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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2020

Es ist eine etwas skurrile Geschichte, manchmal mit überraschenden Wendungen und amüsanten Passagen.

Regenbeins Farben
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Unter dem Titel "Regenbeins Farben" konnte ich mir so gar nichts vorstellen. Ist es ein Krimi, ein Gesellschaftsroman, eine Liebesgeschichte oder ein Schicksal? Nachdem Lesen weiß ich nun, dass es eine ...


Unter dem Titel "Regenbeins Farben" konnte ich mir so gar nichts vorstellen. Ist es ein Krimi, ein Gesellschaftsroman, eine Liebesgeschichte oder ein Schicksal? Nachdem Lesen weiß ich nun, dass es eine Liebesgeschichte mit leichter Gesellschaftskritik und vier Schicksalen ist. Die Geschichte beweist an vielen Stellen Humor und Ironie, aber stets recht leise, aber wenn man sich eingelesen hat, erkennt man sie schnell. Die Autorin hat einen guten und schön zu lesenden Schreibstil, der gut durch die Seiten trägt.

Ihre Charaktere sind so unterschiedlich und doch miteinander verbunden. Man lernt drei Witwen auf dem Friedhof kennen. Ziva, eine ältere Professorin, die im wallenden Outfit und einer recht direkten und schroffen Art auffällt. Lore, herrlich diese Lore, immer ein Champagnergläschen in der Hand und recht eigen in ihren Ansichten, aber auch sehr reich und gelangweilt. Und dann noch Karline Regenbein, eine begabte Malerin, die jedoch so unscheinbar ist, dass sie sich im Kunstbetrieb nicht durchsetzen kann bzw. will. Sie ist genügsam und ruhig. Diese drei Damen verbindet ein Mann Eduard Wettengel.

Der Reigentanz, der sich dann entwickelt, lässt tief blicken in die Geschichten der Damen und deren Leben, deren Lieben und welche Probleme sie mit dem Regime hatten. Aber auch Eduard Wettengel weiß zu überraschen. Er ist schon zu Lebzeiten der Ehemänner ein Verbindungsglied, der mal hofierend, mal ausgleichend und schlichtend in das Leben der Damen eingreift. Man sollte sich etwas für Kunst und Malerei interessieren, denn dies ist der Dreh- und Angelpunkt bei allen Charakteren.

Es ist eine etwas skurrile Geschichte, manchmal mit überraschenden Wendungen und amüsanten Passagen. Aber es gab auch traurige und eher beklemmende Momente in dieser kurzen Geschichte, die jedoch nie die Oberhand gewinnen konnten.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Konnte mich leider nicht einfangen

Fräulein Hedwig
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Bisher mochte ich die Bücher von Christoph Poschenrieder gern. Deshalb hatte ich mich auch auf den neuen Roman von ihn gefreut. Die Geschichte klang interessant und da der Autor auch einen schönen Schreibstil ...

Bisher mochte ich die Bücher von Christoph Poschenrieder gern. Deshalb hatte ich mich auch auf den neuen Roman von ihn gefreut. Die Geschichte klang interessant und da der Autor auch einen schönen Schreibstil hat, konnte eigentlich fast nichts schiefgehen. Aber leider nur fast.

Mit sehr wenigen Fakten und Informationen versucht der Autor das Leben von Hedwig Poschenrieder nachzuvollziehen. Man merkt das er nicht so viel Material hat. Er wiederholt sich und springt zudem immer wieder zwischen den Zeiten und Personen hin und her. Für mich war es dadurch schwierig in die Geschichte einzutauchen. Ich konnte zu keiner Person eine gute Verbindung aufbauen und so kämpfte mich leider durch die Seiten. Der geschichtliche Hintergrund war beklemmend, traurig, unfassbar. Man spürt, dass ihm das Schicksal von Hedwig nahe geht, aber durch die fehlenden Informationen entstand leider kein klares Bild von Hedwig.

Für mich waren die geschichtlichen Fakten ein Grund das Buch auszulesen. Der Aufbau hat mich diesmal leider nicht so richtig überzeugt. Schade.

Veröffentlicht am 04.01.2026

Nette Geschichte

Das Mädchen vom Striezelmarkt
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Das Buch wurde mir empfohlen und ja, es ist eine nette Weihnachtskrimigeschichte.

Lea kommt aus gutem Hause. Sie soll sich gut benehmen, höflich sein, adrett aussehen und sich in den (damals) typisch ...

Das Buch wurde mir empfohlen und ja, es ist eine nette Weihnachtskrimigeschichte.

Lea kommt aus gutem Hause. Sie soll sich gut benehmen, höflich sein, adrett aussehen und sich in den (damals) typisch weiblichen Arbeiten ausbilden lassen. Mit anderen Worten, sie soll eine gute Partie sein. Doch Lea hat anderes im Sinn. Sie liebt das Schnitzen von Figuren. Da es kein passendes Hobby für eine junge Frau ist, muss sie es mehr oder weniger heimlich tun. Der Verkauf ihrer Figuren ist fast chancenlos. Doch mit der Hilfe vom Schicksal findet sie eine Möglichkeit auf dem berühmten Striezelmarkt ihre Figuren zu verkaufen. Das zieht nicht nur begeisterte Menschen, sondern auch die Missgunst und den Neid anderer an.

Die Geschichte hat neben Lea noch einige andere Charaktere, die die Geschichte stark beeinflussen. Von der exzentrischen (für damalige Verhältnisse) Tante zum mittellosen Waisenkind bis zum Striezelmarktwärter sind alle Bevölkerungsschichten dabei. Sie sorgen dafür, dass es immer wieder Wendungen in der Geschichte gibt, die man so vielleicht nicht erwartet hätte. Nicht alles war realistisch, aber dennoch unterhaltsam.

Veröffentlicht am 26.10.2025

Guter Krimi mit kleinen Längen

Böses Licht
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Fina und Oliver, ein Ermittlungsduo, welches keines sein will. Oliver mobbt Fina, wann immer er eine Möglichkeit sieht bis Fina einen Tip bekommt, der Oliver überrascht.

Der Lesende steigt direkt mit ...

Fina und Oliver, ein Ermittlungsduo, welches keines sein will. Oliver mobbt Fina, wann immer er eine Möglichkeit sieht bis Fina einen Tip bekommt, der Oliver überrascht.

Der Lesende steigt direkt mit einem Mord ein und wird in eine bunte, laute, undurchsichtige Theaterwelt katapultiert. In dieser Welt gibt es sehr viel Ego, viel Gerede, Machtkämpfe und Frustration. Neben den Schauspielern trifft Fina auf eine Frau, die zwischen Fan- und Stalkerstatus schwankt.

Die Charaktere werden von der Autorin gut beschrieben. Sie sind greifbar und wirken sehr realistisch. Die Verknüpfungen und Wirrungen sind gelungen und sorgen für kleine Überraschungen. Der Schreibstil der Autorin lädt zum Schmökern und abtauchen ein. Jedoch kommt Fina mit den Ermittlungen nur schwer voran, was den Mittelteil im Buch etwas zäh werden lässt. Im letzten Drittel ziehen die Geschichte und die Spannung noch mal etwas an, so dass es am Ende ein grundsolider guter Krimi wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.09.2025

Wechselbad der Gefühle beim Lesenden

Schmutz
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Ich bin hin- und hergerissen. Dieses Buch bzw. die Geschichte hat meine Leselust und den Lesefrust hervorgerufen. Das geschieht sonst eher selten. Warum?

Die Ich-Erzählerin hat genug Geld, nein eher ...

Ich bin hin- und hergerissen. Dieses Buch bzw. die Geschichte hat meine Leselust und den Lesefrust hervorgerufen. Das geschieht sonst eher selten. Warum?

Die Ich-Erzählerin hat genug Geld, nein eher viel Geld, welches sie in monatlichen Schecks von ihrem Bruder erhält. Sie lebt in New York City und sie liebt Marken (besonders Kleidung), die sie stets und ständig shoppt oder anprobiert. Das Aufzählen der ganzen überteuerten Markenklamotten und die teilweise sehr kleinteilige Beschreibung von Handtaschen und Kleidung sowie die Beschreibung, was eine Person trägt, hat mich unheimlich genervt. Ich verlor mit jeder weiteren Zeile die Lust am Lesen.

Die Leselust steigerte sich, wenn sie von ihrem Leben bei der Großmutter erzählt. Den Garten beschreibt und die Freude am Leben. Auch die Passagen aus ihrem unkonventiellen Lehrerinnenleben fand ich interessant. Wie sie mit den Jugendlichen (nur Jungen) umgegangen ist, ihr Verhalten ihnen gegenüber und die ganz andere Art zu unterrichten (fernab des eigentlichen Lehrplans) ließ mich wieder in die Geschichte abtauchen. Ihre verzweifelten Versuche sauber zu sein bzw. sauber zu werden, waren nicht immer angenehm zu lesen. Man steht am Zaun und sieht zu, kann nicht weggehen, aber auch nicht einschreiten. Man muss es aushalten und weiterlesen.

Je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr meinte man zu verstehen, was in ihr vorgeht. Das Ende war mir aber zu verworren und schwerer nachvollziehbar. Ich glaube, dass ich die Botschaft, die die Autorin vermitteln wollte, verstanden habe, aber die Umsetzung war nicht meins.