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Veröffentlicht am 02.01.2026

gefühlvoll

Anatomy of a Broken Heart
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„Anatomy of a Broken Heart“ von Marie Wowes erzählt die Geschichte von Gracie, deren Leben nach dem Tod ihrer großen Jugendliebe Flynn aus den Fugen gerät. Um ihrem Alltag zu entkommen und einen neuen ...

„Anatomy of a Broken Heart“ von Marie Wowes erzählt die Geschichte von Gracie, deren Leben nach dem Tod ihrer großen Jugendliebe Flynn aus den Fugen gerät. Um ihrem Alltag zu entkommen und einen neuen Weg einzuschlagen, beginnt sie eine Ausbildung im Rettungsdienst. Für ihr Praxissemester kommt sie ausgerechnet auf eine Feuerwache, auf der sie Holden wiederbegegnet – Flynns bestem Freund. Beide verbindet die Vergangenheit auf schmerzhafte Weise, und während der gemeinsame Alltag zwischen Einsätzen, Erschöpfung und Nähe verläuft, werden alte Erinnerungen ebenso präsent wie neue Gefühle, denen sich weder Gracie noch Holden entziehen können.

Ich bin sofort gut in die Geschichte hineingekommen und hatte nie das Gefühl, mich durch den Text kämpfen zu müssen, was vor allem am Schreibstil der Autorin liegt. Ihre Art zu Schreiben bzw. zu Erzählen ist einfach sehr zugänglich und flüssig. Gleichzeitig bleibt die Sprache eher zurückhaltend, manchmal fast nüchtern, was ich als sehr passend empfunden habe. Emotionen werden nicht ausgeschrieben oder überdramatisiert, sondern entstehen oft zwischen den Zeilen. Besonders Gracies innere Gedanken wirken glaubwürdig und nicht glattgebügelt. Sie sind widersprüchlich, manchmal distanziert, manchmal überraschend direkt.

Ein großer Pluspunkt für mich war zudem das Setting. Der Rettungsdienst und die Arbeit auf der Feuerwache geben dem Roman eine eigene Note und verleihen ihm eine gewisse Authentizität. Die Einsätze sorgen dabei nicht nur für Spannung, sondern verstärken auch die emotionale Ebene der Geschichte. Leben, Tod und Verantwortung sind hier ständig präsent, ohne dass es reißerisch wirkt. Ich mochte die Einsätze, den Arbeitsalltag, das Teamgefühl, die Dynamiken unter den Kolleg*innen und die Art, wie die Arbeit die Figuren prägt.

Die Charaktere sind für mich das Herzstück des Buches. Gracie ist keine einfache Protagonistin, aber genau das macht sie interessant. Sie ist verschlossen, verletzt und nicht immer konsequent in ihrem Handeln. Ich konnte viele ihrer Reaktionen nachvollziehen, auch wenn ich nicht jede Entscheidung mochte. Holden hat mir ebenfalls gut gefallen, gerade weil er nicht als klassischer „perfekter Book Boyfriend“ inszeniert wird. Er ist ruhig, geduldig und trägt seine eigene Last mit sich herum, was die Beziehung zwischen ihm und Gracie komplexer und glaubwürdiger macht.
Die Beziehung selbst entwickelt sich langsam und vorsichtig. Mir hat gefallen, dass sie nicht sofort romantisch aufgeladen ist, sondern von Zurückhaltung, Schuldgefühlen und unausgesprochenen Spannungen geprägt wird. Diese Dynamik wirkte für mich sehr stimmig im Kontext der Geschichte und der Geschehnisse in der Vergangenheit.

Was mich jedoch etwas gestört hat, war das Ende des Romans. Für mich war das Finale deutlich dramatischer als der restliche Verlauf der Geschichte. Es fühlte sich ein wenig so an, als müsste zum Schluss unbedingt noch etwas „Großes“ passieren. Inhaltlich war diese Zuspitzung nicht völlig falsch oder unlogisch, sie passte grundsätzlich noch zur Handlung. Trotzdem hätte es sie für mich nicht gebraucht. Gerade weil der Roman zuvor von leisen Entwicklungen und innerer Spannung lebt, wirkte dieses zusätzliche Drama auf mich etwas künstlich, fast so, als wäre es eingebaut worden, um noch einmal maximalen emotionalen Effekt zu erzeugen. Ein ruhigeres, reduzierteres Ende hätte für mich besser zum Ton des Buches gepasst und für mich mehr zur Authentizität beigetragen,

Fazit

Insgesamt ist „Anatomy of a Broken Heart“ von Marie Wowes für mich jedoch ein emotionaler, atmosphärischer Roman mit starken Figuren und einem besonderen Setting. Er erzählt keine laute Liebesgeschichte, sondern eine von Verletzungen, Annäherung und vorsichtigem Weitergehen. Trotz meiner Kritik am Ende bleibt ein sehr positives Lesegefühl zurück. Das Buch hat mich berührt, unterhalten und letztlich vor allem durch seine Stimmung überzeugt.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

gemütlicher Winterroman

Winterknistern auf Schottisch
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In „Winterknistern auf Schottisch“ dem 7. Band von Karin Lindbergs „Liebe am Loch Ness“-Reihe begleitet man die Protagonistin Maggy – eine junge Frau, die mitten in einem persönlichen und beruflichen Umbruch ...

In „Winterknistern auf Schottisch“ dem 7. Band von Karin Lindbergs „Liebe am Loch Ness“-Reihe begleitet man die Protagonistin Maggy – eine junge Frau, die mitten in einem persönlichen und beruflichen Umbruch steckt – auf eine Reise ins winterliche Schottland. Dort trifft sie auf einen Mann, der auf den ersten Blick so gar nicht in ihr Leben zu passen scheint: wortkarg, zurückhaltend und mit einer eigenen, nicht ganz unkomplizierten Vergangenheit. Zwischen rauer Landschaft, gemütlichen Kaminabenden und einigen Turbulenzen entwickelt sich eine Geschichte, in der beide lernen müssen, Nähe zuzulassen und alte Wunden zu überwinden.

Schon auf den ersten Seiten hat mich die winterliche Atmosphäre des Buches eingefangen. Karin Lindberg schreibt klar, warm und sehr bildhaft, sodass ich mich sofort in die schottische Landschaft hineinversetzt fühlte. Die schneebedeckten Hügel, die rauen Küstenwinde, der Duft nach Kaminholz – all das schafft eine Stimmung, die perfekt zu einer gemütlichen Winterromanze passt. Ich liebe es, wenn ein Setting so viel Charakter bekommt, dass es den emotionalen Ton der Geschichte mitträgt, und genau das gelingt der Autorin ausgesprochen gut.

Die Handlung selbst verläuft in einem ruhigen, gut gesetzten Tempo. Sie bietet genügend kleine Konflikte, emotionale Momente und schöne Dialoge, ohne dabei jemals hektisch zu werden. Was ich allerdings sagen muss: Die Geschichte ist vorhersehbar und das von Anfang an. Ich hatte sofort ein Gefühl dafür, wohin alles führen wird, und im Grunde ist auch genau das eingetreten. Überraschungen und unerwartete Wendungen blieben daher für mich eher aus. Allerdings hat mich das hier nicht weiter gestört, denn ich bin ohne die Erwartung an spektakuläre Twists in das Buch gegangen. Für mich war klar, dass „Winterknistern auf Schottisch“ eher ein wohlig-warmes Wohlfühlbuch sein würde und das hat es absolut erfüllt.

Lindbergs Schreibstil trägt dabei sehr zu diesem cozy Gefühl bei: flüssig, warm, leicht zu lesen. Besonders gefallen haben mir die ruhigen, nachdenklichen Passagen, in denen die Figuren einen Moment innehalten und ihren eigenen Verlauf hinterfragen. Genau diese Balance aus Emotion und Leichtigkeit zieht sich durch das ganze Buch.

Die Hauptcharaktere mochte ich jeden für sich sehr und auch ihre Dynamik ist stimmig: humorvolle Dialoge, vorsichtiges Annähern, ein paar Emotionen, die aufbrechen. Besonders schön finde ich zudem, dass auch die Protagonist*innen aus den anderen Bändern der Reihe wieder eine Rolle einnehmen. Sie geben der Geschichte zusätzlich Struktur, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Fazit

Am Ende bleibt für mich der Eindruck einer süßen, kuscheligen, aber insgesamt nicht aufregenden Winterromanze. „Winterknistern auf Schottisch“ von Karin Lindberg ist ein Buch, das ich für ein paar entspannte Lesestunden gelesen habe und genau das hat es mir gegeben. Es ist gemütlich, herzerwärmend und ideal, wenn man eine kleine Auszeit braucht, ohne emotional durchgeschüttelt zu werden. Ein schönes, unaufgeregtes Buch für den Winter.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

ein gelungener Reihenauftakt

Sisi ermittelt – Die Diamanten der Kaiserin
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"Sisi ermittelt - Die Diamanten der Kaiserin" von Fritzi Wahl ist der Auftakt einer neuen Cosy-Crime-Reihe rundum die junge Kaiserin Elisabeth von Österreich‑Ungarn („Sisi“), die sich nach sechs Jahren ...

"Sisi ermittelt - Die Diamanten der Kaiserin" von Fritzi Wahl ist der Auftakt einer neuen Cosy-Crime-Reihe rundum die junge Kaiserin Elisabeth von Österreich‑Ungarn („Sisi“), die sich nach sechs Jahren Herrschaft am steifen Wiener Hof nach Abwechslung sehnt und schon befindet sie sich inmitten eines heiklen Falls sie selbst betreffend.
Was zunächst als einfacher Juwelendiebstahl erscheint, entpuppt sich schon bald als viel komplexerer Fall: Geheimnisse beim Hofjuwelier, Überwachung, Verrat und mehrere Morde.
Doch wird Sisi es schaffen, die Intrigen und Geheimnisse zu durchschauen und den Fall zu lösen?

Die Handlung des Romans ist insgesamt solide aufgebaut. Der Einstieg mit dem verschwundenen Diamanten ist charmant und genügt als Auftaktproblematik – es hat bei mir auf jeden Fall sofort Neugier geweckt. Ich fand auch gut, dass sich das Buch nicht darauf beschränkt, einfach den Edelstein wiederzufinden, sondern die Ermittlungen zunehmend komplexer werden: Es tauchen geheime Verstrickungen auf und mehrere Todesfälle, was die Geschichte mit ernsteren Tönen versieht.
Der Ermittlungsprozess bleibt stilistisch jedoch im „Cozy Crime“-Modus, das heißt, es geht nicht um brutale Verbrechen mit ausufernder Gewalt, sondern um noble Intrigen, höfische Geheimnisse, elegante Hinweise, in Kombi mit Witz und Charme. Für mich war das genau die richtige Wahl, denn ich mag keine Thriller-Härte, sondern eher diese Art von leichten, aber spannenden historischen Krimi.
Gleichzeitig hätte ich mir manchmal etwas mehr Tempo oder stärkere Überraschungen gewünscht. Insbesondere nachdem die ersten Verdachtsmomente gelegt sind, fühlte sich die mittlere Passage ein wenig gemächlicher an.

Der Stil von Fritzi Wahl hat meiner Meinung nach super zum Gesamtbild gepasst. Er ist angenehm leicht und flüssig, sodass sich das Buch locker liest, ohne dabei jedoch belanglos zu wirken. Die Sprache ist elegant genug, um den Hofkontext glaubwürdig zu transportieren, aber zugleich nicht so schwer, dass man sich ständig mit historischen Details herumschlagen müsste. Es ist eine gute Balance zwischen Unterhaltung und Atmosphäre.

Die Atmosphäre, die dadurch entsteht, hat mich sofort zwischen den Schleiern des Wiener Hofes und den Ausritten in der Natur gefangen genommen. Der Kontrast zwischen dem streng geregelten Hofleben – mit Banketten, Zeremonien, Etikette – und Sisis Wunsch nach Freiheit ist spürbar. Diese Mischung macht das Buch für mich atmosphärisch stark. Es gibt den Glanz der kaiserlichen Welt, aber auch eine leise Rebellion dagegen, die Sisi ausstrahlt. Dadurch entsteht Spannung nicht nur durch den Kriminalfall, sondern auch durch das psychologische Moment – wie viel Freiheit darf eine Frau im Kaiserhaus haben? Wie weit darf sie gehen?

Ein weiterer Pluspunkt ist natürlich Sisi als Protagonistin, welche äußerst vielschichtig gezeichnet ist. Man spürt beim Lesen ihre Neugier, ihren Wunsch nach Eigenständigkeit, aber auch ihre Standesrolle und die damit verbundenen Zwänge.
Auch die meisten Nebenfiguren sind ausreichend ausgearbeitet, sodass sie Bedeutung für die Handlung erhalten. Allerdings bleiben manche Figuren meiner Meinung nach eher skizzenhaft, was dem Tempo geschuldet sein dürfte. In einer kommenden Fortsetzung wäre es schön, wenn einzelne Nebenfiguren noch mehr Tiefe erhalten.

Fazit

Insgesamt hat mich „Sisi ermittelt – Die Diamanten der Kaiserin“ überzeugt: Es ist eine charmante, unterhaltsame Lektüre mit historischem Flair, sympathischer Hauptfigur und gut dosierter Spannung. Wer historische Krimis mit höfischem Ambiente, einem starken weiblichen Mittelpunkt und nicht zu viel Spannung mag, der ist bei diesem Buch genau richtig.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

warm und herzlich

Books & Coffee - Das Beste liegt immer vor uns
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Als ich „Books & Coffee – Das Beste liegt immer vor uns“ von Ella Lindberg gelesen habe, war ich schon nach wenigen Seiten vollkommen in Lucys Welt versunken. Die Geschichte beginnt in einer schwierigen, ...

Als ich „Books & Coffee – Das Beste liegt immer vor uns“ von Ella Lindberg gelesen habe, war ich schon nach wenigen Seiten vollkommen in Lucys Welt versunken. Die Geschichte beginnt in einer schwierigen, aber auch entscheidenden Lebensphase der Hauptfigur: Nach dem Tod der Cafébesitzerin Marianne soll das beliebte „Café Zuckerzeit“ verkauft werden. Ihr Mann möchte es in gute Hände geben – an jemanden, der es in Mariannes Sinne weiterführt, mit Herz, Liebe und dem gleichen Gespür für Menschen und Atmosphäre. Doch Lucys Arbeitgeber, die Firma ihres Freundes Sascha, hat ganz andere Pläne: Sie will aus dem traditionsreichen Café ein austauschbares Franchise-Konzept machen – eine weitere dieser glatten, seelenlosen Kaffeeketten ohne Persönlichkeit.
Lucy, die in eben dieser Firma arbeitet, spürt sehr deutlich, dass sie das nicht mittragen kann. Kurz entschlossen zieht sie die Reißleine: Sie kündigt ihren Job, trennt sich von Sascha und beschließt, das Café selbst zu übernehmen – obwohl sie weder etwas von Geschäftsführung noch vom Backen versteht. Es ist ein radikaler Schritt, ein Sprung ins Ungewisse, aber einer, der sich für Lucy richtig anfühlt. Und genau dieser Mut, sich gegen Vernunft, Erwartung und Bequemlichkeit zu stellen, macht sie zu einer unglaublich sympathischen Figur.

Ich habe beim Lesen richtig mitgefiebert, wie Lucy sich in dieser neuen Rolle zurechtfindet. Von Büroangestelltenleben zu Cafébesitzerin – das klingt romantisch, aber Ella Lindberg zeigt auch die Mühen dahinter: schlaflose Nächte, bröckelnde Ersparnisse, kleine Rückschläge, die sie immer wieder infrage stellen, und Momente des Zweifels, in denen alles zu viel wird. Gerade diese Ehrlichkeit fand ich wunderbar. Lindberg verklärt Lucys Neuanfang nicht, sondern erzählt ihn mit einem realistischen, liebevollen Blick: Ja, Träume sind möglich – aber sie kosten Mut, Kraft und Ausdauer.

Was mich an dem Buch besonders begeistert hat, ist die Atmosphäre. Das Café Zuckerzeit wird zum Herzstück der Geschichte, fast wie eine eigene Figur. Ich konnte die Wärme, den Duft nach frisch gebrühtem Kaffee und Gebäck förmlich spüren, die Gespräche der Gäste hören, das Klirren von Porzellan und das Summen eines Ortes, an dem man einfach bleiben möchte. Ella Lindberg hat dieses Gefühl von Geborgenheit und Neubeginn mit viel Feingefühl eingefangen.

Zudem mochte ich Ella Lindbergs Schreibstil sehr gerne: leicht, klar, und trotzdem voller Emotion. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Autorin zu sehr bemüht versucht, poetisch zu wirken; die Sprache fließt einfach natürlich, warmherzig und einnehmend. Besonders gelungen fand ich die Dialoge – sie klingen authentisch, lebendig, oft mit einem feinen Humor, der den Figuren Tiefe verleiht. Auch die Beschreibungen der Cafészenerie, der Backversuche, der Begegnungen mit den Gästen – all das hat eine ansteckende Lebendigkeit, die mich richtig mitgerissen hat.

Lucys Entwicklung ist das Herz des Romans. Sie wächst an ihren Aufgaben, stolpert, zweifelt, findet sich wieder. Man merkt, dass sie nicht perfekt ist – und genau das macht sie menschlich und nahbar.
Aber auch Nebenfiguren wie Clara, die Lucy tatkräftig im Café unterstützt, bringen Leben und Energie in die Geschichte.
Und dann ist da natürlich Ben – der Mann, der Lucys Herz erobert. Er ist ein ruhiger, nachdenklicher Charakter, der selbst auf der Suche nach seinem Platz im Leben ist. Besonders mochte ich, dass Lindberg ihm ebenfalls Träume und Ziele gegeben hat: Wir erfahren, was er mit seinem Schreiben erreichen möchte und was ihn früher unzufrieden gemacht hat. Das verleiht ihm Tiefe und macht ihn glaubwürdig.
Allerdings hat mich eines dabei gestört: Über Bens Vergangenheit erfährt man so gut wie nichts. Weder über seine Familie noch über seine Interessen oder darüber, woher er wirklich kommt. Er bleibt auf eine gewisse Weise undurchsichtig – sympathisch, ja, aber auch distanziert. Ich hätte mir gewünscht, dass Lindberg ihn noch etwas mehr öffnet, ihm mehr Hintergrund gibt. So blieb er für mich etwas blass, als hätte man nur die Oberfläche gesehen, während das eigentliche Bild im Schatten blieb. Auch die Liebesgeschichte zwischen Lucy und Ben entwickelt sich für meinen Geschmack etwas zu schnell. Es gibt viele schöne, leise Momente zwischen ihnen, aber am Ende ging es mir doch zu rasch – ich hätte mir mehr Raum gewünscht, damit ihre Beziehung sich natürlicher entfalten kann.

Was mir ebenfalls aufgefallen ist: An einigen Stellen war die Handlung etwas vorhersehbar. Bestimmte Wendungen – etwa wie Lucy mit Rückschlägen umgeht oder wie sich Konflikte auflösen – habe ich kommen sehen. Das hat mein Lesevergnügen zwar nicht wesentlich getrübt, aber ein paar überraschendere Entwicklungen hätten dem Roman gutgetan - wer Gefallen an Wohlfühlromanen hat, wird das jedoch wahrscheinlich kaum stören.

Trotzdem hat mich das Buch insgesamt sehr berührt. Ich mochte die Themen, die Lindberg behandelt: Mut, Selbstfindung, Abschied vom Alten, das Vertrauen in den eigenen Weg. Es geht darum, dass man manchmal erst dann herausfindet, wer man wirklich ist, wenn man alles Vertraute hinter sich lässt.

Als ich die letzte Seite gelesen habe, hatte ich dieses zufriedene, ruhige Gefühl, das gute Bücher hinterlassen: als hätte man selbst ein kleines Stück Mut getankt. Ich würde sagen, Ella Lindberg hat hier einen echten Wohlfühlroman geschrieben – einen, der nicht laut oder spektakulär ist, sondern ehrlich, tröstlich und hoffnungsvoll.

Fazit

„Books & Coffee – Das Beste liegt immer vor uns“ von Ella Lindberg ist ein wunderschöner Roman über Neuanfänge, über das Loslassen und die Kraft, an sich selbst zu glauben – auch wenn einige Wendungen vorhersehbar waren und mir teilweise die Tiefe fehlte. Trotzdem: Für mich war es wie eine heiße Tasse Kakao an einem kalten Nachmittag – wohlig warm und süß und genau das Richtige, um kurz das Leben zu genießen.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

witzig und charmant

Mrs Potts' Mordclub und der Tote in der Themse
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„Mrs Potts’ Mordclub und der Tote in der Themse“ ist der vierte Band der charmanten Krimireihe rund um die scharfsinnige Amateurdetektivin Judith Potts. Obwohl es mein erstes Buch der Reihe war und ich ...

„Mrs Potts’ Mordclub und der Tote in der Themse“ ist der vierte Band der charmanten Krimireihe rund um die scharfsinnige Amateurdetektivin Judith Potts. Obwohl es mein erstes Buch der Reihe war und ich die vorherigen Teile nicht kenne, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, in die Geschichte einzusteigen. Thorogood gelingt es mühelos, neue Leser:innen in seine Welt hineinzuziehen, ohne dass man das Gefühl hat, entscheidende Hintergrundinformationen zu vermissen – und erfreulicherweise werden die früheren Bände auch nicht gespoilert, sodass man sie problemlos nachträglich lesen kann.

Die Handlung beginnt mit einem Leichenfund in der Themse, der zunächst wie ein Unfall aussieht. Doch Judith Potts, die eigenwillige ältere Dame mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und einer Vorliebe für Whiskey und Kreuzworträtsel, ist überzeugt, dass mehr dahintersteckt. Gemeinsam mit ihren beiden Freundinnen Suzie und Becks – dem eingespielten Trio des „Mordclubs“ – beginnt sie zu ermitteln. Bald stoßen die drei auf allerlei Geheimnisse und menschliche Abgründe hinter der idyllischen Fassade des kleinen englischen Städtchens Marlow.

Robert Thorogoods Schreibstil ist elegant, humorvoll und durchzogen von typisch britischem Witz. Seine Sprache liest sich flüssig, leicht und dennoch mit Stil – perfekt für einen Cosy Crime. Die Dialoge sind pointiert, das Tempo angenehm, und der Aufbau der Geschichte folgt einem klaren Rhythmus. Besonders die Gespräche zwischen Judith, Suzie und Becks sind ein Highlight – sie sprühen vor Lebensfreude, Ironie und Charme.

Die Atmosphäre des Romans ist warm und nostalgisch, aber nie kitschig. Marlow wirkt wie ein Ort, in dem die Zeit ein wenig stehen geblieben ist – mit gepflegten Gärten, Teestuben und einer Gesellschaft, die auf den ersten Blick beschaulich wirkt, auf den zweiten jedoch voller Geheimnisse steckt. Thorogood fängt diese Stimmung wunderbar ein und schafft eine angenehme Balance zwischen gemütlicher Kleinstadtidylle und unterschwelliger Spannung.

Die Charaktere sind ohne Zweifel das Herzstück des Buches. Judith Potts ist eine wunderbar unkonventionelle Protagonistin – klug, eigensinnig und mit einem trockenen Humor ausgestattet. Ihre beiden Freundinnen Suzie, die bodenständige Hundesitterin, und Becks, die etwas reservierte Pfarrersfrau, bilden zusammen mit ihr ein herrlich ungleiches, aber harmonisches Trio. Ihre unterschiedlichen Lebenswelten sorgen nicht nur für Witz und Dynamik, sondern auch für Wärme und Tiefe.

Die Handlung selbst ist solide konstruiert, mit einem angenehmen Spannungsbogen und einigen gelungenen Wendungen. Der Fokus liegt jedoch weniger auf atemloser Spannung als auf dem gemeinsamen Rätseln, Beobachten und Kombinieren. Man liest das Buch nicht, um am Ende völlig überrascht zu werden, sondern um den Weg dorthin zu genießen – mit all seinen charmanten Details, humorvollen Momenten und warmherzigen Begegnungen.

Das Ende ist passend und zufriedenstellend gelöst, auch wenn es für erfahrene Krimileser:innen nicht völlig unvorhersehbar sein dürfte. Doch das stört kaum, denn der Weg zur Auflösung ist so unterhaltsam, dass man dem Buch die Vorhersehbarkeit gern verzeiht. Die Auflösung wirkt rund und fügt sich organisch in die Erzählung ein – ohne übertriebene Dramatik oder Konstruiertheit.

Insgesamt ist „Mrs Potts’ Mordclub und der Tote in der Themse“ ein Buch, das sich wunderbar mal zwischendurch lesen lässt – leicht, charmant und humorvoll. Es geht nicht sehr tief und bietet keine psychologische Komplexität, doch genau das ist seine Stärke: Es unterhält, entspannt und lädt zum Miträtseln ein. Wer Lust auf einen klugen, aber unbeschwerten Krimi mit britischem Flair hat, wird hier bestens bedient.

Fazit: Ein herrlich britischer Wohlfühlkrimi mit Witz, Herzenswärme und liebenswerten Figuren. Zwar nicht besonders tiefgründig oder überraschend, aber ausgesprochen unterhaltsam, charmant und perfekt für alle, die einen gemütlichen Krimi zum Abschalten suchen – und das Beste: Auch Neueinsteiger*innen können unbesorgt zugreifen, ohne dass die vorherigen Bände verraten werden.

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