um Leben und Tod - und noch so viel mehr...

Als ich in den Klappentext von "Game of Noctis" geschmökert habe, war mein Interesse sofort geweckt: Eine Welt, in der Spiele im Mittelpunkt stehen und dazu ein Hauch "Tribute von Panem". Wie vielversprechend das doch klingt! Ich konnte es kaum abwarten, nach Dantessa zu reisen sowie Pia kennenzulernen und wurde definitiv nicht enttäuscht.
Deva Fagan schreibt lebendig und bildhaft, sodass der Einstieg in dieses Jugendbuch hervorragend gelingt. Stück für Stück wird man als Leser in eine Welt eingeführt, die ein wenig an das Setting Venedigs erinnert, wobei einzelne Elemente des Worldbuildings nacheinander offenbart werden. So hat man genügend Zeit, sich in Dantessa zurechtzufinden und kann diese fremde Welt in Ruhe erforschen, ohne mit Informationen überschüttet zu werden.

Und auch die Handlung selbst hat es mir angetan: Im Mittelpunkt steht die junge Pia, die durchaus authentisch gezeichnet wird und bei der ich vor allem ihre Motive und Beweggründe toll dargestellt fand. Gemeinsam mit ihr erfährt der Leser im Laufe des Buches, wie es hinter den Kulissen Dantessas wirklich aussieht. Auf diese Weise wird zart eine gewisse Gesellschaftskritik platziert, die für die Altersgruppe gut und verständlich aufgezogen ist und durchaus zum Nachdenken anregt. Kann es wirklich sein, dass einige wenige Spiele über den sozialen Status und das Leben einzelner entscheiden? Und wer profitiert wirklich davon? Hier werden wirklich spannende moralische Fragen aufgeworfen und dabei doch sanft und gut in die Handlung eingewoben platziert.

Ich bin begeistert von "Game of Noctis" und empfehle es liebend gerne weiter. Die Kombination aus Schreibstil, Handlung und Protagonistin ist hier allemal gelungen und wird sicher noch viele weitere Leser begeistern können.
5/5 Sterne

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