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Veröffentlicht am 16.01.2026

Ein Lesehighlight

Die weiße Nacht
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Berlin im Dezember 1946: Die junge Fotografin Lou Faber entdeckt bei einen ihrer morgendlichen Spaziergängen eine tote Frau in den Ruinen. Kriminalkommissar Alfred König übernimmt den Fall. Bald stellt ...

Berlin im Dezember 1946: Die junge Fotografin Lou Faber entdeckt bei einen ihrer morgendlichen Spaziergängen eine tote Frau in den Ruinen. Kriminalkommissar Alfred König übernimmt den Fall. Bald stellt sich heraus, dass es einen weiteren Fall mit Parallelen gibt und sie es mit einem Serientäter zu tun haben.

Dies ist der Reihenauftakt zu der neuen, in Berlin spielenden, Krimireihe von Anne Stern rund um die junge Fotografin Lou Faber und den Kriminalkommissar Alfred König.

"Die weiße Nacht" von Anne Stern hat mich schwer begeistert. Die Geschichte spielt im Dezember 1946, kurz vor Weihnachten, in einem zerstörten Berlin, in dem Hunger, bittere Eiseskälte und Hoffnungslosigkeit den Alltag bestimmen. Die Autorin fängt die Stimmung dieser Nachkriegszeit erschreckend authentisch und sehr bildhaft ein. Das Leid der Menschen und die unterschiedlichen Schicksale wirken real und berühren nachhaltig.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Lou Faber und Kriminalkommissar Alfred König. Lou ist Fotografin aus Leidenschaft und verkauft ihre Bilder an Frauenmagazine. Während der NS-Zeit war sie Regimegegnerin und saß in Haft, was sie bis heute verfolgt. Sie kämpft mit den Dämonen ihrer Vergangenheit, wirkt dabei aber mutig, sympathisch und stark. Alfred König hat Jura studiert, stand nicht immer auf der richtigen Seite und war ebenfalls in Gefangenschaft. Seine Figur bleibt für mich schwer einschätzbar und noch ist er mir etwas zu unnahbar, was ihn jedoch umso interessanter macht. Die beiden lernen sich am Fundort einer weiblichen Leiche kennen, wodurch sie ungewollt in denselben Mordfall verwickelt werden. Schnell stellt sich die Frage, warum diese Frauen sterben mussten. Die Polizei hat zu dieser Zeit keinen guten Ruf und wird von der Bevölkerung misstrauisch beäugt und belächelt, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert und die angespannte Stimmung unterstreicht.

Neben der Haupthandlung werden weitere Schicksale erzählt, die das Bild dieser Zeit erweitern. Justus, ein Junge aus Ostpreußen, und seine Freundin Gerti kämpfen ums Überleben und betreiben Schwarzmarkt, wie so viele damals. Gregor befindet sich in einem russischen Gefangenenlager und steht stellvertretend für das Leid der Kriegsgefangenen. Auch Inspektor Trautwein hat mir im Zusammenspiel mit König sehr gut gefallen. Diese Nebengeschichten haben mich berührt. Sie fügen sich gut in die Geschichte ein und verleihen der Handlung zusätzliche Tiefe.

Die Geschichte ist in vier Teile gegliedert und überzeugt durch ihren ruhigen, eindringlichen Erzählstil. Anne Stern gelingt es, die Nachkriegszeit mit all ihrer Härte, Kälte, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit glaubwürdig darzustellen, ohne dabei überladen zu wirken.

Fazit: "Die weiße Nacht" ist ein starker Auftakt, der historische Atmosphäre und Kriminalhandlung gekonnt verbindet. Das Buch war mein erstes Highlight in diesem Jahr. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung und kann diesen ersten Fall uneingeschränkt empfehlen.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Einfach erklärt, klar strukturiert und wirklich motivierend

Gesund mit Visite – das Bauch-weg-Programm
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Ich bin von diesem Buch wirklich begeistert. "Gesund mit Visite - Das Bauch-weg-Programm" schafft es auf beeindruckende Weise, ein komplexes Thema wie gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion und Lebensstilveränderung ...

Ich bin von diesem Buch wirklich begeistert. "Gesund mit Visite - Das Bauch-weg-Programm" schafft es auf beeindruckende Weise, ein komplexes Thema wie gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion und Lebensstilveränderung verständlich, motivierend und alltagstauglich zu vermitteln. Besonders positiv fällt auf, wie einfach und klar die Inhalte erklärt werden. Das Buch kommt ohne komplizierte Fachbegriffe oder belehrenden Ton aus und bringt die wichtigsten Informationen präzise auf den Punkt. Dadurch fühlt man sich nicht überfordert, sondern gut begleitet. Egal, ob man gerade erst beginnt, sich mit dem Thema Gesundheit auseinanderzusetzen, oder bereits Erfahrung hat.

Das Programm setzt nicht auf kurzfristige Diäten oder unrealistische Versprechen, sondern vermittelt ein nachhaltiges Konzept für einen gesunden Lebensstil. Die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Bewegung, Stoffwechsel und Bauchfett werden klar und nachvollziehbar erklärt, sodass man versteht, warum bestimmte Veränderungen sinnvoll sind. Dieses Verständnis motiviert zusätzlich, die Empfehlungen langfristig umzusetzen. Auch die schlichte und übersichtliche Gestaltung des Buches ist sehr gelungen. Die klare Struktur, gut gegliederte Abschnitte und das ruhige Layout machen das Lesen angenehm und laden dazu ein, immer wieder darin nachzuschlagen. Alles wirkt durchdacht und praxisnah, ohne unnötige Ablenkung.

Fazit: Insgesamt ist "Gesund mit Visite - Das Bauch-weg-Programm" ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die gesund, realistisch und dauerhaft etwas für ihr Wohlbefinden tun möchten.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Marionetten des Todes

The Puppet Master
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DCI Cara Elliott von der Abteilung für Schwerverbrechen wird zu einem offensichtlichen Selbstmord gerufen. Es gibt allerdings einige Unklarheiten, weshalb Cara und ihr Team Ermittlungen einleiten. Bald ...

DCI Cara Elliott von der Abteilung für Schwerverbrechen wird zu einem offensichtlichen Selbstmord gerufen. Es gibt allerdings einige Unklarheiten, weshalb Cara und ihr Team Ermittlungen einleiten. Bald gibt es verdächtig viele solcher Fälle.

Dies ist nach "The Twenty" der dritte Fall für das Ermittlerteam der Abteilung für Schwerverbrechen.

Schon die Grundidee von "The Puppet Master" hat mich sofort gepackt. Offensichtliche Selbstmorde, die bei genauerem Hinsehen keine sind. Ein Strippenzieher, der seine Opfer manipuliert und sie dazu bringt, sich selbst zu zerstören. Dieser Ansatz ist nicht nur extrem düster, sondern auch zutiefst verstörend. Der Fall fühlt sich von Anfang an beklemmend an und hat mich emotional stark mitgenommen. Die Art der Manipulation, der psychische Druck auf die Opfer und die lange Zeit, die das Team braucht, um überhaupt eine Verbindung zwischen den einzelnen Fällen herzustellen, haben mich emotional sehr getroffen. Die Hilflosigkeit der Ermittler ist spürbar und verstärkt die düstere Atmosphäre zusätzlich.

Cara als Hauptfigur habe ich als schwierig empfunden, aber nie als unsympathisch. Sie ist kantig, innerlich zerrissen und trägt viel Ballast mit sich herum. Besonders ihre Beziehung zu ihrem Bruder Nate hat mir gefallen. Die Dynamik zwischen den beiden wirkt authentisch und berührend. Beide sind hervorragende Polizisten mit einem starken Instinkt, aber eben auch kaputte Menschen, so wie fast alle Figuren in dieser Geschichte. Genau das macht sie für mich so glaubwürdig. Umso mehr habe ich mich über das Wiedersehen mit bekannten Figuren aus dem Vorgänger gefreut. Die Entwicklung von Jamie Hoxton, Adam Bishop und seiner Frau Romilly war für mich ein echtes Highlight. Besonders Jamies Geschichte hat mich schon in "The Twenty" tief berührt, und auch hier ging sie mir wieder sehr nahe.

Was mir besonders positiv aufgefallen ist, ist die Balance zwischen Job und Privatleben. Die Ermittlungsarbeit ist spannend und intensiv, gleichzeitig bekommen die persönlichen Probleme und inneren Konflikte der Figuren genug Raum. Beides wirkt gleichwertig und ergänzt sich hervorragend, ohne dass eines davon zu kurz kommt. Ein Punkt, der mich allerdings sehr gestört hat, war die wiederholte Erwähnung des Echomanns. Dieser scheint eine zentrale Rolle für Caras seelisches Leid und ihr inneres Chaos zu spielen. Leider wird dieser Teil der Reihe erst im Herbst 2026 auf Deutsch erscheinen, weshalb diese Passagen für mich nur schwer einzuordnen waren. Ich hatte ständig Fragen und das Gefühl, dass mir wichtiges Vorwissen fehlt. Dass die Reihe in falscher Reihenfolge übersetzt wurde, hat mein Leseerlebnis hier deutlich beeinträchtigt, da offensichtlich Kenntnisse vorausgesetzt werden.

Der Schreibstil von Sam Holland ist erneut absolut fesselnd, flüssig, intensiv, ohne Längen, und ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Die Spannung reißt kaum ab, und selbst ruhigere Passagen tragen zur Atmosphäre und Figurenzeichnung bei.

Fazit: "The Puppet Master" war für mich wieder ein echtes Lesehighlight. Trotz kleiner Kritikpunkte, insbesondere bezüglich der Übersetzungsreihenfolge, hat mich der Thriller emotional gepackt und nicht mehr losgelassen. Sam Holland versteht es meisterhaft, dunkle Themen mit starken Figuren und hoher Spannung zu verbinden.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Herzhaft, bodenständig, vegetarisch

Deftig vegetarisch – Heimatküche
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Ich war anfangs skeptisch, ob klassische Hausmannskost wirklich ohne Fleisch funktionieren kann. Gerade bei traditionellen Gerichten ist man es gewohnt, dass Speck, Braten oder Wurst dazugehören. Doch ...

Ich war anfangs skeptisch, ob klassische Hausmannskost wirklich ohne Fleisch funktionieren kann. Gerade bei traditionellen Gerichten ist man es gewohnt, dass Speck, Braten oder Wurst dazugehören. Doch schon nach den ersten Rezepten hat mich dieses Kochbuch vollständig überzeugt.

Anne-Katrin Weber schafft es, vertraute Gerichte neu zu denken, herzhaft, sättigend und voller Geschmack. Viele Rezepte sind überraschend einfach umzusetzen, ohne komplizierte Zutaten oder aufwendige Vorbereitung. Besonders gelungen finde ich, wie regionale Klassiker vegetarisch interpretiert werden, ohne dass etwas fehlt. Man merkt, dass hier Wert auf Qualität, Geschmack und Tradition gelegt wurde. Die Beschreibungen sind übersichtlich, die Bilder sehr ansprechend und das Ergebnis auf dem Teller überzeugt. Dieses Buch zeigt, wie vielseitig und bodenständig vegetarische Küche sein kann.

Fazit: Ein wunderbares Kochbuch für alle, die Heimatküche lieben nur eben vegetarisch. Die Skepsis war schnell verflogen, die Begeisterung blieb.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Ein vielschichtiger Krimi mit Tiefgang

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
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Eine Journalistin wurde ermordet, quasi hingerichtet, und ihre Leiche wurde in der Schlossruine von Borgholm gefunden. Der Fall hat Ähnlichkeiten mit einem älteren Fall. Gemeinsam mit ihrem Partner Pär ...

Eine Journalistin wurde ermordet, quasi hingerichtet, und ihre Leiche wurde in der Schlossruine von Borgholm gefunden. Der Fall hat Ähnlichkeiten mit einem älteren Fall. Gemeinsam mit ihrem Partner Pär Stenqvist versucht Maya Topelius Licht ins Dunkel zu bringen und muss sich bald ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

"Dann ruhest auch du" ist nach "Im Herzen so kalt" und "Still ist die Nacht" der dritte und ebenfalls finale Fall für Kriminalinspektorin Maya Topelius und ihren Partner Pär Stenqvist.

Dieser dritte Band der Reihe rund um Maya Topelius war für mich ganz klar der stärkste bisher. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mitten in dieser besonderen, nordischen Atmosphäre, die Sandra Åslund so wunderbar einfangen kann, ruhig, eindringlich und voller unterschwelliger Spannung. Dieses Mal steht Clara, Mayas Freundin, unter anderem im Mittelpunkt. Ich mag es sehr, dass in jedem Teil eine andere ihrer Freundinnen in den Fokus rückt. So bleibt die Reihe lebendig und jede Geschichte bekommt eine neue, persönliche Note.

Thematisch hat mich dieses Buch sehr bewegt. Åslund greift aktuelle und beunruhigende Themen wie Rechtsextremismus, Konsum, Nachhaltigkeit und Vorurteile auf. Beim Lesen wurde mir immer wieder bewusst, wie nah das alles an der Realität ist und genau das macht ihre Geschichten so glaubwürdig und wichtig. Sandra Åslund gelingt es einmal mehr, den Finger in die Wunde zu legen, ohne zu moralisieren. Sie erzählt gesellschaftlich relevante Themen mit viel Feingefühl, Spannung und Herz.

Maya war mir in diesem Band deutlich sympathischer als zuvor. Sie wirkt geerdeter, wieder näher bei sich und ihrer Heimat, auch wenn sie, ganz typisch, ihren eigenen Kopf hat. Ihre Sturheit kann anstrengend sein, aber sie macht sie auch unglaublich menschlich. Besonders beeindruckt hat mich Johan Magnelis, ein Außenseiter, der unbeabsichtigt in die Ereignisse hineingezogen wird. Seine Geschichte hat mich berührt, leise, traurig und gleichzeitig sehr stark.

Fazit: Für mich ist "Dann ruhest auch du" ein intensiver, kluger und bewegender Krimi, der noch lange nachhallt. Ich habe jede Seite genossen und freue mich jetzt bereits auf das nächste Projekt von Sandra Åslund.

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