✎ Claudia Martin - Wie kommt der Popel in die Nase?
Wie kommt der Popel in die Nase?Kindersachbücher sind ein heikles Terrain, wenn man sein Kind dort abholen möchte, wo es gerade steht, und ihm zugleich ein bisschen mehr zutrauen möchte, ohne es zu überfordern. „Wie kommt der Popel in ...
Kindersachbücher sind ein heikles Terrain, wenn man sein Kind dort abholen möchte, wo es gerade steht, und ihm zugleich ein bisschen mehr zutrauen möchte, ohne es zu überfordern. „Wie kommt der Popel in die Nase? Das passiert in deinem Körper“ von Claudia Martin schmiegt sich solide an diese Idee: Es ist gut strukturiert und aufgebaut und liefert faktenreiche Einblicke in den menschlichen Körper.
Man erfährt zum Beispiel, was im Alltag im Körper läuft, was sich im Lauf der Jahre verändert und wie etwa Zellen funktionieren oder welcher der größte Knochen ist. Auch Sinne, Gefühle und Schutzfunktionen werden berücksichtigt. Das Buch zielt auf breites Körperwissen, welches sich lebendig und zugänglich entfaltet.
Jede Doppelseite widmet sich einem Thema, was den Einstieg erleichtert und das Lesen überschaubar macht. Die Illustrationen sind bemerkenswert: divers, realitätsnah, detailliert – verschiedene Lebensrealitäten werden abgebildet und das macht das Werk aus meiner Sicht kindgerecht und hochwertig.
Im Glossar werden Fachbegriffe erklärt, was ich als großen Vorteil sehe, denn damit entsteht ein Nachschlagewerkcharakter. Ich hätte mir vielleicht noch Seitenzahlen gewünscht, damit Kinder schneller nachlesen können.
Der Titel selbst ist sehr reißerisch und spricht sowohl Kinder als auch Erwachsene an. „Wie kommt der Popel in die Nase?“ weckt Aufmerksamkeit, wird im Endeffekt jedoch mit keinem Wort beantwortet. Zwar kommt auf Seite 41 kurz zur Sprache, woher der Rotz kommt, aber ein wirkliches, ausführliches Eintauchen in das Thema Popel, wie man es vom Titel erwarten könnte, findet nicht statt.
Insgesamt eignet sich das Buch - wie vom Verlag vorgesehen - gut als Einstieg für wissbegierige Kinder ab etwa fünf Jahren: kurze Texte, große Bildflächen, klarer Themenfokus.
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