Profilbild von die_gluecksfee

die_gluecksfee

aktives Lesejury-Mitglied
offline

die_gluecksfee ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit die_gluecksfee über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2025

Depression trifft auf Hochzeit

Wedding People (deutsche Ausgabe)
0

Phoebe hat ihr Leben genauestens geplant. Sie will sich nämlich nach ihrer Ankunft in einem teuren Hotel das Leben nehmen. Sie ist von Depression betroffen und hat eine gescheiterte Ehe hinter sich. Unerwartet ...

Phoebe hat ihr Leben genauestens geplant. Sie will sich nämlich nach ihrer Ankunft in einem teuren Hotel das Leben nehmen. Sie ist von Depression betroffen und hat eine gescheiterte Ehe hinter sich. Unerwartet trifft sie auf eine Hochzeitsgesellschaft und wird von der Braut in die Hochzeitswoche integriert. Schnell versandet Phoebes Plan und stattdessen lernt sie das Brautpaar kennen, freundet sich mit ihnen an und feiert mit ihnen.



Das Buch ist in sieben Kapiteln aufgeteilt (in Wochentagen). Die Geschichte enthält einige Wendungen, die zum Weiterlesen motivieren. Nichtsdestotrotz plätschert die Geschichte an zu vielen Stellen leider vor sich hin, sodass ich einzelne Abschnitte etwas unaufmerksamer gelesen oder gar überflogen habe. Es gab auch vereinzelt absurde Vorkommnisse, die zu konstruiert wirkten. Auch das Ende konnte mich nicht wirklich überzeugen, es schien mir alles abrupt und bedeutungslos. Alison Espach hat es geschafft, die schwere Thematik von Depression und Tod leicht zu erzählen. Eine tiefere Auseinandersetzung findet jedoch nicht statt, was zum Buch als Unterhaltungslektüre auch nicht gepasst hätte. Im Buch geht es viel um Neuanfänge und Selbstfindung.



Die Figuren im Buch waren alle eigenartig und teilweise sogar skurril, was sehr unterhaltsam war. Vor allem fand ich Phoebes und Lilas Charakterentwicklung im Verlauf der Handlung sehr interessant. Der Schreibstil ist locker und humorvoll und hat mir grösstenteils gefallen.



Zusammenfassend hat mir in der Handlung das gewisse Etwas gefehlt, ich hatte vielleicht zu hohe Erwartungen. Trotzdem wurde ich insgesamt gut unterhalten und kann es als Lektüre zwischendurch grundsätzlich empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2025

Hoher Unterhaltungsfaktor mit leichter Gesellschaftskrititk

Hustle
0

Der Klappentext hat mir sofort zugesagt. Eine kritische Auseinandersetzung mit den moralischen Vorstellungen, da bin ich sofort dabei! Umso gespannter war ich auf das Buch. Es geht um Leonie, die nach ...

Der Klappentext hat mir sofort zugesagt. Eine kritische Auseinandersetzung mit den moralischen Vorstellungen, da bin ich sofort dabei! Umso gespannter war ich auf das Buch. Es geht um Leonie, die nach München zieht und Schwierigkeiten hat, ihre Lebenshaltungskosten zu decken. Sie trifft auf eine Frauengruppe, die auf jeweils dubiose Weise viel Geld verdient. Genau das, was Leonie gerade braucht. Schnell entsteht die Idee, für kleinere Racheaktionen Geld zu verlangen.

Durch die kurzen Kapitel fliegt man förmlich durch das Buch. Die Handlung schreitet recht schnell voran. An manchen Stellen wirkt es fast wie eine Aneinanderreihung von Episoden. Aufgrund der spannenden Thematik hätte ich mir eine grosse Eskalation gewünscht, was aber leider ausgeblieben ist. Dies hat mich nach der Lektüre etwas unzufrieden zurückgelassen. Auch das Ende war nicht zufriedenstellend. Die Geschichte wurde abrupt beendet, dabei sind zu viele Fragen offen geblieben. Nichtsdestotrotz bietet die Geschichte einen hohen Unterhaltungsfaktor. Jedoch fehlt eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Schwerpunkt der moralischen Frage.

Der Schreibstil hat mir wiederum sehr gut gefallen. Mit einem lockeren und sarkastischen Ton bringt sie die scharfe Kritik an den hohen Mietpreisen in Grossstädten gekonnt rüber. Ich konnte nicht zu allen Charakteren eine Bindung aufbauen. Es fehlte mir an manchen Stellen (auch hier) etwas Tiefe. Was ich grundsätzlich toll fand, ist, dass die weiblichen Figuren in der Geschichte stark und unabhängig gezeichnet wurden.

Kurzum, eine super Lektüre für Leser, die unterhalten werden wollen und sich nicht allzu viel Tiefe wünschen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.09.2025

Nettes Gedankenexperiment für Zwischendurch

Gesellschaftsspiel
0

Ein Milliardär plant, die Demokratie zu transformieren - und das ausgerechnet in Weimar. Alle Bürger können in einer App ihre Vorschläge für eine neue Gesellschaftsordnung einreichen und abstimmen. Als ...

Ein Milliardär plant, die Demokratie zu transformieren - und das ausgerechnet in Weimar. Alle Bürger können in einer App ihre Vorschläge für eine neue Gesellschaftsordnung einreichen und abstimmen. Als Kontrast zum diesem politischen Schwerpunkt lernt der Leser Dagmar, Annika und Isabelle kennen, die miteinander verwandt sind und einen Verlust eines nahestehenden Familienmitglieds erleben.



Die Handlung klang anfangs vielversprechend und einzigartig. Es gibt zwischen den Kapiteln kurze Einschübe, die als Text oder Chatverlauf konstruiert sind. Dies bietet interessante Einblicke in die revolutionäre Idee der neuen App. Der Tod des Familienmitglieds geht da etwas unter und wird bei den Protagonistinnen nicht als Priorität angesehen. Die App nimmt die ganze Gedankenwelt der Charaktere ein. Ab der Mitte schwächelt die Handlung etwas. Ich habe mir einfach mehr von der Umsetzung erwartet. Die App fördert den gesellschaftlichen Diskurs, sie schafft eine Möglichkeit für Austausch zwischen Bürgern. Jedoch passiert auch nicht viel mehr als das.

Mit den Figuren konnte ich auch nicht warm werden, es wird immer eine gewisse Distanz gehalten. Ich habe lange die zwei Schwestern nicht auseinanderhalten können. Auf mich wirkten die drei Figuren sehr ähnlich.

Kurz: Die Gesellschaftskritik ist bei mir nicht so deutlich rübergekommen, wie ich erhofft hatte. Wer sich tiefer mit politischer Kritik auseinandersetzen will, dem empfehle ich eher: Das Geschenk von Gaea Schoeters.

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 25.09.2025

Verfehltes Potenzial

Der Krabbenfischer
0

Thomas ist Krabbenfischer, der jeden Tag pflichtbewusst ans Meer geht, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. In ihm schwirrt aber die Leidenschaft zur Musik. Eine Begegnung mit einem Regisseur wirbelt ...

Thomas ist Krabbenfischer, der jeden Tag pflichtbewusst ans Meer geht, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. In ihm schwirrt aber die Leidenschaft zur Musik. Eine Begegnung mit einem Regisseur wirbelt sein Leben etwas durcheinander.

An dem Buch hat mir die Sprache am meisten gefallen. Wood schreibt so wunderschön atmosphärisch und poetisch, dass man das Gefühl hat, selbst im Nebel zu stehen. Der Schreibstil passt also perfekt zum Setting des Krabbenfischers. Mit einer ruhigen Ausdrucksweise lädt Wood den Leser zum Entschleunigen ein.

Während mich die Sprache überzeugt hat, blieb die Handlung zurück. Die Geschichte hatte keinen bedeutenden Spannungsbogen. Anfangs war ich voll in der Geschichte drin, aber leider passierte dann insgesamt nicht viel. Die Charaktere konnten mich leider auch nicht abholen. Ich fand sie teilweise distanziert und konnte mich nicht gut in sie hineinversetzen.

Ein weiterer Kritikpunkt stellt die Struktur des Buches dar. Das Buch ist in drei Abschnitte geteilt, eine weitere Segmentierung in Form von Kapiteln ist nicht vorhanden. Dies hat es mir auch etwas erschwert, dranzubleiben bzw. eine Lesepause an einer geeigneten Stelle der Handlung zu finden.

Am Ende konnte ich für mich persönlich nicht viel aus der Geschichte ziehen. Leider also ein Flop. Schade, habe mir mehr erhofft.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2025

Enttäuschende Entwicklung

Der Schlaf der Anderen
0

Sina und Janis sind wortwörtlich so verschieden wie Tag und Nacht. Sie führen beide gegensätzliche Lebensstile, kämpfen aber beide mit Schlafproblemen. In einem Schlaflabor treffen sie aufeinander. Diese ...

Sina und Janis sind wortwörtlich so verschieden wie Tag und Nacht. Sie führen beide gegensätzliche Lebensstile, kämpfen aber beide mit Schlafproblemen. In einem Schlaflabor treffen sie aufeinander. Diese Bekanntschaft stellt für beide einen Neubeginn dar, was der Kern der Handlung darstellt.

Die ersten Kapitel fand ich sehr spannend, ich bin sofort in die Geschichte eingetaucht. Der Anfang der Geschichte ist der Autorin somit gelungen - damit wurde der Leser erfolgreich abgeholt. Durch die meist kurzen Kapitel liest sich das Buch schnell, trotzdem lässt die Spannung in der zweiten Hälfte nach. Vom Klappentext her habe ich mir eine handlungsgetriebene Geschichte erhofft, was sich nicht bewahrheitet hat. Im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass in der Mitte des Buches nicht wirklich viel passiert ist.
Die Geschichte entwickelt sich oft in ganz ausgefallene Richtungen, welche immer unrealistischer erscheinen und zu konstruiert wirken. Gegen Ende habe ich den Zugang zur Geschichte verloren. Auch die letzten Kapitel sowie das Ende haben mich unzufrieden zurückgelassen. Das vielverheissende Thema „Schlaf“ wurde meiner Meinung nach nicht gut umgesetzt.

Die zwei Protagonistinnen wurden in ihren Problemen realistisch gezeichnet. Sie brechen aus ihren Komfortzonen aus und entwickeln sich im Laufe der Story weiter und hinterfragen ihre Lebensweise. Jedoch hätte ich mir trotzdem mehr Tiefe gewünscht, besonders wenn es um so viele Umbrüche geht wie in dieser Geschichte. Beide Figuren verhalten sich oft impulsiv, ohne dass der Leser erfährt, wie es zu dieser Handlung kam. Ich konnte mich daher nicht vollständig in sie hineinversetzen.

Der Schreibstil hat mir wiederum gefallen. Noort schreibt äusserst atmosphärisch, sodass man das Gefühl hat, die nächtliche Brise zu spüren.

Abschliessend lässt sich festhalten, dass dieser Roman mich nicht überzeugen konnte und ich ihn deshalb nur eingeschränkt weiterempfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere