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Veröffentlicht am 21.09.2025

Spannend, lustig, wohlig-gruselig und mit viel Herz! Ein weiterer toller Folgeband!

Die Geisterhelfer – Blut ist dicker als Friedhofsnebel
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Leos Eltern wollen unbedingt in den Herbstferien nach Amerika reisen, um dort auf irgendeinen Berg zu steigen. Da Kinder dabei nur stören, kommt ihnen das Angebot von Antonias Großtante Lila gerade recht: ...

Leos Eltern wollen unbedingt in den Herbstferien nach Amerika reisen, um dort auf irgendeinen Berg zu steigen. Da Kinder dabei nur stören, kommt ihnen das Angebot von Antonias Großtante Lila gerade recht: Zusammen mit Antonia, Leos Klassenkameraden Dennis und Ziggy und natürlich Hund Bauhaus dürfen die beiden Brüder zehn Tage auf Lilas Gutshof verbringen, welches irgendwo im Nirgendwo liegt und sich als ein ziemlich unheimliches Schlösschen entpuppt – wie in einem Gruselfilm! Zum Glück handelt es sich bei Großtante Lila um keine böse Hexe oder blutdurstige Vampirin, im Gegenteil sie erweist sich als ziemlich cool und freundlich. Dennoch ist Leo äußerst mulmig zumute. Gut Krähenstein besitzt schließlich eine Familiengruft. Und wie soll es auch anders sein, natürlich dauert es nicht lange und Leo trifft auf einen Geist. Dieser weiß gar nichts von seinem Tod und ist genauso erschrocken wie Leo. Doch es bleibt nicht bei dem einen Geist. Zwei Untote, die dringend Hilfe benötigen; ein Halloweenfest und Fackelumzug; ein düsteres Schloss voller Geheimnisse und merkwürdiger Mitbewohner – entspannte Ferien sehen definitiv aus. Als dann auch noch Valentin spurlos verschwindet, stecken die Geisterhelfer bereits mittendrin im nächsten Abenteuer...

Hurra, endlich geht es mit den Geisterhelfern weiter! Hierbei handelt sich um den dritten Fall für die Geisterhelfer, der auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Für den vollen Lesegenuss empfiehlt sich jedoch, mit Band 1 zu starten.
Nach meiner großen Begeisterung für die ersten zwei Bände, konnte ich den nächsten Band kaum erwarten. Schon das Cover mit seinem coolen Glow-in-the-Dark-Effekt verspricht wieder gespenstisch gute Unterhaltung und genau das – und noch mehr – bekommt man hier auch.

Wer gerade auf der Suche nach der idealen Lektüre für Herbst- und Halloweenzeit ist, ist hier definitiv genau richtig. Tina Blase hat ein weiteres tolles, detektivisches Geisterabenteuer zu Papier gebracht, das zum Mitfiebern und wohligem Erschauern einlädt und einfach unheimlich viel Spaß macht. Doch auch dieses Mal gilt: Was auf den ersten Blick wie eine klassische Spukgeschichte daherkommen mag, entpuppt sich nur kurz darauf als weitaus mehr: Eine herzerwärmende Erzählung mit Tiefgang. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger erzählt Tina Blase von Freundschaft, Familie, Akzeptanz und Vorurteilen sowie vom Mut, sich seinen Ängsten zu stellen und über sich hinauszuwachsen. Und natürlich auch vom Tod. Zusammen mit ihren neuen Freunden Dennis und Ziggy zeigen uns Leo und Antonia einmal mehr, dass Zusammenhalt und Vertrauen stark macht und man auch trotz aller Unterschiede und gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten ein unschlagbares Team sein kann. Besonders schön jedoch ist die Entwicklung der Beziehung zwischen Leo und seinem großen Teenie-Bruder Valentin. Anfangs ziemlich genervt voneinander, lernen sie im Verlauf, was Familie ausmacht und dass der jeweils andere eigentlich doch gar nicht so übel ist.

Die Charaktere sind allesamt mal wieder herrlich gezeichnet, jeder ist auf seine Art und Weise liebenswert und einzigartig. Ob der ängstliche Ich-Erzähler Leo, die meist etwas grummelige Antonia, ihr treuer vierbeiniger Begleiter Bauhaus, die verschiedenen Geister – man muss sie einfach alle lieben. Langweilig wird es mit dieser bunten Truppe zu keiner Zeit! Eine fabelhafte Mischung aus Spannung, Witz, Gefühl und Gänsehautmomenten erwartet einen hier und durch den Settingwechsel kommt zusätzlicher frischer Wind auf.
Die schaurig-schönen, stimmungsvollen schwarz-weiß Illustrationen von Monika Parciak sind erneut das Sahnehäubchen obendrauf und runden das Leseerlebnis gelungen ab.

Fazit: Genauso spannend und unterhaltsam wie in den zwei Vorgängern geht es mit den Geisterhelfern in die dritte Runde. Auch „Die Geisterhelfer – Blut ist dicker als Friedhofsnebel“ ist ein wunderbares Geister-Detektiv-Abenteuer mit humorvollem Grusel, sympathischen Charakteren und ganz viel Herz und Freundschaft. Das perfekte Lesefutter für alle ab 8 Jahren, die sich gerne ein kleines bisschen gruseln. Ich bin auch von diesem Band absolut beGEISTERt! Über ein weiteres Wiedersehen mit Leo, Antonia und Co. würde ich mich sehr freuen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 20.09.2025

So süß und märchenhaft schön!

Hubert
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In einem großen märchenhaften Wald lebt der kleine Frischling Hubert mit seiner Wildschweinfamilie. Eines Tages darf er zusammen mit seinen fünf Geschwistern zum allerersten Mal alleine den Wald erkunden. ...

In einem großen märchenhaften Wald lebt der kleine Frischling Hubert mit seiner Wildschweinfamilie. Eines Tages darf er zusammen mit seinen fünf Geschwistern zum allerersten Mal alleine den Wald erkunden. Natürlich lässt Mama Wildschwein ihre Kinder nicht ohne mahnende Worte ziehen. Sie sollen sich vor dem großen bösen Wolf in Acht nehmen, immer zusammenbleiben und laut grunzen, wenn sie in Gefahr sind. Es dauert nicht lange und Hubert erschnüffelt eine köstliche Fährte aus Kirschen, Beeren und Eicheln. Mampfend folgt er ihr und ehe er sich versieht, ist er plötzlich ganz alleine im Wald. Ängstlich lauscht er auf das Grunzen der anderen, doch da ist nur Geraschel. Und es kommt immer näher! Zum Glück entpuppt sich das Rascheln wenig später als ein freundliches rotes Eichhörnchen namens Rotpfötchen. Es möchte Hubert bei seiner Suche nach seiner Familie helfen und hat auch schon eine tolle Idee. Gemeinsam ziehen sie los und treffen dabei auf viele weitere Tierkinder, die Hilfe brauchen und sich ihnen anschließen. Nach jeder neuen Begegnung wird die Welt ein bisschen weniger beängstigend und Hubert erkennt, dass seine Spürnase ihr Retter in der Not sein kann...

Auf dieses Buch habe ich mich riesig gefreut! Ich bin ein großer Fan von Briony May Smith und lasse jedes neue Werk von ihr umgehend bei mir einziehen, sobald es erschienen ist. Die britische Künstlerin ist einfach immer ein Garant für herzerwärmend schöne Bilderbücher. Und „Hubert – Immer der Nase nach“ bildet da definitiv keine Ausnahme.

Briony May Smith hat uns mal wieder ein wundervolles Bilderbuch gezaubert, in welches man sich einfach verlieben muss. Dies fängt schon beim Cover an – sieht Frischling Hubert nicht zum Knuddeln aus? Dahinter geht es genauso weiter. Auf ihre gewohnt einfühlsame Weise erzählt Briony May Smith von der Kraft des Zusammenhalts, den ersten Schritten in die eigene Unabhängigkeit und dem Mut, seinem Bauchgefühl zu folgen – oder in diesem Fall: seiner super-duber Spürnase.

Hubert ist ein Protagonist, den man sofort ins Herz schließt. Aufgeweckt, mutig und immer seiner Nase nach führt er uns durch diese märchenhafte Geschichte, die im wahrsten Sinne des Wortes märchenhaft ist. Briony May Smith hat hier viele kleine Verweise auf bekannte Märchen versteckt, die zum Entdecken und Schmunzeln einladen und das Lesen zu einem ganz besonderen Erlebnis machen. Schon allein die Namen der verschiedenen Tierkinder, denen Hubert auf seinem Weg begegnet, lassen einen ständig das Gefühl von „Kennst du das nicht?“ verspüren. Rotpfötchen zum Beispiel (ein rotes Eichhörnchen, das gerade auf dem Weg zu seiner kranken Großmutter ist) oder Hannes und Gretchen (zwei Hasenkinder, die den Weg nach Hause suchen). Einfach herrlich, wie Briony May Smith hier mit Grimms Märchen gespielt hat! Kinder, die mit den gängigsten Märchen schon vertraut sind, werden es lieben, über die kleinen Anspielungen zu stolpern. Aber auch wenn man die Erzählungen nicht kennt, lauscht man der Geschichte mit heller Begeisterung, fiebert und bibbert mit Hubert und seinen neuen Freunden mit und hat nach der Lektüre richtig Lust darauf, nach draußen zu gehen und den Wald zu erkunden.

Genauso liebevoll wie der Text sind auch die unverwechselbaren Illustrationen von Briony May Smith. Mal großformatig, mal in mehreren Einzelzeichnungen pro Seite und in ihren in gewohnt warmen, erdigen Farbtönen erwecken sie den Wald zum Leben (welcher übrigens vom Harzgebirge inspiriert ist, wie ich in einem Interview gelesen habe). Ihre Bilder sind einfach mal wieder zauberhaft anzuschauen! Ausdrucksstark, einladend und voller süßer Details. Vor allem an den knuffigen Tierkindern kann man sich gar nicht sattsehen.

Fazit: „Hubert – Immer der Nase nach“ ist ein wunderschönes Bilderbuch ab 4 Jahren, das auf ein märchenhaftes Waldabenteuer entführt und und Jung und Alt ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Eine spannende und warmherzige Tiergeschichte über Freundschaft, Mut und Selbstvertrauen. Ich bin total verliebt in dieses Buch – wer die Bücher von Briony May Smith noch nicht kennt, hat eindeutig etwas verpasst! Ich kann sie jedem nur ans Herz legen. Hubert bekommt von mir sehr gerne 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Genauso spannend, faszinierend und magisch wie der erste Band!

Flora Magica (Band 2) - Die Gabe der bösen Kräuter
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Tierra, Sol, Avia und Zacharias gewöhnen sich langsam an ihr neues Leben in der österreichischen Bergwelt und wachsen immer mehr in ihre Rollen als Beschützer magischer Pflanzen hinein. Jeder von ihnen ...

Tierra, Sol, Avia und Zacharias gewöhnen sich langsam an ihr neues Leben in der österreichischen Bergwelt und wachsen immer mehr in ihre Rollen als Beschützer magischer Pflanzen hinein. Jeder von ihnen besitzt eine besondere Gabe, die für diese Aufgabe nützlich ist. Doch das Hüten der magischen Pflanzen bringt auch eine Menge Herausforderungen mit sich. Die zwei Zwillingspaare erhalten eine verbotene Lieferung des geheimen Nachtschatten-Netzwerks: Samen der gefährlichen Feuerranke, die laut dem Buch ihrer verstorbenen Uroma Flora eigentlich längst als ausgestorben gilt. Gleichzeitig wächst die Bedrohung vonseiten des zwielichtigen Pharma-Konzerns Novocreos, das mit magischen Pflanzen selbstsüchtige Experimente macht – und damit viel mehr aufs Spiel setzt als nur das Geheimnis der Kinder...

Endlich geht es mit Flora Magica weiter! Hierbei handelt es sich um den zweiten Band der neuen Kinderbuchreihe von Vanessa Walder, der dank kleiner Rückblicke auf die vorangegangenen Ereignisse auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Zum besseren Verständnis empfiehlt es sich jedoch, mit dem ersten Band zu starten.
Nach meiner großen Begeisterung für den Reihenauftakt konnte ich es kaum erwarten, endlich weiterzulesen. Im Nu war ich wieder mittendrin im Geschehen und einmal mit dem Lesen begonnen, wollte/konnte ich nicht mehr damit aufhören.

Ein weiteres Mal beweist Vanessa Walder ihr Talent, Geschichten zu erzählen, die Jung und Alt gleichermaßen in den Bann ziehen. Ihr Schreibstil ist gewohnt fesselnd, atmosphärisch und so bildhaft, dass das Kopfkino direkt anspringt. Man hat die riesigen Ländereien der Cunabulas regelrecht vor Augen, den Duft der verschiedenen Pflanzen in der Nase und spürt die Magie und Liebe zur Natur auf jeder Seite. Im Mittelpunkt stehen erneut die zwei Zwillingspärchen Tierra und Sol sowie Avia und Zacharias, die man allesamt bereits im ersten Band ins Herz geschlossen hat. Es macht wieder richtig Freude die vier Kinder zu begleiten und mitzuerleben, wie ihr Zusammenhalt weiter wächst und sie gemeinsam alles daran setzen, ihrer neuen Rolle als magische Pflanzenhüter gerecht zu werden. Die vier sind einfach ein großartiges Team. Jeder von ihnen ist auf seine Art sympathisch, wirkt echt und greifbar und wächst im Verlauf mutig über sich hinaus. Die Nebenfiguren sind jedoch nicht minder gut getroffen, vor allem Sukkulente Nox ist erneut ein Highlight und sorgt mit seinen herrlich frechen Sprüchen für einige Lacher und breite Schmunzler.
Neben fesselnder Unterhaltung punktet auch dieser Band mit faszinierendem Wissen aus der Welt der Botanik. Immer wieder gibt es eingestreute Auszüge aus dem Buch „Magische Pflanzen und ihre Geheimnisse“, die nicht nur optisch toll aussehen, sondern auch unheimlich interessant zu lesen sind und einen ganz neuen Blick auf die Natur schenken. Wusstet ihr zum Beispiel, dass manche Bäume Feuer für ihre Samenverbreitung brauchen und es 50.000 bis 70.000 essbare Pflanzen auf unsere Erde gibt? Nach der Lektüre dieses Buches wird garantiert jeder die Natur mit anderen Augen sehen und erkennen, dass auch nicht-magische Pflanzen absolut magisch sein können.

Auch optisch ist dieses Buch ein Genuss. Dies fängt bereits beim Cover an, welches der wunderschönen Aufmachung des Vorgängers in nichts nachsteht. Dahinter geht es genauso weiter. Gleich zu Beginn wird man von der Familie Cunabula in Form kleiner Porträtzeichnungen begrüßt und auch die Geschichte wird von vielen eindrucksvollen schwarz-weiß Illustrationen begleitet, beigesteuert von Marie Beschorner. Ihre detailverliebten Bilder sind mal wieder absolute Hingucker und machen das Lesen zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Fazit: Erneut entführt uns Vanessa Walder in die wundersam-magische Welt der Pflanzen und setzt ihre neue Fantasy-Reihe ab 9 Jahren gelungen fort. „Flora Magica – Die Gabe der bösen Kräuter“ ist ein fantastisches Abenteuer über die Magie der Natur und Kraft der Freundschaft, gepaart mit einer bewegenden Familiengeschichte. Spannend, lehrreich, unterhaltsam und mit ganz viel Herz. Vanessa Walder hat es mal wieder geschafft, mich zu verzaubern. Auf den dritten Band freue ich mich schon sehr! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Märchenhaft schön!

Der Schrat
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Der Wandelwald ist ein ganz besonderer und magischer Ort. Er ist wie ein Lebewesen, eine geheime Welt, in der man es überall wispern, knarzen und rauschen hört. Viele Geschichten existieren über den Wandelwald. ...

Der Wandelwald ist ein ganz besonderer und magischer Ort. Er ist wie ein Lebewesen, eine geheime Welt, in der man es überall wispern, knarzen und rauschen hört. Viele Geschichten existieren über den Wandelwald. Wie die vom Schrat, das Herz und die Seele des Waldes und ein Meister der Tarnung. Noch nie hat ihn jemand gesehen, doch es heißt, wenn man Rat sucht, soll man den Schrat besuchen. Genau das, einen Rat, brauchen auch die Geschwister Alva und Ubbe. An einem Herbsttag machen sie sich auf den Weg in den Wald, in der Hoffnung, dass ihnen der Schrat helfen kann. Ihre Suche führt sie über feuchte Blätterteppiche und durch blubbernde Moore, vorbei an knorrigen Bäumen, bemoosten Steinen und flüsternden Bächen. Irgendwann stehen sie schließlich vor einer besonderen großen, alten Eiche. Hier finden sie den Schrat, der ihnen geduldig zuhört. Leider gibt er ihnen nicht die Antwort, auf die sie gehofft haben, aber er macht ihnen Mut. Denn solange es noch Menschen gibt, die nicht vergessen haben, wie sehr sie alle die Bäche, Wiesen, Moore und Bäume brauchen, solange gibt es auch noch Hoffnung. Betrübt, zugleich aber auch voller Zuversicht gehen die Geschwister nach Hause – mit dabei ein ganz besonderes Geschenk aus dem Wandelwald.

Als großer Fan von Kai Lüftner und Emilia Dziubak konnte ich ihr neues gemeinsames Bilderbuch kaum erwarten. Schon mit ihrem ersten Werk „Der Verwechsling“ haben die beiden bei mir voll ins Schwarze getroffen (wenn ihr es noch nicht kennt, schaut’s euch unbedingt an!). Auch in „Der Schrat“ nimmt uns das Erfolgsduo mit in eine geheimnisvoll-magische Welt voller sagenhafter Kreaturen. Schon das Cover mit seinen Herbst-Vibes lädt zum Träumen ein und dahinter geht es ganz genauso weiter.

Ein weiteres Mal stellt Kai Lüftner unter Beweis, dass er nicht nur ein wahrer Reimkünstler ist, sondern auch ein großartiger Märchenerzähler. Poetisch und stimmungsvoll erzählt der deutsche Autor hier ein zauberhaftes Märchen über die Magie und Schönheit der Natur und über uns Menschen, die wir all das leichtfertig zerstören. Die Geschichte stimmt nachdenklich, macht traurig, rüttelt auf und regt dazu an, selbst aktiv zu werden und die Natur zu respektieren, zu schützen und zu bewahren mit all ihren Wundern und Geheimnissen. Die Botschaft ist klar und kommt ganz ohne erhobenen Zeigefinger daher. Kai Lüftner jongliert mal wieder mit Worten wie kein anderer, verwöhnt uns mit herrlichen bildreichen Beschreibungen und erweckt den Wald vor unseren Augen zum Leben. Von den ersten Zeilen an hat man das Gefühl, selbst durch den Wandelwald zu streifen. Man riecht das Moos regelrecht, hört das Knarzen und Wispern der Bäume, das Flüstern der Bäche und spürt die mystische Aura des herbstlichen Waldes. Kai Lüftners Texte sind pure Magie mit wohligem Schauer und in seinem gewohnt anspruchsvollen Stil gehalten. Für geübte Zuhörer*innen ab 5 Jahren sollten die recht langen Textpassagen jedoch problemlos zu bewältigen sein. Kinder werden der spannenden Wanderung der Geschwister Ubbe und Alva ganz gebannt lauschen. Doch auch als Erwachsener kann man sich dem Zauber der Erzählung nicht mehr entziehen. Nach dieser Lektüre wird garantiert jeder den Wald mit anderen Augen durchstreifen. Denn wer weiß, vielleicht sieht man ja irgendwo einen Schrat hinter einem Baum hervorlugen.

Genauso wunderschön und magisch wie Kai Lüftners Worte sind auch Emilia Dziubaks ganzseitige, detailreiche Illustrationen, die das Erzählte eindrucksvoll in Szene setzen. Gekonnt spielt die polnische Künstlerin mit Licht und Schatten, fängt den besonderen waldigen Herbstzauber mit warmen Farbtönen perfekt ein und lädt zum Verweilen und Entdecken ein. Ihre Bilder sind einfach mal wieder atemberaubend und ziehen Jung und Alt gleichermaßen in den Bann.

Fazit: „Der Schrat – Ein Märchen aus dem Wandelwald“ ist ein zeitlos schönes Bilderbuch ab 5 Jahren, das auf eine magische Waldwanderung entführt und daran erinnert, der Natur mit Respekt und Achtsamkeit zu begegnen. Märchenhafter Lesegenuss vom Feinsten. Wortgewaltig erzählt und traumhaft illustriert. Kai Lüftner und Emilia Dziubak haben es mal wieder geschafft, mich zu verzaubern. Ich bin begeistert von ihrem neuen Vorlesebuch und kann es jedem nur ans Herz legen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Spannend, düster und voller Magie und Herz!

Whisperwicks – Die Suche nach den Flüsterflammen
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Der 11-jährige Benjamiah Creek lebt in einem kleinen verschlafenen Dörfchen über einer Buchhandlung namens „Es war einmal“. Er liebt es, seiner Großmutter im Laden zur Hand zu gehen und seine Nase in spannende ...

Der 11-jährige Benjamiah Creek lebt in einem kleinen verschlafenen Dörfchen über einer Buchhandlung namens „Es war einmal“. Er liebt es, seiner Großmutter im Laden zur Hand zu gehen und seine Nase in spannende wissenschaftliche Bücher zu stecken. Von Abenteuer- oder Fantasygeschichten hält er nicht viel. Er glaubt an Wissenschaft und Logik, Magie und Wunder existieren für ihn nicht. Doch dann erhält er eines Tages ein mysteriöses Paket mit einer seltsamen Puppe. Als diese plötzlich zum Leben erwacht und sich in ein Tier verwandelt, landet er in der Parallelwelt Winkelwald. Dort ist alles anders. Die Straßen wirken wie ein riesiges Labyrinth, alle tragen Seelenpuppen bei sich, überall lauern Geheimnisse und Gefahren...Zum Glück trifft Benjamiah auf den freundlichen Hansel, von dem er aufgenommen wird. Seine Tochter Elizabella scheint jedoch wenig begeistert von ihrem Gast zu sein. Als Benjamiah von ihrem vermissten Zwillingsbruder Edwid erfährt, möchte er ihr unbedingt helfen. Gemeinsam machen sich die beiden Kinder auf die Suche nach der Wahrheit. Ob es ihnen wohl gelingen wird, Edwids Verschwinden aufzuklären? Und wird Benjamiah den Weg nach Hause zurückfinden?

Bei diesem Buch war sehr schnell klar, dass ich es lesen möchte. Das Cover ließ mein Herz direkt höher schlagen und die Geschichte dahinter klang genau nach meinem Geschmack. Ich war voller Vorfreude, hatte durch die großen Lobpreisungen für die Originalausgabe allerdings auch entsprechend hohe Erwartungen. Meine leichten Bedenken, ob „Whisperwicks“ wirklich an die Werke von Cornelia Funke oder Philip Pullmann heranreicht, lösten sich jedoch schon nach kurzer Zeit in Luft auf. Dieses Debüt hat in meinen Augen definitiv das Zeug zum Klassiker und braucht sich vor großen Nummern aus der Kinderliteratur nicht zu verstecken!

Jordan Lees präsentiert hier einen wunderbaren Fantasyschmöker, bei dem man kaum glauben kann, dass es sich um sein erstes Werk handelt. Mit viel Liebe zum Detail und in angenehm-flüssiger und bildhafter Sprache (übersetzt von Tamara Reisinger) entführt uns der englische Autor auf eine magische Reise voller Fantasie, Geheimnisse und Düsternis. Von den ersten Seiten an herrscht eine unheimliche und mystische Atmosphäre. Für ein Kinderbuch ab 11 Jahren geht es bisweilen ziemlich finster und traurig zu und mit seinen fast 500 Seiten ist es ein ganz schöner Oschi. Junge Leser*innen sollten sich davon aber nicht abschrecken lassen. Die Seiten lesen sich weg wie nichts und obwohl die Grundstimmung recht melancholisch ist, wird es an keiner Stelle hoffnungslos. Die Handlung ist auch von jeder Menge Wärme und Zuversicht durchzogen und einem immer wieder aufblitzenden Humor. Einfühlsam erzählt Jordan Lees von Verlust, Trauer, Angst und Familienproblemen, aber auch von Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Vertrauen.

Das Buch ist weitaus tiefgründiger als gedacht und zieht nicht nur Kinder in den Bann. Jordan Lees hat hier eine faszinierende Welt erschaffen, die mit ihren vielen neuen Ideen auch eingefleischte Fantasy-Fans zu fesseln vermag. Ob Seelenpuppen, Spielkarten als Zahlungsmittel, Gehängte Männer oder Anspielungen auf die griechische Mythologie – in Winkelwald gibt es wahnsinnig viel zu entdecken. Langweilig wird es zu keiner Zeit. Zusammen mit Benjamiah und Elizabella begibt man sich auf eine abenteuerliche Suche, welche eine Vielzahl an Rätseln und Gefahren, Überraschungen und Herausforderungen bereithält. Man fiebert und bangt mit ihnen mit und schließt beide fest ins Herz. Vor allem der wissbegierige und mutige Bücherwurm und Einzelgänger Benjamiah ist ein absoluter Sympathieträger. Elizabella hingegen ist zunächst ziemlich verbissen und abweisend, doch je besser man sie kennenlernt, desto mehr versteht man ihr Verhalten. Es ist wunderschön mitzuerleben, wie sich mit der Zeit eine herzliche Freundschaft zwischen den beiden Kindern entspinnt und wie sie gemeinsam über sich hinauswachsen.

Die ganzseitigen atmosphärischen schwarz-weiß Illustrationen von Vivienne To untermalen das Erzählte eindrucksvoll und fangen den magischen Zauber der Geschichte gekonnt ein. Das Ende kommt sehr emotional daher, verschont uns aber erfreulicherweise vor einem fiesen Cliffhanger, was die Wartezeit auf die Fortsetzung etwas erträglicher macht. Dennoch möchte am liebsten sofort weiterlesen. Zum Glück gibt es auf Englisch bereits einen zweiten Band. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass auch dieser noch ins Deutsche übertragen wird.

Fazit: „Whisperwicks – Die Suche nach den Flüsterflammen“ ist ein spannendes, berührendes und schaurig-schönes Abenteuer ab 11 Jahren voller Wendungen, Magie und Herz. Ein fantastisches Debüt, das nach mehr verlangt! Wer gerne in düstere und geheimnisvolle Welten eintaucht und gerade auf der Suche nach der perfekten Kaminfeuerlektüre für lange, dunkle Abende ist, sollte an diesem Reihenauftakt nicht vorbeigehen. Also ich bin richtig begeistert von diesem Buch! Ich habe es nicht mehr aus der Hand legen können und kann den zweiten Band nun kaum erwarten. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!

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