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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2025

Onlinedating humorvoll auf den Punkt gebracht

Willst du Blumen, kauf dir welche
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Datest du noch – oder liebst du schon? Buchhändlerin Lena ist Single. Als sie den Erfolgsautor Benjamin Floros zu einer Lesung in ihre Buchhandlung einlädt, liegt ihm die gesamte weibliche Besucheranzahl ...

Datest du noch – oder liebst du schon? Buchhändlerin Lena ist Single. Als sie den Erfolgsautor Benjamin Floros zu einer Lesung in ihre Buchhandlung einlädt, liegt ihm die gesamte weibliche Besucheranzahl zu Füßen – außer Lena, die nichts von ihm hält. Er behauptet, er habe den ultimativen Logarithmus für die Liebe per Online-Dating gefunden und will Lena unbedingt beweisen, dass dieser funktioniert, und zwar indem er sie und ihre Vermittlung in Liebesdingen zu seinem Experiment erklärt. Doch dann kommt alles anders als gedacht...

Man erhält bei diesem Buch, was man erwartet: eine turbulente Liebesgeschichte, die ganz anders ausgeht als erwartet, mit einigen Überraschungen und ganz viel Humor zwischen den Zeilen. Lena ist zwangsläufig Single, sie lebt lieber zwischen den Seiten ihrer geliebten Bücher als in einer Beziehung, denn bei letzterem ist sie schon oft auf die Nase gefallen. Köstlich humorvoll sind die Dates, die Lena nun bei diesem Experiment erwarten, da ist jedes skurriler als das vorherige. Die heimliche Liebesgeschichte wird dadurch umso spannender, vor allem weil die beiden Liebenden so gar nichts davon zu wissen scheinen. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig, man mag das Buch gar nicht aus der Hand zu legen.

Dieser humorvolle Liebesroman ist so ganz in der Tradition der Autorin Ellen Berg und bestens geeignet, um zu entspannen und dabei herzhaft zu lachen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 31.10.2025

Raffinierter fünfter Fall

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Während Elizabeth um ihren verstorbenen Mann trauert, versinkt Joyce in den Planungen zur Hochzeit ihrer Tochter. Ron hat mit familiären Problemen zu tun, während Ibrahim immer noch seine Lieblingsverbrecherin ...

Während Elizabeth um ihren verstorbenen Mann trauert, versinkt Joyce in den Planungen zur Hochzeit ihrer Tochter. Ron hat mit familiären Problemen zu tun, während Ibrahim immer noch seine Lieblingsverbrecherin therapiert. Während der Hochzeitsfeier wendet sich ein junger Mann an Elizabeth, weil jemand nach seinem Leben trachtet, um damit an einen Code und demzufolge an viel Geld zu kommen. Das ist der Wendepunkt für die vier Hobbydetektive, die wieder voll in den Ermittlungen aufgehen werden.

Das Buch ist bereits der fünfte Fall mit den vier äußerst unterschiedlichen Hobbydetektiven, die sich bestens in ihren Ermittlungen ergänzen. Der Krimi ist erneut ein gutes Beispiel für ein Whodunit mit viel britischem Humor, einem spannenden, vertrackten Fall und vier liebenswerten Detektiven mit ganz viel Ecken und Kanten. Man kann das Buch auch ohne weitere Vorkenntnisse lesen, denn die Geschichte ist in sich abgeschlossen. Der Genuss der Serie erhöht sich jedoch, wenn man die bisherigen Bände kennt. Gewünscht hätte ich mir ein Personenregister, denn auf den ersten Seiten musste ich schon sehr überlegen, wer wohin gehört und welche Rolle innehat. Doch ist man erst mal im Geschehen, ist das kein Problem mehr.

Mich hat der Krimi wieder bestens unterhalten können, so dass ich das Buch sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 31.10.2025

Spannender Auftakt der Norrland-Saga

Wo die Moltebeeren leuchten (Die Norrland-Saga, Bd. 1)
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Im Jahr 1938 beginnt die siebzehnjährige Siv ihren Dienst als Köchin in einer Gruppe von zehn Waldarbeitern in den Wäldern Schwedens. Es ist ein karges Leben ohne Strom und jeglichen Komfort, doch für ...

Im Jahr 1938 beginnt die siebzehnjährige Siv ihren Dienst als Köchin in einer Gruppe von zehn Waldarbeitern in den Wäldern Schwedens. Es ist ein karges Leben ohne Strom und jeglichen Komfort, doch für Siv ist es das erste Mal, dass sie sich frei empfindet, frei von all den Anforderungen ihrer Familie. Sie trifft die Liebe ihres Lebens, den Sámi Nila. Doch das Ende des Sommers hinterlässt ein riesiges Geheimnis.

2022 kehrt Sivs Enkelin Eva als PR-Beraterin für ein Forstunternehmen in den Ort zurück, den sie in mit ihrer Kindheit und den Ferien bei den Großeltern verbindet. Ihre Aufgabe ist es, den Widerstand gegen ein umstrittenes Abholzungsprojekt zu beruhigen. Ganz nebenbei wird diese Rückkehr zu einer Reise in die Vergangenheit ihrer Familie. Und Eva wird entdecken, was ihre Großmutter mit den Moltebeeren verband...

Das Buch ist der erste Band der Norrland-Saga. Die Geschichte beginnt noch vor dem Zweiten Weltkrieg und nimmt sich einer jungen Frau an, die in den Jugendjahren ihres Lebens steht. Harte Arbeit ist sie bisher schon gewohnt, nun aber trifft sie auf ihre erste Liebe und muss die Weichen stellen für ihr weiteres Leben. Die Geschichte ist sehr einfühlsam erzählt, man findet sich gut wieder im kargen Leben in den Wäldern Schwedens im Jahr 1938. Dabei werden die Schicksale zweier Frauen eng verknüpft, das von Siv mit ihrer Enkelin Eva, die auf das Lebensgeheimnis der Familie trifft. Ab einem bestimmten Punkt der Geschichte kann man das Geheimnis bereits erahnen, dennoch bleibt die Geschichte bis zum Schluss spannend, weil man mit den beiden Frauen und ihrem Schicksal mitfiebert. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 22.10.2025

Deutsch-japanische Familiengeschichte

Onigiri
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Aki ist die Tochter einer japanischen Mutter und eines deutschen Vaters. Als sie erfährt, dass ihre Großmutter mütterlicherseits gestorben ist, fliegt sie mit ihrer dementen Mutter nach Japan – ein letzter ...

Aki ist die Tochter einer japanischen Mutter und eines deutschen Vaters. Als sie erfährt, dass ihre Großmutter mütterlicherseits gestorben ist, fliegt sie mit ihrer dementen Mutter nach Japan – ein letzter Besuch für Keiko in ihrer japanischen Heimat. Bei dieser Reise ist Aki hin und hergerissen zwischen der Hilfsbedürftigkeit ihrer Mutter durch die Demenz, und deren früheren Stärke, die immer wieder aufblitzt. Immerhin hat sich Keiko ganz allein ein Leben in ihrer neuen Heimat Deutschland aufgebaut, hat allein zwei Kinder groß gezogen.

Dieser Roman erzählt die Geschichte einer deutsch-japanischen Familie zwischen zwei Kulturen. Durch die Reise nach Japan taucht die Erzählerin Aki in die Geschichte ihrer Familie ein und erlebt ihre Mutter ganz neu, als lebenshungrige junge Frau mit ihren ganz eigenen Träumen und Wünschen. Viele Fragmente dieser Lebensgeschichte schließen sich letztendlich wie ein Puzzle zu einem gesamten Bild zusammen. Dabei entsteht eine leise Annäherung von Mutter und Tochter, wie sie ohne diese Reise nicht hätte geschehen können. Ein Glossar ergänzt die Erzählung, denn im Text tauchen viele japanische Begriffe auf, die den meisten Lesern unbekannt sein werden. Man muss sich auf den Schreibstil des Buches einlassen können, auf die vielen kleinen Teilchen, die sich erst im Verlauf der Geschichte zu einem einheitlichen Bild zusammentun, dann allerdings hat man eine interessante Migrationsgeschichte vor sich.

Mich hat diese Geschichte einer deutsch-japanischen Familie sehr angesprochen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 21.10.2025

Recherchen über eine traumatische Vergangenheit

Der Sommer am Ende der Welt
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Die Journalistin Hanna will Urlaub machen auf Borkum, zusammen mit ihrer Teenie-Tochter Katie. Dabei will sie allerdings journalistisch tätig sein, sie recherchiert über die traumatischen Erfahrungen früherer ...

Die Journalistin Hanna will Urlaub machen auf Borkum, zusammen mit ihrer Teenie-Tochter Katie. Dabei will sie allerdings journalistisch tätig sein, sie recherchiert über die traumatischen Erfahrungen früherer Verschickungskinder, denn auch ihre Mutter hat auf einer solchen Kinderkur einst schlimme Erfahrungen gemacht. Auf Borkum bringt man ihr recht schnell Widerstand entgegen, denn ihre Recherchen könnten so manch gutgehendes Haus in den Ruin treiben. Inselarzt Ole allerdings steht ihr zur Seite, die beiden verlieben sich Hals über Kopf. Hanna muss sich irgendwann entscheiden, welchen Weg sie weitergehen möchte, denn einerseits möchte sie die Missstände aufdecken, andererseits erkennt sie, welche Auswirkungen ihr Artikel haben könnte.

Der Roman stützt sich auf die teils schlimmen Erfahrungen, die viele tausend Kinder in Kinderkuren machen mussten. Hanna ist eine gute Journalistin, sie lässt nicht locker, ist aber auch offen für die Überlegungen, welche Folgen ihre Recherchen haben könnten. Spannend wird es, weil sie von unbekannter Seite aus Hilfe bei ihren Nachforschungen erhält. Was sie aufdeckt, ist äußerst spannend, aber äußerst bedrückend. Es ist gut nachvollziehbar, dass viele Kinder von einer solchen Kur mit traumatischen Erfahrungen zurückgekehrt sind. Die Autorin Eva Völler kann sich dabei auf Erzählungen aus ihrer eigenen Familie stützen, das macht die Lektüre noch belastender.

Mich hat dieser Roman von der ersten Seite aus fesseln können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.