Eine gelungene und mal wieder sehr humorvolle Fortsetzung
Mord ist die beste Beseitigung„Vor dem Hintergrund der Industriebrache, deren brüchige Mauern wie ein verwunschenes Schloss in den Himmel ragten, balgten sich die Schatten dreier Menschen und stießen dabei fast tierische Laute aus.“ ...
„Vor dem Hintergrund der Industriebrache, deren brüchige Mauern wie ein verwunschenes Schloss in den Himmel ragten, balgten sich die Schatten dreier Menschen und stießen dabei fast tierische Laute aus.“ (S. 159)
Meine Meinung:
Nachdem in Band 1 unvermittelt ein Kind aufgetaucht war, ist nun in Band 2 eine Frau verschwunden. Naja, zumindest fast. Denn just als der Reiseruf (ja, sowas gibt es noch!) im Radio verkündet wird, sehen Svetlana und Tommi den blauen Audi der Gesuchten auf der Autobahn…
Einmal mehrt stolpert das dynamische Duo aus Svetlana, der gewitzten Putzfrau mit ausgeprägtem Detektiv-Trieb, und dem chaotisch aussehenden Berufsjugendlichen Tommi, dem Autor mit Ladehemmung und selbsternannten „Derrick himself“, mitten hinein in einen neuen Fall. Wie schon im ersten Band nimmt auch diesmal der Kriminalfall eher gemächlich an Fahrt auf, so wie Tommis altes Wohnmobil auf der Autobahn. Überhaupt steht hier nicht der Kriminalfall im Vordergrund, sondern die ganz wunderbaren und eigenen Charaktere. Nicht nur die beiden Protagonisten sind mir in Rekordtempo ans Herz gewachsen, sondern auch einige der Sidekicks, wie Tommis Vater Leo, der Pflegeheim-Bond mit Nummer 1007, oder auch die komplette, nicht ganz legale, aber dafür umso fidelere Rommé-Runde. Selbst Tommis Erzfeind aus Band 1, Ordnungshüter und -fanatiker Kleinschmidt, sammelt hier Sympathiepunkte.
Neben den großartigen Charakteren ist Volker Klüpfels stets humorvoll-beschwingte Schreibweise die zweite große Stärke dieser Reihe. Svetlanas anscheinend unerschöpflicher Vorrat an unermüdlich umgetexteten Sprichwörtern („Wenn zwei sich streiten, freut sich Brigitte“ oder auch „Hätte, hätte, Kettensäge“) und Lebensweisheiten sorgten bei mir immer wieder für Grinser, Giggler und Lacher. Und Tommis oft unbeholfen wirkende Tollpatschigkeit sowie sein besonderes Talent, sich um Kopf und Kragen zu reden, bescheren dem Plot zahlreiche humorvolle Momente, die manchmal schon slapstickartig anmuten. Svetlana würde dazu wahrscheinlich sagen „Mögen man muss“ - ich mags´!
Selbstverständlich wird am Ende auch der Krimiplot aufgelöst und dem Autor ist es auf der Zielgraden auch noch gelungen, mich deutlich aufs Glatteis zu führen. So kommt das große Finale actionreich und in Teilen überraschend daher und schließt diesen Band entsprechend würdig ab.
Ich freue mich schon jetzt darauf, mehr von Svetlana und Tommi zu lesen!
FAZIT:
Humorvolle Leseunterhaltung, die durch ihre liebenswerten Figuren und viel Wortwitz besticht.