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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2025

Eine etwas andere Familiengeschichte

Botanik des Wahnsinns
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Dem Erzähler bleibt nach der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte, denn durch eine Verwechslung wurde alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage gebracht. ...

Dem Erzähler bleibt nach der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte, denn durch eine Verwechslung wurde alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage gebracht. Das Wenige, was er noch erinnert, zeigt einen Stammbaum des Wahnsinns, denn alle seine Vorfahren waren psychisch erkrankt: die Großmutter bipolar (mit noch einer ganzen Menge weiterer Diagnosen), zwölf Suizidversuche, der Großvater auffallend oft in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Zwischen all seinen Erinnerungen schimmert die Angst durch, selbst verrückt zu werden. Er landet schließlich in der Psychiatrie – als Psychologe. Hier lernt er seine Patienten und ihre Geschichten aus einem anderen Blickwinkel kennen, ihre Diagnose wird weniger wichtig als das Zuhören.

Das Buch ist nicht einfach zu lesen, mit all den psychischen Erkrankungen in der Familie, die der Erzähler mit sich herumträgt. Sein Interesse für die psychischen Erkrankungen wird nachvollziehbar anhand seiner Geschichte. Seine Erzählung scheint recht sachlich zu sein, und doch schimmert immer wieder etwas Humor durch die Sätze hindurch, oft auch schwarzer Humor. Die Geschichte hört sich an nach einer Verarbeitung der eigenen Herkunft, das Ende scheint eine Versöhnung mit der eigenen Geschichte zu sein. Ich kam mir immer wieder vor wie jemand, der verstohlen in die Geheimnisse eines anderen Einblick erhält, fast schon wie ein Voyeur.

So gut ich die Idee hinter diesem Buch finde, hat mich die Geschichte letztendlich nicht ganz überzeugen können – vielleicht war es das Gefühl, wie ein Voyeur auf Leons Geschichte zu blicken? Genau kann ich das gar nicht sagen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 06.11.2025

Solide Fortsetzung

Die Runenmeisterin
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Nachdem Ayrin im letzten Band den Kampf gegen den Hexenfürsten für sich entscheiden konnte, ist dieser auf ihr magisches Talent aufmerksam geworden. Nun will er Ayrin auf seine dunkle Seite ziehen. Dafür ...

Nachdem Ayrin im letzten Band den Kampf gegen den Hexenfürsten für sich entscheiden konnte, ist dieser auf ihr magisches Talent aufmerksam geworden. Nun will er Ayrin auf seine dunkle Seite ziehen. Dafür lässt er sie verfolgen und will, dass sie das Eiserne Buch an sich nehmen soll, damit er es erhält. Dafür warten einige Erschwernisse auf Ayrin und ihren Meister Maberic, bis hin zu Gefahr für Leib und Leben.

Das Buch ist die Fortsetzung der Geschichte um Ayrin, die im ersten Band ihre magischen Kräfte entdeckt und ihre Ausbildung als Runenmeisterin beginnt. Wie groß ihre Begabung ist, hat sich schon im ersten Band angedeutet, nun wird deutlich, dass sie dabei ist, ihren Meister zu überflügeln. Es empfiehlt sich, den ersten Band vorneweg zu lesen, sonst ist nicht immer alles verständlich, was in diesem Buch geschieht. Ayrin lebt in einer Welt, die voller Magie ist, und zusammen mit ihrem Meister sowie den anderen Runenmeistern wird es ihre Aufgabe sein, die Menschen vor böser Magie zu schützen. In diesem Buch werden einige Geheimnisse aufgedeckt, die auf eine weitere Fortsetzung hindeuten. Mehrere Handlungsstränge führen die Geschichte zu einem spannenden Höhepunkt, der weitere Fragen aufwirft. Schade, dass dem Buch keine Karte der Welt beigefügt ist, in der Ayrin lebt. Die Magie dieser Welt finde ich äußerst spannend, sehr gerne möchte ich mehr darüber erfahren.

Mich hat diese Geschichte bestens unterhalten können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 04.11.2025

Die Geschichte einer starken Frau

Mein Name ist Emilia del Valle
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Emilia ist die Tochter einer irischen Nonne und eines chilenischen Aristokraten, sie wächst in der Familie ihrer Mutter mit ihrem liebevollen Stiefvater auf, in einem ärmlichen Viertel in San Francisco. ...

Emilia ist die Tochter einer irischen Nonne und eines chilenischen Aristokraten, sie wächst in der Familie ihrer Mutter mit ihrem liebevollen Stiefvater auf, in einem ärmlichen Viertel in San Francisco. Geboren wurde sie 1866. Schon bald stellt sich heraus, dass das Schreiben ihre Leidenschaft ist, und sie schreibt siebzehnjährig erfolgreich unter einem männlichen Pseudonym Groschenromane. Das aber reicht ihr nicht, sie will jouralistisich tätig sein, und zwar unter ihrem eigenen Namen. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Eric bricht sie auf zum Bericht über den Bürgerkrieg in Chile. Auf Geheiß ihrer Mutter soll sie ihrem leiblichen Vater einen Brief überbringen.

Wieder einmal gelingt es der Autorin Isabel Allende ausgezeichnet, eine Geschichte aus ihrer Heimat Chile lebensnah zu erzählen. Emilia del Valle ist eine starke und mutige junge Frau, der gelingt, was Frauen in ihrer Zeit eher selten gelingen kann. Dabei sind weder die Autorin noch ihre Protagonistin zimperlich, wenn es um den Bürgerkrieg in Chile geht, denn für Emilia geht es plötzlich ums nackte Überleben. Die Geschichte wirkt nicht immer ganz glaubwürdig, dennoch ist es der Autorin gut gelungen, mich in ein Land in einer längst vergangenen Zeit zu entführen, von dem ich eher wenig wusste.

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an fesseln können. Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 04.11.2025

Onlinedating humorvoll auf den Punkt gebracht

Willst du Blumen, kauf dir welche
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Datest du noch – oder liebst du schon? Buchhändlerin Lena ist Single. Als sie den Erfolgsautor Benjamin Floros zu einer Lesung in ihre Buchhandlung einlädt, liegt ihm die gesamte weibliche Besucheranzahl ...

Datest du noch – oder liebst du schon? Buchhändlerin Lena ist Single. Als sie den Erfolgsautor Benjamin Floros zu einer Lesung in ihre Buchhandlung einlädt, liegt ihm die gesamte weibliche Besucheranzahl zu Füßen – außer Lena, die nichts von ihm hält. Er behauptet, er habe den ultimativen Logarithmus für die Liebe per Online-Dating gefunden und will Lena unbedingt beweisen, dass dieser funktioniert, und zwar indem er sie und ihre Vermittlung in Liebesdingen zu seinem Experiment erklärt. Doch dann kommt alles anders als gedacht...

Man erhält bei diesem Buch, was man erwartet: eine turbulente Liebesgeschichte, die ganz anders ausgeht als erwartet, mit einigen Überraschungen und ganz viel Humor zwischen den Zeilen. Lena ist zwangsläufig Single, sie lebt lieber zwischen den Seiten ihrer geliebten Bücher als in einer Beziehung, denn bei letzterem ist sie schon oft auf die Nase gefallen. Köstlich humorvoll sind die Dates, die Lena nun bei diesem Experiment erwarten, da ist jedes skurriler als das vorherige. Die heimliche Liebesgeschichte wird dadurch umso spannender, vor allem weil die beiden Liebenden so gar nichts davon zu wissen scheinen. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig, man mag das Buch gar nicht aus der Hand zu legen.

Dieser humorvolle Liebesroman ist so ganz in der Tradition der Autorin Ellen Berg und bestens geeignet, um zu entspannen und dabei herzhaft zu lachen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 31.10.2025

Raffinierter fünfter Fall

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Während Elizabeth um ihren verstorbenen Mann trauert, versinkt Joyce in den Planungen zur Hochzeit ihrer Tochter. Ron hat mit familiären Problemen zu tun, während Ibrahim immer noch seine Lieblingsverbrecherin ...

Während Elizabeth um ihren verstorbenen Mann trauert, versinkt Joyce in den Planungen zur Hochzeit ihrer Tochter. Ron hat mit familiären Problemen zu tun, während Ibrahim immer noch seine Lieblingsverbrecherin therapiert. Während der Hochzeitsfeier wendet sich ein junger Mann an Elizabeth, weil jemand nach seinem Leben trachtet, um damit an einen Code und demzufolge an viel Geld zu kommen. Das ist der Wendepunkt für die vier Hobbydetektive, die wieder voll in den Ermittlungen aufgehen werden.

Das Buch ist bereits der fünfte Fall mit den vier äußerst unterschiedlichen Hobbydetektiven, die sich bestens in ihren Ermittlungen ergänzen. Der Krimi ist erneut ein gutes Beispiel für ein Whodunit mit viel britischem Humor, einem spannenden, vertrackten Fall und vier liebenswerten Detektiven mit ganz viel Ecken und Kanten. Man kann das Buch auch ohne weitere Vorkenntnisse lesen, denn die Geschichte ist in sich abgeschlossen. Der Genuss der Serie erhöht sich jedoch, wenn man die bisherigen Bände kennt. Gewünscht hätte ich mir ein Personenregister, denn auf den ersten Seiten musste ich schon sehr überlegen, wer wohin gehört und welche Rolle innehat. Doch ist man erst mal im Geschehen, ist das kein Problem mehr.

Mich hat der Krimi wieder bestens unterhalten können, so dass ich das Buch sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.