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Veröffentlicht am 15.04.2026

Eine gelungene und mal wieder sehr humorvolle Fortsetzung

Mord ist die beste Beseitigung
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„Vor dem Hintergrund der Industriebrache, deren brüchige Mauern wie ein verwunschenes Schloss in den Himmel ragten, balgten sich die Schatten dreier Menschen und stießen dabei fast tierische Laute aus.“ ...

„Vor dem Hintergrund der Industriebrache, deren brüchige Mauern wie ein verwunschenes Schloss in den Himmel ragten, balgten sich die Schatten dreier Menschen und stießen dabei fast tierische Laute aus.“ (S. 159)

Meine Meinung:
Nachdem in Band 1 unvermittelt ein Kind aufgetaucht war, ist nun in Band 2 eine Frau verschwunden. Naja, zumindest fast. Denn just als der Reiseruf (ja, sowas gibt es noch!) im Radio verkündet wird, sehen Svetlana und Tommi den blauen Audi der Gesuchten auf der Autobahn…

Einmal mehrt stolpert das dynamische Duo aus Svetlana, der gewitzten Putzfrau mit ausgeprägtem Detektiv-Trieb, und dem chaotisch aussehenden Berufsjugendlichen Tommi, dem Autor mit Ladehemmung und selbsternannten „Derrick himself“, mitten hinein in einen neuen Fall. Wie schon im ersten Band nimmt auch diesmal der Kriminalfall eher gemächlich an Fahrt auf, so wie Tommis altes Wohnmobil auf der Autobahn. Überhaupt steht hier nicht der Kriminalfall im Vordergrund, sondern die ganz wunderbaren und eigenen Charaktere. Nicht nur die beiden Protagonisten sind mir in Rekordtempo ans Herz gewachsen, sondern auch einige der Sidekicks, wie Tommis Vater Leo, der Pflegeheim-Bond mit Nummer 1007, oder auch die komplette, nicht ganz legale, aber dafür umso fidelere Rommé-Runde. Selbst Tommis Erzfeind aus Band 1, Ordnungshüter und -fanatiker Kleinschmidt, sammelt hier Sympathiepunkte.

Neben den großartigen Charakteren ist Volker Klüpfels stets humorvoll-beschwingte Schreibweise die zweite große Stärke dieser Reihe. Svetlanas anscheinend unerschöpflicher Vorrat an unermüdlich umgetexteten Sprichwörtern („Wenn zwei sich streiten, freut sich Brigitte“ oder auch „Hätte, hätte, Kettensäge“) und Lebensweisheiten sorgten bei mir immer wieder für Grinser, Giggler und Lacher. Und Tommis oft unbeholfen wirkende Tollpatschigkeit sowie sein besonderes Talent, sich um Kopf und Kragen zu reden, bescheren dem Plot zahlreiche humorvolle Momente, die manchmal schon slapstickartig anmuten. Svetlana würde dazu wahrscheinlich sagen „Mögen man muss“ - ich mags´!

Selbstverständlich wird am Ende auch der Krimiplot aufgelöst und dem Autor ist es auf der Zielgraden auch noch gelungen, mich deutlich aufs Glatteis zu führen. So kommt das große Finale actionreich und in Teilen überraschend daher und schließt diesen Band entsprechend würdig ab.

Ich freue mich schon jetzt darauf, mehr von Svetlana und Tommi zu lesen!

FAZIT:
Humorvolle Leseunterhaltung, die durch ihre liebenswerten Figuren und viel Wortwitz besticht.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Eine sommerlich leichte Liebesgeschichte vor toller Kulisse

Summer Tides
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„Ich wende den Kopf, schließe die Augen und atme tief den frischen Seewind ein. Ich bin sowas von verloren.“

Meine Meinung:
„Summer Tides“ bietet genau das, was ich erwartet habe: eine sommerlich leichte ...

„Ich wende den Kopf, schließe die Augen und atme tief den frischen Seewind ein. Ich bin sowas von verloren.“

Meine Meinung:
„Summer Tides“ bietet genau das, was ich erwartet habe: eine sommerlich leichte Lektüre vor der wunderbaren Kulisse des kornischen Küstenörtchens St. Ives. Zur Handlung brauche ich nicht viel schreiben, denn die offizielle Kurzbeschreibung des Buches ist schon fast eine perfekte Zusammenfassung der gesamten Handlung.

Die Storyline folgt dem klassischen Muster und bietet dabei keine großen Überraschungen (mal abgesehen davon, dass kurzzeitig tatsächlich die Seegurken-Population im Weddellmeer thematisiert wird) oder eine besondere Tiefe. „Summer Tides“ ist ein Roman, der seinen Lesenden ein sommerliches Urlaubsfeeling, seichte Leseunterhaltung und eine knisternde Slow-Burn-Liebesgeschichte bietet. Denn gleich zu Beginn dürfte wohl jedem klar sein, dass es zwischen der Nebenjob-Aussteigerin Scarlett Green (die nebenbei noch eine toxische Nicht-Beziehung mit Exklusivität am Laufen hat) und dem Rettungsschwimmer Jonah Anderson, der so einige gar nicht mal so kleinen Jugendsünden auf dem Kerbholz hat, knistert und funkt.

Besonders gut gefallen hat mir das Setting in und um St. Ives, nebst kleinem Ausflug zum naturgewaltigen Landstrich „The Lizard“, dass Autorin Sarah Fulmar für meinen Geschmack gut und zutreffen portraitiert, auch wenn hier mehr die Charaktere als die Natur im Vordergrund stehen. Besonders die kleine und wunderbar verschworene Gemeinschaft, die Scarlett sofort in ihren Kreis aufnimmt, hat mir ebenfalls sehr gut gefallen und man merkt, dass hier die ein oder andere Figur mit dabei ist, die das Potenzial bietet, Protagonist*in in einen eigenen Roman zu werden.

Alles in allem hatte ich ein paar unterhaltsame, unaufgeregte und unbeschwerte Lesestunden, die mich sehr angenehm an meinen Sommer in Cornwall haben zurückdenken lassen. Dankeschön dafür!

FAZIT:
Seichte, sehr angenehme Wohlfühl-Unterhaltung mit Potenzial für weitere Bände.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Das Geheimnis des Waschstraßen-Mädchens

Giftiger Grund
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Meine Meinung:
Eine alte, verlassene Tankstelle. In einem Gewerbegebiet, das niemals auch nur ein einziges Unternehmen angezogen hat. Vor sieben Jahren Schauplatz eines Raubüberfalls, nun hinter Bauzäunen ...

Meine Meinung:
Eine alte, verlassene Tankstelle. In einem Gewerbegebiet, das niemals auch nur ein einziges Unternehmen angezogen hat. Vor sieben Jahren Schauplatz eines Raubüberfalls, nun hinter Bauzäunen sich selbst und der Natur überlassen. Ein „Lost Place“, der Scheitern, Einsamkeit, Verbitterung und Hoffnungslosigkeit ausstrahlt. Dazu drei junge Menschen, mehr oder weniger von der Gesellschaft allein gelassen und vollkommen auf sich selbst gestellt. Auch sie sind einsam - drei Schicksale, die bewegen.

Ein sehr atmosphärisches und zu Beginn sehr geheimnisvolles Setting, das sich Autor Thomas Knüwer da erdacht hat. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das geheimnisvolle kleine Mädchen, das sich immer wieder mitten in der Nacht in die verlassene Tankstelle schleicht und sich dort ihren eigenen, kleinen Safe-Space geschaffen hat. Auch wenn die Geschichte zu Beginn aus der Sicht der Urbexerin Charu und des frisch gebackenen „Ex-Knackis“ Joran erzählt wird, so ist es doch das Rätsel um das kleine Mädchen und ihr mysteriöses Schicksal, das den wahren Sog dieser Geschichte ausmacht. Entsprechend gebannt bin ich den sich stetig abwechselnden, kurzen Kapiteln gefolgt um endlich zu erfahren, was es mit dem Tankstellen-Mädchen auf sich hat. Doch auch Charu und Joran bringen ihre ganz eigenen Probleme mit, aus der Vergangenheit genauso wie aus der Gegenwart, was gleichfalls spannend zu lesen ist.

Es ist eine spannend zu lesende, fesselnde und auch bewegende Geschichte, die Thomas Knüwer hier erzählt. Auf dem Cover prangt präsent die Klassifizierung als „Kriminalroman“, doch ein „klassischer Krimi“ ist es definitiv nicht. Er gibt hier keine Ermittler, keine Spurensuche, ja bis auf eine kurze Ausnahme noch nicht mal Polizisten - und mehr mag ich hier nicht verraten. Für mein Empfinden ist es eher ein Roman mit einem zentralen Todesfall und mit klaren Einflüssen von Drama und Coming of Age.

Dafür gibt es hier bewegende Schicksale, abgründige Menschen und Verkettungen unglücklicher Zufälle und schlechter Entscheidungen. Drei Underdogs stolpern durch eine Geschichte, die immer wieder gegen sie zu laufen scheint. Und immer wieder dreht sich alles um die alte Tankstelle. Am Ende wird die Geschichte auch hier gelöst werden. Und dann, wenn man denkt, alles ist gut, hält Thomas Knüwer doch noch eine gemeine Überraschung für uns Lesende und eine seiner Figuren bereit…

Zur Hörbuchproduktion: Ich liebe es, wenn Hörbücher von verschiedenen Personen gesprochen werden. Diesem Buch hat der Verlag gleich fünf verschiedene Sprecher*innen spendiert und das kommt im Hörbuch voll und ganz zur Geltung. Hierdurch wird jeder Hauptcharakter einzigartig und unverkennbar und damit auch nahbarer. Eine sehr gelungene Hörbuchproduktion!

FAZIT:
Ein tolles Setting, außergewöhnliche Charaktere und eine fesselnde Story, aber kein klassischer Krimi.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Epische und blutige High Fantasy - ein gelungener Auftakt!

Flut aus schwarzem Stahl
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„In dunklen Zeiten… steigt er auf… Das Zeitalter des Zorns gebiert einen… König.“ (S. 200)

Meine Meinung:
Der Schotte Anthony Ryan zählt für mich persönlich inzwischen zu den absoluten Größen der zeitgenössischen ...

„In dunklen Zeiten… steigt er auf… Das Zeitalter des Zorns gebiert einen… König.“ (S. 200)

Meine Meinung:
Der Schotte Anthony Ryan zählt für mich persönlich inzwischen zu den absoluten Größen der zeitgenössischen High Fantasy. Mit „Flut aus schwarzem Stahl“ hat er den Grundstein für eine neue Fantasy-Reihe gelegt, die sich in Grundzügen an die nordische Mythologie anlehnt. Wie es aber für Ryan typisch ist, entwirft er auf dieser Grundlage ein ganz eigenes, komplexes High-Fantasy-Universum mit eigener Historie, eigenen Religionen, eigenen Sprachen und eigenständiger Mystik.

Erzählt wird die Geschichte über drei verschiedene Handlungsstränge, von denen zwei die die beiden ungleichen Geschwister Thera Speldrana, Vellihr der Gerechtigkeit der drei Schwesternköniginnen, und ihren Bruder Felnir Skyrnak, Kapitän und Spion, auf ihren gefährlichen Missionen begleiten. Der dritte, und vielleicht geheimnisvollste Handlungsstrang begleitet das Schicksal des Fischers Ruhlin ehs Kestryg.

Zu Beginn habe ich mich etwas schwergetan, mich in dieser Welt und zwischen den zahlreichen Charakteren zurechtzufinden. Hilfreich hierbei war auf jeden Fall das Personenverzeichnis am Ende des Buches, zu dem ich zwischendurch immer wieder blättern musste. Die komplexen Legenden und Geschichten, von denen die Charaktere immer wieder erzählen, haben mir den Überblick über alles auch nicht erleichtert. Aber eines hat Ryan damit auf jeden Fall geschafft: ein sehr dichtes und atmosphärisches Worldbuilding!

Ab ungefähr der Hälfte hatte mich das Buch dann aber doch voll und ganz in seinen Bann gezogen und einige der Charaktere waren mir zu diesem Zeitpunkt schon ans Herz gewachsen. Erstaunlicher Weise sind es in diesem Buch nicht die drei Protagonisten, die mich am meisten faszinierten, sondern die Figuren wie die blitzgescheite Elvine, der undurchsichtige und charmante Colvyn, der rätselhafte, verwirrte Wohtin oder auch die stumme und mutige Lynnea. Hier zeigt Ryan neben dem gelungenen Worldbuilding eine seiner großen Stärken: faszinierende und außergewöhnliche Charaktere. Und selbstverständlich zählt die rätselhafte wie komplexe Storyline ebenfalls zu den ganz großen Pluspunkten, auch wenn der Autor natürlich mit den Folgebänden erst noch beweisen muss, dass er diese große Geschichte zu einem überzeugenden Ende bringen wird (woran ich aber nicht zweifle). Selbstverständlich endet der erste Band nach unzähligen dramatischen Szenen und unvorhersehbaren Wendungen mit gleich mehreren Cliff-Hangern.

Eine Anmerkung noch zum Schluss: Das Buch enthält eine Karte des Reiches von Ascarlia. Etwas, worüber ich mich grundsätzlich immer sehr freue! Doch diese Karte wirkt auf mich total lieblos, als hätte sie eine KI mal schnell nebenbei generiert. Ich kann es schlecht in Worte fassen, aber wenn man sie sieht, weiß man sicherlich, was ich meine. Darüber hinaus werden in der Geschichte viele Orte und Länder genannt, die sich nicht auf der Karte befinden, was mir die Orientierung in dieser komplexen Welt zusätzlich erschwert hat. Sehr schade! Für Band zwei wünsche ich mir auf jeden Fall eine bessere und liebevoll gestaltete Karte! Und gerne auch ein kurzes, vorangestelltes „Was bisher geschah…“. 😊

FAZIT:
Ein zu beginn verwirrender, dann aber starker und sehr vielversprechender Reihenauftakt!

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Veröffentlicht am 09.01.2026

Eine intelligente Story, die aber einen längeren Anlauf benötigt

Minnesota
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„Ich habe ein Wutproblem. Und… wohl auch noch eine ganze Reihe anderer Probleme.“ (Bob Oz, S. 96)

Meine Meinung:
Ich hatte anfangs so meine Schwierigkeiten mit diesem Buch. Die Geschichte an sich war ...

„Ich habe ein Wutproblem. Und… wohl auch noch eine ganze Reihe anderer Probleme.“ (Bob Oz, S. 96)

Meine Meinung:
Ich hatte anfangs so meine Schwierigkeiten mit diesem Buch. Die Geschichte an sich war wenig spannend und mir war überhaupt nicht klar, in welche Richtung sie wohl führen würde. Manchmal ist so etwas ja durchaus von Vorteil und macht mich neugierig. Hier war das aber nicht der Fall. Dazu erzählt Nesbø seine Geschichte zu Beginn in drei Handlungssträngen mit verschiedenen Protagonisten. Das sorgt ja normalerweise für Abwechslung, aber hier hatte ich das Problem, dass ein Protagonist (Bob Oz mit seiner Impulskontrollstörung) mir echt total unsympathisch war, während die beiden anderen für mich so gar nicht „greifbar“ waren und total blass blieben. Lediglich ein einziger Nebencharakter war mir bis dahin wirklich sympathisch, die toughe Barfrau Liza. Für mein Empfinden viel zu dünn - bis dahin!

Dennoch habe ich mich wacker vorangekämpft in diesem Buch und wurde dann doch noch mit einer intelligenten Story und spannenden Lesemomenten belohnt. Nach rund einem Drittel begann Nesbø in homöopathischen Dosen zu eröffnen, warum Bob Oz so ein Widerling ist, und hat es im Verlauf des Buches sogar tatsächlich geschafft, dass mir dieser verschrobene „One Night Bob“ wirklich sympathisch geworden ist. Das zu schaffen ist schon eine hohe Kunst des Schreibens.

Und auch die Geschichte hat mich dann doch noch voll und ganz in ihren Bann gezogen, als sich so langsam die Konturen der Storyline aus dem erzählerischen Nebel herausgelöst haben und alles anfing, sich langsam aber sicher zu einem großen Gesamtbild zusammenzusetzen. Und es ist am Ende nicht nur eine fesselnde und bewegende Story gewesen, sondern auch noch ein Plot mit Tiefgang und erschreckender Aktualität. Ganz bewusst überlässt Jo Nesbø dabei seinen Lesenden, die Moral der Geschichte für sich selbst einzuordnen und die Frage danach, wer hier Opfer und wer Täter gewesen ist. Ein beeindruckendes Beispiel für die schriftstellerische Größe Jo Nesbøs.

FAZIT:
Ein für mich schwacher Anfang, aber dennoch bitte durchhalten: es lohnt sich wirklich!

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