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Veröffentlicht am 24.10.2025

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Echo Boy
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Zu allererst muss ich sagen, dass ich mir dieses Buch nicht geholt hätte, wenn Matt Haig nicht der Autor wäre. Der Roman klingt zwar zunächst interessant, aber auch nicht sonderlich innovativ. Roboter ...

Zu allererst muss ich sagen, dass ich mir dieses Buch nicht geholt hätte, wenn Matt Haig nicht der Autor wäre. Der Roman klingt zwar zunächst interessant, aber auch nicht sonderlich innovativ. Roboter in der Zukunft, die zur Bedrohung werden und eine übertechnisierte Welt - das alles hatten wir schon öfter. Interessant und anders ist hier jedoch die Herangehensweise bei der Entwicklung der Echos. Das Beste vom Menschen und das Beste aus der Technik soll hier miteinander verbunden werden. Echos besitzen Organe, eine fleischliche Hülle und gleichen einem echten Menschen nahezu komplett. Sie brauchen allerdings keinen Schlaf, nur eine kurze Aufladezeit von zwei Stunden und Zuckerwasser, dass sie am Leben und aktiv hält. Gefühle haben sie nicht. Sie sind programmiert um zu gehorchen. Dementprechend herablassend wird auch mit ihnen teilweise umgegangen. Sie sind nur Produkte. Allerdings ist nicht jeder Echo gleich. Jeder wird speziell nach bestimmten Schwerpunkten hergestellt. Während einige speziell für die Buchhaltung produziert werden, gibt es wieder andere Modelle für Pflegeberufe usw.

Nach dem Tod von Audreys' Eltern zieht sie zu ihrem Onkel, der den führenden Konzern zur Entwicklung und Herstellung von Echos führt. Hier fühlt Audrey sich zu Beginn durch die ständige Begegnung mit Echos unwohl nach den vergangenen Geschehnissen. Ihr Onkel kümmert sich jedoch gut um sie und gibt ihr Zeit alles zu verarbeiten. Einer der Echos scheint sie jedoch nicht in Ruhe zu lassen. Er wird Daniel genannt und rettet Audrey schon bald das Leben. Er scheint fehlerhaft, anders als die anderen Echos und Audrey wird schon bald herausfinden wieso.

Mehr möchte ich zum Inhalt auch nicht sagen. Matt Haig spielt hier sehr gut mit Werten und Gefühlen, die einen Menschen ausmachen oder auch nicht ausmachen. Ab wann verhält sich ein Mensch mehr wie eine Maschine oder eine Maschine wie ein Mensch? Was ist Menschlichkeit? Welche positiven, aber auch negativen Aspekte verbinden sich in diesem Wort? Dies wird sehr philosphisch dargestellt, aber auch dramatisch inszeniert. Ich fand es auch gut, dass hier zu der typischen Darstellung dieser Thematik auch gezeigt wurde wie Menschen eine Gefahr für "Roboter" werden können und nicht nur umgekehrt. Was macht es aus einem Menschen, wenn er jederzeit menschenähnliche Roboter um sich herum hat, die nur ihrem Befehl gehorchen? Einiges blieb nur angerissen und wurde nicht tiefer beleuchtet. Dies liegt aber überwiegend wohl daran, dass dies hier ein Jugendbuch ist und manche Aspekte zu explizit oder verstörend für Jugendliche oder auch Kinder wären. Andeutungen genügen dort und reichen auch sich noch eigene Gedanken selber dazu zu machen.

Die angekündigte Liebesgeschichte beginnt erst im letzten Drittel des Buches und hat wenig Gewicht. Man hätte diese auch getrost weg lassen können und es hätte mich nicht gestört. Auch wirkt diese leider etwas unausgereift und plötzlich. Ich hatte das Gefühl, dass diese etwas deplatziert war, auch wenn mir die Idee an sich gefiel. Um dieser Geschichte jedoch mehr Raum zu geben, hätte das Buch locker 100 Seiten mehr gebraucht.

Dies soll aber nicht weiter stören. Die Welt, die Haig geschaffen hat ist gut inszeniert und man kann sich alles gut vorstellen. Die Macht von Tecknik-Konzernen liegt nahezu über denen der Politiker. Macht wird vor allem durch Geld erreicht. Eine düstere Zukunft, die durch Korruption und manipulierter Technik besteht. Keine schöne Vorstellung. Leider ist die Story allerdings für mich speziell sehr vorhersehbar gewesen. Ich ahnte schnell worauf das alles hinaus läuft. Dies brachte der Geschichte trotzdem keinen Abbruch. Gute 4 Sterne. Nicht der beste Roman von Matt Haig, aber keineswegs schlecht.

FAZIT:
Ein Roman, der mir sehr gut gefallen hat. Eine altbekannte Thematik bekommt hier einen neuen Schliff. Weniger Liebesgeschichte, dafür aber mehr Science-Fiction-Thriller. Durch die vielen angeschnittenen Thematiken eignet sich das Buch meiner Meinung auch sehr gut für Diskussionen in der Schule.

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Veröffentlicht am 07.10.2025

Reflektionshilfe zur Weiterentwicklung

Die Phönixkarten für dein Inneres Kind - 44 Archetypenkarten und 192-seitiges farbiges Booklet
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Als ich von diesem Set erfuhr, wusste ich direkt, dass ich es haben muss – und bin nach wie vor begeistert von der Grundidee, Archetypen mit Innerer-Kind-Arbeit zu verbinden. Beim Legen merke ich deutlich, ...

Als ich von diesem Set erfuhr, wusste ich direkt, dass ich es haben muss – und bin nach wie vor begeistert von der Grundidee, Archetypen mit Innerer-Kind-Arbeit zu verbinden. Beim Legen merke ich deutlich, dass es genau das Set ist, das ich im Moment brauche.

Gestalterisch gefallen sie mir sehr gut: Der Stil ist dunkel, geheimnisvoll und voller kleiner Details. Sie liegen angenehm in der Hand und wirken insgesamt stimmig. Was mich allerdings etwas stört, ist der Einsatz von KI bei der Gestaltung – bei manchen Karten merkt man einfach, dass sie dadurch leicht unstimmig wirken. Trotzdem sind die Motive schön anzusehen und transportieren die gewünschte Stimmung. Man merkt, dass sie trotz KI-Nutzung nicht "auf die Schnelle" entstanden sind.

Etwas enttäuscht war ich von der Materialqualität. Im Vergleich zu anderen Decks, auch zwei weiteren aus demselben Verlag, wirken sowohl Karten als auch Box weniger stabil. Das finde ich schade, denn bei häufigem Gebrauch nutzt sich so ein Deck natürlich schneller ab. Ich bin daher etwas unsicher, wie langlebig die Karten auf Dauer sein werden.

Inhaltlich überzeugt mich das Set aber voll und ganz. Schon die erste Legung hat bei mir Themen berührt, die immer wiederkehren – aber auch Bereiche gezeigt, die ich bereits positiv transformieren konnte. Das hat mich sehr berührt und motiviert, weiter mit dem Deck zu arbeiten.

Das Booklet ist liebevoll gestaltet und hochwertig. Es erklärt kurz und klar die Grundlagen der Inneren-Kind-Arbeit sowie die Rolle des „Inneren Jugendlichen“. Auch ohne Vorkenntnisse kann man damit gut einsteigen. Die einfachen Legesysteme sind verständlich beschrieben, und die Texte zu den Karten laden wirklich zum Reflektieren ein. Ein kleines Plus wäre noch ein Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen gewesen – das würde die Orientierung erleichtern.

Fazit: Eine wundervolle Idee, die inhaltlich stark und inspirierend umgesetzt wurde.
Thema und Aufbau sind top – nur die Qualität von Karten und Box dürfte gerne etwas hochwertiger sein. Ich hoffe, dass sie trotzdem lange halten, denn ich werde sie sicher noch oft zur Hand nehmen.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Gute Struktur

Hensslers Schnelle Nummer - morgens, mittags, abends
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Ich habe bisher nur wenige Kochbücher gefunden, die mich wirklich überzeugen konnten, da viele für meinen Geschmack zu unübersichtlich sind: redundanter Text, verschachtelte Erklärungen und eine ...

Ich habe bisher nur wenige Kochbücher gefunden, die mich wirklich überzeugen konnten, da viele für meinen Geschmack zu unübersichtlich sind: redundanter Text, verschachtelte Erklärungen und eine unlogische Reihenfolge machen das Nachkochen oft unnötig kompliziert. Restlos zufrieden bin ich bisher nur mit den Rezeptkarten und Büchern von HelloFresh.

Dieses Buch hier hat mich jedoch positiv überrascht. Zwar könnte die Struktur stellenweise noch verbessert werden – Zutaten könnten im Text stärker hervorgehoben und manche Beschreibungen präziser formuliert sein – dennoch sind die einzelnen Schritte verständlich erklärt und insgesamt gut nachvollziehbar.

Die Unterteilung in Frühstück, Mittag- und Abendessen ist eine nette Idee, für mich aber nicht zwingend notwendig. Manche Zutaten sind eher hochpreisig oder in ländlicheren Gegenden schwer zu bekommen, lassen sich aber in den meisten Fällen durch kostengünstigere Alternativen ersetzen. Grundsätzlich bleibt alles umsetzbar und preislich akzeptabel.

Die eingestreuten Fun-Facts zu den Essgewohnheiten der Deutschen sind interessant, auch wenn ich mich darin persönlich nicht wiedergefunden habe. Für meinen Alltag wird das Buch eher eine Ergänzung als ein Standardwerk sein, da es mir textlich insgesamt etwas sperrig ist.

Optisch und vom Layout her ist es allerdings sehr gelungen. Bisher habe ich nur wenige Rezepte ausprobiert, die waren aber problemlos umsetzbar.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Die Magie der Farben

Magic Colours Cards - 32 Inspirationskarten mit Booklet
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Ich liebe solche Karten und habe bereits einige Orakelkarten, Tarot etc. Bevor ich mir das Booklet näher anschaue, lasse ich solche Karten gerne erstmal auf mich wirken und mache mich intuitiv vertraut ...

Ich liebe solche Karten und habe bereits einige Orakelkarten, Tarot etc. Bevor ich mir das Booklet näher anschaue, lasse ich solche Karten gerne erstmal auf mich wirken und mache mich intuitiv vertraut damit. So habe ich auch hier begonnen und leichten Zugang gefunden.

Zunächst etwas zur allgemeinen Qualität. Die Stabilität der Karten ist sehr gut. Sie fühlen sich haptisch wunderbar an. Der Druck ist farblich intensiv, hohe Qualität von der Auflösung. Keine verpixelten Grafiken o.ä. Mein Highlight ist der Holoeffekt an den Kanten. Das lässt sie nicht nur hochwertig, sondern mystisch erstrahlen. Mir gefallen die schlichten grafischen Elemente. Sehr minimalistisch, nur leicht durchschimmernd. Die Farbe erzielt Wirkung, erst zweitrangig die Illustrationen. Dadurch lässt sich besonders gut frei assoziieren. Die Stichworte unter den Farbnamen bieten einen guten Rahmen, um erste Deutungen intuitiv vorzunehmen.

Das Booklet ist wie bei den meisten Decks ein kleines Taschenbuch. Auch dieses ist hochwertig gedruckt und durchgehend farbig illustriert. Besonders gefiel mir hier, dass zu jeder Karte kompaktes Hintergrundwissen vermittelt wird. Wer hier kein Neuland betritt, kann die Karten allerdings auch ohne das Booklet nutzen.

Das Set ist damit sowohl für Einsteiger, als auch Kenner geeignet. Für mich ist es eine tolle Ergänzung zu meinen bisherigen Sets. Sie schwingen stiller als manche meiner Karten, bei denen die Illustrationen dominieren. Letztlich ist es da aber klare Geschmackssache, was man da bevorzugt oder die Mischung mag.

Ich glaube ich werde sie demnächst eher als Ergänzung zu anderen Karten nehmen, statt alleinstehend.

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Gutes Nachschlagewerk

Der Reizdarm-Doc
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Das Buch gliedert sich in drei große Abschnitte: Grundlagen zum Darm, das Reizdarmsyndrom und das Smile²-Programm.

Im ersten Teil hat mich besonders die persönliche Leidensgeschichte des Autors angesprochen, ...

Das Buch gliedert sich in drei große Abschnitte: Grundlagen zum Darm, das Reizdarmsyndrom und das Smile²-Programm.

Im ersten Teil hat mich besonders die persönliche Leidensgeschichte des Autors angesprochen, da ich mich darin teilweise wiederfinden konnte – auch wenn meine eigenen Beschwerden erst Anfang 20 begannen. Vor allem die Problematik mit Weizen-Produkten und das Austesten von Auslass-Ernährungen sind mir sehr vertraut. Hilfreich fand ich die anschaulichen Erklärungen zu Verdauungsprozessen und zum Vagusnerv, ebenso die ausführliche Darstellung der Darmbakterien und ihren Funktionen. Neu war für mich der Hinweis, dass auch Rauchen die Darmflora beeinflussen kann. Man spürt deutlich, dass es dem Autor ein Anliegen ist, Betroffenen mit fundiertem Wissen zu helfen. Der Abschnitt ist sehr ausführlich und eignet sich auch zum späteren Nachschlagen.

Der zweite Abschnitt widmet sich dem Reizdarmsyndrom selbst. Hier werden typische Probleme von Betroffenen gut beschrieben, darunter auch die Erfahrung, von Ärzt*innen nicht ernst genommen zu werden. Diese Schilderungen haben mich stark an meine eigene Situation erinnert, in der lange Zeit kaum Untersuchungen durchgeführt wurden. Sehr gelungen sind die Download-Protokolle, die eine strukturierte Dokumentation ermöglichen. Insgesamt wirkt dieser Abschnitt wie das Buch, das ich mir damals gewünscht hätte – informativ, klar und praxisnah.

Der dritte Abschnitt stellt das Smile²-Programm vor. Der ganzheitliche Ansatz ist sinnvoll und verständlich erklärt, bietet jedoch vergleichsweise wenig konkrete Anleitungen für den Alltag. Ein begleitendes 14-Tage-Programm mit Rezepten, weitere Worksheets oder ein auf das Programm zugeschnittenes Tagebuch hätten den Praxistransfer erleichtert. Auch ein Glossar wichtiger Begriffe würde das Buch benutzerfreundlicher machen. So bleibt man am Ende ein Stück weit auf sich gestellt, auch wenn die Inhalte informativ und hilfreich sind.

Fazit:
„Der Reizdarm-Doc“ ist ein fundiertes, gut verständliches Buch, das vor allem in den ersten beiden Abschnitten überzeugt. Es vermittelt sowohl Wissen als auch das Gefühl, mit seinen Beschwerden ernst genommen zu werden. Der dritte Teil liefert wichtige Impulse, hätte aber noch praxisnäher gestaltet werden können. Insgesamt ein empfehlenswertes Werk für alle, die sich tiefer mit dem Thema Reizdarm auseinandersetzen möchten.

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