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Veröffentlicht am 21.10.2025

Mord, Chaos und Knuddelpiep – Krimi mit Herz und Humor

Der Doktor und der liebe Mord
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Der Tierarzt Severin Herr kümmert sich auf einem Gnadenhof um Tiere, die keiner mehr haben möchte, gerät dabei aber in ein gefährliches Chaos. Durch einen unglücklichen Zufall tötet er seinen Vorgesetzten ...

Der Tierarzt Severin Herr kümmert sich auf einem Gnadenhof um Tiere, die keiner mehr haben möchte, gerät dabei aber in ein gefährliches Chaos. Durch einen unglücklichen Zufall tötet er seinen Vorgesetzten und muss nun ungewöhnliche Wege gehen, um den Hof zu retten. An seiner Seite stehen Tristan und Jedna, die ihm das Leben nicht nur erleichtern.

Was für ein großartiges Buch! Ich bin richtig traurig, dass es nun zu Ende ist, denn ich hätte ewig weiterlesen können. René Anour hat mich wieder einmal vollkommen überzeugt. Ich bin schon lange ein großer Fan seiner Bücher, vor allem der Reihen rund um die Totenärztin und Commissaire Campanard, und war dementsprechend sehr gespannt auf dieses neue Werk. Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen.

Die Geschichte war von Anfang an spannend, emotional und mitreißend. Ich bin sofort gut hineingekommen, und dank des angenehmen, flüssigen Schreibstils bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Besonders schön fand ich das Setting in Form eines Gnadenhofs, auf dem Tiere Zuflucht finden, die misshandelt oder ausrangiert wurden. Das hat mich tief berührt.

Severin ist für mich ein unglaublich sympathischer Protagonist, ruhig, empathisch, mit großem Herz für Tiere. Ich habe so mit ihm mitgefiebert, besonders in den schwierigen Momenten. Auch wenn er Entscheidungen trifft, die man nicht immer gutheißen kann, konnte ich ihm nie böse sein. Er handelt aus Mitgefühl, und das spürt man auf jeder Seite. Ein echter Lichtblick war für mich auch Tristan. Seine herzensgute, manchmal unbeholfene Art hat mich oft zum Lachen gebracht und gleichzeitig tief berührt. Er sorgt für Wärme und Situationskomik, ohne die Geschichte ins Lächerliche zu ziehen. Natürlich gab es auch Figuren, die für reichlich Spannung und Nervenflattern sorgten.

Die Mischung aus Krimi, Humor, Gefühl und großer Tierliebe fand ich perfekt. Besonders gefallen hat mir, dass ich beim Lesen nicht nur mitgefiebert, sondern auch viel über Tiere gelernt habe. Und trotz der ernsten Themen gibt es viele liebevolle und lustige Momente, die das Buch wunderbar ausbalancieren.

Fazit: Dieser Tierarzt-Krimi hat mich berührt, überrascht, zum Lachen gebracht und nachdenklich gestimmt. Eine wundervolle Mischung, die noch lange nachwirken wird. Ein wahres Lesehighlight und mein Lieblingskrimi des Jahres.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Ein Jahrmarkt voller Geheimnisse und Abenteuer

Jahrmarkt der Zeitreisenden - Der gestohlene Kristall
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Als Liv im Tunnel of Love einen Waggon betritt, landet sie plötzlich auf einem Jahrmarkt in der Vergangenheit. Dort wird ein mächtiger Kristall gestohlen, und Liv gerät mitten in ein gefährliches Abenteuer. ...

Als Liv im Tunnel of Love einen Waggon betritt, landet sie plötzlich auf einem Jahrmarkt in der Vergangenheit. Dort wird ein mächtiger Kristall gestohlen, und Liv gerät mitten in ein gefährliches Abenteuer. Zwischen Zeitreisen, Geheimnissen und einer aufkeimenden Liebe muss sie beweisen, was in ihr steckt.

Dies ist der Auftakt zu einer neuen Reihe von Lena Hach rund um den Jahrmarkt der Zeitreisenden. Band zwei soll im März 2026 erscheinen.

Der Auftakt der neuen Reihe von Lena Hach hat uns sofort begeistert. Schon die Grundidee, ein Waggon im Tunnel of Love als Portal durch die Zeit, ist originell und verspricht Spannung, Abenteuer und eine Prise Romantik.

Besonders der Schreibstil der Autorin hat uns überzeugt, flüssig, angenehm und mit vielen bildhaften Details, die einen mitten in die Atmosphäre eines bunten, modernen Jahrmarkts und zugleich in die historische Vergangenheit hineinziehen. Man hört förmlich das Rattern der Fahrgeschäfte, riecht Zuckerwatte und spürt die geheimnisvolle Magie, die sich zwischen den Ständen entfaltet.

Die Hauptfigur Liv ist eine sympathische Protagonistin, die es leicht macht, mitzufiebern. Durch ihre Augen bekommt man nicht nur Einblicke in das aufregende Leben einer Zeitreisenden, sondern auch in den Alltag und die Traditionen von Schaustellerfamilien. Ein Aspekt, der dem Buch Tiefe und Authentizität verleiht.

Die Mischung aus Abenteuer, Spannung, einem gestohlenen Kristall und der zarten Andeutung einer Liebesgeschichte ist gut ausbalanciert und sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte.

Fazit: "Jahrmarkt der Zeitreisenden – Der gestohlene Kristall" ist ein gelungener Reihenstart, der Lust auf mehr macht. Wer gerne spannende Geschichten mit historischem Flair, Magie und einer besonderen Jahrmarktsatmosphäre liest, wird an diesem Buch seine Freude haben. Wir freuen uns schon auf den nächsten Band

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Ein fesselndes Krimidebüt, das unter die Haut geht

Mord in eiskalter Nacht
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Die bekannte Fernsehmoderatorin Kira Westerlund wird nach einer rauschenden Party ermordet in ihrem eigenen Ehebett aufgefunden, geknebelt und mit einer Plastiktüte erstickt. Die Kriminalkommissarin Leena ...

Die bekannte Fernsehmoderatorin Kira Westerlund wird nach einer rauschenden Party ermordet in ihrem eigenen Ehebett aufgefunden, geknebelt und mit einer Plastiktüte erstickt. Die Kriminalkommissarin Leena Victor wird zunächst von den Ermittlungen ausgeschlossen, da sie selbst unter den Gästen der Feier war und als befangen gilt. Trotzdem beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln.

Dies ist der Reihenauftakt zu der neuen Krimireihe rund um die Kriminalhauptkommissarin Leena Victor, die in Helsinki ermittelt. Band zwei "Tod in heller Sommernacht" erscheint Ende Juli 2026.

"Mord in eiskalter Nacht" hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Im Mittelpunkt stehen Mika Levin, Kira Westerlund, Lilli Rosengard, Leena Victor und Leenas Schwester Hanna. Allesamt Figuren, die durch ihre Tiefe und Menschlichkeit überzeugen. Jede von ihnen trägt ihr eigenes Päckchen, was sie umso greifbarer macht. Besonders die Beziehung zwischen Leena und ihrer Schwester Hanna hat mich berührt, zwei Frauen, die trotz harter Kindheit und unterschiedlicher Persönlichkeiten ein enges Band verbindet.

Leena Victor, die als Kriminalkommissarin ermittelt, kämpft nicht nur gegen äußere Widrigkeiten, sondern auch mit den Schatten ihrer eigenen Vergangenheit. Ihr Vater, selbst Polizist und Alkoholiker, soll Selbstmord begangen haben, doch Leena glaubt nicht daran. Lilli Rosengard wiederum, die an Bulimie leidet und mit ihrer schwierigen Lebenssituation kämpft, ist eine Figur, die einem sehr nahegeht. Und auch das Opfer, die Fernsehmoderatorin Kira Westerlund, wird so eindringlich geschildert, dass man ihre letzten Tage fast miterlebt. Hanna letztlich, eine erfolgreiche Schauspielerin, kämpft für die Wahrheit.

Besonders beeindruckt hat mich, dass der Kriminalroman nicht nur spannend erzählt ist, sondern auch gesellschaftskritische Themen anspricht. Tabus wie Essstörungen, Alkoholismus, Suizid, familiäre Traumata, Machtmissbrauch oder der Druck durch öffentliche Erwartung werden realistisch und sensibel behandelt, ohne den Lesefluss zu bremsen. Dadurch gewinnt der Krimi eine Tiefe, die ihn von vielen anderen unterscheidet.

Auch wenn die Ermittlungen erst nach dem Prolog einsetzen und zunächst die letzten Tage des Opfers geschildert werden, mindert das die Spannung in keiner Weise. Im Gegenteil, die Atmosphäre wird dichter und intensiver, sodass man regelrecht in die Geschichte hineingezogen wird. Der Schreibstil von Lisa Sarah Brandstäter ist angenehm, flüssig und gleichzeitig fesselnd. Man vergisst beim Lesen völlig die Zeit.

Fazit: Ein starkes und zugleich sensibles Debüt, das nicht nur Spannung, sondern auch gesellschaftliche Relevanz bietet. "Mord in eiskalter Nacht" hat mich vollkommen überzeugt, und ich freue mich schon jetzt auf weitere Bücher von Lisa Sarah Brandstäter. Das war definitiv ein Lesehighlight.

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Ein Backbuch zum Durchbacken

Cozy baking time
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Das Backbuch "Cozy Baking Time" von Theresa Haubs hat mich von Anfang an begeistert. Besonders gefallen haben mir die kleinen Extras wie die Pannenhilfe, die Rezept-Upgrades und die Back-Hacks. Das macht ...

Das Backbuch "Cozy Baking Time" von Theresa Haubs hat mich von Anfang an begeistert. Besonders gefallen haben mir die kleinen Extras wie die Pannenhilfe, die Rezept-Upgrades und die Back-Hacks. Das macht das Buch sehr alltagstauglich und gibt dem Ganzen eine persönliche Note. Man spürt, dass Theresa ihre eigene Leidenschaft fürs Backen einfließen lässt, was das Buch sehr sympathisch macht.

Ein großer Pluspunkt sind für mich die glutenfreien und laktosefreien Varianten, die immer wieder erwähnt werden. Da ich versuche, mich glutenfrei und laktosefrei zu ernähren, fühle ich mich hier abgeholt und habe trotzdem eine große Auswahl an Rezepten. Auch die genauen Angaben zu Zubereitungs- und Backzeiten sind für mich Gold wert.

Das Backbuch wirkt zwar vom Stil her eher für die kalte Jahreszeit gedacht, doch die Rezepte sind so vielseitig, dass man sie das ganze Jahr über genießen kann. Mein Plan ist es jetzt, mich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite durchzubacken.

Ein kleiner Kritikpunkt: Ich hätte mir an manchen Stellen etwas mehr Respekt vor der deutschen Sprache gewünscht. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass das Buch sprachlich eher auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten ist. Das schmälert den Genuss der Rezepte aber nur geringfügig.

Fazit: Insgesamt bin ich begeistert von diesem inspirierenden Backbuch, das mit viel Liebe zum Detail gemacht ist und wirklich Lust aufs Backen macht.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Wer zweifelt, der findet

Die Farbe des Schattens
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Im Winter 1992 verschwindet der elfjährige Matti Beck, während er Besorgungen machen sollte. Der im mecklenburgischen Wechtershagen tätige Kriminalhauptkommissar Arne Groth übernimmt die Ermittlungen. ...

Im Winter 1992 verschwindet der elfjährige Matti Beck, während er Besorgungen machen sollte. Der im mecklenburgischen Wechtershagen tätige Kriminalhauptkommissar Arne Groth übernimmt die Ermittlungen. Dabei stößt er auf einen alten Fall, der damals von dem inzwischen entlassenen Gerstacker geleitet wurde.

Dies ist bereits der zweite Fall für Kriminalhauptkommissar Arno Groth sowie seinen Freund und Kollegen Gerstacker. Der erste Fall "Das Schweigen des Wassers" erschien bereits im März 2024 und gehörte zu meinen Jahreshighlights.

Mit "Die Farbe des Schattens" ist Susanne Tägder erneut ein großartiger Wende-Kriminalroman gelungen, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Die Geschichte wird eindrucksvoll aus den Perspektiven von Arno Groth, Ina Paul und deren Sohn Benno erzählt. Dieses Wechselspiel verleiht der Geschichte eine besondere Tiefe und macht die Figuren lebendig und nahbar.

Arno Groth, seit drei Monaten Aufbauhelfer Ost im mecklenburgischen Wechtershagen und zugleich erfahrener Hauptkommissar, ist ein Charakter, der sofort Sympathien weckt. Besonders berührend fand ich seine inneren Zwiegespräche mit seiner verstorbenen Tochter Saskia. Hier erfährt man diesmal noch mehr über ihr tragisches Schicksal. Diese Passagen gingen mir sehr zu Herzen.

Auch die Nebenfiguren sind eindringlich gezeichnet. Gerstacker, der wegen seiner Stasi-Vergangenheit gekündigt wurde, arbeitet inoffiziell weiter an Groths Seite. Ich hoffe für ihn, dass seine Klage erfolgreich sein möge, denn jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. Gemeinsam bilden Groth und Gerstacker ein Team, das sich wunderbar ergänzt. Ebenso eindrücklich ist die Figur der Irina Diehl, eine tragische und gleichzeitig starke Frau. Ihre Begegnungen mit Arno zeigen, wie zwei verletzte Seelen sich gegenseitig Halt geben können.

Natürlich gibt es auch Widerstände. Bekendorf legt Groth immer wieder Steine in den Weg. Umso befreiender wirkt es, als Bekendorf nach Schwerin wechselt und Groth folglich endlich mehr Freiheiten hat, seinem Instinkt folgt und den alten und den neuen Fall verbindet. Spannend ist auch Inas Rolle. Sie wird zu einer Schlüsselfigur in dem Fall, und ihre eigene bewegende Vergangenheit mit ihrer Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann verleiht ihr eine enorme Authentizität.

Was mich persönlich besonders berührt hat, ist die Darstellung der Verzweiflung der Menschen in dieser Zeit. Da ich die Wendezeit selbst miterlebt habe, konnte ich die geschilderte Angst und Unsicherheit sehr gut nachvollziehen. Susanne Tägder gelingt es meisterhaft, diese Atmosphäre einzufangen und für den Leser wieder lebendig werden zu lassen. Es fühlte sich für mich an wie eine Reise zurück in meine eigene Vergangenheit.

Der Schreibstil ist sehr durchdacht, berührend und fesselnd. Susanne Tägder verfügt über eine außergewöhnliche Sprachkraft. Das ist mir schon bei ihrem Debüt aufgefallen. Das Cover ist sehr düster und passt gut zur damaligen Stimmung und dem beschriebenen Fall.

Fazit: Mit "Die Farbe des Schattens" beweist die Autorin einmal mehr, wie spannend und zugleich emotional bewegend Zeitgeschichte erzählt werden kann. Sie haucht der Vergangenheit Leben ein und verbindet historische Authentizität mit einer fesselnden Krimihandlung. Ein Kriminalroman, den ich nur wärmstens empfehlen kann. Ich hoffe, es gibt eine Fortsetzung.

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