Tolles maritimes Setting
Born of Salt and Storm"Born of Salt and Storm" war für mich eines dieser Bücher, bei denen ich schon nach wenigen Seiten wusste, dass die Atmosphäre hier eine große Rolle spielen wird. Das Meer ist nicht einfach nur Kulisse, ...
"Born of Salt and Storm" war für mich eines dieser Bücher, bei denen ich schon nach wenigen Seiten wusste, dass die Atmosphäre hier eine große Rolle spielen wird. Das Meer ist nicht einfach nur Kulisse, sondern fühlt sich wie ein eigener, lebendiger Teil der Geschichte an, wirkt unberechenbar und gleichzeitig faszinierend. Genau diese Stimmung zieht sich konsequent durch das gesamte Buch und hat mich wirklich abgeholt.
Im Mittelpunkt steht Tavi, eine Speerfischerin, deren Leben sich schlagartig verändert, als sie ein Stück Seeglas findet und damit Kräfte auslöst, die sie selbst nicht versteht. Was mir hier besonders gefallen hat: Tavi wirkt nicht wie eine typische „Heldin auf Knopfdruck“. Sie ist eigenständig, trifft nicht immer perfekte Entscheidungen und muss erst lernen, mit ihrer Situation umzugehen. Diese Entwicklung fühlte sich für mich nachvollziehbar und angenehm unaufgeregt an.
Die Dynamik zwischen ihr und Eero hat für mich gut funktioniert, gerade weil sie nicht sofort in eine klare Richtung geht. Vieles basiert auf Misstrauen, vorsichtigen Annäherungen und unausgesprochenen Spannungen. Die Romance ist definitiv vorhanden, drängt sich aber nicht in den Vordergrund, sondern entwickelt sich eher langsam und nebenbei, was ich persönlich sehr mochte.
Der Schreibstil ist flüssig und gleichzeitig sehr stimmungsvoll. Besonders die Beschreibungen von Meer, Sturm und Küste bleiben hängen, ohne dabei zu ausschweifend zu werden. Es gibt viele Szenen, die weniger durch Handlung als durch Gefühl wirken.
Das Worldbuilding gehört für mich zu den größten Stärken des Buches. Die Welt wirkt rau, von Regeln geprägt und gleichzeitig voller Geheimnisse. Der Konflikt zwischen Menschen, Meerwesen und den bestehenden Machtstrukturen wird eher angedeutet als komplett erklärt, was neugierig macht, aber an manchen Stellen auch etwas mehr Klarheit vertragen hätte. Trotzdem hatte ich beim Lesen nie das Gefühl, mich komplett zu verlieren, eher, dass noch viel unter der Oberfläche verborgen liegt.
Ein kleiner Kritikpunkt für mich war, dass sich manche Passagen in ihrer Stimmung ähneln und die Handlung dadurch zwischendurch etwas auf der Stelle tritt. Gerade im Mittelteil hätte ich mir etwas mehr Dynamik gewünscht. Dafür konnte mich das Ende wieder deutlich mehr packen und hat definitiv Lust auf den nächsten Band gemacht.
Born of Salt and Storm ist ein stimmungsvoller Auftakt mit einem starken Setting, interessanten Figuren und einer eher leisen, aber intensiven Entwicklung. Wer maritime Fantasy, Slow Burn und eine etwas düsterere Atmosphäre mag, wird hier sehr wahrscheinlich genau das finden, was er sucht.
5/5 Sterne