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Veröffentlicht am 20.11.2025

Lost Island

The Second Death of Locke
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Vor sechzehn Jahren verschwand die Insel von Locke spurlos durch eine gewaltige Katastrophe und damit auch fast die gesamte Magie im Reich. Nur, wenn sich jetzt zwei Leute zusammentun - die Quelle und ...

Vor sechzehn Jahren verschwand die Insel von Locke spurlos durch eine gewaltige Katastrophe und damit auch fast die gesamte Magie im Reich. Nur, wenn sich jetzt zwei Leute zusammentun - die Quelle und ein Magier - kann Magie gewirkt werden. Viele Kriege zerreißen die Ländereien und jeder versucht, einen Vorteil für sich herauszuholen. Als das Gerücht umgeht, der Erbe von Locke (und damit der Magie) wäre noch am Leben, machen sich mehrere Nationen auf, sich diesen gewaltigen Vorteil zu sichern. Grey Flynn, eine Quelle, und ihr Magier und bester Freund Kier werden auf eine Selbstmordmission geschickt, mit einer kleinen Truppe diesen Erben zu finden und ins eigene Lager zu bringen. Was außer Kier und Grey niemand weiß: Sie sind die Einzigen, denen bewusst ist, dass der Erbe nicht echt ist ... und Lockes Erbe näher ist, als man denkt.

Das ist mal eine einzigartige Geschichte, wie man sie heutzutage nicht mehr oft vorgesetzt bekommt. Sie beinhaltet ein Magiesystem, das mir so noch nicht untergekommen ist und ein düsteres Militärsetting mit Blut, Kampf und Leid. Ich mochte die Charaktere sehr. Grey versucht irgendwie, unter dem Radar zu fliegen (nicht, dass es in dieser Welt eines gäbe) und Kier ist eine wunderbare green flag. Ihr Verhältnis als Friends turned Lovers war schön mitzuerleben, nicht kitschig, sondern immer von Vertrauen und Gleichberechtigung geprägt. Auch die SoldatInnen ihres Trupps war eine coole Mischung interessanter Charaktere, von denen ich jeden einzelnen mochte. Vielleicht sollten sich queerfeindliche Leute von dem Buch fernhalten, denn hier werden beiläufig und als völlig normal angenehm queere Personen vorgestellt.

Ein bisschen neigte das Buch zwischendurch zur Langatmigkeit, aber alles in allem habe ich das Lesen sehr genossen.

Veröffentlicht am 28.10.2025

Neun Musen

Palace of Ink & Illusions, Band 1 - Der Kuss der Muse
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Liv hat in letzter Zeit viel Pech gehabt. Ihr Internetwebtoon läuft nicht richtig und dann wird sie auch noch von der Uni geworfen. Da kommt ihr die gewonnene Freikarte für einen Autorenwettbewerb ganz ...

Liv hat in letzter Zeit viel Pech gehabt. Ihr Internetwebtoon läuft nicht richtig und dann wird sie auch noch von der Uni geworfen. Da kommt ihr die gewonnene Freikarte für einen Autorenwettbewerb ganz richtig. Es geht ihr gar nicht darum zu gewinnen, aber sie erhofft sich ordentlich Werbung für ihren Webtoon. Schon auf dem Hinflug nach Korfu trifft sie auf Flame, den geheimnisvollen jungen Mann, der unter Radar bleiben möchte. Als der Wettbewerb losgeht, stellen die Teilnehmenden schnell fest, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht - und dass sie direkt in einen gefährlichen, magischen Wettbewerb gelandet sind, den nur einer von ihnen gewinnen kann.

Ich habe an dieser Geschichte tatsächlich um einiges mehr Spaß gehabt als an dem 1. Band der Romeo-and-Juliet-Society. Das liegt daran, dass Liv einfach viel schlagfertiger und durch die Situationskomik witziger ist. Und ich mag auch fast alle Charaktere, die ich mögen soll, das ist schon mal viel wert. Die Geschichte selbst ist originell und kurzweilig und wartet mit einer interessanten Grundidee auf. Was mich tatsächlich gestört hat, sind die spicy Szenen und diese quasi Instalove. Ich bin mir nicht sicher, ob man mit achtzehn schon echt so scharf auf jemanden ist, dass man alles um sich herum vergisst, selbst Todesgefahr. Alles in allem habe ich jedenfalls Spaß gehabt und möchte wissen, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 23.10.2025

Einfach Hazel

Das Dreizehnte Kind
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Natürlich ist die Hauptperson Hazel alles andere als einfach. Sie ist das dreizehnte Kind törichter Eltern (O-Ton: ein Gott). Als solches wird sie von den Göttern gefordert. Zuerst von der Ersten Göttin, ...

Natürlich ist die Hauptperson Hazel alles andere als einfach. Sie ist das dreizehnte Kind törichter Eltern (O-Ton: ein Gott). Als solches wird sie von den Göttern gefordert. Zuerst von der Ersten Göttin, doch Hazels Vater lehnt ab. Dann von den Vielen, doch wieder lehnt Hazels Vater ab. Als dann jedoch Merrick, der Gott des Todes, auftaucht, stimmt er zu. Dennoch sind die ersten zwölf Jahre für Hazel nicht schön, denn ihre Eltern kümmern sich nicht um sie. Als dann endlich Merrick auftaucht und sie zu sich nimmt, ist sie wieder lange allein, aber sie lernt die Kunst des Heilens. Ihre unglaublichen Fähigkeiten sprechen sich herum und schließlich wird sie an den Hof des Königs beordert. Dort lernt Hazel, dass nicht nur Götter Intrigen schmieden, aber auch die Liebe kennen.

Ich habe das Buch wirklich genossen. Es nimmt sich viel Zeit für Hazels Kinder-/Jugendjahre, aber auch die Beschaffenheit der Welt mit ihren ach-so-menschlichen Göttern. Möglicherweise wird es zwischendurch mal ein bisschen langatmig und ich bin mir nicht ganz sicher, warum Merrick bzw. die Erste Hazel zu dem zwingen wollten, was sie tun sollte. Jemand, der heilt, sollte heilen, nicht töten, oder? Auch wenn man das Mündel des Totengottes ist. Es geht viel um Ethik: Ist es vertretbar, ein Leben zu nehmen, um mehrere oder viele zu retten? Und mir gefällt gut, dass das männliche LI sich im Laufe der Handlung zu einer absoluten Green Flag entwickelt. Mir hat das Buch jedenfalls gefallen, aber es ist eine Lektüre für Ausdauersportler, nicht für Sprinter.

Veröffentlicht am 17.10.2025

Rassel und Schuh

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad
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Heidi wird gerade von Pech verfolgt, als sie aus dem Urlaub mit Papa und Jennifer, Papas Freundin, nach Hause kommt. Obwohl ihr Zimmer renoviert werden sollte, ist es noch lange nicht fertig. Als wäre ...

Heidi wird gerade von Pech verfolgt, als sie aus dem Urlaub mit Papa und Jennifer, Papas Freundin, nach Hause kommt. Obwohl ihr Zimmer renoviert werden sollte, ist es noch lange nicht fertig. Als wäre das nicht genug, bekommt sie mit, dass Papa und Jennifer Geldsorgen haben. Zum Glück trifft gerade Bill ein. Bill hat ein Riesenrad, das er am Campingplatz aufstellt, dort aber keinen Platz mehr bekommen hat und jetzt zur Untermiete bei ihnen wohnt. Doch je länger Bill bei ihnen ist, desto seltsamere Sachen passieren. Und Heidis Oma wird auch immer seltsamer: Sie verlangt von Heidi, dass das Riesenrad weg muss, denn sonst passiert was Schlimmes. Schnell überschlagen sich jetzt die Ereignisse in Hovenäset ...

Das Buch ist ein Kindergrusel und deshalb habe ich es zusammen mit meinem Vorlesekind gelesen. Es hat wirklich unheimliche Elemente, die sogar Erwachsenen einen Schauder über den Rücken jagen und mit Heidi eine wirklich sympathische Protagonistin. Es liest sich schnell und ist kindgerecht - solange das Kind nicht zu sensibel ist. Was uns gestört hat, war, dass es keine oder nur wenige Wohlfühlmomente für Heidi gegeben hat. Zwar hat sie zwei Freunde, aber diese Freundschaft wird nicht gut ausgearbeitet und dadurch, dass Heidis Vater und Jennifer sich kaum um sie kümmern und ihre Oma dement ist, gibt es eigentlich keinen Moment zum Durchatmen für sie und damit für die LeserInnen. Mein Vorlesekind fand das sehr belastend. Dazu kommt, dass es kein befriedigendes Ende gibt - möglicherweise klärt sich das in den nächsten Bänden, aber für ein Kinderbuch fände ich ein richtig klassisches fröhliches Ende sehr viel angemessener. Ich hatte noch ein paar Dinge, die ich nicht ganz logisch fand, aber das hat mein Vorlesekind nicht gestört, deshalb runde ich meine 3.5 auf 4 Punkte auf, denn bei diesem Buch ist sie die Chefin. Ihr hat es größtenteils gefallen und sie wäre auch an den Nachfolgern interessiert.

Veröffentlicht am 15.10.2025

Cold Storage

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Morde? Kriminelle Machenschaften? Intrigen, die aufgeklärt werden müssen? Fehlanzeige. Dieses Jahr ging es bei Joyce, Elizabeth, Ron und Ibrahim äußerst gelassen zu. Das ändert sich erst, als die Hochzeit ...

Morde? Kriminelle Machenschaften? Intrigen, die aufgeklärt werden müssen? Fehlanzeige. Dieses Jahr ging es bei Joyce, Elizabeth, Ron und Ibrahim äußerst gelassen zu. Das ändert sich erst, als die Hochzeit von Joyces Tochter Joanna stattfindet. Einer der besten Freunde des Bräutigams, Nick, wendet sich an Elizabeth. Er kennt ihren Ruf und er möchte, dass sie ihm hilft. Jemand wollte ihn umbringen und da er demnächst an ein riesiges Vermögen kommt, hat er Angst, dass es demjenigen auch gelingen könnte. Doch dann verschwindet Nick spurlos und ausgerechnet seine Partnerin Holly, die eben noch vom Donnerstagsmordclub befragt wurde, stirbt durch die Explosion einer Autobombe. Die vier samt ihrem mittlerweile äußerst weitem Kreis an Freunden und Unterstützern müssen einen Code knacken und einen Mörder finden.

Im Donnerstagsmordclub reinzulesen, ist inzwischen ein bisschen wie nach Hause zu kommen. Dieses Mal war die Freude jedoch ein bisschen verhaltener. Elizabeth kommt nur schwer aus ihrer Trauer um Stephen heraus, Joyce hat den Kopf voll mit der Hochzeit, Ron hat mörderische Familienprobleme und Ibrahim ... nun. Der hat Connie. Wer Connie kennt, weiß, dass er damit voll ausgelastet ist. Und so baut sich zwar wieder ein interessanter Fall auf, der mit vielen Irrwegen gepflastert ist, aber ein bisschen kommt mir der DMC ein bisschen zu kurz. Es werden so viele Charaktere noch zwischenzeitlich abgehandelt, dafür aber einige ganz schön außen vorgelassen. Zu wenig Donna und Chris, selbst Bogdan war hier eher Schoßhündchen als der Mann für alles. Die Auflösung war zwar clever, aber auch ein bisschen antiklimaktisch, wenn man mich fragt. Alles in allem war es zwar schön, aber insgesamt ein etwas schwächeres Buch als die Vorgänger.