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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2025

Eine wahre Begebenheit als Roman

Die Schwester
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Kürzlich habe ich "Die Schwester" von Joy Fielding gehört. Sie hat in diesem Buch quasi die (wahre) Geschichte vom Verschwinden der kleinen Maddie McCann aus einer Ferienanlage in Portugal aufgegriffen ...

Kürzlich habe ich "Die Schwester" von Joy Fielding gehört. Sie hat in diesem Buch quasi die (wahre) Geschichte vom Verschwinden der kleinen Maddie McCann aus einer Ferienanlage in Portugal aufgegriffen und zu Ende erzählt.
In ihrem Buch heißt das Mädchen Samantha und verschwindet aus einem Hotelzimmer in Mexiko. Jetzt, 15 Jahre danach, meldet sich (wieder einmal) jemand bei Caroline, der Mutter. Ein junges Mädchen vermutet, dass sie die verschwundene Tochter ist. Sie bietet an, einen DNA Test zu machen.
Joy Fielding erzählt in ihrem Roman schonungslos, was das Verschwinden Samanthas mit der Familie gemacht hat und ihr ganzes Leben zerstört hat. Die Kapitel wechseln ständig von Gegenwart in Vergangenheit, in Gegenwart, so dass der Leser miterlebt, wie sich auch die Medien immer zum Jahrestag wieder auf dieses Thema stürzt und wie Caroline auch beruflich zu leiden hat. Sehr viel hat der Roman aber auch mit Carolines anderer Tochter zu tun, mit dem zerrütteten Verhältnis zu ihrer Mutter undwie sie sich dagegen wehren, dass das Mädchen Lilly vielleicht ihre Schwester sein könnte ...
Die Protagonistin Caroline hat mir nicht so gut gefallen. Eine Frau, die studiert hat und mitten im Leben steht, muss sich weder von ihrer Mutter, ihrer Tochter noch von ihrem Exmann so fertig machen und bevormunden lassen!
Ich fand den Roman unheimlich spannend und das Ende auch grandios. Wie tragisch, dass keiner weiß, was mit der echten Maddie damals passiert ist, denn das war leider kein Roman sondern Wirklichkeit.

Das Hörbuch wurde von der Schauspielerin Petra Schmidt-Schaller gesprochen. Sie hat das wirklich fantastisch gemacht!

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Der Traum vom Wissen für alle

Lübecks Töchter. Der Traum von Bildung und Freiheit
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Anna Husens Romane spielen zumeist in ihrer Norddeutschen Heimat in der Vergangenheit. "Lübecks Töchter- der Traum von Bildung und Freiheit" bildet den Auftakt der neuen historischen Romanreihe um Amélie ...

Anna Husens Romane spielen zumeist in ihrer Norddeutschen Heimat in der Vergangenheit. "Lübecks Töchter- der Traum von Bildung und Freiheit" bildet den Auftakt der neuen historischen Romanreihe um Amélie und Clara Roquette. Amélie hat, wie ziemlich jeder in ihrer Familie, den Beruf der Lehrerin ergriffen. Mitte der 1870er Jahre kehrt sie in ihre Heimat Lübeck zurück, um dort in der HÖHEREN TÖCHTER SCHULE ihrer Schwester Clara zu unterrichten. Sie trifft dort auf ihren inzwischen verwitweten Jugendfreund Richard, den sie noch immer liebt, aber als Lehrerin musste man zu der Zeit ledig bleiben. Gemeinsam mit ihren Schwestern kämpft sie darum, ein Seminar für Lehrerinnen in Lübeck zu eröffnen. Ein harter, steiniger Weg. Kämpft Amélie bis zum Schluss, um ihren Traum zu verwirklichen, oder entscheidet sie sich doch für die Liebe zu Richard?

Dieses Buch ist weitaus mehr als ein Liebesroman. Ich würde sagen, es ist eigentlich ein Gesellschaftsroman, der genau so auch zu anderen Zeiten spielen könnte. Die Autorin schildert auf authentische Weise, wieviel Kraft Frauen aufwenden müssen, um sich in einer, von Männern beherrschten Welt, zu beweisen. Und, dass es sich lohnt, für seine Träume zu kämpfen. Der Traum von Clara ist es nämlich, dafür zu sorgen, dass auch Mädchen Wissen erlangen können. Mit dem Beruf der Lehrerin können Frauen selbst für sich sorgen und sind nicht mehr von Männern abhängig und dieses Wissen können sie an andere Mädchen/Frauen weitergeben. Die Protagonistinnen sind in ihren Weltanschauungen also ziemlich modern und ihrer Zeit voraus.
Ich liebe ja Bücher, die in meiner Norddeutschen Heimat spielen! ... Lübeck kenne ich zwar weniger, aber das Buch hat soviel Lokalkolorit, dass ich mich vor Ort mal auf "Spurensuche" begeben werde!
Last but not least das wunderschöne Cover! In hellblau mit zwei jungen Frauen im Vordergrund und Lübeck im Hintergrund, macht es sofort neugierig auf das Buch! Ich kann es wärmstens empfehlen und freue mich schon auf Band zwei!

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Interessantes Setting

Wo die Vanille blüht
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Das Schöne an dem Roman: es werden auch Themen behandelt, die aus dem Liebesroman etwas zum Nachdenken machen: es geht z.B. um Madagaskar. Wusstet Ihr, das es ein Dritte Welt Land ist? Das Buch vermittelt ...

Das Schöne an dem Roman: es werden auch Themen behandelt, die aus dem Liebesroman etwas zum Nachdenken machen: es geht z.B. um Madagaskar. Wusstet Ihr, das es ein Dritte Welt Land ist? Das Buch vermittelt dem Leser interessante Eindrücke. Dann geht es um familiäre Probleme und um Probleme durch ethnische Herkunft. Der Roman ist also recht vielschichtig, ein durchaus gelungene Mischung!
Was mir auch noch gut gefallen hat, ist, dass die Kapitel angenehm kurz sind und abwechselnd aus der Sicht von Alina und Bastian erzählt werden.
Last but not least das Cover: ein Pärchen im Sonnenuntergang (oder Aufgang!?) unterm Sternenhimmel … romantischer geht es wohl kaum!
Alles in Allem empfehle ich diesen Roman, den ich übrigens bei der Autorin gewonnen habe, sehr gerne weiter!

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Gerne gelesen

Verlorene Träume
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Nach "Zwei Leben" ist "Verlorene Träume" der zweite Roman von Autorin Astrid Korten, den ich lese. Was ich direkt festgestellt habe … es gibt einige Parallelen. Es geht in beiden Romanen um Enkelin und ...

Nach "Zwei Leben" ist "Verlorene Träume" der zweite Roman von Autorin Astrid Korten, den ich lese. Was ich direkt festgestellt habe … es gibt einige Parallelen. Es geht in beiden Romanen um Enkelin und Großmutter und es spielt teilweise in Russland.
Inhalt: Die Journalistin Lilly sieht in einer Ausstellung ein altes Ballkleid. Sie findet heraus, dass dieses Kleid einst einer Russischen Gräfin gehörte und ist von der Idee besessen, die Geschichte dazu herauszufinden und darüber zu schreiben. So reist Lilly zu ihrer Mutter, die in St.Petersburg neu verheiratet ist. Christian, ein Freund ihres Stiefvaters hilft ihr bei ihren Nachforschungen und bringt sie mit den richtigen Leuten zusammen.
In (schön) kurzen Kapiteln begleiten wir Lilly auf ihrer Recherchereise und sind dabei, wie sie es schafft, sich von ihrem verheirateten Freund zu trennen und Gefühle für Christian entwickelt. Immer wieder gibt es Rückblicke in die Jahre ab 1914 zur Gräfin Alexandra und ihrer großen Liebe Juri.
Ich liebe historische Romane und auch die, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen! Astrid Korten hat einen schönen bildhaften Schreibstil und sie versteht es, die Geschichte von Anfang bis Ende spannend zu erzählen. Gut gefallen hat mir auch, was ich alles über die Russische Revolution lernen durfte. Das super schön gestaltete Cover, welches sich an das Aussehen des Ballkleides anlehnt, runden diesen Roman ab. Gerne empfehle ich das Buch, welches am Ende eine wahre Überraschung bereit hält, weiter!
Einen Punktabzug in der B-Note gibt es von mir allerdings auch. Vielleicht bin ich zu pingelig, aber es hat mich gestört, dass an so einigen Stellen Fehler waren. Z.B. ist von heißem Asphalt die Rede. In einem Russischen Dorf 1914 … kaum vorstellbar! Oder es wird 1914 ein Fenster auf "Kipp" gestellt … Dreh/Kipp Beschläge gibt es erst seit ca 1930. Oder die Gräfin will sich in Russland 1917 einen "Job" suchen … Arbeitsstelle wäre wohl passender. Usw

Alles in Allem … der Roman ansich war klasse

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Romanbiografie über eine interessante Frau

Liebesrausch
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Beim Buch "Liebesrausch" von Autorin Charlotte von Feyerabend fällt einem als allererstes das wunderschöne Cover ins Auge. Eine Leserin, so wie ich, die zuerst aufs Äußere schaut, kann daran einfach nicht ...

Beim Buch "Liebesrausch" von Autorin Charlotte von Feyerabend fällt einem als allererstes das wunderschöne Cover ins Auge. Eine Leserin, so wie ich, die zuerst aufs Äußere schaut, kann daran einfach nicht vorbeigehen! Da ist einfach alles stimmig!
Es handelt sich um eine Romanbiografie, die das Zusammentreffen/-sein von Anaïs Nin und Henry Miller in den 30er Jahren zum Thema hat.
Ich gebe zu, ich musste die Namen zuerst einmal googeln. Anaïs Nin war eine Amerikanische Schrifstellerin mit multikultureller Herkunft (1903-1977), Henry Miller ein Amerikanischer Schriftsteller und Maler (1891-1980).
Der Roman weist die "Lieben" der Anaïs Nin auf. Alle ganz unterschiedlich. Zuerst die verzweifelte Suche nach der Vaterliebe, die sie nicht erhält. Im Gegenteil. Ihr Vater, ein berühmter Konzertpianist, war ihr gegenüber gleichgültig, kalt, ja fast schon grausam. Dann die (meiner Meinung nach) echte, tiefe, emotionale Liebe zu ihrem Eheman, der sie und auch die Künstlerwelt in ihrem Kreis, immer (wahrscheinlich aus Liebe) unterstützt hat. Die Liebe zu June, der Ehefrau Henry Millers, war körperlicher Natur. Anaïs wurde von dieser Frau regelrecht angesogen. Ihre Affäre ging nur kurz, da June zurück in die Staaten gegangen ist. Zum größten Teil handelt der Roman aber von der Liebe zu Henry Miller. Schon bei ihrem Kennenlernen spüren die Beiden eine gewisse Anziehung, die sich später zu einer leidenschaftlichen, wilden, berauschenden Beziehung entwickelt. Nicht nur körperlicher, sondern auch intellektueller Natur. Das Leben dieser Frau in Paris war wirklich etwas Besonderes, über das Charlotte von Feyerabend sehr authentisch geschrieben hat.
"LIEBESRAUSCH" ist aber kein Roman, den man mal schnell nebenbei liest. Ich musste mir dabei Zeit lassen, manche Sätze auch zwei Mal lesen, um sie richtig aufnehmen und genießen zu können, denn das sprachliche Niveau ist schon etwas höher angesiedelt.
Ich empfehle diese Romanbiografie gerne weiter!

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