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Veröffentlicht am 06.10.2025

Stallluft, Spannung und Vater-Tochter-Chaos – unser Leseabenteuer

Elli: Verschwörung im Reitstall
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Kaum ein Buch hat bei uns so viele „Warte, Papa, lies nicht weiter ohne mich!“-Momente ausgelöst. „Elli: Verschwörung im Reitstall“ war bei uns kein gemütliches Sofa-Lesen, sondern ein echtes Familienabenteuer ...

Kaum ein Buch hat bei uns so viele „Warte, Papa, lies nicht weiter ohne mich!“-Momente ausgelöst. „Elli: Verschwörung im Reitstall“ war bei uns kein gemütliches Sofa-Lesen, sondern ein echtes Familienabenteuer zwischen Stallgeruch, Pferdeschnauben und jeder Menge „Wer war’s?“-Rätselraten. Meine Tochter hat beim Lesen regelmäßig die Hände in die Luft geworfen, wenn Elli und ihre Freunde wieder in Schwierigkeiten geraten sind – und ich hab nebenbei versucht, nicht laut zu lachen, wenn sie dabei wilde Theorien aufgestellt hat.

Die Geschichte trifft genau den richtigen Mix aus Spannung, Pferdeliebe und Freundschaft – mit einer Prise Humor und einem Funken Glaube, der leise, aber klar durchscheint. Nichts mit erhobenem Zeigefinger, sondern einfach so, dass man merkt: Hier geht’s auch um Vertrauen, Ehrlichkeit und Mut, selbst wenn’s unbequem wird. Elli ist kein perfektes Mädchen, sondern jemand, den man sofort ins Herz schließt – stur, mutig und mit großem Herz für ihren Hengst Sky.

Besonders cool: Wie die Autorin es schafft, dass selbst wir Erwachsenen Spaß haben. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal beim Lesen eines Pferdekrimis dabei ertappe, wie ich innerlich „Lauf, Sky, lauf!“ denke. Zwischen Reitstall, Waldgeheimnissen und verdächtigen Kisten ist das Buch spannend bis zur letzten Seite – und dabei immer bodenständig.

Unser Fazit: Ein Buch, das verbindet. Nicht nur Mensch und Pferd, sondern auch Vater und Tochter beim gemeinsamen Schmökern. Danach hatten wir beide das Bedürfnis, raus in den Stall zu gehen, tief durchzuatmen und uns zu freuen, dass wir unsere Pferde haben – und Geschichten, die uns so richtig ins Herz galoppieren.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Der Mann, der verschwand – und dabei unsterblich wurde

»Hellseher im Kleinen«
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Ein Typ, der lieber in einer Dienerschule als auf einer Bühne stand, der zwischen Boheme, Bern und Wahnsinn pendelte und trotzdem zu den feinsten Sprachkünstlern der deutschsprachigen Literatur gehört? ...

Ein Typ, der lieber in einer Dienerschule als auf einer Bühne stand, der zwischen Boheme, Bern und Wahnsinn pendelte und trotzdem zu den feinsten Sprachkünstlern der deutschsprachigen Literatur gehört? Klingt nach einer Romanfigur – war aber einfach nur Robert Walser. Und Susan Bernofsky hat ihm mit „Hellseher im Kleinen“ endlich das Denkmal gebaut, das so wunderbar schief ist, dass es perfekt zu ihm passt.

Wer erwartet, hier eine trockene Biografie zu finden, kann gleich wieder seinen Bleistift spitzen – das ist pures Lesekino. Bernofsky hat diesen eigenartigen Schriftzauberer mit so viel Wärme, Witz und Präzision porträtiert, dass man beim Lesen fast das Gefühl hat, Walser könnte jeden Moment durchs Zimmer spazieren – leise, höflich, leicht verwirrt und mit einem Notizbuch voller genialer Ideen.

Die Mischung aus Detailverliebtheit, Sprachmelodie und literarischem Spürsinn ist beeindruckend. Neue Quellen, alte Briefe, verschollene Texte – alles so elegant verwoben, dass man vergisst, dass es sich um eine Biografie handelt. Es liest sich eher wie eine Liebeserklärung an das Außenseitertum, an die Kunst, in der Welt zu sein, ohne dazuzugehören.

Ich habe selten so gelacht, gestaunt und gleichzeitig so viel über einen Schriftsteller gelernt, der mehr zwischen den Zeilen lebte als darin. Bernofsky schafft es, Walsers leise Tragik mit einem Augenzwinkern zu erzählen – und genau das macht dieses Buch so besonders. Wer Literatur liebt, sollte hier dringend reinschauen. Und wer Robert Walser noch nicht kennt, wird ihn nach dieser Lektüre ganz sicher nicht mehr vergessen.

Ein literarisches Porträt, das tanzt, stolpert, lächelt – und dabei mitten ins Herz trifft.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Herz, Staub und ein bisschen Magie des Lebens

Das Band, das uns hält
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Manchmal reicht ein einziger Satz von Kent Haruf, und man sitzt da wie nach einem Schlag in die Magengrube – berührt, baff, ein bisschen demoliert, aber glücklich. Das Band, das uns hält ist genau so ein ...

Manchmal reicht ein einziger Satz von Kent Haruf, und man sitzt da wie nach einem Schlag in die Magengrube – berührt, baff, ein bisschen demoliert, aber glücklich. Das Band, das uns hält ist genau so ein Buch: ruhig, schnörkellos, ehrlich, und gleichzeitig voller kleiner Explosionen im Herzen. Edith Goodnough, diese 80-jährige Frau mit Rückgrat aus Stahl und Herz aus Gold, zieht einen in ihr Leben, als säße man selbst mit ihr auf der Veranda und hörte ihr zu – bei Kaffee und leiser Musik aus einem uralten Radio.

Haruf schreibt, als würde er einem nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern eine ganze Lebensweisheit einpflanzen. Seine Sätze sind so schlicht, dass man sie fast überliest – bis sie einem nach ein paar Seiten wie ein Bumerang ins Bewusstsein zurückfliegen. Ich schwöre, selten hat mich ein Roman so leise erschüttert. Kein großes Drama, keine Heldenpose – nur Menschen, die versuchen, das Richtige zu tun, und dabei grandios scheitern oder zart gewinnen.

Was mir besonders gefallen hat: die unfassbare Wärme, die Haruf in die Trostlosigkeit gießt. Da wird aus Staub, Dürre und Schweigen plötzlich so viel Menschlichkeit, dass man fast vergisst, wie kaputt die Welt da draußen sein kann. Und Sandy – dieser Nachbar, der Ediths Geschichte erzählt – ist der stille Beobachter, den man sich in jeder Geschichte wünscht: humorvoll, ehrlich, leicht melancholisch.

Wer Action sucht, ist hier falsch. Wer aber Bücher liebt, die nachklingen, wie das letzte Akkord einer Gitarre in einem verlassenen Raum – bitte, hier ist euer Schatz. Haruf schafft es wieder, das Alltägliche in Poesie zu verwandeln. Und ja, am Ende wollte ich Edith einfach nur eine Tasse Tee bringen und sagen: „Du hast das gut gemacht.“

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Wenn Sterne lieben – und dabei verglühen

Heavenly Bodies
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Wie Sternenlicht, das auf zerbrochene Träume fällt – so fühlt sich dieses Buch an. „Heavenly Bodies“ ist kein gewöhnlicher Fantasyroman, sondern ein poetischer Sturm aus Schmerz, Sehnsucht und ungezähmter ...

Wie Sternenlicht, das auf zerbrochene Träume fällt – so fühlt sich dieses Buch an. „Heavenly Bodies“ ist kein gewöhnlicher Fantasyroman, sondern ein poetischer Sturm aus Schmerz, Sehnsucht und ungezähmter Liebe. Imani Erriu webt ihre Worte wie goldene Fäden in ein dunkles Firmament – flirrend, scharfkantig und wunderschön zugleich.

Elara ist eine Figur, die mich nicht losgelassen hat. Zerrissen zwischen Pflicht, Verlangen und einem Schicksal, das längst über sie entschieden wurde, trägt sie den Zorn der Sterne in sich und doch ein Herz, das lieben will – trotz allem. Ihre Entwicklung von einer verfluchten Prinzessin zu einer Frau, die für ihre Freiheit kämpft, ist atemberaubend. Und Lorenzo … ein Mann aus Licht, dessen Schatten tiefer reichen, als man glaubt. Zwischen ihnen knistert nicht nur Magie, sondern etwas, das uralt und gefährlich ist – wie ein Stern kurz vor dem Erlöschen.

Die Welt der Sterne, Götter und Königreiche ist faszinierend konstruiert, schimmernd vor Symbolik und Atmosphäre. Manche Szenen sind so sinnlich und intensiv beschrieben, dass ich den Atem anhalten musste – das Spice-Level ist definitiv gerechtfertigt. Nur manchmal verliert sich die Geschichte ein wenig in der Poesie der Worte, doch selbst dann klingt sie nach – wie ein Nachthimmel voller Geheimnisse.

Ein Buch, das in mir leuchtet. Dunkel. Glühend. Und lange nicht vergeht.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Wenn der Decameron zum Spiegel unserer Zeit wird

Giovanni Boccaccio
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Wer glaubt, Biografien seien trockene Wüsten aus Jahreszahlen und Fußnoten, hat offensichtlich noch nie erlebt, wie Franziska Meier den guten alten Giovanni Boccaccio ausgräbt – und zwar nicht mit dem ...

Wer glaubt, Biografien seien trockene Wüsten aus Jahreszahlen und Fußnoten, hat offensichtlich noch nie erlebt, wie Franziska Meier den guten alten Giovanni Boccaccio ausgräbt – und zwar nicht mit dem Staubpinsel, sondern mit einem literarischen Flammenwerfer. Hier funkelt, lodert und glüht die Renaissance, dass selbst Dante kurz aus dem Fegefeuer linsen würde.

Boccaccio, der Typ mit dem „Decameron“, war ja nicht nur der König der frivolen Geschichten, sondern auch ein wandelnder Seismograph seiner Zeit – Pandemie, Bankenkrise, Klimachaos, Politik-Drama… kommt einem irgendwie bekannt vor, oder? Meier zeigt ihn als Mensch mit Ecken, Zweifeln und ziemlich viel Leidenschaft fürs Erzählen. Einer, der mal Hofluft schnupperte, mal das Kloster suchte, und dabei immer zwischen Sünde und Sinn suchte.

Das Beste: Diese Biografie liest sich nicht wie ein Lexikonartikel, sondern wie ein Roman mit Espresso-Schuss. Die Autorin schreibt so klug, dass man ständig denkt: „Aha, so war das also!“ – und gleichzeitig so elegant, dass man fast vergisst, dass es um das 14. Jahrhundert geht. Besonders genial finde ich, wie sie Boccaccios Spannungen zwischen Lust und Moral, Kunst und Krise herausarbeitet.

Fazit? Ein literarischer Ritt durch Pest, Poesie und Politik. Ich bin selten so beschwingt aus einem Geschichtsbuch gestolpert. Wer Lust auf Renaissance mit Wumms hat – bitte sehr: Hier ist das Buch!

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