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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2026

Familie kann man sich nicht aussuchen

Die Schwestern
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Mein erster Colm Tóibín - aber bestimmt nicht der letzte. Sprachlich und inhaltlich hat mich das Buch sehr überzeugt. Die Beziehung zwischen den Schwestern sowie zu ihrer Mutter wird auf eine Art beschrieben, ...

Mein erster Colm Tóibín - aber bestimmt nicht der letzte. Sprachlich und inhaltlich hat mich das Buch sehr überzeugt. Die Beziehung zwischen den Schwestern sowie zu ihrer Mutter wird auf eine Art beschrieben, die fesselt aber auch ungläubig zurücklässt. Mit dieser Familie braucht man keine Feinde mehr. Wir erfahren die Handlung aus der Perspektive von Montse, der jüngsten der drei Schwestern. Neben einigen verletzenden Aktionen ihrer Familienmitglieder ist die Gleichgültigkeit ihr gegenüber aber wohl das Schlimmste. Doch sie lernt dazu und findet ihren Seelenfrieden. Ein wirklich gutes Buch!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Überzeugender Auftakt

Die weiße Dame
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"Die weiße Dame" ist ein unterhaltsamer Krimi mit sympathischen Figuren. Die Psychotherapeutin Salome Liebenskind wird unfreiwillig in eine Mordermittlung hineingezogen, kann sich aber nach kurzer Zeit ...

"Die weiße Dame" ist ein unterhaltsamer Krimi mit sympathischen Figuren. Die Psychotherapeutin Salome Liebenskind wird unfreiwillig in eine Mordermittlung hineingezogen, kann sich aber nach kurzer Zeit selbst nicht mehr aus den Ermittlungen heraushalten. So befördert sie nach und nach lang gehegte Geheimnisse ans Tageslicht und gerät immer wieder an den attraktiven, aber vergebenen Kommissar Julian Christ. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, besonders, da sich die Lösung des Falles nicht schon von Beginn an angekündigt hat. Auch die Figur des Kommissars und das private Umfeld von Salome Liebeskind fand ich sehr erfrischend. Diese Buchreihe würde ich auf jeden Fall weiterverfolgen.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Auf der Suche nach der eigenen Wahrheit

Die Kinder von Bilbao
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Die Kinder von Bilbao erzählt eine sehr berührende Geschichte über Herkunft, Identität und die Suche nach Wahrheit. Maria Larrea verarbeitet darin eigene Erfahrungen und greift das Thema illegaler Adoptionen ...

Die Kinder von Bilbao erzählt eine sehr berührende Geschichte über Herkunft, Identität und die Suche nach Wahrheit. Maria Larrea verarbeitet darin eigene Erfahrungen und greift das Thema illegaler Adoptionen auf – ein schwieriges, aber wichtiges Thema, das sie feinfühlig und eindringlich darstellt.

Mir hat besonders gefallen, wie ehrlich und intensiv die Autorin die Zerrissenheit der Hauptfigur beschreibt, als sie die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt. Der Schreibstil ist klar und direkt, gleichzeitig aber voller Emotion und Tiefe. Das Thema der illegalen Adoptionen ist gut recherchiert und wird nicht nur als persönliches Schicksal, sondern auch als gesellschaftliches Problem gezeigt.

Manche Nebenfiguren bleiben etwas blass, und an einigen Stellen hätte ich mir noch mehr Hintergrund gewünscht. Trotzdem hat mich das Buch insgesamt sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht.

Fazit: Ein starkes, persönliches Debüt über Familie, Herkunft und das Ringen um die eigene Identität – berührend, ehrlich und unbedingt lesenswert.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Wenn Entscheidungen das Leben neu schreiben

Die drei Leben der Cate Kay
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Die drei Leben der Cate Kay von Kate Fagan ist ein fesselnder Roman, der geschickt mit verschiedenen Erzählperspektiven und Zeitsträngen spielt. Die Geschichte folgt der Protagonistin in ihren verschiedenen ...

Die drei Leben der Cate Kay von Kate Fagan ist ein fesselnder Roman, der geschickt mit verschiedenen Erzählperspektiven und Zeitsträngen spielt. Die Geschichte folgt der Protagonistin in ihren verschiedenen Lebensabschnitten als Annie, Cass Ford und Cate Kay. Diese Konzeption ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch besonders spannend, da sie tief in die psychologische Dimension von Entscheidungen und deren Konsequenzen eintaucht. Der Schreibstil von Fagan ist prägnant und unmittelbar. Sie versteht es, die Gedanken und Gefühle ihrer Charaktere auf eine Weise zu vermitteln, die den Leser schnell in die Geschichte hineinzieht. Besonders die Wechsel der Erzählperspektive sind gelungen und tragen dazu bei, die komplexe Struktur der Geschichte gut verständlich zu machen. Zwar dauert es eine Weile, bis man die unterschiedlichen Erzählstränge richtig zuordnen kann, doch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist man vollständig im Geschehen drin. Ein weiterer Pluspunkt ist die thematische Tiefe des Buches. Fagan thematisiert auf subtile Weise Fragen zu Identität, Verantwortung und den Auswirkungen von Entscheidungen. Es wird klar, wie die kleinsten Handlungen das Leben einer Person auf völlig unerwartete Weise beeinflussen können, was die Geschichte besonders reflektiert und nachdenklich macht. Allerdings gibt es gegen Ende des Buches einen kleinen Abstrich zu machen. Die Auflösung wirkt an einigen Stellen etwas konstruiert und weniger nachvollziehbar. Einige der Wendungen erscheinen im Rückblick vielleicht ein bisschen zu sehr an den Haaren herbeigezogen, was den gut aufgebauten Spannungsbogen leider ein wenig bricht. Trotzdem bleibt das Buch insgesamt ein sehr lohnenswerter Lesegenuss.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Krimispannung mit einer ordentlichen Prise Humor

Der Tote im Kamin
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Denzil Meyrick gelingt es in "Der Tote im Kamin", Krimispannung mit einer ordentlichen Prise Humor zu verbinden. Besonders die lebendigen Figuren, allen voran der eigenwillige Ermittler Inspector Frank ...

Denzil Meyrick gelingt es in "Der Tote im Kamin", Krimispannung mit einer ordentlichen Prise Humor zu verbinden. Besonders die lebendigen Figuren, allen voran der eigenwillige Ermittler Inspector Frank Grasby, machen das Buch zu einem echten Lesevergnügen. Meyrick zeichnet seine Charaktere mit Witz, Wärme und einer Portion Schrulligkeit, sodass man sich rasch mitten im beschaulichen Dörfchen Elderby zuhause fühlt. Die Mischung aus undurchsichtiger Atmosphäre und pointierten Dialogen sorgt dafür, dass der Krimi trotz ernster Themen nie zu schwer wirkt.

Etwas anders als erwartet war allerdings der inhaltliche Verlauf der Geschichte. Ich hatte mir den Fall etwas mehr à la Agatha Christie vorgestellt; stattdessen steht hier eher eine Agentenjagd im Vordergrund. Das mindert den Unterhaltungswert jedoch kaum – Meyricks Stil bleibt fesselnd und charmant. Insgesamt ein gelungener Krimi mit sympathischem Humor, der Lust auf weitere Fälle mit Frank Grasby macht.

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