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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.09.2025

Ein kurzweiliger und spannender Krimi im historischen Wien - hervorragend vertont

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Der Klappentext klang interessant und der Autor versteht es, spannende und interessante Bücher zu schreiben. Außerdem ist es nicht mein erstes Buch in dieser Reihe. Also habe ich mir das Hörbuch angehört, ...

Der Klappentext klang interessant und der Autor versteht es, spannende und interessante Bücher zu schreiben. Außerdem ist es nicht mein erstes Buch in dieser Reihe. Also habe ich mir das Hörbuch angehört, das mit fast 17 Stunden eine ordentliche Länge hat. Eins vorneweg: Es wird nicht eine Sekunde langweilig und die Hörstunden fliegen so dahin!
„Der Totengräber und die Pratermorde“ entführt den Leser oder wie in meinem Fall den Hörer ins Wien des Jahres 1896. Dort treten am Prater zwei rivalisierende Zauberer auf. Bei dem Zaubertrick „Die zersägte Jungfrau“ wird ebendiese tatsächlich zersägt und so beginnt Leopold von Herzfeldt mit seinen Ermittlungen. Seine frühere Freundin Julia Wolf hat sowohl ihn als auch die Polizei verlassen und arbeitet nun als Reporterin. Und schon treffen beide aufeinander, denn Julia berichtet erfolgreich über den Fall. Doch das ist nicht der einzige Mord, es werden mehrere Frauen, die am Prater gearbeitet haben, vermisst und auch bald darauf gefunden.
Der Schreibstil ist klasse. Einmal angefangen zu lesen, wird man in die Story hineingezogen. Sowohl die Charaktere als auch die Schauplätze werden detailliert und facettenreich beschrieben. Der Autor versteht es sehr gut, seine Leser in das historische Wien zu versetzen.
Auch der Kriminalfall ist spannend. Es gibt anfangs viele Fragen und es gibt auch viele schillernde Figuren am Prater, die einen sind mehr sympathisch, die anderen weniger.
Um in dem Fall weiterzukommen, wendet sich Leopold an den Totengräber Augustin Rothmayer. Es sind somit wieder alle bekannten Protagonisten mit an Bord und diese haben sich allesamt weiterentwickelt. Leopold denkt mitunter nun schon mal an andere, Augustin kämpft sehr lebensnah mit seiner pubertierenden Ziehtocher Anna, die diesmal eine etwas größere Rolle bekommt und Julia muss feststellen, dass ihr Herz immer noch an Leo hängt.
Der Kriminalfall hat es in sich: Es geht um Entführung und Mord, um Erpressung, um Unterschlagung, um Zauberei und den Einsatz der ersten technischen Wunderwerke, um falsche Versprechungen, um Liebe, um Neid und um Verrat. Außerdem kommen Themen wie Antisemitismus und der Besuch des Kaisers in Wien zur Sprache.
Und neben den kurzweiligen Ermittlungen fand ich es klasse beschrieben, wie z. B. der Fußball von England aus gerade den Kontinent erobert, wie der Kinematograph die ersten Bilder laufen lässt. Das alles ist sehr faszinierend in die Story mit eingebaut.

Das Hörbuch liest Hans Jürgen Stockerl und der überzeugt mit einer hervorragenden Leistung. Er hat den Charakteren einzigartige Stimmen gegeben, er bringt den Wiener Dialekt super rüber und überhaupt liest er sehr lebendig. Man spürt als Hörer die jeweilige Stimmung und er hat das Buch im wahrsten Sinne des Wortes zum Leben erweckt. Klasse gemacht!

Veröffentlicht am 19.09.2025

Ich kann diesen charmanten, spannenden und humorvollen Krimi absolut empfehlen! Chapeau - das hat Spaß gemacht!

Bodenfrost
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Ich begleite Kommissar Wallner und den Polizisten Leo Kreuther schon seit dem ersten Buch. Mittlerweile ist der Autor beim 12. Band angelangt und die Serie macht mir immer noch unglaublich viel Spaß. Die ...

Ich begleite Kommissar Wallner und den Polizisten Leo Kreuther schon seit dem ersten Buch. Mittlerweile ist der Autor beim 12. Band angelangt und die Serie macht mir immer noch unglaublich viel Spaß. Die Charaktere sind so charmant wie früher mit mehr oder weniger viel Eigenheiten und sie entwickeln sich weiter.
Da Kreuther ein Fauxpas in Gegenwart des Polizeipräsidenten passiert ist, muss er seinen Dienst am Kindertag verrichten, den die Miesbacher Polizei veranstaltet. Neben geschminkten Schaufensterpuppen, die Teil einer Schlägerei darstellen, wird zufällig eine Leiche gefunden. Alles deutet auf ein Verbrechen hin und so beginnen Wallner und Kreuther zu ermitteln.
Der Schreibstil des Autors ist locker-flockig, humorvoll und besticht mit bayerischem Dialekt und viel Lokalkolorit. Der Fall ist spannend und ich war schon gespannt, auf welche Ermittlungsmethoden der Leo diesmal zurückgreift, denn er war schon immer sehr erfindungsreich und er schrammt oft am Rande der Legalität entlang oder eben knapp darüber. Ganz im Gegenteil zu dem sehr korrekten Clemens Wallner, aber zusammen ergeben die beiden ein klasse Team, das zusammen auf die Jagd nach einem Serientäter geht.
Nicht fehlen darf Wallners Opa Manfred, der zwar zunehmend altert, aber immer noch für so manche Erheiterung sorgt.
De Fall ist spannend aufgebaut und die Story ist mit feinem, schwarzen Humor durchzogen ohne dabei kitschig zu werden. Das schätze ich an Föhrs Romanen besonders, denn ich musste auch bei Bodenfrost wieder einige Male sehr schmunzeln.
Am Ende wurden alle losen Enden verknüpft und ich bin irgendwann kurz vor Schluss selbst auf die Lösung des Falls gekommen.

Das Hörbuch hat wie immer Michael Schwarzmaier gewitzt vorgelesen und er hat die Charaktere mit seinem bayrischem Dialekt unvergleichlich lebendig werden lassen. Das Hörbuch war sehr kurzweilig und unterhaltsam.

Ich kann diesen charmanten, spannenden und humorvollen Krimi allen Wallner und Kreuthner-Fans und solchen, die es noch werden wollen absolut empfehlen! Chapeau! Das hat Spaß gemacht!

Veröffentlicht am 19.09.2025

Ein berührendes Buch mit einem etwas abrupten Ende, das absolut Lust auf den nächsten Band macht!

The Darlington - Henry & Kate
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Die Themen dieses Romans sind keine neuen, aber ich finde, sie wurden fantastisch umgesetzt. Laura Kneidl hat das Schreiben einfach drauf. Ich hatte keine großartigen Erwartungen an den Roman, aber der ...

Die Themen dieses Romans sind keine neuen, aber ich finde, sie wurden fantastisch umgesetzt. Laura Kneidl hat das Schreiben einfach drauf. Ich hatte keine großartigen Erwartungen an den Roman, aber der Klappentext hat mich neugierig gemacht.
Es dauerte auch nur ein paar wenige Seiten und die Autorin hatte es geschafft, dass ich bereits mittendrin war in Kates Leben, das nach dem Tod ihrer Mutter alles andere als rosig verlief. Ohne Wohnung kämpft sie sich auf der Straße durch und das ist für ein junges Mädchen alles andere als einfach. Kate war mir von Beginn an sehr sympathisch. Die Autorin hat sie tiefgründig und vielschichtig geschaffen, ebenso wie sie sensibel und mit viel Gefühl an das Thema Obdachlosigkeit herangeht. Ihre Sprache ist sehr bildreich, oft auch leise und nie aufdringlich. Die Story wird abwechselnd aus der Sicht von Kate und Henry erzählt, was sehr hilfreich ist, um sich in die Gedanken und die innere Kämpfen der Protagonisten hineinzuversetzen.
Henry ist das genau Gegenteil von Kate. Er ist im Luxus aufgewachsen, doch auch sein Leben läuft nicht glatt. Er kämpft gegen sinkende Umsatzzahlen des Hotels durch den Skandal, den sein Vater verursacht hat. Und seine Familie ist alles andere als eine Bilderbuchfamilie. Das Hotel ist sein Leben, hier ist er aufgewachsen und er möchte es auf jeden Fall erhalten. Henry habe ich ebenfalls schnell ins Herz geschlossen, denn er ist zwar reich, aber nicht skrupellos. Und spätestens als er Kate in einer stürmischen Nacht rettet, hatte er meine Sympathien.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich eher langsam, der Fokus liegt nicht auf heißen Szenen, eher auf Vertrauen und einem wertvollen Umgang miteinander, wenn es darum geht, sich Ängste einzugestehen und zu überwinden.
Ich fand die Story sehr unterhaltsam, emotional und fesselnd.
Ein berührendes Buch mit einem etwas abrupten Ende, das absolut Lust auf den nächsten Band macht!

Veröffentlicht am 18.09.2025

Ein erneut spannender und kurzweiliger Fall

Dunkles Netz
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Julia Durant und ich kennen uns schon sehr lange, genaugenommen seit dem ersten Band. Und ich muss Daniel Holbe an dieser Stelle danken, dass er die Kommissarin weiterleben lässt. Er hat einen fesselnden ...

Julia Durant und ich kennen uns schon sehr lange, genaugenommen seit dem ersten Band. Und ich muss Daniel Holbe an dieser Stelle danken, dass er die Kommissarin weiterleben lässt. Er hat einen fesselnden Schreibstil und beschreibt detailliert sowohl die Geschehnisse als auch die Handlungen.
Und ich finde es schön, wie er den Alltag und die alltäglichen Schwierigkeiten, die das Leben so mit sich bringt, in die Geschichte mit einbaut. Julia ist quasi mit mir gealtert, denn wir sind in einer ähnlichen Lebensphase und ich habe die ein oder andere Gemeinsamkeit gefunden, wodurch ich öfter mal schmunzeln musste.
Doch zurück zum Fall: Es geschieht ein Mord, der viele Rätsel mit sich bringt, denn die meisten technischen Geräte des Opfers sind verschwunden. Durch Zufall finden die Kommissare eine Kamera, die einen Übergriff auf einen Minderjährige gefilmt hat. Und schon das nächste Opfer, ein Politiker, der ebenfalls etwas mit sehr jungen Mädchen etwas hatte. Ist hier ein professioneller Pädophilenring am Werk? Die Ermittlungen sind schwierig, aber die Spannung wird hochgehalten und ich fand es klasse, wie die Story immer wieder Wendungen genommen hat, mit denen ich nicht gerechnet habe. Der Autor erzählt viele Details – ich fand das gut, denn so fühlt ich mich, als wäre ich mittendrin in den Ermittlungen.
Julia Durant ist eine sehr sympathische Kommissarin, die hier mit Cybergrooming, familiärer Gewalt, menschlichen Abgründen und kriminellen Netzwerken konfrontiert wird. Mit an ihrer Seite, ihre von mir bereits liebgewonnenen Kollegen Frank Hellmer, Peter Kulllmer und Co.

Das Hörbuch hat über 15 Stunden und die hat Julia Fischer wie immer sehr kurzweilig und mit Höhen und Tiefen vorgelesen. Sie hat Julia Durant mit ihrem Vortrag zum Leben erweckt. Und trotz der Länge hatte ich das Hörbuch in zwei Tagen durch, denn ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.
Von mir gibt’s eine absolute Hörempfehlung!

Veröffentlicht am 17.08.2025

Ein faszinierender Blick hinter die Kulissen, aber auch auf die Berge

Die Bergretter
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Als das Buch erschienen ist, war ich anhand der Inhaltsangabe sehr interessiert. Warum? Ich bin ein begeisterter Bergwanderer und ich habe die Serie früher regelmäßig geschaut.
Ich kann „Die Bergretter“ ...

Als das Buch erschienen ist, war ich anhand der Inhaltsangabe sehr interessiert. Warum? Ich bin ein begeisterter Bergwanderer und ich habe die Serie früher regelmäßig geschaut.
Ich kann „Die Bergretter“ als Buch absolut empfehlen – für Fans der Serie, aber auch für alle anderen Bergfans.
Das Buch besticht mit faszinierenden Aufnahmen sowohl vom Filmset als auch von der Natur und ein kleines bisschen von der steirischen Küche.
Neben Sebastian Ströbel, der viel zu den Dreharbeiten erzählt, kommt auch der Bergretter Heribert Eisel zu Wort. Ich fand den Blick hinter die Kulissen und worauf es bei den Dreharbeiten ankommt, sehr interessant. Es wurde oft auf die entsprechende Episode mit Angabe der Staffel und der Folge verwiesen, was für mich ein bisschen fatal war, denn da ich die Serie schon länger nicht mehr gesehen hatte, ich aber anhand der Beschreibung von gedrehten Szenen durchaus sehr neugierig war, habe ich mir während dieser Lektüre doch einige Episoden der Bergretter angeschaut.
Sehr gut fand ich die Infos über die echten Bergretter. Welche Ausbildung durchlaufen diese, welches Equipment steht ihnen zur Verfügung, wer zahlt die Einsätze. Es gibt auch Infos über die Schauspieler der Serie und zu guter letzte auch noch Beschreibungen von Wandertouren, Infos zur steirischen Küche und Wissenswertes über die Ramsau.

Mich hat das Buch bestens unterhalten. Ich fand den bereits oben erwähnten Themenmix sehr kurzweilig, unterhaltsam und spannend beschrieben. Dies ist eines jener Bücher, die man auch ein zweites und drittes Mal lesen kann.
Von mir gibt’s eine absolute Leseempfehlung!