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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2025

Auf der Suche nach der eigenen Wahrheit

Die Kinder von Bilbao
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Die Kinder von Bilbao erzählt eine sehr berührende Geschichte über Herkunft, Identität und die Suche nach Wahrheit. Maria Larrea verarbeitet darin eigene Erfahrungen und greift das Thema illegaler Adoptionen ...

Die Kinder von Bilbao erzählt eine sehr berührende Geschichte über Herkunft, Identität und die Suche nach Wahrheit. Maria Larrea verarbeitet darin eigene Erfahrungen und greift das Thema illegaler Adoptionen auf – ein schwieriges, aber wichtiges Thema, das sie feinfühlig und eindringlich darstellt.

Mir hat besonders gefallen, wie ehrlich und intensiv die Autorin die Zerrissenheit der Hauptfigur beschreibt, als sie die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt. Der Schreibstil ist klar und direkt, gleichzeitig aber voller Emotion und Tiefe. Das Thema der illegalen Adoptionen ist gut recherchiert und wird nicht nur als persönliches Schicksal, sondern auch als gesellschaftliches Problem gezeigt.

Manche Nebenfiguren bleiben etwas blass, und an einigen Stellen hätte ich mir noch mehr Hintergrund gewünscht. Trotzdem hat mich das Buch insgesamt sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht.

Fazit: Ein starkes, persönliches Debüt über Familie, Herkunft und das Ringen um die eigene Identität – berührend, ehrlich und unbedingt lesenswert.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Wenn Entscheidungen das Leben neu schreiben

Die drei Leben der Cate Kay
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Die drei Leben der Cate Kay von Kate Fagan ist ein fesselnder Roman, der geschickt mit verschiedenen Erzählperspektiven und Zeitsträngen spielt. Die Geschichte folgt der Protagonistin in ihren verschiedenen ...

Die drei Leben der Cate Kay von Kate Fagan ist ein fesselnder Roman, der geschickt mit verschiedenen Erzählperspektiven und Zeitsträngen spielt. Die Geschichte folgt der Protagonistin in ihren verschiedenen Lebensabschnitten als Annie, Cass Ford und Cate Kay. Diese Konzeption ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch besonders spannend, da sie tief in die psychologische Dimension von Entscheidungen und deren Konsequenzen eintaucht. Der Schreibstil von Fagan ist prägnant und unmittelbar. Sie versteht es, die Gedanken und Gefühle ihrer Charaktere auf eine Weise zu vermitteln, die den Leser schnell in die Geschichte hineinzieht. Besonders die Wechsel der Erzählperspektive sind gelungen und tragen dazu bei, die komplexe Struktur der Geschichte gut verständlich zu machen. Zwar dauert es eine Weile, bis man die unterschiedlichen Erzählstränge richtig zuordnen kann, doch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist man vollständig im Geschehen drin. Ein weiterer Pluspunkt ist die thematische Tiefe des Buches. Fagan thematisiert auf subtile Weise Fragen zu Identität, Verantwortung und den Auswirkungen von Entscheidungen. Es wird klar, wie die kleinsten Handlungen das Leben einer Person auf völlig unerwartete Weise beeinflussen können, was die Geschichte besonders reflektiert und nachdenklich macht. Allerdings gibt es gegen Ende des Buches einen kleinen Abstrich zu machen. Die Auflösung wirkt an einigen Stellen etwas konstruiert und weniger nachvollziehbar. Einige der Wendungen erscheinen im Rückblick vielleicht ein bisschen zu sehr an den Haaren herbeigezogen, was den gut aufgebauten Spannungsbogen leider ein wenig bricht. Trotzdem bleibt das Buch insgesamt ein sehr lohnenswerter Lesegenuss.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Krimispannung mit einer ordentlichen Prise Humor

Der Tote im Kamin
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Denzil Meyrick gelingt es in "Der Tote im Kamin", Krimispannung mit einer ordentlichen Prise Humor zu verbinden. Besonders die lebendigen Figuren, allen voran der eigenwillige Ermittler Inspector Frank ...

Denzil Meyrick gelingt es in "Der Tote im Kamin", Krimispannung mit einer ordentlichen Prise Humor zu verbinden. Besonders die lebendigen Figuren, allen voran der eigenwillige Ermittler Inspector Frank Grasby, machen das Buch zu einem echten Lesevergnügen. Meyrick zeichnet seine Charaktere mit Witz, Wärme und einer Portion Schrulligkeit, sodass man sich rasch mitten im beschaulichen Dörfchen Elderby zuhause fühlt. Die Mischung aus undurchsichtiger Atmosphäre und pointierten Dialogen sorgt dafür, dass der Krimi trotz ernster Themen nie zu schwer wirkt.

Etwas anders als erwartet war allerdings der inhaltliche Verlauf der Geschichte. Ich hatte mir den Fall etwas mehr à la Agatha Christie vorgestellt; stattdessen steht hier eher eine Agentenjagd im Vordergrund. Das mindert den Unterhaltungswert jedoch kaum – Meyricks Stil bleibt fesselnd und charmant. Insgesamt ein gelungener Krimi mit sympathischem Humor, der Lust auf weitere Fälle mit Frank Grasby macht.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Interessanter Blick hinter die Influencer-Kulisse

Bestie
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Für ein Debüt hat Joana June her wirklich einen ordentlichen Roman hingelegt! Freundschaft, Selbstfindung, Selbstverwirklichung, Träume und der große Wunsch nach Anerkennung - dies alles und noch viel ...

Für ein Debüt hat Joana June her wirklich einen ordentlichen Roman hingelegt! Freundschaft, Selbstfindung, Selbstverwirklichung, Träume und der große Wunsch nach Anerkennung - dies alles und noch viel mehr vereint dieses Buch. Von der ersten Seite an ist man in das Leben der beiden Hauptprotagonistinnen Lilly und Anouk involviert. Aus wechselnden Perspektiven werden wir Zeuge der Gedanken und Geheimnisse der beiden und erfahren gleichzeitig viel über die oftmals so oberflächliche und grausame Welt von Social Media. Der Sprachstil ist wunderbar flüssig und modern und sorgt ebenfalls dafür, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. Zum Ende hin hat es sich die Geschichte für meinen Geschmack etwas gezogen. Da hätte ich tatsächlich noch auf einen gewissen Clou, einen Twist oder Ähnliches gehofft. Nichtsdestotrotz hat mir der Roman super gefallen.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Spannendes Thema mit Aktualitätsbezug unterhaltsam verpackt

Das Geschenk
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"Das Geschenk" habe ich tatsächlich in einem Rutsch weggelesen - und das lag nicht allein an der überschaubaren Seitenzahl. Vom ersten Moment war ich in der Geschichte gefangen und konnte nicht mehr aufhören ...

"Das Geschenk" habe ich tatsächlich in einem Rutsch weggelesen - und das lag nicht allein an der überschaubaren Seitenzahl. Vom ersten Moment war ich in der Geschichte gefangen und konnte nicht mehr aufhören weiterzulesen. Sprachlich fand ich das Buch sehr gut und auch der so realistisch-ironische Blick auf den politischen Alltag und das meist überforderte Regierungspersonal war einfach köstlich. Dass die Elefanten als Metapher zu verstehen sind, wurde schon oft erwähnt. Ich finde die Umsetzung aber wirklich sehr gelungen. Hier wird deutlich, was eine kleine spontane Aussage/Entscheidung als Folge mit sich bringen kann. Der Roman regt zum Nachdenken an. Für mich hätten es gern noch ein paar Seiten mehr sein dürfen. Gerade den Blick hinter die politischen Kulissen hätte ich gern noch vertiefter präsentiert bekommen. Insgesamt aber wirklich gelungen und sehr unterhaltsam.

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