Profilbild von omami

omami

Lesejury Star
offline

omami ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit omami über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.09.2025

Suchen und finden

Jenseits der Hitze
0

Ellis Marant ist ein Pseudonym. Egal, ob es eine oder mehrere Personen, männlich oder weiblich sind, das Buch ist einzigartig

Es handelt von zwei Menschen, die sich finden, ehe sie sich suchen.

Julian, ...

Ellis Marant ist ein Pseudonym. Egal, ob es eine oder mehrere Personen, männlich oder weiblich sind, das Buch ist einzigartig

Es handelt von zwei Menschen, die sich finden, ehe sie sich suchen.

Julian, Chirurg, Kabul-Veteran, ungebunden, fliegt nach Delhi.

Im Hotel sieht er durchs Fenster eine junge Frau. Sie

Sie, Amina, Afghanin, nach einem Streit mit dem Vater, will nur etwas trinken.

Julian spricht sie an, obwohl er das nicht vorhatte. Sie reden nicht viel, schweigen gemeinsam und dann lädt er sie ein, die Nacht in seinem Zimmer zu verbringen. Am nächsten Morgen ist sie verschwunden.

Julian sucht sie verzweifelt, aber sie taucht nicht mehr auf.

Zurück in München vergräbt er sich in seiner Arbeit, bis er eines Tages Elina kennenlernt. Lange ist nichts außer Kollegialität zwischen ihnen.

Elina lebt mit einer Frau, Laleh, zusammen. Bis irgendwann der Wunsch nach einem Kind aufkommt. Julian soll der Vater werden. Es klappt, zu dritt kümmern sie sich und es kommt noch ein Kind dazu.

Auf einer Reise nach Südafrika verunglückt Ellis, die Mutter bei einem Gleitschirmflug tödlich.

Nun ist es Laleh, die sich um die Kinder bemüht.

Julian fliegt nach NY, dort sieht er eine Videowerbung und ist sicher, dass er Amina gefunden hat.

Er sucht sie auf und die beiden verabreden sich.

Wird es etwas Ernstes zwischen den Beiden?

Das Buch ist wirklich spannend geschrieben. Man hat am Beginn den Eindruck, dass Gefühle hier keine große Rolle spielen, aber je tiefer man in die Geschichte eintaucht, umso intensiver werden Beziehung und Gefühle.

Der oder die Autoren/innen verstehen es meisterhaft, Gedanken zu Worten werden zu lassen.

Das Cover hat ebenfalls Bezug zur Handlung und ist in seiner Einfachheit der Gestaltung ein Meisterwerk.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.09.2025

Ein weißes Haus

Spät am Tag
0

Ein romantisch anmutendes Cover ist der erste Eindruck, den ich vom Roman der Autorin Kristin Vego erhalten habe.
Es ist ihr erster Roman nach einigen Kurzgeschichten.

Im Buch erliest man die ...

Ein romantisch anmutendes Cover ist der erste Eindruck, den ich vom Roman der Autorin Kristin Vego erhalten habe.
Es ist ihr erster Roman nach einigen Kurzgeschichten.

Im Buch erliest man die Lebens- und Liebesgeschichte einer Schriftstellerin, die nach ihrer Scheidung sowohl ihren bisherigen Beruf als auch ihren bisherigen Lebensraum aufgibt, um in einem weißen Haus am Land, fernab von ihrer alten Umgebung Ruhe zu finden.

Sie findet hier nicht nur Ruhe, sondern nach einiger Zeit auch eine neue Liebe in Gestalt ihres Hausherrn, der getrennt von seiner Frau im Haus wohnt.

Es entwickelt sich eine intensive, eigenartige Geschichte. Die kleine Tochter lebt abwechselnd bei Vater und Mutter und Begegnungen der beiden Frauen finden notgedrungen statt, sind aber friedlicher Natur.

Johanne und Mikael heiraten, die Exfrau Sofia und Tochter Maren sind weiterhin Teil der Gemeinschaft.

Mikael stirbt schließlich nach mehreren Schlaganfällen und Johanne, die Schriftstellerin erinnert sich bruchstückweise an schöne und weniger schöne Momente im gemeinsamen Leben.

Genau diese Bruchstücke machen den Reiz dieser sehr lesenswerten Geschichte aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.09.2025

Wenn sich Wünsche nicht erfüllen

Die Rheinreise
0

Der Roman führt seine Leser ins Jahr 1851. Eine englische Reisegesellschaft, bestehend aus einem Geistlichen, seiner Gattin und seiner Tochter, sowie seiner unverheirateten, nicht mehr ganz jungen Schwester, ...

Der Roman führt seine Leser ins Jahr 1851. Eine englische Reisegesellschaft, bestehend aus einem Geistlichen, seiner Gattin und seiner Tochter, sowie seiner unverheirateten, nicht mehr ganz jungen Schwester, macht eine Schiffsreise auf dem Rhein. Nicht nur, um sich bekannte Sehenswürdigkeiten wie den Kölner Dom zu besichtigen - was der anglikanische Geistliche strikt ablehnt, die Damen aber reizen würde- die Gesundheit der Gattin ist angeschlagen. Da erhofft man sich natürlich Besserung.

Die Tochter verliebt sich blitzartig in einen Uniformierten, der versucht, mit dem Vater Kontakt aufzunehmen, was aber die Schwester verhindert.

Die Schwester, die in Zukunft im Haus des Geistlichen wohnen soll, hat einen alten Herrn gepflegt und nach seinem Tode alles geerbt.

Sie lebt in der Erinnerung einer Herrenbekanntschaft, aus der nie mehr geworden war. Ein Mitreisender, der eine gewisse Ähnlichkeit aufweist, läßt sie völlig in imaginäre Gespräche und Wunschvorstellungen abgleiten.

Sehr interessant finde ich das Nachwort, das Aufschluss über die Entstehung der Geschichte gibt.

Sehr schön ist auch das Cover.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2025

Schmerzhafte Wandlung

WARDA
0

Die in Armenien geborene Autorin Rose Daniel, die ab ihrem 7. Lebensjahr in Deutschland aufgewachsen ist, hat sich an ein sehr sensibles Thema gewagt und es mit Bravour gemeistert.
Es geht um ...

Die in Armenien geborene Autorin Rose Daniel, die ab ihrem 7. Lebensjahr in Deutschland aufgewachsen ist, hat sich an ein sehr sensibles Thema gewagt und es mit Bravour gemeistert.
Es geht um Kulturen und Unterschiede, um Hass und Liebe, um Verständnis und Vergebung, um Einsicht und Sturheit.
Agnesa, die nach einem Bombenanschlag ihr Gedächtnis verloren hat und nun weder weiß, was davor passiert ist, noch wer sie ist, wird von einer moslemischen Familie aufgenommen, deren Tochter bei dem selben Anschlag getötet wurde.
Zuerst ist es für alle sehr schwierig, die Mutter trauert um die Tochter, der Agnesa sehr ähnlich sieht, bis auf ein Merkmal, sie hat verschiedenfärbige Augen, eines blau, eines braun. Der Vater, der helfen will und Agnesa den Namen " Warda", die Rose gibt. Und Tamer Al Bari, der Sohn, der Polizist ist und versucht, herauszufinden, wer da im Zimmer seiner Schwester wohnt. Nach und nach nähern sich die Eltern von Cherin, der toten Tochter, Warda und es fällt allen leichter, miteinander auszukommen.
Bis, ja, bis sich Warda und Tamer ineinander verlieben....
Aber Warda hat die Narbe eines Kaiserschnittes und zum Zeitpunkt ihrer Rettung einen Ehering getragen.
Warum sucht ihr Mann nicht nach ihr?
Warum wird sie von manchen Leuten so komisch angeschaut?
Warum wird ein anderes Opfer des Anschlages so unruhig und will unbedingt etwas sagen?
Fragen über Fragen...
Das Cover mit den beiden halben Gesichtern, eines mit blauem, eines mit braunem Auge steht für die zweigeteilte Persönlichkeit Wardas/ Agnesias

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.08.2025

Das verräterische Tattoo

DER SCHWARZE OKTOPUS
0

Auch in ihrem zweiten Griechenlandkrimi kann die Autorin mich voll überzeugen.

Ein gut eingespieltes Team bei den ermittelnden Beamten, zu denen nun auch Christina Stratos gehört, setzt alles in Bewegung, ...

Auch in ihrem zweiten Griechenlandkrimi kann die Autorin mich voll überzeugen.

Ein gut eingespieltes Team bei den ermittelnden Beamten, zu denen nun auch Christina Stratos gehört, setzt alles in Bewegung, um den Mord am jungen, aufstrebenden Unternehmer Tinos Kourvelis aufzuklären.

Christina hatte gehofft, dass der Fall ihr übertragen wird, aber es wurde anders entschieden, ihr Kollege Fanis bekommt des Auftrag, Christina ist Stellvertreterin.

Die Ermittlungen laufen natürlich nicht so geradlinig, wie erwünscht, zu viele kleine Hindernisse lassen die Ermittlungen langsamer vorankommen, obwohl der Staatanwalt öfters als üblich auf die Insel kommt und Ergebnisse fordert.

Auch privat hat Christina wieder mit kleineren und größeren Problemen zu kämpfen, der Mann in Dubai, die Tochter in München, auch der Sohn wollte kommen, es würde ein tolles Familientreffen werden, aber da gab es den neuen Fall...

Dieser Fall führt diesmal bis nach Athen, wird auch wieder brisant und gefährlich für Christina, die jetzt aber ihre Erfahrungen aus dem früheren Fall beherzigt, aber doch stark beteiligt ist. Denn es stellt sich heraus, dass alle der inzwischen erfassten Toten eines gemeinsam haben, ein Tattoo mit einem schwarzen Oktopus....

Mit viel Liebe zur griechischen Küche, zur Landschaft und den Menschen, die auf der Insel beheimatet sind, schreibt die Autorin ihren Roman. Wenn man den ersten Fall der Reihe gelesen hat, ist es beinahe wie Heimkommen, man kennt schon viele Beteiligte, kennt auch ihre Stärken und Schwächen, und dazu immer wieder diese verführerischen Gerichte, man muß einfach weiterlesen.


Ein sehr schönes, inselbezogenes Coverfoto mit dem titelgebenden Oktopus lädt zum Zugreifen ein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere