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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

Wir dürfen Deutschland nicht den Rechten überlassen

Es ist unser Land
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Es ist unser Land ist im Prinzip der Nachfolger von Michel Abdollahis Buch Deutschland schafft mich, aber es ist ernster, fast schon düster.
Das Resümee über Deutschlands politische Entwicklung ist Ernüchternd. ...

Es ist unser Land ist im Prinzip der Nachfolger von Michel Abdollahis Buch Deutschland schafft mich, aber es ist ernster, fast schon düster.
Das Resümee über Deutschlands politische Entwicklung ist Ernüchternd. Man spürt den kaum verhaltenen Zorn, den Michel Abdollahi zu Recht hat.
Dennoch gibt er sich auch kämpferisch, wie schon der Untertitel „Wir dürfen Deutschland nicht den Rechten überlassen“ verrät.
Ich habe das Buch mit Interesse gelesen.

Veröffentlicht am 17.09.2025

Konflikt ohne Ausweg

Israel
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Sabine Adler, die schon sehr klug über Russland geschrieben hat, weiß auch über Israel Bescheid. Sie hat fundiertes Wissen sowohl über die aktuell Lage als auch über die Geschichte Israels. Sie war vor ...

Sabine Adler, die schon sehr klug über Russland geschrieben hat, weiß auch über Israel Bescheid. Sie hat fundiertes Wissen sowohl über die aktuell Lage als auch über die Geschichte Israels. Sie war vor Ort und hat mit vielen gesprochen.
Entscheidend für die heutige dramatische Lage war der 7. Oktober 2023 mit dem Massaker durch die Hamas. Dann die radikalen Reaktion Israels. Es stellen sich viele Fragen, wie es weitergehen wird. Adlers Buch führt zu den richtigen Fragen. Erschöpfende Antworten kann es nicht geben.

Sabine Adler schreibt detailreich.
Das ergibt ein nahezu spannendes Sachbuch. Eine lohnende Lektüre.

Veröffentlicht am 16.09.2025

Evelyn und Moira

Die Party
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Es ist ein kurzes Buch, eine echte und elegant gemachte Novelle.
Tessa Hadley siedelt die Handlung im Nachkriegs-Bristol der fünfziger Jahre an. Da gibt es noch vom Krieg zerstörte Häuser.
Evelyn und ihre ...

Es ist ein kurzes Buch, eine echte und elegant gemachte Novelle.
Tessa Hadley siedelt die Handlung im Nachkriegs-Bristol der fünfziger Jahre an. Da gibt es noch vom Krieg zerstörte Häuser.
Evelyn und ihre Schwester Mira sind Schwestern und Studentinnen. Sie wollen etwas erleben und gehen zu einer Party in eine verrufenen Gegend und lernen da Männer kennen.
Die Beschreibungen sind stilistisch brillant und treffsicher.
Tessa Hadley schafft es, eine Sprache zu finden, die ganz in diese Zeit passt. Man glaubt beim Lesen, das Buch wäre in dieser Zeit geschrieben.

Veröffentlicht am 16.09.2025

Briefe und Freundschaft

Mit Liebe und Safran
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Mit Liebe und Safran ist ein Briefroman, der in den frühen sechziger Jahren handelt.
Die Briefe schreiben sich zwei Frauen:
Mrs.Imogen Frontier, 57, Camano Island und Miss Joan Bergstrom, 27, LA.
Es dauert ...

Mit Liebe und Safran ist ein Briefroman, der in den frühen sechziger Jahren handelt.
Die Briefe schreiben sich zwei Frauen:
Mrs.Imogen Frontier, 57, Camano Island und Miss Joan Bergstrom, 27, LA.
Es dauert eine ganze Weile, bis sie sich mal begegnen. Eigentlich bin ich kein besonderer Fan von Romanen, die in Briefform verfasst sind. Doch hier ziehen die starken Persönlichkeiten der Protagonistinnen es wieder raus. Ihre tiefe Freundschaft hilft ihnen bei Problemen.
Eine große Rolle spielt für sie auch das Essen und das Kochen. Das Thema durchzieht das Buch. Zuletzt muss man noch die Atmosphäre erwähnen, die Kim Fay mit ihren Stil erzeugt.

Veröffentlicht am 10.09.2025

Nach einer wahren Begebenheit

Der große UFA-Bluff
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Mit diesem Roman von Anton Leiss-Huber begibt man sich auf eine Zeitreise in eine schreckliche Zeit, aus filmhistorischer Sicht aber auch eine interessante. Es vermischte sich Kunst mit Politik, wurde ...

Mit diesem Roman von Anton Leiss-Huber begibt man sich auf eine Zeitreise in eine schreckliche Zeit, aus filmhistorischer Sicht aber auch eine interessante. Es vermischte sich Kunst mit Politik, wurde oft zu Propaganda.
Der Krieg ging 1944/1945 in eine finale Phase. Viele Filmschaffende hatten Angst eingezogen und verheizt zu werden.
Der Roman zeigt die waghalsige Idee einer Gruppe von Filmschaffenden, vorzugeben in Südtirol einen Film zu drehen, um sich entziehen zu können.
Der Autor hat meines Eindruck nach gut recherchiert und schafft einen Ton der Zeit. Das zeigt sich zum Beispiel auch in den Sprechweisen der Figuren. Ein paar prominente wirken auch mit, wie Erich Kästner und Marika Rökk.
Den fiktiven Figuren fehlt es ein wenig an Tiefe, aber der Gesamteindruck stimmt. Die Handlung geht mit Tempo voran und alle hoffen auf das Kriegsende.
Ein interessanter und niveauvoller Roman, den man schnell durchlesen kann.