Profilbild von Archer

Archer

Lesejury Star
offline

Archer ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Archer über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2025

Rassel und Schuh

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad
0

Heidi wird gerade von Pech verfolgt, als sie aus dem Urlaub mit Papa und Jennifer, Papas Freundin, nach Hause kommt. Obwohl ihr Zimmer renoviert werden sollte, ist es noch lange nicht fertig. Als wäre ...

Heidi wird gerade von Pech verfolgt, als sie aus dem Urlaub mit Papa und Jennifer, Papas Freundin, nach Hause kommt. Obwohl ihr Zimmer renoviert werden sollte, ist es noch lange nicht fertig. Als wäre das nicht genug, bekommt sie mit, dass Papa und Jennifer Geldsorgen haben. Zum Glück trifft gerade Bill ein. Bill hat ein Riesenrad, das er am Campingplatz aufstellt, dort aber keinen Platz mehr bekommen hat und jetzt zur Untermiete bei ihnen wohnt. Doch je länger Bill bei ihnen ist, desto seltsamere Sachen passieren. Und Heidis Oma wird auch immer seltsamer: Sie verlangt von Heidi, dass das Riesenrad weg muss, denn sonst passiert was Schlimmes. Schnell überschlagen sich jetzt die Ereignisse in Hovenäset ...

Das Buch ist ein Kindergrusel und deshalb habe ich es zusammen mit meinem Vorlesekind gelesen. Es hat wirklich unheimliche Elemente, die sogar Erwachsenen einen Schauder über den Rücken jagen und mit Heidi eine wirklich sympathische Protagonistin. Es liest sich schnell und ist kindgerecht - solange das Kind nicht zu sensibel ist. Was uns gestört hat, war, dass es keine oder nur wenige Wohlfühlmomente für Heidi gegeben hat. Zwar hat sie zwei Freunde, aber diese Freundschaft wird nicht gut ausgearbeitet und dadurch, dass Heidis Vater und Jennifer sich kaum um sie kümmern und ihre Oma dement ist, gibt es eigentlich keinen Moment zum Durchatmen für sie und damit für die LeserInnen. Mein Vorlesekind fand das sehr belastend. Dazu kommt, dass es kein befriedigendes Ende gibt - möglicherweise klärt sich das in den nächsten Bänden, aber für ein Kinderbuch fände ich ein richtig klassisches fröhliches Ende sehr viel angemessener. Ich hatte noch ein paar Dinge, die ich nicht ganz logisch fand, aber das hat mein Vorlesekind nicht gestört, deshalb runde ich meine 3.5 auf 4 Punkte auf, denn bei diesem Buch ist sie die Chefin. Ihr hat es größtenteils gefallen und sie wäre auch an den Nachfolgern interessiert.

Veröffentlicht am 15.10.2025

Cold Storage

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
0

Morde? Kriminelle Machenschaften? Intrigen, die aufgeklärt werden müssen? Fehlanzeige. Dieses Jahr ging es bei Joyce, Elizabeth, Ron und Ibrahim äußerst gelassen zu. Das ändert sich erst, als die Hochzeit ...

Morde? Kriminelle Machenschaften? Intrigen, die aufgeklärt werden müssen? Fehlanzeige. Dieses Jahr ging es bei Joyce, Elizabeth, Ron und Ibrahim äußerst gelassen zu. Das ändert sich erst, als die Hochzeit von Joyces Tochter Joanna stattfindet. Einer der besten Freunde des Bräutigams, Nick, wendet sich an Elizabeth. Er kennt ihren Ruf und er möchte, dass sie ihm hilft. Jemand wollte ihn umbringen und da er demnächst an ein riesiges Vermögen kommt, hat er Angst, dass es demjenigen auch gelingen könnte. Doch dann verschwindet Nick spurlos und ausgerechnet seine Partnerin Holly, die eben noch vom Donnerstagsmordclub befragt wurde, stirbt durch die Explosion einer Autobombe. Die vier samt ihrem mittlerweile äußerst weitem Kreis an Freunden und Unterstützern müssen einen Code knacken und einen Mörder finden.

Im Donnerstagsmordclub reinzulesen, ist inzwischen ein bisschen wie nach Hause zu kommen. Dieses Mal war die Freude jedoch ein bisschen verhaltener. Elizabeth kommt nur schwer aus ihrer Trauer um Stephen heraus, Joyce hat den Kopf voll mit der Hochzeit, Ron hat mörderische Familienprobleme und Ibrahim ... nun. Der hat Connie. Wer Connie kennt, weiß, dass er damit voll ausgelastet ist. Und so baut sich zwar wieder ein interessanter Fall auf, der mit vielen Irrwegen gepflastert ist, aber ein bisschen kommt mir der DMC ein bisschen zu kurz. Es werden so viele Charaktere noch zwischenzeitlich abgehandelt, dafür aber einige ganz schön außen vorgelassen. Zu wenig Donna und Chris, selbst Bogdan war hier eher Schoßhündchen als der Mann für alles. Die Auflösung war zwar clever, aber auch ein bisschen antiklimaktisch, wenn man mich fragt. Alles in allem war es zwar schön, aber insgesamt ein etwas schwächeres Buch als die Vorgänger.

Veröffentlicht am 02.09.2025

Metallrösser

Heavenbreaker
0

400 Jahre, nachdem die Erde gegen einen Feind aus dem Weltall gekämpft hat, haben nur wenige Menschen in Raumstationen weit entfernt überlebt. Sie sind trotz moderner Technik sozialtechnisch eher wieder ...

400 Jahre, nachdem die Erde gegen einen Feind aus dem Weltall gekämpft hat, haben nur wenige Menschen in Raumstationen weit entfernt überlebt. Sie sind trotz moderner Technik sozialtechnisch eher wieder im Mittelalter mit König, Adel und Pöbel. Synali ist die uneheliche Tochter eines Barons, der sie und ihre Mutter töten lassen will. Synali überlebt schwerverletzt und schwört dem Haus Hauteclare Rache. Es gelingt ihr, ihren Vater zu töten und einen Pakt mit einem verstoßenen Adeligen einzugehen. Doch dafür muss sie Heavenbreaker reiten, eine Art Mecha-Ross, mit dessem Geist sie verschmilzt, und sie muss an einem Turnier teilnehmen, wo sie auf Verwandte, Feinde und überraschenderweise Verbündete trifft.

Für einen Einstieg war das eine recht lange Lektüre, aber sie war dennoch kurzweilig. Anfangs ist man ein bisschen irritiert, weil man nicht weiß, in welche Richtung sich das Ganze bewegt, doch das legt sich schnell. Der Schreibstil ist locker und flüssig, ein bisschen genervt hat mich manchmal das dogmaartige Wiederholen, dass Synali sterben will/wird und ein paar pseudotechnische Begriffe, die auf Sci-Fi deuten sollten. Trotzdem konnte mich das Buch gut fesseln und ich bin gespannt, wie Synalis Der-Graf-von-Monte-Christo-Reise weitergeht.

Veröffentlicht am 23.08.2025

Ralston Island

Death at Morning House
0

Marlowe Wexler trägt einen Namen, der zu einem düsteren Privatdetektiv passen würde, ist aber eine junge Frau von etwa 17 Jahren, die unsterblich in Akilah verliebt ist. Bei ihrem ersten Date schafft sie ...

Marlowe Wexler trägt einen Namen, der zu einem düsteren Privatdetektiv passen würde, ist aber eine junge Frau von etwa 17 Jahren, die unsterblich in Akilah verliebt ist. Bei ihrem ersten Date schafft sie es, durch eine explodierende Kerze ein Haus abzufackeln. Um auf andere Gedanken zu kommen, nimmt sie einen Sommerjob auf einem riesigen Anwesen an, auf dem Führungen gegeben werden, und das mit einer tragischen Geschichte aus den 30iger Jahren dienen kann. Sie und die anderen Ferienjobber werden von Dr. Henson beaufsichtigt, die das mit dem Beaufsichtigen allerdings nicht sehr genau nimmt. Während Marlowe sich einlebt, erfährt sie von Morden in der Vergangenheit. Doch auch in jüngster Zeit gab es einen Todesfall unter ihren neuen MitbewohnerInnen - und dann verschwindet auch noch Dr. Henson, während ein gewaltiger Sturm aufzieht ...

Ich mochte die Story von Marlowe, die zwar manchmal recht tolpatschig ist, aber doch irgendwie doch ziemlich cool. Was auch cool ist, dass hier quasi drei verschiedene Verbrechen miteinander verwoben werden. Wobei ganz zu Anfang, bei den Zeitungsausschnitten, mit den Daten der Todesfälle geschlampt wurde, das hat mich anfangs sehr irritiert. Weiß nicht, ob das ein Fehler durch die Übersetzung ist oder schon im Original vorkommt. Sobald die Story, nach einem etwas zähen Einstieg, Fahrt aufnimmt, breitet sich das gesamte dramatische Geschehen recht logisch aus, vielleicht ein bisschen bis auf den Schluss. Ist es wirklich logisch, dass alle Marlowe glauben, obwohl sich die anderen schon so lange kennen? So oder so, es war eine kurzweilige, interessante Geschichte, die mir gut gefallen hat.

Veröffentlicht am 31.07.2025

Feen und Dämonen

Das Mädchen aus der Schwebenden Welt (Floating World-Dilogie, Band 1)
0

Ren lebt seit 10 Jahren unter fahrenden Artisten; sie gibt sich als normales Mädchen aus und versucht krampfhaft, ihre Magie zu verbergen. Doch dann werden sie bei einem Auftritt in einem Bergdorf von ...

Ren lebt seit 10 Jahren unter fahrenden Artisten; sie gibt sich als normales Mädchen aus und versucht krampfhaft, ihre Magie zu verbergen. Doch dann werden sie bei einem Auftritt in einem Bergdorf von einem Dämonen angegriffen, der mehrere Leute tötet und Lichtmagie bricht aus Ren hervor und tötet den Dämonen. Ihre Magie war so stark, dass sie noch weit weg gesehen wurde - und plötzlich sind viele Feinde und Assassinen hinter ihr her. Sunho, der vor zwei Jahren ohne Gedächtnis aufgewacht ist, wird ebenfalls angeheuert, sie zu finden. Inkognito treffen die beiden aufeinander und erkennen schnell, dass der wahre Feind jemand anders ist.

Nicht nur die Grundidee, auch mehrheitlich die Umsetzung und der Schreibstil haben mir gut gefallen. Mit Ren und Sunho gibt es zwei hochsympathische Hauptpersonen, die durch weitere Charaktere gut in Szene gesetzt werden. Solange es in der Geschichte keine Actionszenen gibt, macht die Autorin auch alles richtig: Poesie und Realität halten sich die Waage. Allerdings sind Ereignisse in Aufruhr und intensive Actionszenen nicht ihre Stärke. Da neigt sie dazu, Wichtiges zu schnell abzuhandeln und Unwichtiges auszuwälzen. Und solange es für gewisse Ereignisse noch keine Erklärung gibt, scheinen sich auch ein paar Logikfehler eingeschlichen zu haben. Trotzdem lässt sich das Ganze schön lesen und mich würde auf jeden Fall die Fortsetzung interessieren.