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Veröffentlicht am 01.10.2025

Wuchtige und atmosphärisch dichte Familien-Saga im Gewand eines packenden Thrillers

Asa
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Mit diesem Buch legt der Autor Zoran Drvenkar eine wuchtige Familien-Saga vor, die im Gewand eines packenden Rache-Thrillers daherkommt und mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Nach ...

Mit diesem Buch legt der Autor Zoran Drvenkar eine wuchtige Familien-Saga vor, die im Gewand eines packenden Rache-Thrillers daherkommt und mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.

Nach 6 langen Jahren kommt Asa Kolberg aus dem Gefängnis frei und verfolgt vom ersten Tag an einen gnadenlosen Plan, um sich an den Menschen zu rächen, denen es fast gelungen wäre, ihr Leben zu zerstören. Und diese Menschen kommen aus dem Umfeld ihrer eigenen Familie, in der sie mit perfiden Methoden zu einer nahezu perfekten Jägerin ausgebildet wurde. Doch die über Jahrzehnte entwickelten Strukturen hinter dieser Ausbildung will Asa nun endgültig zerstören. Und dafür muss sie sich am Ende auch ihrer eigenen Familie stellen.

Mit einem packenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen und sehr bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino ordentlich ankurbeln, treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und erzählt sie auf immer wieder wechselnden Zeitebenen, zwischen denen er munter hin und her springt. Daher muss man hier schon sehr aufmerksam lesen, damit einem kein wichtiges Detail entgeht. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. In den Kapiteln um Asa wählt der Autor eine eher ungewöhnliche Erzählperspektive und lässt hier einen zunächst unbekannten Beobachter das Geschehen schildern und in Zwiesprache mit Asa treten. Die Identität und Bedeutung dieser Person wird dann im Laufe der Geschichte enthüllt und liefert dabei einen der zahlreichen dramatischen Höhepunkte des Buches. In Sachen Gewaltbeschreibungen lässt der Autor wenig bis nichts aus, dies wirkt aber keineswegs plakativ, sondern ergibt sich zwangsläufig aus der Geschichte heraus.

Wer auf eine packende und atmosphärisch dichte Mischung aus Familien-Saga und Thriller steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten. Meine erste Begegnung mit dem Autor wird mit Sicherheit nicht meine letzte bleiben.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Packender und atmosphärisch dichter historischer Roman zum Thema Zwangsarbeit im 2. Weltkrieg

Kohlenträume
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In diesem historischen Roman greift die Autorin Annette Oppenlander das Thema Zwangsarbeit im 2. Weltkrieg auf und transportiert das Thema über eine bewegende Liebesgeschichte, die hauptsächlich im Bochum ...

In diesem historischen Roman greift die Autorin Annette Oppenlander das Thema Zwangsarbeit im 2. Weltkrieg auf und transportiert das Thema über eine bewegende Liebesgeschichte, die hauptsächlich im Bochum der Jahre 1943 bis 1945 angesiedelt ist.

Der Franzose Adrien Rocheau wird in Lyon verhaftet und von der SS zum Pflichtarbeitsdienst im Bergwerk Schwarzenberg in Bochum zwangsrekrutiert. Da er wegen seiner Mutter, die aus dem Elsass stammt, die deutsche Sprache beherrscht, wird er schnell als Dolmetscher eingesetzt. Dabei lernt er die junge Marie Heinrich, die eigentlich zusammen mit ihrem Mann, der sich nun aber an der Front befindet, einen kleinen Hof bewirtschaftet. Als ihre Ziegen von der SS konfisziert werden, ist Marie aber gezwungen, sich im Bergwerk etwas dazuzuverdienen. Marie versucht Adrien zu helfen, auch wenn dies für beide ein sehr hohes Risiko darstellt.

Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino ordentlich ankurbeln, treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bestückt sie mit glaubhaft gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei erzählt sie die Geschichte aus den immer wieder wechselnden Perspektiven von Marie und Adrien, die mir schnell ans Herz gewachsen sind. Obwohl bereits der Prolog verrät, dass es kein Happy End für die beiden geben wird, nimmt dies der Geschichte nichts von seiner Wucht und Intensität, ganz im Gegenteil. Ich habe dennoch bis zum Schluss mit beiden mitgefiebert und das bewegende und hoch emotionale Ende der Geschichte genossen, dass perfekt zur Hauptgeschichte passt. Man merkt dem Buch zudem jederzeit an, wie intensiv die Autorin hier recherchiert hat. Dies belegen auch die Anmerkungen zu den Hintergründen der Geschichte, die sich am Ende des Buches finden und dieses hervorragend abrunden.

Wer auf atmosphärisch dichte historische Romane aus der Zeit des 2. Weltkrieges steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten. Meine erste Begegnung mit der Autorin wird mit Sicherheit nicht meine letzte bleiben.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Der sechste Auftritt wird zu einer echten Zäsur für das Team der Fallanalysten

Der Einflüsterer
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Mit diesem Buch legt der Autor Roland Hebesberger den sechsten Band seiner Thriller-Reihe um die Fallanalysten Lisa Seifert und Jan Theurer vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen ...

Mit diesem Buch legt der Autor Roland Hebesberger den sechsten Band seiner Thriller-Reihe um die Fallanalysten Lisa Seifert und Jan Theurer vor und konnte mich dabei erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Grundsätzlich sind hier keine Vorkenntnisse aus den ersten fünf Bänden erforderlich, um das Buch lesen und nachvollziehen zu können. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf vergangene Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als in Schwerin eine Frau die große Liebe ihrer besten Freundin brutal ermordet und anschließend vor den Augen der Polizei Selbstmord verübt, zieht die für den Fall zuständige Hauptkommissarin Anika Albrecht Jan, Lisa und ihr Team von der operativen Profilerstellungseinheit (OPE) zu den Ermittlungen hinzu. Dabei stoßen sie auf weitere Fälle nach ähnlichem Muster. Sind das alles nur zufällige Übereinstimmungen oder handeln die Täter gar nicht aus eigenem Antrieb, sondern werden von außen gesteuert ? Als die Ermittler dem Einflüsterer zu nah kommen, schlägt dieser zurück und der Fall wird zu einer persönlichen Zäsur für das gesamte Team.

Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran, die er hauptsächlich aus den immer wieder wechselnden Perspektiven seiner inzwischen vier Ermittler erzählt. Eine zusätzliche Erzählperspektive ist zudem Anika vorbehalten, einer alten Bekannten von Jan. Die Geschichte ist diesmal im Jahr 2004 angesiedelt, so dass den Ermittlern auch weiterhin nicht die technischen Hilfsmittel von heute zur Verfügung stehen. Dieser Umstand lässt beim Lesen ab und an sogar etwas Nostalgie aufkommen. Viel Zeit lässt uns der Autor dafür aber nicht, denn er treibt seine Geschichte konsequent und mit vielen überraschenden Wendungen auf einen fulminanten Showdown zu, der eine überzeugende Auflösung liefert und dabei keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen.

Wer auf packende und atmosphärisch dichte Thriller steht, wird hier erneut bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Grandioser Auftakt einer spannenden und atmosphärisch dichten Thriller-Trilogie

Der Trailer
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Mit diesem Thriller legt der Autor Linus Geschke den grandiosen ersten Band einer neuen Trilogie vor, in deren Mittelpunkt mit dem Camp Donkerbloem ein Campingplatz in Belgien steht.

Als die Hamburger ...

Mit diesem Thriller legt der Autor Linus Geschke den grandiosen ersten Band einer neuen Trilogie vor, in deren Mittelpunkt mit dem Camp Donkerbloem ein Campingplatz in Belgien steht.

Als die Hamburger Kriminalkommissarin Frieda Stahnke nach einer Intrige vom Dienst suspendiert wird, nimmt sie die Teilnahme an einem True-Crime-Podcast, die sie bereits zuvor zugesagt hat, als willkommene Abwechslung. In dem Podcast geht es um Lisa Martin, die aus dem gleichen Ort wie Frieda stammt und vor 14 Jahren auf einem einsamen Campingplatz in den Ardennen spurlos verschwunden und bis heute nicht wieder aufgetaucht ist. In Köln wird der Belgier Wout Meertens, der in der Domstadt eine eher heruntergekommene Bar betreibt, durch den Podcast an eine dunkle Episode aus seiner Vergangenheit erinnert, die er längst vergessen glaubte. Er könnte durchaus Hinweise zur Lösung des Falles liefern, möchte aber mit der Polizei aus guten Gründen eher nichts zu tun haben. Doch der Podcast setzt eine Entwicklung in Gang, die ihn dazu zwingt, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute und atmosphärisch dichte Geschichte voran und steuert sie konsequent auf einen fulminanten Showdown zu, der zumindest den Fall Lisa Martin zu einem überraschenden, aber durchaus schlüssigen Ende bringt, bei dem keine wesentlichen Fragen offenbleiben. Parallel zur Haupthandlung entwirft er aber auch den einen oder anderen Nebenstrang, der in den nachfolgenden Bänden weitergesponnen werden muss. Kurze Kapitel mit ständigen Perspektiv- und Ortswechseln sorgen dabei für ein hohes Erzähltempo, dass einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt. Getragen wird das Ganze zudem von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Linus Geschke versteht es meisterhaft, lebendige Charaktere zu erschaffen, bei denen die Grenzen zwischen Gut und Böse immer wieder verwischen. So schafft er es dann auch, dass einem beim Lesen sogar ein unverbesserlicher Macho und Chauvinist wie Wout irgendwie ans Herz wächst und man hofft, dass er dem Schlamassel, in den er gerät, doch noch halbwegs unbeschadet entkommen kann.

Wer Gefallen an düsteren Thrillern mit eher ungewöhnlichen Protagonisten findet, wird hier bestens bedient und sehr spannend unterhalten. Die Messlatte für die nachfolgenden Bände der Trilogie liegt gleich ziemlich hoch.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Actionreiches und atmosphärisch dichtes Fantasy-Spektakel

Amboreg - Die magische Rüstung
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Mit diesem Buch legt die Autorin Iris Hennemann den dritten Band ihrer Fantasy-Reihe „Amboreg - Die magische Rüstung“ vor, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen konnte und die Messlatte für die nachfolgenden ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Iris Hennemann den dritten Band ihrer Fantasy-Reihe „Amboreg - Die magische Rüstung“ vor, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen konnte und die Messlatte für die nachfolgenden Bände noch mal ein ordentliches Stückchen höher hängt.

Grundsätzlich kann man das Buch auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden lesen und nachvollziehen. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als erneut Teile der magischen Rüstung Amboreg gestohlen werden, wird der Kampfmeister Godered auf eine Geheimmission nach Barkland geschickt um die beiden Armschienen wieder zu beschaffen. Zusammen mit seinen alten und neuen Mitstreitern begibt er sich auf eine gefährliche Mission, denn der Träger der Armschienen hat längst eine Armee von Söldnern um sich geschart und steht kurz davor, mit ihnen in die Schlacht zu ziehen. Dass die Armschienen längst auch andere Parteien aus Abladur auf den Plan gerufen haben, macht die Suche auch nicht unbedingt leichter.

Mit einem packenden Schreibstil, jeder Menge Action und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, erschafft die Autorin hier mit viel Liebe zum Detail eine phantastische Welt voller Überraschungen und bestückt sie mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Diese sind größtenteils bereits aus den beiden ersten Bänden bekannt, die Neuzugänge fügen sich aber perfekt in das gut aufeinander abgestimmte Ensemble ein und bereichern es sogar noch einmal. Einige Karten und ein Personenregister zu Beginn und Zusatzinformationen zum Setting und den Völkern, die dort leben, am Ende des Buches sind mehr als hilfreich, um sich in dieser doch recht komplexen Welt zurechtzufinden. So knüpft der dritte Band mit seiner gut aufgebauten Geschichte, die abwechselnd aus den Perspektiven von Godered und den Mitgliedern seiner Kampfgruppe erzählt wird, nahtlos an das hohe Niveau der beiden Vorgänger an. Auch diesmal konnte mich das Buch schnell packen und hat mich dann auch bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.

Wer auf satte und atmosphärisch dichte Fantasy-Geschichten steht, wird hier bestens bedient und unterhalten. Aber Vorsicht, hier besteht auch weiterhin erhöhte Suchtgefahr.

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