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Veröffentlicht am 20.02.2026

Epische und blutige High Fantasy - ein gelungener Auftakt!

Flut aus schwarzem Stahl
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„In dunklen Zeiten… steigt er auf… Das Zeitalter des Zorns gebiert einen… König.“ (S. 200)

Meine Meinung:
Der Schotte Anthony Ryan zählt für mich persönlich inzwischen zu den absoluten Größen der zeitgenössischen ...

„In dunklen Zeiten… steigt er auf… Das Zeitalter des Zorns gebiert einen… König.“ (S. 200)

Meine Meinung:
Der Schotte Anthony Ryan zählt für mich persönlich inzwischen zu den absoluten Größen der zeitgenössischen High Fantasy. Mit „Flut aus schwarzem Stahl“ hat er den Grundstein für eine neue Fantasy-Reihe gelegt, die sich in Grundzügen an die nordische Mythologie anlehnt. Wie es aber für Ryan typisch ist, entwirft er auf dieser Grundlage ein ganz eigenes, komplexes High-Fantasy-Universum mit eigener Historie, eigenen Religionen, eigenen Sprachen und eigenständiger Mystik.

Erzählt wird die Geschichte über drei verschiedene Handlungsstränge, von denen zwei die die beiden ungleichen Geschwister Thera Speldrana, Vellihr der Gerechtigkeit der drei Schwesternköniginnen, und ihren Bruder Felnir Skyrnak, Kapitän und Spion, auf ihren gefährlichen Missionen begleiten. Der dritte, und vielleicht geheimnisvollste Handlungsstrang begleitet das Schicksal des Fischers Ruhlin ehs Kestryg.

Zu Beginn habe ich mich etwas schwergetan, mich in dieser Welt und zwischen den zahlreichen Charakteren zurechtzufinden. Hilfreich hierbei war auf jeden Fall das Personenverzeichnis am Ende des Buches, zu dem ich zwischendurch immer wieder blättern musste. Die komplexen Legenden und Geschichten, von denen die Charaktere immer wieder erzählen, haben mir den Überblick über alles auch nicht erleichtert. Aber eines hat Ryan damit auf jeden Fall geschafft: ein sehr dichtes und atmosphärisches Worldbuilding!

Ab ungefähr der Hälfte hatte mich das Buch dann aber doch voll und ganz in seinen Bann gezogen und einige der Charaktere waren mir zu diesem Zeitpunkt schon ans Herz gewachsen. Erstaunlicher Weise sind es in diesem Buch nicht die drei Protagonisten, die mich am meisten faszinierten, sondern die Figuren wie die blitzgescheite Elvine, der undurchsichtige und charmante Colvyn, der rätselhafte, verwirrte Wohtin oder auch die stumme und mutige Lynnea. Hier zeigt Ryan neben dem gelungenen Worldbuilding eine seiner großen Stärken: faszinierende und außergewöhnliche Charaktere. Und selbstverständlich zählt die rätselhafte wie komplexe Storyline ebenfalls zu den ganz großen Pluspunkten, auch wenn der Autor natürlich mit den Folgebänden erst noch beweisen muss, dass er diese große Geschichte zu einem überzeugenden Ende bringen wird (woran ich aber nicht zweifle). Selbstverständlich endet der erste Band nach unzähligen dramatischen Szenen und unvorhersehbaren Wendungen mit gleich mehreren Cliff-Hangern.

Eine Anmerkung noch zum Schluss: Das Buch enthält eine Karte des Reiches von Ascarlia. Etwas, worüber ich mich grundsätzlich immer sehr freue! Doch diese Karte wirkt auf mich total lieblos, als hätte sie eine KI mal schnell nebenbei generiert. Ich kann es schlecht in Worte fassen, aber wenn man sie sieht, weiß man sicherlich, was ich meine. Darüber hinaus werden in der Geschichte viele Orte und Länder genannt, die sich nicht auf der Karte befinden, was mir die Orientierung in dieser komplexen Welt zusätzlich erschwert hat. Sehr schade! Für Band zwei wünsche ich mir auf jeden Fall eine bessere und liebevoll gestaltete Karte! Und gerne auch ein kurzes, vorangestelltes „Was bisher geschah…“. 😊

FAZIT:
Ein zu beginn verwirrender, dann aber starker und sehr vielversprechender Reihenauftakt!

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Eine intelligente Story, die aber einen längeren Anlauf benötigt

Minnesota
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„Ich habe ein Wutproblem. Und… wohl auch noch eine ganze Reihe anderer Probleme.“ (Bob Oz, S. 96)

Meine Meinung:
Ich hatte anfangs so meine Schwierigkeiten mit diesem Buch. Die Geschichte an sich war ...

„Ich habe ein Wutproblem. Und… wohl auch noch eine ganze Reihe anderer Probleme.“ (Bob Oz, S. 96)

Meine Meinung:
Ich hatte anfangs so meine Schwierigkeiten mit diesem Buch. Die Geschichte an sich war wenig spannend und mir war überhaupt nicht klar, in welche Richtung sie wohl führen würde. Manchmal ist so etwas ja durchaus von Vorteil und macht mich neugierig. Hier war das aber nicht der Fall. Dazu erzählt Nesbø seine Geschichte zu Beginn in drei Handlungssträngen mit verschiedenen Protagonisten. Das sorgt ja normalerweise für Abwechslung, aber hier hatte ich das Problem, dass ein Protagonist (Bob Oz mit seiner Impulskontrollstörung) mir echt total unsympathisch war, während die beiden anderen für mich so gar nicht „greifbar“ waren und total blass blieben. Lediglich ein einziger Nebencharakter war mir bis dahin wirklich sympathisch, die toughe Barfrau Liza. Für mein Empfinden viel zu dünn - bis dahin!

Dennoch habe ich mich wacker vorangekämpft in diesem Buch und wurde dann doch noch mit einer intelligenten Story und spannenden Lesemomenten belohnt. Nach rund einem Drittel begann Nesbø in homöopathischen Dosen zu eröffnen, warum Bob Oz so ein Widerling ist, und hat es im Verlauf des Buches sogar tatsächlich geschafft, dass mir dieser verschrobene „One Night Bob“ wirklich sympathisch geworden ist. Das zu schaffen ist schon eine hohe Kunst des Schreibens.

Und auch die Geschichte hat mich dann doch noch voll und ganz in ihren Bann gezogen, als sich so langsam die Konturen der Storyline aus dem erzählerischen Nebel herausgelöst haben und alles anfing, sich langsam aber sicher zu einem großen Gesamtbild zusammenzusetzen. Und es ist am Ende nicht nur eine fesselnde und bewegende Story gewesen, sondern auch noch ein Plot mit Tiefgang und erschreckender Aktualität. Ganz bewusst überlässt Jo Nesbø dabei seinen Lesenden, die Moral der Geschichte für sich selbst einzuordnen und die Frage danach, wer hier Opfer und wer Täter gewesen ist. Ein beeindruckendes Beispiel für die schriftstellerische Größe Jo Nesbøs.

FAZIT:
Ein für mich schwacher Anfang, aber dennoch bitte durchhalten: es lohnt sich wirklich!

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Little Secrets – ein ungewöhnlicher „2 in 1“-Krimi

Tod zur Teestunde
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Meine Meinung
Dies ist der dritte Band um die „Ermittlerin wider Willen“ Susan Ryeland, nach den Bänden „Die Morde von Pye Hall“ (2016) und „Der Tote aus Zimmer 12“ (2020), die ich beide noch nicht kenne.

Entsprechend ...

Meine Meinung
Dies ist der dritte Band um die „Ermittlerin wider Willen“ Susan Ryeland, nach den Bänden „Die Morde von Pye Hall“ (2016) und „Der Tote aus Zimmer 12“ (2020), die ich beide noch nicht kenne.

Entsprechend überrascht war ich beim Lesen, als die Handlung bereits auf Seite 33 in einen weiteren „Krimi“ überging, dessen Manuskript die Protagonistin Susan zum Lesen erhalten hatte. So recht konnte ich damit erstmal nichts anfangen, da dies auch zu Lasten der Spannung ging. Dass dieser ganz besondere „Kniff“ des Autors anscheinend zum ganz besonderen Konzept dieser Reihe gehört, wusste ich ja zuvor nicht. Daher hat es diesmal auch recht lange gedauert, bis mich Anthony Horowitz, den ich von seinen anderen Reihen bereits sehr schätze, mit seiner Geschichte packen konnte. Aber als es dann so weit war, war ich regelrecht fasziniert von seiner außergewöhnlichen Idee und dem geschickt konstruierten Plot.

Erstaunlich gut gelungen ist ihm für meinen Geschmack, mit dem fiktiven Fall im Buch („Pünds letzter Fall“) ein wirklich klassisches Krimi-Feeling heraufzubeschwören, nicht zuletzt, weil Atticus Pünd durchaus Parallelen zum großen Hercule Poirot aufweist. Auch das Verweben beider Erzählebenen hat im Verlauf des Buches immer besser funktioniert, so dass zum Ende hin die beiden Storys Hand in Hand gegangen sind und es mir großen Spaß bereitet hat, sowohl Susan als auch Atticus bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Je näher man dabei dem Finale kam, desto brenzliger wurde es dabei für Susan, so dass es am Ende wirklich spannend und auch noch dramatisch wurde.

Insgesamt ein raffiniert konstruierter Plot auf zwei Ebenen, der deutlich aus der breiten Masse der „Alltagskrimis“ herausragt, auch wenn ich stellenweise manche Theorien noch vor Susan aufgestellt habe. Sehr gut gefallen haben mir dabei auch das Zusammenspiel der einzelnen Charaktere, deren wahre Absichten nicht immer ganz eindeutig waren, sowie der ganz besondere Kniff mit den Anagrammen, was das Lesevergnügen noch weiter erhöht hat.

FAZIT:
Ein raffiniert konstruierter Krimi in einem Krimi, der seine ganze Wirkung erst nach und nach entfaltet.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Wenn Hexen hexen… ein spannender Plot in einem coolen locked Setting

The Blackgate Invitation
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„Wir stecken fest in einer verdammten Gruselvilla voller Hexen, einer Leiche und wahrscheinlich mehreren namentlich bekannten Geistern. Wir müssen jetzt wirklich unkonventionell denken, sonst sind wir ...

„Wir stecken fest in einer verdammten Gruselvilla voller Hexen, einer Leiche und wahrscheinlich mehreren namentlich bekannten Geistern. Wir müssen jetzt wirklich unkonventionell denken, sonst sind wir Hackfleisch.“ (S. 131)

Meine Meinung:
Eine geheimnisvolle Einladung, ein mythenumwobenes Herrenhaus, eine eingeschworene Gemeinschaft und zwei toughe Schwestern, die ohne Vorwarnung und unvermittelt zwischen die Fronten geraten…

Dieses Buch hat nicht viel Anlauf benötigt, um mich in seinen magischen Bann zu ziehen. Nach gerade mal sechs Seiten betreten wir zusammen mit den beiden Protagonistinnen Ruby und Wren das großartige wie mysteriöse Setting von Hegemony Manor („Gotische Perfektion auf einem Hügel, mit Türmchen, Erkern und der ganzen morbiden Wednesday Adams-Stimmung.“ – S.11). Ein kleiner Mikrokosmos mit ganz eigenen Regeln und Gefahren. Ein erstes Abchecken der Charaktere, so schillernd wie geheimnisvoll. Weitere rund 50 Seiten später werden mit einem Mal sämtliche Spielregeln und Erwartungen auf den Kopf gestellt und es beginnt eine mörderische Jagd, an der Ruby und Wren niemals teilnehmen wollten, der sie aber doch nicht entfliehen können. So fesselt man seine Leserschaft, wahrlich meisterhaft von Sarah Henning!

Sehr gelungen ist auch die abwechselnde Erzählweise aus Sicht von Ruby und Auden Hegemony, so dass wir dadurch sehr viel schneller und tiefer einen Einblick in die Geschehnisse und Hintergründe erhalten, als Ruby und Wren. Ein Stilmittel, das für Spannung und ein hohes Tempo sorgt. Nur zwischendurch nehmen Tempo und Spannung etwas ab, da bis zum nächsten Höhepunkt in der Spannungslinie doch so einige Seiten vergehen, in denen sich Sarah Henning Raum und Zeit nimmt, ihre Charaktere weiter zu entwickeln. Doch spätestens ab diesem Punkt kenn die Handlung dann kein Halten mehr und hechtet atemlos und actiongeladen dem großen und dramatischen Finale entgegen, in dem sich die Ereignisse regelrecht überschlagen. Auf dem Weg hierhin gab es natürlich auch die ein oder andere überraschende Wendung, auch wenn der ganz große Paukenschlag im Plottwist für meinen Geschmack doch ausgeblieben ist. Aber dennoch: eine großartig unterhaltende und fesselnde Storyline!

Was mich ebenfalls von der ersten bis zur letzten Seite begeistert hat, ist der wunderbar bildliche Schreibstil der Autorin, der passend zu manchem Charakter auch mal rotzig-frech daherkommt. Das macht wirklich Spaß zu lesen.

Weniger gut gefallen hat mir, wie ein Charakter als divers beschrieben wird. Nichts gegen Diversität, überhaupt nichts! Aber Sätze wie „They nippt an their Tee“ (S. 174) stören mich einfach im Lesefluss. Außerdem kam es mir so vor, als sei dieses Detail in Nachhinein eingearbeitet worden, da es heute einfach „woke“ zu sein scheint. Aber so ganz durchgängig hat das dann doch nicht geklappt, wie man auf S. 320 unten und an manch anderen Stellen lesen kann, wo es dann doch nicht mehr „they“ sondern „sie“ oder „ihrer“ heißt. Wenn schon, dann sollte man das auch stringent durchhalten.


FAZIT:
Eine verhext gute Storyidee mit coolen Charakteren und in einem großartigen Setting.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Einmal mehr beste Leseunterhaltung mit viel Humor & Charme

Bodenfrost
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Meine Meinung:
Andreas Förs „Wallner & Kreuthner“-Reihe gehört schon seit Jahren zu meinen Lieblingsreihen. Band zwölf hat diese Position nun ein weiteres Mal gefestigt!

Kindernachmittag bei der Polizei, ...

Meine Meinung:
Andreas Förs „Wallner & Kreuthner“-Reihe gehört schon seit Jahren zu meinen Lieblingsreihen. Band zwölf hat diese Position nun ein weiteres Mal gefestigt!

Kindernachmittag bei der Polizei, und das auch noch ausgerechnet unter der Verantwortung von PHM Kreuther! Kein Wunder, dass bei dieser Gelegenheit ausgerechnet die Tochter des neuen Polizeipräsidenten eine echte Leiche findet. Ein wunderbar humorvoller und sehr passender Start für Band zwölf!

Sehr schnell ist man nach den ersten Seiten wieder mittendrin in dieser Reihe, auch da zu Beginn der Kreis neuer Charaktere noch recht übersichtlich bleibt. Geschickt springt der Autor bei der Erzählung in der Timeline zurück und wieder vor, was für Abwechslung und Tempo sorgt. Denkt man beim Lesen am Anfang noch „Ok, das ist recht übersichtlich“, überrascht uns Föhr mit einem ungeahnten und (für mich) sehr überraschenden Plot-Twist (da ich den Umschlagtext zuvor bewusst nicht gelesen hatte). Schnell wird dann klar, dass die Storyline alles andere als „übersichtlich“ ist, denn nach und nach türmen sich die offenen Fragen beim Lesen und der Fall nimmt ungeahnte Dimensionen an.

Über die gesamten rund 370 Seiten hat mir auch dieser Band wieder jede Menge Lesespaß beschert, was in erster Linie an Andreas Föhrs großartigem Schreibstil (ich sage nur „Heimzahlungsspezialist“ oder auch „eine gefragte Fachkraft bei Wirtshauschlägereien“) und seinem zielsicheren Sinn für großartig skurrile Szenen liegt, von denen sich natürlich wie gewohnt meistens der gute Leo Kreuthner, genannt „Leichen-Leo“, verantwortlich zeigt. Ob bei der gut inszenierten Einzel-Verkehrskontrolle, bei der Rache-Kofferbombe, bei einer folgenreichen Verwechslung oder auch bei den inzwischen schon klassischen und unvermeidlichen Auftritten Kreuthers im Bayerischen Sündenpfuhl, der Mangfallmühle. Aber auch mein absoluter Reihenliebling, Opa Manfred, ist natürlich wieder mit von der Partie und sorgt auf seine ihm ganz eigene, sympathische Art für so manchen Schmunzler. Es macht einfach nur Spaß, die Krimis dieser Reihe zu lesen!

Da ist es für mich auch nur ein kleiner Abzug in der B-Note, dass ich diesmal mit dem eigentlichen Fall und dessen Auflösung nicht ganz 100%ig zufrieden bin – aber eben auch nur in einzelnen Kleinigkeiten. Insgesamt ist auch der zwölfte Fall eine solider und gut konstruierter Kriminalfall!

FAZIT:
Wer humorvolle Regionalkrimis mag, wird auch diesen Band der großartigen Reihe mögen!

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